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Beispiel Jura

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  1. Beispiel Jura

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 14:11

    Es beginnen inzwischen mehr Frauen ein Jurastudium, als Männer. Diese haben im Durchschnitt auch bessere Abinoten. Die Examensergebnisse sind bei den Männern im Durchschnitt dennoch auffällig besser. Sämtliche Examensklausuren werden mit Chiffre beschriftet und mehrfach und pseudonymisiert korrigiert, diese Korrekturen sind bei sachlichen Fehlern auch juristisch angreifbar, was angehende Juristen, aufgrund der hohen Bedeutung einer guten Examensnote, regelmäßig auch tun. Es ist eine Prüfung, bei der man sich somit größte Mühe gibt, pseudonymisiert und bestmöglich objektiv und fehlerfrei zu benoten.

    Und "trotzdem" gibt es diesen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Meine Theorie ist dabei nicht, dass Frauen schlechtere Juristen sind. Sondern, dass junge Frauen am Gymnasium, durch überschiessende Vorsätze der Pädagogen die Mädchen zu fördern und dazu wohlwollend zu bewerten, nicht an ihr Maximum gehen mussten bzw gewohnt waren, mit weniger trotzdem gute und sehr gute Zensuren zu erhalten. Durch das 1er Abi eingelullt fangen sie dann Jura ein, eine Ausbildung die einem Dauerlauf gleicht und extrem viel Eigenverantwortung abverlangt (nicht bolognsisiert, bis zur Zwischenprüfung, spätestens im 6. Semester, kann an den meisten Unis auch erstmal Urlaub gemacht werden, keine Anwesenheitspflicht, pure Freiheit). Wenn man da irgendwann schludert schafft man den Anschluss einfach nicht mehr.

    Im Examen muss dann alles gleichzeitig sitzen, vom Erstsemesterstoff bis zum letzten Semester. Gleich, binnen 1-2 Klausurwochen abgerufen. Da macht sich jeder Schlendrian in früheren Semestern bemerkbar.

    Und ich behaupte, das wohlmeinende fördern und in Watte packen verursacht das. Die Leistungsgesellschaft ist Kampf und Verdrängung, nicht Förderung und Rücksicht. Und daher bringen diese gut gemeinten Ansätze auch nichts bzgl Anteil der erfolgreichen Frauen in vielen Berufen oder auch Führungsetagen.

    Frauen können nicht weniger als Männer. Und genau deswegen brauchen sie auch kein Pampern und Girls Day, sondern sie müssen sich genauso durchsetzen und _dabei_ kann man gerne helfen.

  2. Re: Beispiel Jura

    Autor: zilti 05.03.18 - 15:21

    Bingo, 100 Punkte!

  3. Re: Beispiel Jura

    Autor: FreierLukas 05.03.18 - 16:38

    Sich beruflich durch haufenweise Daten zu graben ist genau der Aufgabenbereich von dem ich ganz weit Abstand halten würde. Das ist Maschinenterritorium. Ich vermute die Kerle haben das schon eher realisiert weil sie den technischen Fortschritt mehr beobachten als Frauen und wählen deshalb lieber andere Studiengänge. [de.wikipedia.org]



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.18 16:43 durch FreierLukas.

  4. Re: Beispiel Jura

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 17:21

    Du hast eine kuriose Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Juristen.

  5. Re: Beispiel Jura

    Autor: mnementh 05.03.18 - 18:03

    Hackfleisch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ich behaupte, das wohlmeinende fördern und in Watte packen verursacht
    > das. Die Leistungsgesellschaft ist Kampf und Verdrängung, nicht Förderung
    > und Rücksicht. Und daher bringen diese gut gemeinten Ansätze auch nichts
    > bzgl Anteil der erfolgreichen Frauen in vielen Berufen oder auch
    > Führungsetagen.
    >
    Ich frage mich als Mann, ob das wirklich sein muss mit Kampf und Verdrängung. Andererseits bin ich ja auch nicht karrieregeil.

    > Frauen können nicht weniger als Männer. Und genau deswegen brauchen sie
    > auch kein Pampern und Girls Day, sondern sie müssen sich genauso
    > durchsetzen und _dabei_ kann man gerne helfen.
    Hmm, schwierig. Ich bin dafür Nachteile die die Gesellschaft gegenüber Frauen aufbaut auszugleichen. Es ist aber an dieser Stelle schwer für mich gesellschaftliche Benachteiligungen von geschlechtsspezifischen Vorlieben zu unterscheiden. Mehr Forschung ist da sicher nicht falsch. Ich habe auch nichts gegen einen Girls Day (das ist kein Pampern in meinen Augen sondern ein zielgruppenspezifisches Informationsangebot). Pampern dagegen ist schlecht. Natürlich ist auch Vitamin B pampern. Ich bin da grundsätzlich dagegen, nicht nur bei Frauen.

  6. Re: Beispiel Jura

    Autor: ternot 05.03.18 - 18:07

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hackfleisch schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und ich behaupte, das wohlmeinende fördern und in Watte packen
    > verursacht
    > > das. Die Leistungsgesellschaft ist Kampf und Verdrängung, nicht
    > Förderung
    > > und Rücksicht. Und daher bringen diese gut gemeinten Ansätze auch nichts
    > > bzgl Anteil der erfolgreichen Frauen in vielen Berufen oder auch
    > > Führungsetagen.
    > >
    > Ich frage mich als Mann, ob das wirklich sein muss mit Kampf und
    > Verdrängung. Andererseits bin ich ja auch nicht karrieregeil.
    >
    > > Frauen können nicht weniger als Männer. Und genau deswegen brauchen sie
    > > auch kein Pampern und Girls Day, sondern sie müssen sich genauso
    > > durchsetzen und _dabei_ kann man gerne helfen.
    > Hmm, schwierig. Ich bin dafür Nachteile die die Gesellschaft gegenüber
    > Frauen aufbaut auszugleichen. Es ist aber an dieser Stelle schwer für mich
    > gesellschaftliche Benachteiligungen von geschlechtsspezifischen Vorlieben
    > zu unterscheiden. Mehr Forschung ist da sicher nicht falsch. Ich habe auch
    > nichts gegen einen Girls Day (das ist kein Pampern in meinen Augen sondern
    > ein zielgruppenspezifisches Informationsangebot). Pampern dagegen ist
    > schlecht. Natürlich ist auch Vitamin B pampern. Ich bin da grundsätzlich
    > dagegen, nicht nur bei Frauen.


    Wieso gibt es keinen Boys Day?

  7. Re: Beispiel Jura

    Autor: derdiedas 05.03.18 - 18:09

    Jura ist geschlechtsneutral - Nerd - Sprich MINT Studiengänge sind es nicht.

  8. Re: Beispiel Jura

    Autor: mnementh 05.03.18 - 18:10

    ternot schrieb:
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    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
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    > > Hackfleisch schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
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    > > > Und ich behaupte, das wohlmeinende fördern und in Watte packen
    > > verursacht
    > > > das. Die Leistungsgesellschaft ist Kampf und Verdrängung, nicht
    > > Förderung
    > > > und Rücksicht. Und daher bringen diese gut gemeinten Ansätze auch
    > nichts
    > > > bzgl Anteil der erfolgreichen Frauen in vielen Berufen oder auch
    > > > Führungsetagen.
    > > >
    > > Ich frage mich als Mann, ob das wirklich sein muss mit Kampf und
    > > Verdrängung. Andererseits bin ich ja auch nicht karrieregeil.
    > >
    > > > Frauen können nicht weniger als Männer. Und genau deswegen brauchen
    > sie
    > > > auch kein Pampern und Girls Day, sondern sie müssen sich genauso
    > > > durchsetzen und _dabei_ kann man gerne helfen.
    > > Hmm, schwierig. Ich bin dafür Nachteile die die Gesellschaft gegenüber
    > > Frauen aufbaut auszugleichen. Es ist aber an dieser Stelle schwer für
    > mich
    > > gesellschaftliche Benachteiligungen von geschlechtsspezifischen
    > Vorlieben
    > > zu unterscheiden. Mehr Forschung ist da sicher nicht falsch. Ich habe
    > auch
    > > nichts gegen einen Girls Day (das ist kein Pampern in meinen Augen
    > sondern
    > > ein zielgruppenspezifisches Informationsangebot). Pampern dagegen ist
    > > schlecht. Natürlich ist auch Vitamin B pampern. Ich bin da grundsätzlich
    > > dagegen, nicht nur bei Frauen.
    >
    > Wieso gibt es keinen Boys Day?
    Nicht genug Interesse? Versuch doch einen zu starten, wenn Du genug Elan dafür hast. Mir persönlich ist es so wumpe.

  9. Re: Beispiel Jura

    Autor: ternot 05.03.18 - 18:11

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jura ist geschlechtsneutral - Nerd - Sprich MINT Studiengänge sind es
    > nicht.

    Ha. Dass ich nicht lache. Lass es mal ums Sorgerecht gehen, dann weißt du wie neutral Justitia ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.18 18:11 durch ternot.

  10. Re: Beispiel Jura

    Autor: Teeklee 05.03.18 - 18:23

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht genug Interesse? Versuch doch einen zu starten, wenn Du genug Elan
    > dafür hast. Mir persönlich ist es so wumpe.

    Naja der Girls day wird von den Schulen unterstützt... Der Tag ist immer an einem Schultag und die Teilnehmer müssen an den Tag nicht zu Schule gehen. Da wirst du mit einem selbst ins Leben gerufenen Tag nicht weit kommen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.18 18:24 durch Teeklee.

  11. Re: Beispiel Jura

    Autor: count 05.03.18 - 18:35

    Hackfleisch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es beginnen inzwischen mehr Frauen ein Jurastudium, als Männer. Diese haben
    > im Durchschnitt auch bessere Abinoten. Die Examensergebnisse sind bei den
    > Männern im Durchschnitt dennoch auffällig besser.

    Das könnte z.T. daran liegen, daß lt. Untersuchungen Jungen bei gleichen Leistungen schlechtere Zensuren als Mädchen bekommen. Im Fach Jura, wo es meines Wissens keinen NC gibt, spielt das keine große Rolle. Im Fach Medizin jedoch sehr- das studieren auch mehr Frauen als Männer.

    Ich bin absolut für Gleichberechtigung, aber viele Forderungen des aktuellen Feminismus gehen leider mehr in Sachen Cherrypicking. Egal, wofür man sich selber entscheidet in Sachen Beruf, Partnerschaft oder sonstwas, wenn die eigene Entscheidung negative Konsequenzen für die Frau hat (z.B. durch die bewußte Wahl eines schlecht bezahlten Berufes), muß die Gesellschaft diese Nachteile ausgleichen. Da muß der Beruf eben so gut bezahlt werden wie man es sich wünscht. Ansonsten ist das sexistisch und frauenfeindlich. Daß die Männer im selben Beruf auch nicht besser verdienen, ist egal. Frauen dürfen zur Bundeswehr? Na klar, aber nur, wenn sie wollen. Wehrpflicht für Frauen darf es nicht geben. Und immer so weiter.

    Ganz surreal wird es, wenn so getan wird, als liege es nur an der männerdominierten Gesellschaft, daß man um höhere bzw. besondere Jobs kämpfen muß. So wie im berühmten Interview von Cathy Newman (Moderatorin im britischen Channel 4). in dem sie Jordan Petersen fragte, warum sie denn kämpfen mußte, um ihren Job zu bekommen. Impliziert war natürlich, daß das nur an den Männern liegt, hätten Frauen das sagen, wäre das nicht notwendig.

    Klar, außer Anne Will und Sandra Maischberger gibt bestimmt keine Journalisten in Deutschland, die gerne eine politische Talkshow im Fernsehen moderieren würden. NOT! Aber in einer frauendominierten Welt würden die sich alle friedlich zusammensetzen, und alle wären ganz ohne Kampf, Eifersucht und Neid der Meinung, daß sie alle zurückstecken und die Anne Will den Job machen soll. Weil sie so eine nette ist. Wer soll so einen Scheiß denn bitte glauben? Die würden sich genauso um die Posten streiten, wie es derzeit schon passiert! Aber dass das passiert, liegt natürlich nur an den Männern, klar...

  12. Re: Beispiel Jura

    Autor: mnementh 05.03.18 - 18:42

    Teeklee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nicht genug Interesse? Versuch doch einen zu starten, wenn Du genug Elan
    > > dafür hast. Mir persönlich ist es so wumpe.
    >
    > Naja der Girls day wird von den Schulen unterstützt... Der Tag ist immer an
    > einem Schultag und die Teilnehmer müssen an den Tag nicht zu Schule gehen.
    > Da wirst du mit einem selbst ins Leben gerufenen Tag nicht weit kommen.
    Auch der Girls Day hat klein angefangen. Du musst Dich nur entsprechend reinhängen und Lobbyarbeit machen. Das meine ich mit Interesse. Mir fehlt dazu eindeutig das Interesse. Und wenn das den meisten anderen ebenso geht, dann hast Du Deine Antwort wieso es keinen Boys Day gibt.

  13. Re: Beispiel Jura

    Autor: Teeklee 05.03.18 - 19:07

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Teeklee schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > mnementh schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Nicht genug Interesse? Versuch doch einen zu starten, wenn Du genug
    > Elan
    > > > dafür hast. Mir persönlich ist es so wumpe.
    > >
    > > Naja der Girls day wird von den Schulen unterstützt... Der Tag ist immer
    > an
    > > einem Schultag und die Teilnehmer müssen an den Tag nicht zu Schule
    > gehen.
    > > Da wirst du mit einem selbst ins Leben gerufenen Tag nicht weit kommen.
    > Auch der Girls Day hat klein angefangen. Du musst Dich nur entsprechend
    > reinhängen und Lobbyarbeit machen. Das meine ich mit Interesse. Mir fehlt
    > dazu eindeutig das Interesse. Und wenn das den meisten anderen ebenso geht,
    > dann hast Du Deine Antwort wieso es keinen Boys Day gibt.

    Ok ich habe ein wenig nachgelesen... Es gibt sogar einen boys day, der am selben Tag wie der girls day ist. Dieser wurde aber erst nach Protesten von Schülern, gestartet, die es ungerecht fanden, dass sie keinen solchen Tag hatten.

    Aber anscheinend halten den boys day viele für unnötig, da man ja Zivildienst machen kann...

  14. Re: Beispiel Jura

    Autor: zilti 05.03.18 - 19:43

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hmm, schwierig. Ich bin dafür Nachteile die die Gesellschaft gegenüber
    > Frauen aufbaut auszugleichen.

    Lieber noch mehr Mauern bauen anstatt diejenigen, die existieren, abzubauen?

  15. Re: Beispiel Jura

    Autor: FreierLukas 05.03.18 - 21:20

    Der Arbeitsalltag eines Menschen hat sehr wenig mit der effizientesten Art und Weise zu tun wie man die Probleme mit einer Machine lösen würde. Die meisten Menschen denken "Was ich tue kann eine Machine niemals tun" Stimmt, eine Maschine trinkt kein Kaffee. Sie braucht es aber auch nicht.

    Bevor Autos am Band aus Modulen zusammengeschweißt wurden hat man sie quasi in einem Stück gefertigt. Ein hochqualifizierter Arbeiter kannte jeden Handgriff und hunderte verschiedene Montageschritte um ein Auto zu bauen. Es war absolut unmöglich diese komplexe Aufgabe eine Maschine machen zu lassen. Tjoa, der Rest ist Geschichte. Jede Maschine macht nur einen kleinen Handgriff dafür gibt es tausende verschiedene Maschinen an einem Band.

    Recht und Unrecht auf Basis von Daten zu unterscheiden ist kein Hexenwerk. Das ist genau der Bereich indem Computer glänzen. Das gleiche gilt für Steuern.

  16. Re: Beispiel Jura

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 22:29

    FreierLukas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Arbeitsalltag eines Menschen hat sehr wenig mit der effizientesten Art
    > und Weise zu tun wie man die Probleme mit einer Machine lösen würde. Die
    > meisten Menschen denken "Was ich tue kann eine Machine niemals tun" Stimmt,
    > eine Maschine trinkt kein Kaffee. Sie braucht es aber auch nicht.
    >
    > Bevor Autos am Band aus Modulen zusammengeschweißt wurden hat man sie quasi
    > in einem Stück gefertigt. Ein hochqualifizierter Arbeiter kannte jeden
    > Handgriff und hunderte verschiedene Montageschritte um ein Auto zu bauen.
    > Es war absolut unmöglich diese komplexe Aufgabe eine Maschine machen zu
    > lassen. Tjoa, der Rest ist Geschichte. Jede Maschine macht nur einen
    > kleinen Handgriff dafür gibt es tausende verschiedene Maschinen an einem
    > Band.
    >
    > Recht und Unrecht auf Basis von Daten zu unterscheiden ist kein Hexenwerk.
    > Das ist genau der Bereich indem Computer glänzen. Das gleiche gilt für
    > Steuern.

    Wie gesagt, du hast kuriose Vorstellungen. Recherche braucht's bei uns nicht, ich kenne schon diese legal tech Artikel aus US Sicht. Dort ist die Recherche nach Präzedenzfällen das, was gute von schlechten Juristen unterscheidet. Wir haben keine Präzedenzfälle, sondern Gesetze (Common Law Vs Civil Law) und schon seit vordigitaler Zeit Kommentare, die alle Rechtsquellen mit Querverweisen bündeln und die einfache Subsumtion überflüssig machen. Das muss keine K. I. mehr übernehmen weil es schon jetzt in der Praxis kein Mensch mehr macht.

    Das ganze ist mit Juris, Beck Online und Co auch alles längst online und vernetzt. Das, was die Arbeit des Juristen ausmacht, ist die Suche des Vorteils des Mandanten inmitten der zweifelsfreien Sachverhalte. Sozusagen das, wovon man erst genau weiss, was es ist, wenn man es gefunden hat. Nenn es professionelle Intuition.

    Keine der derzeit kursierenden Studien sieht für lawyer/Anwälte nennenswerte Gefahr durch Digitalisierung. Dein Link unterstreicht das übrigens.
    'Als Langzeiteffekt verspricht man sich hiervon, breiteren Schichten von Verbrauchern und Kleinunternehmern einen durchgängig bezahlbaren Zugang zu Rechtsbeistand zu verschaffen." (siehe oben).

    Der transformierende Effekt heißt nicht, der juristische Markt behält die selbe Nachfrage, die nur immer mehr von K. I. bedient wird. Er besagt, dass durch K. I. juristische Dienstleistungen erst so effizient werden (Handarbeit Vs Massenproduktion sozusagen, bei einfachst gelagerten Fällen), dass sie überhaupt Nachfrage bekommen.

    Ein erstes Beispiel dafür, da besonders geeignet, sind Fluggastrechte legal techs. Die Fluggastrechte bei Verspätung (Entschädigungen) sind genau gesetzlich und pauschal festgelegt, die Bedingungen auch. Die Daten zu Flugbewegungen sind allesamt digital erfasst. Was die machen ist diese eh vorhandenen Daten auf mögliche Ansprüche automatisch zu prüfen und dann halbautomatisch an die Airline zu stellen (die IT bereitet alles vor, ein Jurist im Haus schaut drüber, dann geht's zur Airline). Dafür kassiert der Anbieter eine prozentualen Provision. Der Passagier/Mandant hat fast null Aufwand und Null Risiko, kann nur gewinnen.

    Sofern es nicht vor Gericht geht der Anbieter ebenso und dazu relativ garantierte Erträge und Erfolgsfälle, dank der simplen Rechtslage.

    Und erst dadurch können Fluggäste das nun massenhaft überhaupt in Anspruch nehmen, früher ging keiner deswegen extra zu einem lokalen Anwaltsbüro und Kostenrisiko usw., Millionenfach haben Fluggäste mögliche Ansprüche gegen Airlines verfallen lassen, weil diese vergleichsweise simplen, aber vergleichsweise geringwertigen, Fälle für klassische Anwaltsarbeit einfach zu sehr "Pipifax" waren.

    Diese IT ist noch vergleichsweise primitiv, mit dem Fortschritt werden auch komplexere Geschäftsmodelle möglich sein.

    Am Ende wird der juristische Markt massiv an Umsatz zulegen und die Tätigkeit des einzelnen Juristen eher noch wichtiger und aufgewertet, da von Routine entschlackt. Der einzelnen Jurist arbeitet somit produktiver und kann somit für den einzelnen Mandanten billiger sein und trotzdem mehr Umsatz machen.

    So wird ein Schuh draus. Deine Vorstellung, bald braucht keiner mehr Juristen, zeugt schlicht von Unkenntnis und "ich habe da mal was gelesen".

    Steuerberater übrigens dito. Ein Großteil der Arbeitnehmer verschenkt mögliche Rückerstattungen weil ihnen der Steuerberater zu teuer ist, die Steuerprogramme auch noch zu kompliziert sind und sie überdies eh nichts mehr hassen als so "Formkram".

    Bisher ein Dilemma, da eigentlich prädestiniert für eine Dienstleistung ("wir nehmen ihnen alles ab, sie müssen sich mit nichts befassen"), aber relativ teuer und daher für die Krankenschwester nicht wirklich lohnend.

    Höhere Produktivität dank K. I. könnte Steuerberater massiv verbilligen, mehr Bürger kommen in den Genuss von Steueroptimierung und der Gesamtmarkt der Dienstleistung wächst sogar.

    Ähnlich ist es in sehr vielen Bereichen. Darum sprechen wir von der Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft.


    Lass mich raten, du bist ITler und warst jetzt total schadenfroh, weil du dich in zukun für unentbehrlich hälst, während alle anderen ihre Jobs verlieren?

    Ich sag mal so, wenn etwas für Maschinen prädestiniert ist, dann Maschinencode, wozu noch einen Interpreter für Mensch/Maschine, wenn Computer sich selbst perfektionieren können, 24h, vernetzt, unbegrenzt?

    Ich hab Informatik studiert, dann in die Juristerei gewechselt. Weil's mir schlicht mehr Spaß macht und man die meiste Zeit mit anderen Menschen zu tun hat und denen durchaus oft helfen kann, das befriedigt und ist etwas, das auch keine K. I. je abnehmen wird, Beratung, Einfühlung, Überzeugung, Unterstützung, auch mal Trost...

  17. Re: Beispiel Jura

    Autor: Clown 06.03.18 - 08:37

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [...]Nachteile die die Gesellschaft gegenüber
    > Frauen aufbaut[...]

    Magst Du die mal benennen? Würde der Diskussion sicherlich hilfreich sein.

    Konfuzius sagt: Chinesisches Essen heißt in China einfach nur Essen.

  18. Re: Beispiel Jura

    Autor: ibsi 06.03.18 - 12:38

    Gab es. So weit ich weiß gab es nach dem Girls Day irgendwann den Boys Day. Heute heißt das AFAIK überall Zukunftstag und ist das gleiche wie früher, nur ohne Diskriminierung.

  19. Re: Beispiel Jura

    Autor: a user 06.03.18 - 15:49

    Hackfleisch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es beginnen inzwischen mehr Frauen ein Jurastudium, als Männer. Diese haben
    > im Durchschnitt auch bessere Abinoten. Die Examensergebnisse sind bei den
    > Männern im Durchschnitt dennoch auffällig besser. Sämtliche
    > Examensklausuren werden mit Chiffre beschriftet und mehrfach und
    > pseudonymisiert korrigiert, diese Korrekturen sind bei sachlichen Fehlern
    > auch juristisch angreifbar, was angehende Juristen, aufgrund der hohen
    > Bedeutung einer guten Examensnote, regelmäßig auch tun. Es ist eine
    > Prüfung, bei der man sich somit größte Mühe gibt, pseudonymisiert und
    > bestmöglich objektiv und fehlerfrei zu benoten.
    >
    > Und "trotzdem" gibt es diesen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Meine
    > Theorie ist dabei nicht, dass Frauen schlechtere Juristen sind. Sondern,
    > dass junge Frauen am Gymnasium, durch überschiessende Vorsätze der
    > Pädagogen die Mädchen zu fördern und dazu wohlwollend zu bewerten, nicht an
    > ihr Maximum gehen mussten bzw gewohnt waren, mit weniger trotzdem gute und
    > sehr gute Zensuren zu erhalten. Durch das 1er Abi eingelullt fangen sie
    > dann Jura ein, eine Ausbildung die einem Dauerlauf gleicht und extrem viel
    > Eigenverantwortung abverlangt (nicht bolognsisiert, bis zur
    > Zwischenprüfung, spätestens im 6. Semester, kann an den meisten Unis auch
    > erstmal Urlaub gemacht werden, keine Anwesenheitspflicht, pure Freiheit).
    > Wenn man da irgendwann schludert schafft man den Anschluss einfach nicht
    > mehr.
    >
    > Im Examen muss dann alles gleichzeitig sitzen, vom Erstsemesterstoff bis
    > zum letzten Semester. Gleich, binnen 1-2 Klausurwochen abgerufen. Da macht
    > sich jeder Schlendrian in früheren Semestern bemerkbar.
    >
    > Und ich behaupte, das wohlmeinende fördern und in Watte packen verursacht
    > das. Die Leistungsgesellschaft ist Kampf und Verdrängung, nicht Förderung
    > und Rücksicht. Und daher bringen diese gut gemeinten Ansätze auch nichts
    > bzgl Anteil der erfolgreichen Frauen in vielen Berufen oder auch
    > Führungsetagen.
    >
    > Frauen können nicht weniger als Männer. Und genau deswegen brauchen sie
    > auch kein Pampern und Girls Day, sondern sie müssen sich genauso
    > durchsetzen und _dabei_ kann man gerne helfen.

    Deine ganze Theorie hat nur einen Haken: Jura ist nicht gerade ein intellektuell herausforderndes Studium. Es benötigt viel fleiß und Eier sich gegen die intriganten Ellenbogen der Mitstudenten durchzusetzten, aber das war's auch. Vom Inteligenzanspruch rangiert es bei den Geistewissenschaften.

    Der einzige Grund für einen Numerus Clausus bei Jura sind die hohen Zahlen von Bewerbern.

  20. Re: Beispiel Jura

    Autor: dermamuschka 06.03.18 - 16:49

    ternot schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > derdiedas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Jura ist geschlechtsneutral - Nerd - Sprich MINT Studiengänge sind es
    > > nicht.
    >
    > Ha. Dass ich nicht lache. Lass es mal ums Sorgerecht gehen, dann weißt du
    > wie neutral Justitia ist.

    Lern mal den Unterschied zwischen dem Studiengang Jura und der geltenden Rechtssprechung. Das eine ist eine Profession, das andere beruht auf teilweise antiquitierten Gesetztexten. Nur weil man sich als Jurist mit den Gesetzen beschäftigt, ist das noch lange nicht das gleiche.

    Als würdest du nen Informatiker im Studium für windows Vista verhöhnen

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