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Warum nicht ohne KI
Autor: MarcusK 09.02.23 - 16:25
Irgendwie muss alles heute mit KI gemacht werden, das klingt doch nach einen ganz normalen Optimierungsproblem, das konnte man auch ohne KI vor Jahren mit Computer lösen.
Eventuell finden man mit KI schneller eine Lösung, das kann schon sein. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: red17x 09.02.23 - 16:35
vermutlich wird hier halt KI auch wieder als Umbrella Term benutzt um MachineLearning oder DeepLearning zu beschreiben für alle Menschen die nicht so tief in der Materie stecken wie teile der Golem Zielgruppe. Oder KI (Management BullshitBingo) als anderes Wort für einen Optimierungsalgorythmus den man halt immer und immer wieder drüber laufen lässt. Ging früher bestimmt noch händisch .. aber bei den heutigen Struktrubreiten usw wird das bestimmt immer Aufwendiger, sodass man um den Einsatz gar nicht herum kommt das dem Computer zu überlassen. Wenn ich schon höre wie viele Milliarden Transistoren da auf so einem Chip unter kommen, dann ist es klar dass das nur mit viel viel Arbeitskraft als Mensch möglich wäre.
Und heut zu Tage solche Algorythmen halt ML oder DL nutzen um noch schneller zu sein als klassische Algos
1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.02.23 16:36 durch red17x. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: nuclear 09.02.23 - 16:45
Genau das letztere ist halt der Fall. Bei der Anzahl an Lösungsmöglichkeiten funktioniert das durchprobieren einfach nicht mehr, von daher muss dann die klassische Optimierung Abstriche machen und Vereinfachungen vornehmen.
Ist ja wie bei Go. Rein theoretisch kann man das auch klassisch lösen, praktisch scheitert er aber an Rechenzeit und/oder Speicherbedarf.
In diesem Fall wird "KI" dazu genutzt die beste Lösung zu approximieren, was die neuronalen Netze echt sehr gut können.
In diesen Fällen schlagen die Netze klassische Verfahren um Längen, vorbei häufig die Verfahren auch kombiniert werden, also die klassische Optimierung wird durch das Netz unterstützt. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: MarcusK 09.02.23 - 16:55
> Ist ja wie bei Go. Rein theoretisch kann man das auch klassisch lösen, praktisch scheitert er aber > an Rechenzeit und/oder Speicherbedarf.
bei go kann man aber ewig spielen. Hier ist aber eine bekannte Fläche die mit Module gefüllt werden muss.
Bin mir nicht sicher ob das vergleichbar ist, auch wenn ich verstehe was du meinst. Ich würd es mehr mit den Travelling salesman problem vergleichen. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: nuclear 09.02.23 - 17:09
Meiner Meinung nach passt gut super. Denn da hat man eine genau definierte Anzahl an möglichen Zügen. Bei GO glaube ich 2x10^170.
Aber am Ende sind das ja alles Auswüchse des gleichen Problems. Und da sind neuronale Netze halt super um zumindest eine gut Näherung des idealen Zustands zu finden. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: herding_cats 09.02.23 - 17:31
MarcusK schrieb:
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> Irgendwie muss alles heute mit KI gemacht werden, das klingt doch nach
> einen ganz normalen Optimierungsproblem, das konnte man auch ohne KI vor
> Jahren mit Computer lösen.
>
> Eventuell finden man mit KI schneller eine Lösung, das kann schon sein.
KI umfasst mehr als nur Machine Learning oder neuronale Netze. KI beinhaltet z.B. auch Dinge wie genetische Algorithmen (evolutionäre Algorithmen). U.a. diese eignen sich für Optimierungsaufgaben.
Aus dem Artikel und dem verlinkten englischen Artikel wird nicht klar was genau eingesetzt wird um das Chipdesign zu optimieren.
Bei genetischen Algorithmen muss man eine geeignete Darstellungsform für das Problem finden. Dann baut man sich eine Population aus X Individuen, die ein bestimmtes Ausgangssetup darstellen. Dann mutiert man jedes Individuum (d.h. bildet die nächste Generation der Population) und bewertet ob die "Mutationen" besser oder schlechter sind. Das wiederholt man beliebigig oft und evtl. findet man ein oder mehrere bessere Lösungen als das Ausgangssetup oder auch keine.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.02.23 17:38 durch herding_cats. -
Re: Warum nicht ohne KI
Autor: JouMxyzptlk 09.02.23 - 18:11
Ach das ist doch ein alter Hut: Es wurde schon Jahrelang so gemacht noch bevor der KI Hype kam.
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Re: Warum nicht ohne KI
Autor: indium gallium nitride 09.02.23 - 18:17
MarcusK schrieb:
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> Irgendwie muss alles heute mit KI gemacht werden, das klingt doch nach
> einen ganz normalen Optimierungsproblem, das konnte man auch ohne KI vor
> Jahren mit Computer lösen.
>
> Eventuell finden man mit KI schneller eine Lösung, das kann schon sein.
Ich finde die Entwicklung auch recht witzig. Für die meisten war Mathematik und vor allem Wahrscheinlichkeit und Statistik die Hassdisziplin. Finanz- und Versicherungsmathematik war immer schon viel Wahrscheinlichkeit und Statistik. Heute werden dann die Studienrichtungen so wie Datascience genannt, bis die Leute bemerken, dass das stark mathematiklastig ist. Es schauen auch viele beim Psychologiestudium blöd dreinn, die das Curriculum nicht glesen haben und mal mit Statistik-VOs konfrontiert sind.
Spezielle Studien allein durch die Komplexität der Anwendung von KI-Systemen ist auch wichtig. Heute sind Programmierskills und spezielles Wissen aus dem Mathematikbereich dazu durchaus wichtig. Nicht jeder KI-Spezialist muss keine eigenen KI-Algorithmen erfinden, so wie nicht jeder Cybersecurityspezialist neue Verschlüsselungen erfinden muss, das bleibt dann woh den Hardcore-Mathematikern über.
Aber ein Uni-Prof aus Elektrotechnik, der selbst Mathematik auch studiert und für Berechnungen ein Optimierungsguru war, hat selbst gmeint:
Heute wird immer gleich von KI gesprochhen, obwohl im großen und ganzen mathematisch eher Wahrscheinlichkeit/Statistik oder Optimierungen sind. Man muss sehr aufpassen, weil gerne wird von hochkomplexen Algorithmen gesprochen und in Wirklichkeit ist es nichts anderes als ein typsiche mathematischer Schätzer, die aber in der Form in einer gewissen Branche das erste Mal eingesetzt wurde und deswegen extrem vermarktet wird. Teilweise gibt es auch Unternehmen die lügen von KI daher und in Wirklichkeit kann es nur ein bisschen mehr als Büroklammer vom Word um die 2000er-Wende.
Ich möchte auch nur an den Kalmann-Filter erinnern. Ein mathematisch idealer Schätzer. Man möchte sich nur einmal ansehen, seitwann es diesen gibt. Ohne dem hätte es keine Mondlandung gegeben und ohne dem würde nicht jeder Laie einen vollautomatisierten Quadrokopter fliegen können.
Also ich gebe Ihnen schon recht. Leute aus der Signalverarbeitung oder Regelungstechnik müssen oft nur schmunzeln. Teilweise lachen diese auch, wenn eine Methode eventuell einen Nobellpreis bekommen soll, was in Wirklichkeit mathematische Methoden sind, die die Regelungstechniker schon vor 20 Jahren angewandt haben, aber in der Ökonomie das erste Mal so eingesetzt wurden. Es ist bestimmt so, dass durch den Marketing KI-Hype nun ein Nachdenken/Umdenken kommt, dass man in verschiedenste Bereiche versucht KIs umzusetzen, aber teilweise ist es oft nur mathematische Methoden dort zu verwenden, die andere Branchen schon seit 30 Jahren verwenden.



