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Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

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  1. Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: cpt.dirk 13.03.16 - 19:21

    Ich bin dafür, das für die Fusionsforschung vorgesehene Geld zu 80% in die Forschung und Entwicklung für Erneuerbare Energien sowie deren Speicherung zu nutzen - alles andere ist jetzt zweitrangig.

    Die funktionieren nämlich schon jetzt, stehen jedem offen und lösen viele Probleme zentralisierter und konventioneller Energiequellen mit einem Streich.

    Und sie kosten langfristig vermutlich ein Butterbrot im Vergleich zu jeder wie auch immer gearteten nuklearen Technologie. Nebenbei können ja gerne ein paar euphorisierte Länder überflüssige Millionen in die Fusionsforschung stecken, sofern vorhanden.

    Hat schon mal jemand überlegt, wieviel allein der Bau eines einzelnen Wald- und Wiesen-Atommeilers kostet und was erst der Bau (und Betrieb) eines Fusionsreaktors kosten würde? Ganz zu schweigen von den Bauzeiten? Diese Zeit haben wir nicht (mehr)!

    Hinzu kommt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach zuerst einmal eine Variante auf Deuteriumbasis gebaut würde (weil technisch wahrscheinlich umsetzbarer und billiger), nicht auf Heliumfusionsbasis, was aufgrund der durch die freigesetzte Neutronenstrahlung erzeugten Eigenradioaktivität aller beteiligten Materialen wiederum einen beträchtlichen Zusatzanteil an erzeugtem Strahlenmüll zur Folge hätte.

    Davon haben wir bereits mehr als uns gut tut, denke ich.

  2. Re: Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: DreiChinesenMitDemKontrabass 16.03.16 - 18:45

    Also für Vectoring statt Glasfaser.
    Erneuerbare Energien sind zwar schön und gut aber nicht ausreichend. Um ein Kernkraftwerk zu ersetzen brauch man ca. 200 Windkrafträder (unter der Vorraussetzung, dass sie immer ausgelastet sind). Auf die Fläche eine Kernkraftwerkes passen höchstens 10. Wo baut man die anderen hin? Geht nicht überall, Schattenwurf, Lautstärke, Wind usw. müssen berrücksichtig werden. 20Jahre Lebensdauer, Recycling schwierig, Rotorblätter werden oft einfach verbrannt.

    Dann Solarzellen! Herstellung sehr aufwendig. Erst nach 6Jahren (hierzulande) die Energie produziert, die bis dahin für die Solarzelle benötigt wurde.

    Dann hat Deutschland keine Regionen mehr für Pumpspeicherkraftwerke. Da könnte man einen Verbund in der ganzen EU machen. Das schafft aber wieder Abhängigkeiten und Großunternehmen.

    Bleibt nur noch Power-To-Gas. Das is aber nicht sehr effizient, leicht entflammbar und benötig eine andere Energieressource, die die niedrige Effizienz wieder ausgleicht.

    Wir werden um Fusionskraftwerke nicht drum rum kommen. Die Halbwertszeiten liegen auch in vertretbaren Größen. Alternativen wären:
    - neue Kernkraftwerke bauen
    - Erderwärmung beschleunigen
    - drastische Reduktion des Energieverbrauches pro Person
    - drastische Reduktion der Personen

    Da gefallen mir Fusionskraftwerke doch am Besten.

  3. Re: Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: aretz 20.03.16 - 10:36

    Bevor wir eine wirtschaftliche Kernfusionsanlage gebaut haben, wird es schon lange den Warp Antrieb und den Flux Kompensator geben.

  4. Re: Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: MatroxVS3dfx 21.03.16 - 23:17

    Ja und deswegen stellen wir am besten erstmal die Forschung ein, kann ja eh nix werden.

    Abseits von Plattitüden können wir festhalten das ihr ohne Grundlagenforschung eure geistigen Ergüsse in Stein meißeln könnt anstatt Strom zu verschwenden.

  5. Re: Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: cpt.dirk 24.03.16 - 16:25

    DreiChinesenMitDemKontrabass schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also für Vectoring statt Glasfaser.
    Die Analogie verstehe ich zwar nicht ganz, aber:

    > Erneuerbare Energien sind zwar schön und gut aber nicht ausreichend. Um ein
    > Kernkraftwerk zu ersetzen brauch man ca. 200 Windkrafträder (unter der
    > Vorraussetzung, dass sie immer ausgelastet sind). Auf die Fläche eine
    > Kernkraftwerkes passen höchstens 10.
    Wo steht das? Auf welche Generation von WKRs beziehst du dich und auf welchen Standort? Was ist mit Solarenergie, mit Geothermie und Biosgas?
    Das Problem vieler Atomjünger besteht darin, dass sie keinem ganzheitlichen Denkansatz folgen können oder wollen, weil sie gerne einfache Lösungen haben möchten.

    Und wo steht, dass AKWs ständig in Betrieb sind? Auch hier gibt es (von mit zunehmendem Alter vermehrt auftretenden Störfällen mit Abschaltung abgesehen), regelmäßige Revisionsintervalle, die jeweils viele Wochen Ausfallszeit zur Folge haben. Und anders als in den berüchtigten WWER-Reaktoren der Sowjets können Brennstäbe auch nur bei komplett heruntergefahrenem Meiler ausgetauscht werden.

    > Wo baut man die anderen hin?
    Das haben unsere Großko-Experten bereits entschieden: in die Nordsee + große Stromtrasse.

    > Geht
    > nicht überall, Schattenwurf, Lautstärke, Wind usw. müssen berrücksichtig
    > werden. 20Jahre Lebensdauer, Recycling schwierig, Rotorblätter werden oft
    > einfach verbrannt.
    Das sind die üblichen FUD-Argumente der Kohle-/Atomlobby, auf die einzugehen ich hier wirklich keine Zeit verschwenden will, nur, dass sie von deren Scheuklappenmentalität Bände sprechen.

    > Dann Solarzellen! Herstellung sehr aufwendig. Erst nach 6Jahren
    > (hierzulande) die Energie produziert, die bis dahin für die Solarzelle
    > benötigt wurde.
    Auch hier bitte: woher stammen diese Zahlen? Die Energieeffizienz der Solarpanels erhöht sich mit jeder neuen Generation und die Herstellungsprozesse werden immer mehr optimiert, bzw. weniger energieaufwendig. Vgl. amorphe Dünnschichtzellen zu monokristalline Zellen und noch andere Techniken.

    > Bleibt nur noch Power-To-Gas. Das is aber nicht sehr effizient, leicht
    > entflammbar und benötig eine andere Energieressource, die die niedrige
    > Effizienz wieder ausgleicht.
    Tja, Gas sollte auch leicht entflammbar sein, würde ich annehmen, um die Energierückgewinnung einfach zu gestalten - nicht wahr? Wir wollen ja hoffentlich nicht eine sinnfreie Diskussion um die Gefährlichkeit des Gasnetzes vom Zaun treten. Und dabei hast du auch die Akkutechnologie (in USA werden Akkus gabaut, die eine Kleinstadt versorgen können) und Power-to-Liquid außen vor gelassen, ebenso wie Druckspeicherkraftwerke und andere Formen.

    Wichtig ist hierbei doch: überschüssige gewonnene Energie geht nicht verloren (wie bisher) sondern kann im Gegenteil punktgenau und äußerst schnell zu Stoßzeiten eingesetzt werden (im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerkstypen). Die Effizienz ist hierbei relativ gesehen vernachlässigbar, jedenfalls hoch genug, um jedes heutige nukleare Kraftwerk Bauart alt aussehen zu lassen.

    > Wir werden um Fusionskraftwerke nicht drum rum kommen. Die Halbwertszeiten
    > liegen auch in vertretbaren Größen. Alternativen wären:
    > - neue Kernkraftwerke bauen
    > - Erderwärmung beschleunigen
    > - drastische Reduktion des Energieverbrauches pro Person
    > - drastische Reduktion der Personen

    Aha - wer bestimmt denn bitte, was "vertretbar" ist? Hast du schon eine Patentlösung für den Strahlenmüll, den wir bisher angehäuft haben?
    Dir ist schon klar, dass wir es bei Kernenergie mit einem Cocktail verschiedenster Isotope über die Zerfallsketten zu tun haben, deren Halbwertszeiten von wenigen Sekunden bis hin zu Jahrmillionen reichen?

    > Da gefallen mir Fusionskraftwerke doch am Besten.

    Mir gefallen die Kraftwerke am besten, die mit vernünftigem Aufwand und bereits heute machbar sind, deren Technologie JEDEM offen steht, die nicht der Proliferation von Atomwaffen Vorschub leisten, sowie einen umweltverträglichen Energiekreislauf ermöglichen!

    Und das sind offenbar nur solche, die auf regenerativen Energien basieren.

  6. Re: Was wir brauchen: eine pragmatische Technikwende

    Autor: cpt.dirk 24.03.16 - 16:29

    Die für Fusionsforschung verschwendeten Milliarden könnten möglicherweise weit vorteilhafter in den Ausbau des Bildungssystems investiert werden.

    Das hätte einen indirekten positiven umweltfreundlichen Aspekt, da entsprechend gebildete und aufgeklärte Menschen eher Energiesparsamkeit üben werden und in der Lage sind, alternative Energiekonzepte zu entwickeln, die zukunftsfähig sind.

    Ganz abgesehen von den positiven sozialen Aspekten.

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