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Warum eigentlich eine Cloud?

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  1. Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: beuteltier 06.08.19 - 12:29

    Warum müssen die (umgewandelten) Bilder eigentlich in eine Could hochgeladen werden?
    Wäre es nicht auch möglich, die KI lokal dort zu trainieren, wo jetzt ein Beamter auf seinem PC die unverfremdeten Bilder händisch durchgeht? Und könnte man im Anschluss nicht an der gleichen Stelle die trainierte KI laufen lassen, um die Klassifizeirung durchzuführen? Das Material müsste so nie die Raumlichkeit und Infrastruktur verlassen, auf der es jetzt auch schon verarbeitet wird. Man bräuchte ggf. leistungsstärkere Rechner, aber lässt sich das nicht irgendwie bewerkstelligen?



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 06.08.19 12:30 durch beuteltier.

  2. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: regiedie1. 06.08.19 - 14:21

    War auch mein erster Gedanke. Könnte mir vorstellen, Microsoft hat das zur Bedingung für die Zusammenarbeit gemacht, vielleicht war die darum sogar gratis. Sie wollen eben ihr Azure pushen.

  3. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: Hotohori 06.08.19 - 14:39

    Die Cloud hat hier tatsächlich einen Vorteil gegenüber lokalen Rechnern:

    1. ist sie deutlich Leistungsstärker und variabler und kann Daten deutlich schneller durchsuchen.

    2. eine Cloud kann durch viel mehr Material trainiert werden, je mehr Daten sie bekommt desto genauer wird sie.

    3. da die Cloud von überall gefüttert wird, hat diese immer etwas zu tun. Lokale Rechner dafür würden oft ungenutzt rum stehen, weil sie halt nicht immer etwas zu tun haben. Dadurch ist die Cloud auch wesentlich günstiger im Betrieb als dafür für jede Diensstelle, die sich mit solchen Delikten beschäftigt, sehr leistungsstarke PCs hin zu stellen und diese eben auch pflegen zu müssen.

    Ich kritisiere ja auch immer gerne Clouds, aber es gibt eben Einsatzzwecke, da ist sie tatsächlich deutlich besser. Für z.B. Heimsteuerung aber nicht, da braucht es keine Cloud und auch kein Super Rechner daheim.

  4. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: Denshi 06.08.19 - 18:38

    Naja,

    1. dass ein gemieteter Hochleistungscluster leistungsstärker ist, als ein lokaler Beamten-Büro-Rechner, ist klar; aber trotzdem irrelevant. Dein Post suggeriert, dass man für das Erkennen der gesuchten Bilder viel Rechenleistung bräuchte. Beim Machine-Learning ist aber nur eines aufwändig: Das Training.

    Wenn aus den Trainingsdaten erstmal ein Modell errechnet wurde, braucht die Erkennung praktisch keine Leistung. Hier wäre eine Verlagerung in die Cloud m.E. sogar zum Nachteil, da hier noch der zusätzliche Aufwand, die Daten in die Cloud zu laden, hinzulommt. Die Daten sind lokal schneller klassifiziert als du sie in die Cloud laden kannst.

    2. Ich denke mal, dass die Daten sowieso zentral gelagert werden und nicht jeder Beamter seinen eigenen kleinen „Stapel“ hat. Also würde eh mit dem gesammten Material trainiert werden. Ob das jetzt online in der Cloud oder offline auf gekaufter/gemieteter Hardware on premise passiert ist technisch erstmal egal, wobei ich hier die Offline-Lösung als sicherer einstufen würde.

    3. Siehe 1. Es braucht keine große Rechenleistung. Die Rechner auf der Dienststelle laufen eh (fährt doch keiner mitten am Tag den Rechner runter), während eine Cloud-Lösung zuätzlich angemietet wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.08.19 18:54 durch Denshi.

  5. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: arneman 07.08.19 - 01:24

    Ich stimme Denshi zu, so sieht's aus. Ein Rechner für ein paar tausend Euro und das ganze (manuell geprüfte) Material der Vergangenheit könnte auch lokal zum Training verarbeitet werden.
    Natürlich braucht man dann aber auch gute Data-Scientisten vor Ort.

    Eine unverfremdete (lokale) Erkennung der Bilder hätte zudem den Vorteil, dass andere Objekte oder Menschen auf verschiedenen Aufnahmen wieder erkannt werden könnten und so Zusammenhänge zwischen verschiedenen Fällen/Sachbearbeitern gefunden werden könnten, die sonst sicher schwer auffallen würden. Diese Vorteile & Potentiale verliert man bei dem beschriebenen Ansatz der Verfremdung sicherlich.

    Insgesamt aber dennoch ein sehr gutes Beispiel für einen wirklich sinnvollen Einsatz von KI - wenn die Behörden eigene Skills/Teams aufbauen würden, könnte man sicher noch viel mehr daraus machen.

  6. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: gaym0r 07.08.19 - 08:27

    Cloud = schneller eingerichtet, flexibler, günstiger (IT Personal bei Polizeibehören ist eh ne Nummer für sich)

  7. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: ralf.wenzel 07.08.19 - 18:36

    beuteltier schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum müssen die (umgewandelten) Bilder eigentlich in eine Could
    > hochgeladen werden?

    U. A. weil der lokale PC von Ermittler A in HH keinen Lerneffekt daraus zieht, wenn Ermittler B in M Bilder einliest. Durch zentrales Scannen in der Cloud hat man ein einheitliches Modell, von dessen Verbesserung alle anderen Ermittler profitieren.

    Würde man das alles lokal regeln, hätten die Behörden mit dem meisten Material die besten Modelle.

    Mich würde interessieren, wie man gerichtsverwertbar macht, dass die Software sagt „Bild X ist KiPo“, wenn diese Software mir Bild X nicht unverfremdet zeigen kann.

    Technisch hoch interessant und ein echter Gewinn für die Gesellschaft, wenn dieses Päderastenpack endlich besser verfolgt werden kann.


    Ralf

  8. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: Huanglong 11.08.19 - 13:01

    Du willst das aber auch immer weiter trainieren und verbessern, also brauchst du permanent die Rechenleistung. Und da ist die Rede von tausenden Terabyte, allein in NRW, da arbeitet sich kein standalone PC mal eben schnell durch. Es mag ja sein, dass es da bei einem Bild, zwischen der Cloud und einem PC, kaum einen unterschied gibt, aber bei mehreren millionen wenn nicht gar milliarden Vorgängen, potenziert sich das ganz schnell mal.

  9. Re: Warum eigentlich eine Cloud?

    Autor: Denshi 11.08.19 - 22:16

    Huanglong schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du willst das aber auch immer weiter trainieren und verbessern[…]. Und da ist die Rede von tausenden Terabyte, allein in NRW

    Ich nehme an, dass du mit den tausenden Terabyte die, auf KiPo-Material zu durchsuchenden, Daten meinst und nicht, dass die Polizei tausende Terabyte an Missbrauchsdokumentation im digitalen Giftschrankt habe. Letztere sind nämlich die Daten mit denen das „trainieren und verbessern“ durchgeführt wird – hier wäre aber theoretisch mehr Material besser. Die persönlichen Daten von Verdächtigen, die „gescannt“ werden sollen, werden dafür nicht nicht benötigt.
    Abgesehen davon wäre es auch ein Unding, willkürlich und unfreiwillig gesammelte hochpersönliche Daten permanent in ein Datenmodell einfließen zu lassen, das auch Daten enthält, deren Besitz strafbar ist.

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