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FH

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  1. FH

    Autor: floxiii 05.09.19 - 05:36

    Gerade jemandem, der sich seit einigen Jahren im Berufsleben befindet, würde ich viel eher eine FH empfehlen - wenn man sich in krassem Freizeit-Verzicht üben kann evtl. sogar berufsbegleitend und man kann den aktuellen Lebensstandard halbwegs erhalten und man lernt an einer guten FH aktuell von der Industrie Gefragtes. (Und als kleiner Bonus gilt die Arbeit in einer einschlägigen Firma als Praktikum.)

    Auf jeden Fall rate ich, sich über das Informatikstudium an der Uni vorab detailliert zu informieren, denn ein solches ist meist sehr, sehr weit weg von der Berufswelt und was man danach im Job an Wissen benötigt, lernt man im klassischen Informatikstudium in den allerseltendsten Fällen. Es kann aber natürlich auch sein, dass man genau diesen Theorie-Fokus auch will!

    Vielleicht hilft ein kurzer Vergleich der Ausstattung:

    Hiesige Uni: Uralte Linux-Rechner (weil alles sch*** ist außer Linux - kurze Zusammenfassung der Einführungsvorlesung vom ersten Tag ...) und ... that's it.

    Hiesige FH: Mikrocontroller, Drohnen, (Industrie-)Roboter, Physik-, Mechatronik-, Energietechnik-, Netzwerklabore, Filmstudio, VR, etc.

  2. Re: FH

    Autor: mike64 06.09.19 - 18:03

    FHs sind scheiße. Keine Kohle für irgendwas, weder für Hiwi Jobs, große Labore oder Forschungsprojekte. Viel zu verschult (Wer Klausur A nicht hat darf B nicht mitschreiben) etc. Das hat an der Uni keinen interessiert. Und wer ins Ausland will, darf dann zwischen Provinz-FHs in Finnland und Rumänien auswählen, weil der Lehrkörper an der FH mangels Forschungsnetzwerk (man war ja jahrelang weg) in der Hinsicht auch nix auf die Reihe kriegt.
    Und bitte nicht mit dem Argument der Praxisnähe kommen. Wer an an eine guten TU mit vielen Industriekooperationen studiert kann sich sicher nicht über Praxifremdheit beklagen (und endlossen Hiwi-Jobs in denen man auch was lernen kann und nebenbei Geld verdienen) . Von den Promotionshürden an der FH fange ich garnicht erst an. An einer Uni ist das fast ein Selbstläufer, wenn man sich beim Master nicht allzu blöd anstellt. Alles in allem gibts eigentlich nur noch zwei Gründe an eine FH zu gehen:
    1. Man is zu faul/bequem umzuziehen, und das einzige in der Nähe ist eine FH
    2. Man wurde nur an einer FH zugelassen

    Und ich muss das wissen, ich war an beiden Institutionen. Zuerst FH, dann noch Uni.
    Hätte ich noch mal die Wahl, ich würde gleich an eine Uni gehen.

  3. Re: FH

    Autor: tbHati 09.09.19 - 11:02

    mike64 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FHs sind scheiße. Keine Kohle für irgendwas, weder für Hiwi Jobs, große
    > Labore oder Forschungsprojekte. Viel zu verschult (Wer Klausur A nicht hat
    > darf B nicht mitschreiben) etc. Das hat an der Uni keinen interessiert. Und
    > wer ins Ausland will, darf dann zwischen Provinz-FHs in Finnland und
    > Rumänien auswählen, weil der Lehrkörper an der FH mangels
    > Forschungsnetzwerk (man war ja jahrelang weg) in der Hinsicht auch nix auf
    > die Reihe kriegt.
    > Und bitte nicht mit dem Argument der Praxisnähe kommen. Wer an an eine
    > guten TU mit vielen Industriekooperationen studiert kann sich sicher nicht
    > über Praxifremdheit beklagen (und endlossen Hiwi-Jobs in denen man auch was
    > lernen kann und nebenbei Geld verdienen) . Von den Promotionshürden an der
    > FH fange ich garnicht erst an. An einer Uni ist das fast ein Selbstläufer,
    > wenn man sich beim Master nicht allzu blöd anstellt. Alles in allem gibts
    > eigentlich nur noch zwei Gründe an eine FH zu gehen:
    > 1. Man is zu faul/bequem umzuziehen, und das einzige in der Nähe ist eine
    > FH
    > 2. Man wurde nur an einer FH zugelassen
    >
    > Und ich muss das wissen, ich war an beiden Institutionen. Zuerst FH, dann
    > noch Uni.
    > Hätte ich noch mal die Wahl, ich würde gleich an eine Uni gehen.


    Ich wusste garnicht, dass man inzwischen an einer Universität lernt den Verstand beiseite zu legen und Einzelerfahrungen zu nutzen, um Verallgemeinerungen zu publizieren.

    Wie kann man nur so einen Unfug schreiben, weil man selber an einer FH war die halt schlecht war?

  4. Re: FH

    Autor: mike64 09.09.19 - 12:30

    Ich war noch an einer der besseren FHs. Und das was ich schreibe ist kein Unfug, das ergibt sich einfach aus der Struktur der FHs. Ein FH-Professor ist einfach nur ein besserer Gymnasiallehrer. Hat kein Budget, kein Personal und keine Verantwortung für irgendwas. Ein Lehrstuhlinhaber an einer Uni hingegen ist eher der Manager eines kleinen Unternehmens, wenn man nach dem vorhanden Budget geht. Entsprechend ist auch das Niveau und die Ausstattung.
    Wer an eine FH geht legt sich eigentlich nur selber Steine in den Weg. Für die Promotion muss man sich bei der Uni wieder rechtfertigen, weil man ja nur von einer FH kommt (und dann noch Vorlesungen nachholen) und wird als zweitklassig abgstempelt.
    In der Industrie wird man als Uni-Absolvent besser bezahlt.
    Und selbst der deutsche Staat stuft FH-Absolventen als zweitklassig ein, was man an den unterschiedlichen Gehalts-Einstufungen sehen konnte (Diplom Uni vs Diplom FH bzw. höherer vs gehobener Dienst).
    Und die vielgerühmte Praxisnähe der FHs kann ich auch an der Uni haben. Was ist denn besser, FH Professoren, die keinerlei Drittmittel einwerben müssen, ihre ruhige Kugel schieben und ihr veraltetes Wissen weitergeben oder ein Uni-Professor, der ein Forschungsprojekt mit Industriepartnern hat und mehrere millionen Euro zur Verfügung hat mit denen man auch was reißen kann.

  5. Re: FH

    Autor: minnime 09.09.19 - 23:03

    Was ist denn besser wenn ich in der drögen Vorlesung Lineare Algebra 3, die mit IT genauso wenig zu tun hat wie Analysis 3 oder Stochastik 2, der Uni Professor, der müde den Stoff runter leiert auf den der keinen Bock hat und das am liebsten seinen Doktoranden machen lassen würde (so wie dieser auch schon die Abschlussarbeiten liest und bewertet) weil er in Gedanken bei der nächsten Sitzung mit dem Industriepartner, zur Einwerbung von Drittmitteln ist. Oder doch der FH-Professor der seine Studenten beim Namen kennt und Zeit hat sich mit seinem Fachgebiet zu beschäftigen weil er eben nicht ein kleines Unternehmen managen muss?

  6. Re: FH

    Autor: firstdeathmaker 10.09.19 - 09:56

    Langfristig ist es solider, Lineare Algebra 3, Analysis 3 und Stochastik 2 drauf zu haben als die aktuell hippe Programmiersprache beigebracht zu bekommen. Denn erstere veralten nicht so schnell und man kann die Kenntnisse immer wieder in neuen Sprachen verwenden.

    Es ist der Unterschied zwischen den Leuten, die "nur" 0815 Anwendersoftware zusammen stecken können und Leuten, die wirklich neue Algorithmen erfinden oder state-of-the-art in Frameworks bauen. Ich persönlich finde letzteres viel interessanter als Aufgabe, aber Geld kann man mit ersterem auch gut verdienen. Am Ende kommt es aber vor allem auf die einzelne Person an, bei Informatik sogar extrem stark, denn nur tiefes eigenes Interesse lässt einen wirklich gut werden. Das gilt für FH als auch UNI Absolventen gleichermaßen. Der Anspruch an der Uni ist halt mehr in Richtung eigenständige Forschung ausgelegt, nicht so sehr auf konkrete Berufspraxis. Das sollte man halt wissen. Und dann die richtige Entscheidung für sich selbst treffen.

  7. Re: FH

    Autor: spitfire2k 10.09.19 - 12:46

    mike64 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und selbst der deutsche Staat stuft FH-Absolventen als zweitklassig ein,
    > was man an den unterschiedlichen Gehalts-Einstufungen sehen konnte (Diplom
    > Uni vs Diplom FH bzw. höherer vs gehobener Dienst).

    Diese Unterscheidung findet aber auch nur bei den Diplom-Abschlüssen statt und hat auch mit der Dauer eines FH-Diplom-Studiums zu tun, dass nur 4 Jahre geht. Seit der Bologna-Reform kann man aber auch an einer FH den Master machen, der dann zumindest im öffentlichen Dienst genauso bezahlt wird wie ein Uni-Diplom oder ein Uni-Master.

  8. Re: FH

    Autor: minnime 11.09.19 - 10:40

    Ob tiefere Mathekenntnisse wirklich nachhaltiger sind sei dahingestellt, denn in der Praxis, wenn man 0815 Anwendersoftware zusammensteckt braucht man das nie. Zudem hat Wissen eine Halbwertszeit von etwa 6 Jahren komlizierte Sachen mit vielen Feinheiten, die vielleicht auch nicht so interessant sind, eher weniger. D.h. wenn man das dann nach 10 Jahren mal braucht ist nicht mehr viel davon vorhanden.

    Ich sage immer Ingenieure sind keine Wissenschaftler, sie sollen nicht forschen sondern umsetzen.
    Nun bildet die Universität aber Wissenschaftler zum Zwecke der Forschung aus. Es macht also nicht wirklich keinen Sinn an einer Universität Ingenieure auszubilden.

    Bei den Informatikern, die letzten Endes als Entwickler oder auch Architekten arbeiten, ist es ähnlich wie bei den Ingenieuren, wobei da der Forscheranteil noch höher ist vielleicht 10 bis 20 Prozent. Wenn man nun an einer Universität Informatik oder Ingenieurswissenschaft studiert, sollte man wissen worauf man sich einlässt. Man wird viel lernen, was man später nicht braucht und das was man braucht wird man nicht lernen. Wer von vornherein weiß dass er mal, in der Wirtschaft arbeiten und, mehr oder weniger, Entwickler werden möchte für den ist eine FH wohl die bessere Wahl.

  9. Re: FH

    Autor: mike64 12.09.19 - 20:46

    An der FH werden halt hauptsächlich Kochrezepte gelehrt. Wer sein Leben lang nur der ausführende Code-Monkey bleiben will ohne besondere Karriereambitionen, der kann ja an die FH gehen.

  10. Re: FH

    Autor: floxiii 13.09.19 - 06:19

    Da scheint es wirklich drastische Unterschiede zw. Österreich und Deutschland zu geben, denn mir ist hier keine einschlägige FH bekannt, wo man Software "zusammensteckt" bzw. zu einem "Code-Monkey" wird. Das war eher auf der Uni so, wo man zu einem Prof.-Monkey dressiert wurde.

    Vielmehr haben einige mir bekannte Unis den Anschluss aufgrund völlig veralteter Unterrichtsmethoden, NULL Ausstattung (ergo auch kaum Forschung abseits von "neue Algorithmen erfinden" und das mag auch nicht so recht klappen, man ist ja nur ein halber Mathematiker), größtenteils unmotivierter Professoren (Unterricht = verhasste Pflicht; viele haben außerdem noch nie wirklich außerhalb einer Uni gearbeitet), Drop-Out Prüfungen (Uni = Hochschulreife; FH = Hochschulreife + zusätzliches Aufnahmeverfahren, man muss also keine "überzähligen" Studenten los werden), ... in diesem Bereich längst verloren.

  11. Re: FH

    Autor: mike64 13.09.19 - 08:14

    Meiner Meinung nach ist Modellbildung und Abstraktionsfähigkeit wesentlich wichtiger als 20 Tools und Programmiersprachen im Studium zu lernen, die vielleicht gerade in der Industrie relevant sind und das dann als Praxisnähe zu verkaufen.

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