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Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

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  1. Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 17.02.16 - 00:35

    Zitat aus dem Artikel:
    Mediziner beschreiben Asperger als eine Störung der sozialen Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung. Wer Asperger hat, der kommuniziert vor allem informationsbezogen:

    Ich als mittel-schwerer Aspi muss da fast Kotzen wenn ich das lese. Klar wir haben eine Störung. Mit uns ist was nicht in Ordnung?! Weil 99% den Tag damit verbringen sich über Nichtigkeiten zu unterhalten, sind Leute die vorwiegend Sachbezogen kommunizieren gestört.

    Habt ihr euch vielleicht mal Gedanken darüber gemacht ob Smalltalk an sich nicht eine Störung ist? Es erfüllt keinen nützlichen Zweck, verbraucht Energie und Zeit. Mit Aspis kann man i.d.R. stundenlang über Sachthemen diskutieren. Aber halt nur wenn man schritthalten kann und nicht irgendwelchen Alltagskäse der keinen interessiert einrührt. Denn dann hat der Apsi keinen Bock mehr weiterzureden - weil sinnfrei. Wer hat nun eigentlich das Problem? Der Aspi der den klaren Gedanken hat oder der, der ihm nicht folgen kann weil er offensichtlich kognitiv zu langsam ist.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)

  2. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: blizzy 17.02.16 - 01:34

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch genug Leute, die sich nicht nur über Sachthemen unterhalten wollen. Wer von beiden die Störung hat, wage ich nicht zu beurteilen.

  3. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: motzerator 17.02.16 - 01:58

    blizzy schrieb:
    -------------------------
    > Auf der anderen Seite gibt es aber auch genug Leute, die sich
    > nicht nur über Sachthemen unterhalten wollen. Wer von beiden
    > die Störung hat, wage ich nicht zu beurteilen.

    Wie wäre es mit dem Ansatz, das es sich bei beiden Seiten um
    ganz normale Varianten typisch menschliches Verhalten handelt?

    Das jedenfalls ist das Konzept der Neurodiversität.

  4. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Atzeonacid 17.02.16 - 07:08

    Danke dafür. Der Post des TE liest sich leider schon fast arrogant. Nur weil Smalltalk aus Deiner Sicht keinen tieferen Sinn aufweist, muss das nicht für alle Menschen gelten.
    Von einer “Störung“ würde ich in keinem Fall reden. Da Du aber mit Sicherheit auch Verständnis für Dein Verhalten erwartest, solltest Du das aber auch gegenüber Deinen “geselligeren“ Mitmenschen haben...

  5. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Anonymer Nutzer 17.02.16 - 08:49

    DerVorhangZuUndAlleFragenOffen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habt ihr euch vielleicht mal Gedanken darüber gemacht ob Smalltalk an sich
    > nicht eine Störung ist? Es erfüllt keinen nützlichen Zweck, verbraucht
    > Energie und Zeit.

    Natürlich hat Smalltalk einen Zweck. Den erkennst Du vielleicht nur nicht, weil Dir abseits von Sachthemen Kommunikation als per se nutzlos erscheint. Sie hat aber noch andere Funktionen, wie z.B. das Aufbauen von persönlichen Bindungen zu anderen Menschen. Das Versammeln um ein Lagerfeuer, auch wenn dieses heute oft nur noch eine Kaffeemaschine ist. Mit Menschen zu reden, mit denen man einen beträchtlichen Teil seines Lebens verbringt, kann auch dann sinnvoll sein, wenn das Gesagte nebensächlich ist.

    Und außerdem: wer bestimmt denn, was relevante Gesprächsthemen sind? Und warum sollten Menschen miteinander reden, wenn sie wissen, dass weder das Thema eine Relevanz hat noch das Reden als Aktivität sinnvoll ist?

  6. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 17.02.16 - 09:43

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DerVorhangZuUndAlleFragenOffen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Habt ihr euch vielleicht mal Gedanken darüber gemacht ob Smalltalk an
    > sich
    > > nicht eine Störung ist? Es erfüllt keinen nützlichen Zweck, verbraucht
    > > Energie und Zeit.
    >
    > Natürlich hat Smalltalk einen Zweck. Den erkennst Du vielleicht nur nicht,
    > weil Dir abseits von Sachthemen Kommunikation als per se nutzlos erscheint.
    > Sie hat aber noch andere Funktionen, wie z.B. das Aufbauen von persönlichen
    > Bindungen zu anderen Menschen. Das Versammeln um ein Lagerfeuer, auch wenn
    > dieses heute oft nur noch eine Kaffeemaschine ist. Mit Menschen zu reden,
    > mit denen man einen beträchtlichen Teil seines Lebens verbringt, kann auch
    > dann sinnvoll sein, wenn das Gesagte nebensächlich ist.
    >
    > Und außerdem: wer bestimmt denn, was relevante Gesprächsthemen sind? Und
    > warum sollten Menschen miteinander reden, wenn sie wissen, dass weder das
    > Thema eine Relevanz hat noch das Reden als Aktivität sinnvoll ist?

    Damit hast du bestimmt recht. Ich wehre mich nur dagegen wenn man uns immer eine Störung unterschieben will. Ich denke das ist ein Teil des Problems. Andere denken oft wir wären krank. Aber wir haben halt einfach nur andere Neigungen. Weil man als Aspi früher oder später Probleme bekommt, wird man zwangsweise sehr vorsichtig, teilweise evtl. sogar phlegmatisch. Aber ich denke das kommt nicht durch den Aspi sondern dadurch das die Menschen drum-herum anders ticken und das dann durch uns durch Ablehnung dahin bringen.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)

  7. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Lapje 17.02.16 - 11:08

    > Ich als mittel-schwerer Aspi muss da fast Kotzen wenn ich das lese. Klar
    > wir haben eine Störung.

    Ich finde es auch immer falsch von einer Störung zu reden. Asperger haben eine andere Persönlichkeit, welche eben auf andere Dinge ausgeprägt ist als bei vielen anderen Menschen. Fertig.

    Bei der Sache mit dem Smalltalk bin ich völlig bei Dir. Ich hasse es mich über belanglose Dinge unerhalten zu müssen, ich muss auch nicht immer reden. Ich kann stundenlang zuhören, wenn andere Menschen etwas interessantes zu erzählen haben. Aber warum muss ich mich über das Wetter unterhalten?

    Ich erinnere mich an ein Referat über Trisomie 21 (umgangssprachlich Down-Syndrom), welches ich im Bio-LK gehalten habe. Nachdem ich einige Zeit vor allem über das sehr ausgepräkte Sozialverhalten dieser Menschen gesprochen habe, habe ich das Referat mit der Frage geschlossen, wer hier jetzt eigentlich "behindert" ist.

    Die gleiche Frage kann ich hier stellen. Natürlich, bei mancen Aspis ist es mit der Ironie z.B. schwierig, wenn man ihnen sagt, dass um 6 hier die Bordsteine hochgeklappt werden, kann es sein das jemand um 6 draußen steht und das sehen will. Aber es ist eben nicht bei allen so.

    Ich bin kein Asperger, und ich hasse Smalltalk...

  8. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Lapje 17.02.16 - 11:14

    Atzeonacid schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Danke dafür. Der Post des TE liest sich leider schon fast arrogant.

    Nein, ist er nicht. Versuche Sich mal einige Zeit aus solchen Dingen rauszuhalten - dann kannst Du die Zeit zählen, bis Du scheif angeschaut wirst. Und er hat vollkommen recht. Ich kann mich an eine Situation erinnern, als ich mir eine Hose gekauft habe und mich danach mit Freundin und anderen zum Essen getroffen habe. was die alles über einen einfachen Hosenkauf wissen wollte. Dabei hätte es reichen sollen, wenn ich sage, dass ich eine gefunden habe, die mir passt. Wann, wo, wie, warum, wieviel usw hat die doch nicht zu interessieren. Dann muss man sich aber anhören, dass man sich nicht alles aus der Nase ziehen lassen soll. Soviel dazu.

    > Nur weil Smalltalk aus Deiner Sicht keinen tieferen Sinn aufweist, muss das
    > nicht für alle Menschen gelten.

    Nein, aber andere Menschen haben gefälligst zu akzeptieren, dass andere eben so etwas nicht mögen und ihre blöden Kommentare dazu sein zu lassen haben. ich schaue ja auch nicht jemanden schief an weil er keinen Tee möchte.

    > Von einer “Störung“ würde ich in keinem Fall reden. Da Du aber
    > mit Sicherheit auch Verständnis für Dein Verhalten erwartest, solltest Du
    > das aber auch gegenüber Deinen “geselligeren“ Mitmenschen
    > haben...

    Du bringst Ursache und Wirkung durcheinander: Wenn die Mitmenschen endlich mal aufhören würden, Smalltalk als so wichtig anzusehen, dann würden sich solche Kommentare wie vom TE sicherlich erübrigen.

  9. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: der_wahre_hannes 17.02.16 - 11:18

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du bringst Ursache und Wirkung durcheinander: Wenn die Mitmenschen endlich
    > mal aufhören würden, Smalltalk als so wichtig anzusehen, dann würden sich
    > solche Kommentare wie vom TE sicherlich erübrigen.

    Und warum sollten sie damit aufhören? Wenn es für die Mitmenschen wichtig ist, wer bist du denn dann, dass du verlangst, alle anderen sollen sich gefälligst nach dir richten?

  10. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Lapje 17.02.16 - 11:19

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Natürlich hat Smalltalk einen Zweck. Den erkennst Du vielleicht nur nicht,
    > weil Dir abseits von Sachthemen Kommunikation als per se nutzlos erscheint.
    > Sie hat aber noch andere Funktionen, wie z.B. das Aufbauen von persönlichen
    > Bindungen zu anderen Menschen.

    Aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt. Natürlich kann ich mich über Menschen, welche ich nicht kenne, nicht direkt Stunden über Kant philosophieren, dahin bedarf es eines gewissen "Weges". Darüber hinaus gibt es aber viel zu viel "Geplappere" in dieser Welt!"

    > Das Versammeln um ein Lagerfeuer, auch wenn
    > dieses heute oft nur noch eine Kaffeemaschine ist. Mit Menschen zu reden,
    > mit denen man einen beträchtlichen Teil seines Lebens verbringt, kann auch
    > dann sinnvoll sein, wenn das Gesagte nebensächlich ist.

    Dennoch sollten diese auch akzeptieren, dass manchen Menschen so etwas zuwider ist - ohne blöde Kommentare darüber.

    > Und außerdem: wer bestimmt denn, was relevante Gesprächsthemen sind? Und
    > warum sollten Menschen miteinander reden, wenn sie wissen, dass weder das
    > Thema eine Relevanz hat noch das Reden als Aktivität sinnvoll ist?

    Es gibt aber genügend, die einfach nur um des Redens Willen quaseln. Und sorry, Dinge wie "Na, wie gehts" - "och, es muss" zeugen nicht gerade von Relevanz. Wie es dem anderen geht interessiert dabei doch in den meisten Fällen keinen. Ich warte nur auf die Gesichter, wenn jemand ankommt und als Antwort meint, dass ihm seine Phimose wieder zu schaffen macht...

  11. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: der_wahre_hannes 17.02.16 - 11:21

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt aber genügend, die einfach nur um des Redens Willen quaseln. Und
    > sorry, Dinge wie "Na, wie gehts" - "och, es muss" zeugen nicht gerade von
    > Relevanz. Wie es dem anderen geht interessiert dabei doch in den meisten
    > Fällen keinen. Ich warte nur auf die Gesichter, wenn jemand ankommt und als
    > Antwort meint, dass ihm seine Phimose wieder zu schaffen macht...

    Tja, ein "Na, wie geht's" ist nunmal ein normaler Gesprächseinstieg. Im englischen noch auf die Spitze getrieben, denn da antwortet man auf ein "How do you do?" ebenfalls mit einem "How do you do?".

  12. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Lapje 17.02.16 - 11:25

    der_wahre_hannes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lapje schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt aber genügend, die einfach nur um des Redens Willen quaseln. Und
    > > sorry, Dinge wie "Na, wie gehts" - "och, es muss" zeugen nicht gerade
    > von
    > > Relevanz. Wie es dem anderen geht interessiert dabei doch in den meisten
    > > Fällen keinen. Ich warte nur auf die Gesichter, wenn jemand ankommt und
    > als
    > > Antwort meint, dass ihm seine Phimose wieder zu schaffen macht...
    >
    > Tja, ein "Na, wie geht's" ist nunmal ein normaler Gesprächseinstieg. Im
    > englischen noch auf die Spitze getrieben, denn da antwortet man auf ein
    > "How do you do?" ebenfalls mit einem "How do you do?".

    Und wer sagt, was "normal" ist? Du? Für mich ist das z.B. kein "normaler" Gespächseinstieg. ich sage den anderen erst mal dass ich es schln finde, sie zu sehen, und dann frage ich nach Dingen, die mich wirklich interessieren. Und wenn ich frage, wie es ihnen geht, dann aber immer in Bezug auf eine bestimmte Sache...laut Deiner Definition wäre das ja dann wohl anormal...

  13. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: mixedfrog 17.02.16 - 11:39

    > Du bringst Ursache und Wirkung durcheinander: Wenn die Mitmenschen endlich
    > mal aufhören würden, Smalltalk als so wichtig anzusehen, dann würden sich
    > solche Kommentare wie vom TE sicherlich erübrigen.

    Wenn der TE endlich aufhören würde, Smalltalk als so unwichtig anzusehen, dann würden sich auch die Kommtare der Mitmenschen erledigen.
    Die Ursache ist nicht, dass eine Seite Recht hat und die andere nicht.

  14. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: motzerator 17.02.16 - 12:05

    mixedfrog schrieb:
    -------------------------------
    > Wenn der TE endlich aufhören würde, Smalltalk als
    > so unwichtig anzusehen, dann würden sich auch die
    > Kommtare der Mitmenschen erledigen.

    Wieso soll er seine Sicht der Dinge nicht schreiben?

    Es ging im Originalpost darum, das er sich über die
    negative Sichtweise der Diagnostiker anhand des
    Beispiels "Smalltalk" beschwert hat, und das völlig
    zu Recht.

    Diese bezeichnen "informationsbezogenene
    Kommunikation" als Störung" und er schreibt
    völlig zurecht, das sinnloser Smalltalk vor allem
    aus Nichtigkeiten besteht und daher mindestens
    genauso gestört ist.

    Das ist seine subjektive Wahrnehmung, die ich
    zu 100% teile. In einem subjektiven Text darf
    man auch die Ich Perspektive annehmen und
    parteiisch sein.

  15. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: mixedfrog 17.02.16 - 14:02

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mixedfrog schrieb:
    > -------------------------------
    > > Wenn der TE endlich aufhören würde, Smalltalk als
    > > so unwichtig anzusehen, dann würden sich auch die
    > > Kommtare der Mitmenschen erledigen.
    >
    > Wieso soll er seine Sicht der Dinge nicht schreiben?

    Das War eine Antwort auf "Du bringst Ursache und Wirkung durcheinander:...".
    Aber was hier die Ursache ist, kann man nicht so klar sagen. Man kann doch nicht sagen, die Normalos sind Schuld, weil Ihnen Smalltalk so wichtig ist. Genauso kann man nicht sagen, der Aspi ist Schuld, weil ihm Smalltalk egal ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.16 14:08 durch mixedfrog.

  16. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: motzerator 17.02.16 - 14:56

    mixedfrog schrieb:
    -------------------------------
    > Aber was hier die Ursache ist, kann man nicht so klar sagen. Man kann doch
    > nicht sagen, die Normalos sind Schuld, weil Ihnen Smalltalk so wichtig ist.
    > Genauso kann man nicht sagen, der Aspi ist Schuld, weil ihm Smalltalk egal
    > ist.

    Das ist aus einer globalen Perspektive absolut korrekt und entspricht auch dem Gedanken von Neurodiversity. Wenn man Akzeptanz für Autisten fordert, sollte man auch die andere Seite akzeptieren, auch wenn man es nicht nachvollziehen kann.

    Sein Post war aber eben eine subjektive Reaktion auf die defizitäre Betrachtung der autistischen Denkweise, vor allem im Bereich der Diagnostik. Er zeichnet damit auf, das aus Sicht eines Autisten viel Verhaltensweisen der Neutorypischen Menschen durchaus genauso fragwürdig und defizitär erscheinen. Das ist daher IMHO ein wichtiger Diskussionsbeitrag.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.16 14:57 durch motzerator.

  17. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: cry88 17.02.16 - 15:39

    Lapje schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann mich an eine Situation
    > erinnern, als ich mir eine Hose gekauft habe und mich danach mit Freundin
    > und anderen zum Essen getroffen habe. was die alles über einen einfachen
    > Hosenkauf wissen wollte. Dabei hätte es reichen sollen, wenn ich sage, dass
    > ich eine gefunden habe, die mir passt. Wann, wo, wie, warum, wieviel usw
    > hat die doch nicht zu interessieren. Dann muss man sich aber anhören, dass
    > man sich nicht alles aus der Nase ziehen lassen soll. Soviel dazu.
    Der Sinn hinter den Fragen ist auch nicht die Hose (außer diejenigen wollen selber demnächst eine neue Hose kaufen), sondern sie wollen ihre Bindung zu dir verstärken. Indem du ihnen im Detail schilderst wie du gehandelt und was dir passiert ist, verbessern sie ihr Verständnis für dich.

    Wenn du das abblockst, signalisierst du gleichzeitig, dass du kein Interesse an ihnen hast und treibst sie von dir weg.

    Und ja, das ist ein erheblicher Nachteil. Menschen die nicht dazu in der Lage sind Beziehungen aufzubauen erleben deutlich weniger Rückhalt (weil einfach keiner da ist für sie) in Situationen, in denen sie auf Unterstützung angewiesen wären.

    Genauso im Beruf. Wenn du dich mit deinem Chef gut verstehst, dann funktioniert alles deutlich besser und er wird viel mehr auf deine Probleme eingehen, als wenn du der komische Kerl bist, der immer alleine im Büro sitzt und seine Arbeit macht. Wenn da deine Leistung aus privaten Gründen sinkt, dann wirst du ersetzt. Wenn dein Chef dich und auch deine Probleme kennt, dann wird er versuchen dich so weit es ihm möglich ist zu unterstützen.

  18. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: Anyone 17.02.16 - 16:54

    cry88 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Sinn hinter den Fragen ist auch nicht die Hose (außer diejenigen wollen
    > selber demnächst eine neue Hose kaufen), sondern sie wollen ihre Bindung zu
    > dir verstärken. Indem du ihnen im Detail schilderst wie du gehandelt und
    > was dir passiert ist, verbessern sie ihr Verständnis für dich.
    Ernsthaft? Ich hätte eigentlich nur das in Klammern gesetzte Motiv vermutet.

  19. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 18.02.16 - 03:55

    der_wahre_hannes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lapje schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Tja, ein "Na, wie geht's" ist nunmal ein normaler Gesprächseinstieg. Im
    > englischen noch auf die Spitze getrieben, denn da antwortet man auf ein
    > "How do you do?" ebenfalls mit einem "How do you do?".

    Das ist ein schönes Beispiel an dem ich als Aspi dauernd scheitere. Regelmäßig passiert es mir das ich nach so einer Frage inne halte und wirklich versuche eine korrekte Antwort über mein momentanes Befinden zu formulieren. Diese Antwort besteht dann oft mehreren Sätzen. Interessanterweise interessiert die Menschen die mich das Fragen überhaupt nicht wie es mir geht. Merkt man dann an der Reaktion. Weil dann natürlich nie das offensichtlich erwartetet "sehr gut, und dir" kommt, merkt man richtig, dass die das nun als störend/abstoßend empfinden. Intessanterweise tappe ich jedes Mal wieder in die selbe Problematik weil ich das einfach im Affekt nicht schnalle ob das eine Wissensfrage oder eine bloße Formalität ist.

    Wenn ich mental vorbereitet bin schaffe ich das natürlich. Nur im Vorbeigehen ist das Umschalten von Normalzustand auf "Simulation von emotionsgetriebenen Denkmustern" schwer. Für mich ist das halt ein enormer Aufwand weil ich relativ viel Denkkapazität für was brauche was für andere automatisch klappt. Zum Beispiel den Gesichtsausdruck von Gesprächspartnern zu dekodieren. Aber mit Vorbereitung geht es.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)

  20. Re: Wir Aspis werden total falsch eingeschätzt! Kotz...

    Autor: motzerator 18.02.16 - 04:50

    DerVorhangZuUndAlleFragenOffen schrieb:
    ------------------------------------------------------------------
    > Das ist ein schönes Beispiel an dem ich als Aspi dauernd
    > scheitere. Regelmäßig passiert es mir das ich nach so einer
    > Frage inne halte und wirklich versuche eine korrekte Antwort
    > über mein momentanes Befinden zu formulieren. Diese
    > Antwort besteht dann oft mehreren Sätzen.

    Ich finde die Frage "Wie geht es dir" eigentlich noch ganz human,
    ich sage dann eben, wie es mir gerade geht.

    > Interessanterweise interessiert die Menschen die mich das
    > Fragen überhaupt nicht wie es mir geht. Merkt man dann an
    > der Reaktion.

    Wenn die Leute das nicht hören wollen, sollen sie halt nicht
    danach fragen. Mir ist das bisher nie aufgefallen, vielleicht
    bekomme ich das Desinteresse aber auch einfach nicht mit.

    Viel schlimmer finde ich Fragen wie: "Was geht?".

    Das ist nicht mal mehr ein richtiger Satz, was soll man da
    drauf antworten? "Alles was laufen kann"?

    > Intessanterweise tappe ich jedes Mal wieder in die selbe
    > Problematik weil ich das einfach im Affekt nicht schnalle
    > ob das eine Wissensfrage oder eine bloße Formalität ist.

    Ich dachte ehrlich gesagt immer, das "wie geht es Dir" eine
    Frage ist, um ein Gespräch ans Laufen zu bekommen, in
    dem man den anderen nach der Befindlichkeit fragt!

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