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  5. › Kohlendioxid: Island hat ein…

blödsinn

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  1. blödsinn

    Autor: LiPo 16.10.17 - 19:57

    wenn man kohlenstoff aus der luft in den boden bringen will, dann pumpt man kein gasförmiges co2 da rein.
    man muss den kohlebergbau rückgängig machen: pflanzen wachsen lassen, und den gebundenen kohlenstoff wieder unter die erde schaffen - so viel wie an fossilem kohlenstoff daraus gewonnen und verfeuert wurde.

  2. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 16.10.17 - 20:18

    ...oder man lässt diese Menge X an vorab mit wasser gebundenem Gas mit dem Kalcit in der Erde reagieren und schafft so Kalziumcarbonat, dass problemlos da bleibt wo es ist und GENAU den gleichen CO2-Gehalt hat, wie der vorher gebunden Kohlenwasserstoff. Also exakt das, was dieses Werk tut. Es ist eigentlich simpelste Chemie, 7te Klasse - aber hier nun erstmals in einer Industriegröße aufgebaut. Aber lieber erstmal undifferenziert "blödsinn!" brüllen, obwohl man keine Ahnung auch nur von den fundamentalsten chemischen Gesetzmäßigkeiten hat. Armes Deutschland.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 16.10.17 20:22 durch derJimmy.

  3. Re: blödsinn

    Autor: LiPo 16.10.17 - 20:24

    du willst 2000 milliarden tonnen co2 an calcit binden? ich halte das vergraben von kohlenstoff für sinnvoller.

  4. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 16.10.17 - 20:42

    LiPo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > du willst 2000 milliarden tonnen co2 an calcit binden? ich halte das
    > vergraben von kohlenstoff für sinnvoller.

    Das witzige an dieser riesigen Zahl: Die war größtenteils gebunden und kann deshalb wieder gebunden werden. Also, ja - kann man machen, macht man ja auch.

  5. Re: blödsinn

    Autor: Dragostanii 16.10.17 - 20:53

    LiPo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > du willst 2000 milliarden tonnen co2 an calcit binden? ich halte das
    > vergraben von kohlenstoff für sinnvoller.



    Also ich bin dafür wir machen aus den Kohlenstoff Hochreine Klumpen und verkaufen sie dann anstatt sie zu verbuddeln. Industriediamanten haben auch nen wert

  6. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 16.10.17 - 21:12

    Was mich bei derartigen Diskussionen immer so wütend macht:

    Ja, hätten wir das CO2 da gelassen wo es war., Ja, es wird durch verbrennung freigesetzt, ja - das industriezeitalter hat mehr CO2 freigesetzt als alle andere Zeitalter zusammen (abgesehen vom Perm und um die KT-Grenze herum) . ABER: Man wusste es nicht besser. Jetzt ist die Sauerei angerichtet und heute weiß man es besser. Und jetzt braucht man Lösungen. Sicherlich können wir überall Blumen und Bäume pflanzen, genau die Menge, die bisher verbrannt oder verwurschtelt wurde - und unser grünes Idyll wird sich in den nächsten 100 Millionen Jahren wieder prächtig erholen - ich persönlich bin allerdings für Lösungen, von denen Ich und meine Kinder noch profitieren. Und dann wird an Lösungen geforscht, die es erlauben, den Dreck den man macht wieder aufzuräumen und ein paar militante Umweltapostel schreien immernoch "Pflanzt Bäume!!!" - auch wenn eine derartige Reinigung effektiver ist als tausende Bäume. Bäume können den angerichteten Schaden nicht kompensieren. Reinigungsanlagen schon. Außerdem ist die Fläche der Erde prinzipiell begrenzt und die Urbanisierung schreitet vopran, da die Weltbevölkerung steigt. Und solange wir nicht in Baumhäuser ziehen, wird es immer einen Konflikt zwischen Zivilisation und Natur geben und die Natur wird immer verlieren, da sie sich nicht wehren kann. Also hab ich lieber eine Lösung, von der die Natur und der Mensch gleichermaßen profitiert.

  7. Re: blödsinn

    Autor: tingelchen 16.10.17 - 21:23

    Eigentlich reicht es schon, wenn der CO² der freigesetzt wird mit einer Filteranlage wieder gebunden wird. Ob man den nun in Dünger oder Mineral umwandelt, ist eigentlich egal.

    Wichtig ist nur, dass wir schnellstens damit anfangen ein Gleichgewicht her zu stellen. Dann regelt sich der Rest praktisch von alleine. Auf Grund des ökologischen Systems auf unserem Planeten.

  8. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 16.10.17 - 22:00

    Versteht mich nicht falsch: Ich mag die Umwelt, denn ich atme gerne und ausreichend. Ich engagiere mich für Umweltschutz. Aber nicht für plakative, populistische Lösungen, sondern um nachhaltige. Umweltschutz ist heutzutage so ein Mode-Ding geworden. Green verkauft sich, Bio verkauft sich, alles bestens. Aber man muss auch sehen, ob diese Vorschläge einen echten Einfluss auf die Umwelt haben, oder lediglich einen politischen Zweck dienen um das Gewissen zu beruhigen.

    Wenn man jetzt anfängt, Millarden Bäume zu pflanzen, funktioniert das gut - aber nicht unmittelbar. Irgendwann wird man den Platz wieder brauchen, und dann nimmt man ihn sich wieder - das ist die Natur der Menschheit. Und damit ist der ganze Plan für den Arsch, denn wenn etwas jahrhunderte braucht um zu funktionieren, es aber nur Jahrzehnte steht, wird es schlicht nicht funktionieren. Eine rein populistische Herangehensweise um das eigene Gewissen zu beruhigen und sich auf die Schulter zu klopfen ohne mittelbaren oder nachhaltigen Effekt.

    Ein aktuelles Beispiel: Es gibt eine EU-Verordnung zur Müllvermeidung. In der steht, grob gesagt, dass Unternehmen angehalten sind unnötigen Müll zu vermeiden und auch die Kunden zum umdenken anzuregen. Lösung REWE, Penny, Lidl, Aldi: alle verbannen momentan die Plastiktüten, machen sie teurer oder ersetzen Sie durch Papier. Problem gelöst. Zumindest für die Konzerne. Dass alles, was du dir in deine nichtmehr plastiktüte steckst, nach wie vor mit Plastik eingepackt ist - und im vergleich zur tüte oftmals aus nicht recyceltem, fällt anscheinend niemanden auf. Dass die Menge Plastik einer Plastiktüte der Menge Plastik einer Wurstverpackung entspricht, im gegensatz zur Wurstverpackung aber aus Recyclingmaterial bestehen darf, weiß auch niemand. Aber alle sind der Meinung, sie tun mit ihrem Verzicht etwas gutes für die Umwelt - obwohl es NICHTS, aber auch garnichts ändert. Es geht ums Gefühl



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.10.17 22:03 durch derJimmy.

  9. Re: blödsinn

    Autor: Eheran 16.10.17 - 22:32

    >das industriezeitalter hat mehr CO2 freigesetzt als alle andere Zeitalter zusammen (abgesehen vom Perm und um die KT-Grenze herum)
    Quelle oder Belege dafür?
    Halte ich für absolut ausgeschlossen.
    Schau mal auf Seite 471 mit ~9 Petagram Kohlenstoff pro Jahr durch den Menschen und 0,1Pg/a durch Vulkanismus. Die Vulkane haben also aktuell in 90 jahren so viel ausgestoßen wie wir in einem Jahr. Wenn man mit ganzen Zeitaltern hantiert sollte man vorsichtig sein, da kann der Mensch mit seinen ~200 Jahren einen scheißdreck machen.
    Dass aktuell in kurzer Zeit viel CO2 freigesetzt wird und das wohl noch ein ziemliches Problem wird ist ein anderes Thema.

  10. Re: blödsinn

    Autor: Ach 16.10.17 - 22:38

    Was bringt es, sich allein über die Schwächen verschiedenster Ansätze zu echauffieren, ohne sich nur mit einem tatsächlichem Lösungsweg auseinanderzusetzen? Jeder Ansatz hat ein Potenzial zum scheitern, egal in welchem Metier, egal für welches Ziel, da erzählst du absolut nichts neues. Interessant wird es eigentlich doch erst ab dem Moment, ab dem du Ideen/Vorschläge anbringst, die gerade den von dir aufgeführten Schwächen gerecht werden, ob technischer oder politischer Natur sei mal dahingestellt.

  11. Re: blödsinn

    Autor: TC 16.10.17 - 23:09

    Ach wär die Welt doch wie Minecraft...

  12. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 16.10.17 - 23:10

    Um wieder zurück zum Thema des Artikels zu kommen:

    Problem - CO2 ausstoß von Kraftwerken ist momentan sehr hoch.
    Lösung 1: Die Kraftwerksbetreiber kaufen sich einfach ein paar CO2-Zertifikate von einem x-beliebigen Unternehmen, das UNTER seinem Normausstoß bleibt.
    Ergebnis: nichts ändert sich. CO2 in der Atmosphäre wird mehr, da Die Natur (ja... die Bäume wieder) es auch mit dem momentanen Ausstoß nicht schafft. Und die Natur nimmt zivilisationbedingt noch ab - also ist es absehbar, das das unzureichende Ergebnis auf dauer nur noch unzureichender wird. Aber dank des Zertifikats kann sich der Betreiber anschließend sogar noch als "CO2 neutral" bewerben und wegen seiner Umweltbemühungen auf die Schulter klopfen.

    Lösung 2: Man pflanzt Millionen und Millarden Bäume. Diese brauchen, um zu wachsen CO2, welches sie als Kohlenstoff verstoffwechselt wird und gebunden. Ein kleiner Baumn braucht ein bisschen CO2, ein großer Baum einen ganzen Haufen. Nun haben wir aber 2 neue Probleme: Kleine Bäume brauchen Zeit und Platz um zu größeren Bäumen zu werden - und das sind genau die zwei Parameter, die bei unserer Problemstellung nicht ausreichend vorhanden sind und auf längere Sicht in jedem fall noch weniger als mehr werden. Der Klimawandel beschleuznigt sich minütlich, die Urbanisierung nimmt zu. Alsoist das auch keine Lösung, nur Augenwischerei und Schönfärberei für das eigene Ökobewusstsein, denn es ändert sich: Nichts.

    Lösung 3: Man baut die hier beschriebene Speicherungstechnik als "middleware" mit ein, genauso bei anderen "Dreckschleudern" - um das freigesetzte CO2 direkt zu fangen, binden und zu lagern. Das Überangebot von CO2 in der Atmosphäre geht dadurch nur indirekt zurück, da hier dann die Umwelt und ihre natürliche Form der speicherung ins Spiel kommt. Problem zwar nicht gelöst, aber es ändert sich etwas ab dem ersten Kraftwerk, das in den Industriebetrieb geht und jedes weitere Kraftwerk mit dieser Technik ersetz unter umständen eines ohne. Und der Stein fängt das rollen an. Man hat direkte Ergebnisse. Man hat Fakten, Zahlen, die man gegeneinander stellen und mit denen man rechnen kann. Man hat etwas getan, das nachhaltig ist.

    Es ist also nicht so, dass ich nur die Schwächen zerrede ohne Alternativen zu bieten. Es ist vielmehr so, dass ich sage: Hier ist eine Lösung, zeig mir nur einen Nachteil zu deinem Vorschlag, der unter umständen nur fadenscheiniger Populismus ist.

    Man ist an einem Punkt angekommen, an dem es unser Planet - dem es prinzipiell scheißegal ist, ob wir darauf leben können oder nicht - es nicht mehr schafft, das feine Gleichgewicht in der Atmosphäre ohne unsere Hilfe KURZFRISTIG (also innerhalb einer Lebensspanne eines Menschens) zu ändern. Also kommt nun der Mensch ins Spiel und greift der Natur unter die Arme und versucht den Schaden, den er Angerichtet hat, wieder gut zu machen. Der Unterschied ist: Der Planet hat Zeit und ein Menschenleben oder auch Generationen von Menschenleben sind geradezu lächerlich kurz in planetaren Maßststäben. Und trotzdem ist es erstrebenswert, eine Lösung zu finden, bevor wir alle aussterben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.10.17 23:13 durch derJimmy.

  13. Re: blödsinn

    Autor: bombinho 16.10.17 - 23:58

    Achs Frage ist aber gar nicht so daneben. Es mag vielleicht keinen Sinn machen Baeume zu pflanzen, weil sie wieder abgeholzt werden, noch bevor sie ausgewachsen sind. Aber trifft das auch auf den Baum zu, den du im Garten pflanzen kannst?

    So ganz nebenbei kannst Du mit dem Beitritt zu einer Kirche einen guten Teil zur Rettung beitragen. Denn die Kirchenwaelder unterliegen keener kurzfristigen Finanzplanung, den die Kirche plant auch in 100 Jahren noch da zu sein und hat deswegen nicht den Drang, die Waelder kurzfristig in eine bei Maserati eingekaufte Firmenwagenflotte umzuwandeln.

    Es sind die kleinen Schritte, die Jeder fuer sich tun kann, ob er zum Vegetarier wird, sich einer Kirche anschliesst, aktiv durch Beratung/Anleitung Probleme behebt oder einfach nur bei seinen Haushaltsgeraeten auf moeglichst hohe Energieeffizienz achtet.
    Jeder kleine Schritt fuer sich ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Wenn aber Alle nur den einen selben Schritt tun, dann darf man davon ausgehen, dass das System mit einer ploetzlichen Luecke zu kaempfen hat und ob das dann auch noch eventuell ungeahnte Folgen hat, das steht auf einem anderen Blatt.

  14. Re: blödsinn

    Autor: Ach 17.10.17 - 00:05

    Mal übergreifend: Die Geburtenrate ist seit 2013/14 das erste mal rückgängig. Das Bevölkerungswachstum das wir derzeit erleben, geht auf das Konto der längeren Lebensdauer der Menschen. Deshalb wird die Bevölkerung zwar bei ca. 9 Milliarden peaken, dann aber zum ersten mal wieder zurückgehen, der UNESCO sei Dank, die hier ganz hervorragende Aufklärungsarbeit geleistet hat, rund um den Globus.


    Zu erstens.

    Der Zertifikatehandel ist tot. Der hat noch nie und wird auch nie funktionieren. Aber eine Steuer funktioniert, und das ist der Weg an dem man nicht vorbei kommen wird, die CO2 Freisetzung zu besteuern.


    Zu zweitens.

    Aufforsten bringt einen wichtigen Beitrag. Da sollte man also nicht die Flinte ins Korn werfen. Aufforstung ist vor allem eine politische Entscheidung. Dass es gelingen kann den Abbau unter Kontrolle zu bringen, erlebt man z.B. in Europa. Europa war zur großen Zeit der Segelschifffahrt bis auf wenige Inseln ziemlich komplett abgeholzt, hat sich aber wieder erholt. Zudem wächst der Wald von ganz alleine, wenn man nicht eingreift. Das ist wichtig, denn das gilt nicht nur für Europa sondern für viele Regenwaldgebiete. Davon abgesehen ist der Wald nicht die Fläche in der der meiste Sauerstoff freigesetzt wird, das sind unsere Ozeane. Die Wälder der Erde steuern nur irgendwas zwischen 20 und 30% zur natürlichen Sauerstoffproduktion zu.


    Zu drittens.

    Wunderbar weitblickend, das gefällt. Wobei man ganz gezielt die Kohleverbrennung selber ins Visier nehmen sollte. Mit der Kohle schaffen wir unsere Klimaziele ohnehin nicht. Wir kommen aber am CO2 Capturering auch ohne die Kohle nicht vorbei. In der Beton Industrie z.B. oder in der Stahlproduktion werden auch ohne Energiegewinnung große Mengen freigesetzt die eigentlich eingefangen werden müssten. Wie in Island das CO2 unabhängig der Verbrennung einzufangen, das geht sogar noch einen Schritt weiter, das finde ich extrem fortschrittlich und ein wichtiges Zeichen.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Alternativ würde mich interessieren, ob sich mal jemand Gedanken darüber gemacht hat, das im Ozeanwasser gelöste CO2 direkt im Wasser zu binden, ob es da eventuell ein paar Effizienzsprünge abzugreifen gäbe, usw.. Ein sehr interessanter Nebeneffekt wäre der, dass damit die Ozeane wieder entsäuert würden. Die Korallen und alle anderen Meeresbewohner auf Kalkbasis werden es danken.

  15. Re: blödsinn

    Autor: derJimmy 17.10.17 - 02:35

    Schön, dass es hier anscheinend auch Leute gibt, mit denen man auf zivilisierte Art über kontroverse Themen diskutieren kann.

    Deine Punkte sind allesamt richtig und ich versuche erst gar nicht, da groß dagegen zu reden, denn ich bin hierbei absolut auf deiner Seite.

    Allerdings schließen ja deine Punkte meine nicht aus und umgekehrt.

    Natürlich ist wiederaufforstung wichtig und auch richtig. Und gerne darf sich jeder ein Stück Wald kaufen oder sich Bäumchen in den Vorgarten stellen. Aber man muss dann auch so realisitsch sein und den tatsächlichen, globalen Einfluss dieser Maßnahmen realistisch einschätzen.

    Sicherlich macht ein Baum einen Unterschied - und wenn jeder einen Pflanzt würde sich das Problem wahrscheinlich binnen ein paar Jahrhunderte lösen. Aber es wird nicht passieren, da es unrealistisch ist.

    Gut, dann eben jeder zehnte zehn bäume, jeder hunderste 100... Schön, wenn es so funktionieren würde. Schön auch, dass eine gewisse Verantwortung und der Wille etwas zu tun in der Bevölkerung angekommen ist. Das hilft, die nötige Aufmerksamkeit zu generieren.

    Aber Ich finde, wir brauchen Lösungen, die mit Mengen fertig werden, die sich schwer in menschlichen Maßstäben begreifen lassen. Stell man sich doch nur mal das Volumen einer Substanz vor, die in Relation etwa eineinhalb mal so schwer wie Luft ist. Und jetzt stellt man sich das Volumen von 3 Millarden Tonnen dieser Substanz vor. Und das ist nur der grobe weltweite Ausstoß eines Monats.

    Und jetzt nehmen wir uns unseren Baum: Eine 35 m hohe Fichte mit einem Alter von ca. 100 Jahren hat einem Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen). Das Holzvolumen inklusive Äste aber ohne Wurzeln beträgt 3,4 m3. Die darin enthaltene gesamte Biomasse hat ein Trockengewicht von knapp 1,4 Tonnen; die Hälfte des Holzkörpers besteht aus Kohlenstoff, also 0,7 Tonnen.
    Das bedeutet: Eine 35m Hohe Fichte hat 0,7 Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Dies entspricht einer CO2 Absorption von 2,6 Tonnen CO2 (Umrechnungsfaktor 3,67). QUELLE

    2.6 Tonnen / 100 Jahre = durchschnittliche CO2-Bindung pro Jahr und Fichte, unabhängig der momentanen Größe, lineare Interpolation.

    entspricht 0,026 Tonnen pro Jahr pro Fichte, bezwiehungsweise 0.000000026 Milliarden T Pro Jahr und Baum, beziehungsweise etwa 72g pro Tag. Das bedeutet, man müsste aktuell ZUSÄTZLICH zum weltweiten Bestand (ich hoffe ich hab mich nicht verrechnet) 1.346.153.846.153.850.000 bzw. 1.34 Trillionen (10^18) Bäume oder etwa 1923 Mrd Bäume pro Mensch bei einer angenommenen Weltbevölkerung von 7 Mrd Menschen pflanzen, um den Industriellen Ausstoß auf ein Vorindustriellen Niveau zu drücken. Ganz außer acht gelassen, dass wir eben noch dieses allgemeine Baumproblem haben: Da tut sich die ersten Jahre erst mal nix. Das ist stocklangweilig und die Luft wird auch nicht besser. 25 - 30 Jahre müssen die schon stehen, damit ein Effekt messbar wird. Und das ist meiner Meinung nach absolut unrealistisch.

    Zu deinem zweiten Punkt, dass der Zertifikatehandel kaputt ist, muss ich dir ebenfalls Recht geben - das bedeutet aber nicht, dass hochenergetische Großindustrien wie z.B. die Stahlverarbeitende Industrie, die Kfz-Industrie oder Frachtunternehmen dieses Werkzeug nicht benutzen. Nur weil etwas nicht besonders populär ist, bedeutet nicht, dass es nicht gemacht wird.

    Ich fände es schön, wenn Umweltschutz und nachhaltigkeit in jedermanns Kopf ankommen würden. Aber ich finde es wichtiger es zur Aufgabe zu machen, neuen Schaden zu vermeiden und Umweltschutz zur Kultur statt zur Mode zu machen. Denn erst, wenn jeder es als selbstverständlich empörend findet, wenn irgendjemand die Umwelt verschmutzt, kann man den entstandenen Schaden effektiv beseitigen, vorher ist es eine Sisyphosaufgabe: Die einen räumen weg, der nächstbeste versaut wieder alles.

  16. Re: blödsinn

    Autor: Ach 17.10.17 - 04:44

    Und ich finde es immer wieder erfrischend, wenn sich jemand nicht zu schade ist, ein paar Zahlen in die Hand zu nehmen um ganz praktischer Weise selber die Probe aufs Exempel zu machen. Zudem das beste Mittel gegen unternehmensbasierte Manipulations- und Einflussnahmeversuche in die Meinungsbildung der Bevölkerung.

    Das mit dem niedrigem Kohlenstoffspeicherpotenzial der Bäume hast du recht überzeugend wiedergegeben. Das ist auch insofern logisch, als dass in den letzten 200 Jahren nicht der Wald verbrannt, sondern die erdgeschichtlichen CO2-Senken in Form von Kohle und Öl wieder zurück in die Atmosphäre geblasen wurden. In diesem Sinne stellt die Bindung des CO2s in mineralischer Form das prädestinierte Optimum dar, da sind wir uns wahrscheinlich einig.

    Dem entsprechend sehe ich den Nutzen der Wälder auch weniger in deren kurzfristigen Funktion als CO2 Senken, sondern in vielen anderen Punkten. Als Träger unserer Biosphären- und Artenvielfalt ist der Wald unersetzbar. Auch sein klimatischer Einfluss als Wasserspeicher, Wasserreiniger Luftreiniger und -befeuchter spielt eine entscheidende Rolle, sowie seine Funktion als Humusbildner, als Verhinderer von Bodenerosion und nicht zuletzt als Lieferant natürlicher Bau- und Werkstoffe. Sozusagen fungiert der Wald, von seiner Funktion als CO2 Speicher ganz losgelöst, als Gegenspieler des Klimawandels und/oder auch als Gegenspieler zu den unerwünschten Auswirkungen des Klimawandels.

    Das Problem mit dem Zertifikatehandel ist das, dass man deren Preis nur indirekt und nicht effektiv steuern kann weil die Zertifikate sich eher selber steuern und zudem relativ einfach zum Nachteil der Umwelt beeinflussbar sind. Effektiv steuern kann man die Preise tatsächlich nur via einer Steuer. Keiner Wünscht sich eine Steuer die so beschaffen ist, dass sie unsere Industrie in den Ruin treibt, aber die zumindest ein wirtschaftlicher Anreiz erzeugt, eher CO2 mindernde Maßnahmen zu ergreifen anstatt das Gegenteil davon zu tun und wirtschaftlich besser dazustehen, so wie es momentan der Fall ist. Das sehe ich als Pflicht unserer Regierung, und da hat die Groko bis zu ihrer jüngsten Verordnung sträflich versagt und ganz unzumutbare, unfaire und sogar die Umwelt schädigende Regelwerke auf ihre Bevölkerung losgelassen. So was macht mich dann sauer.


    Zu deinem letzten Punkt.

    Ich meine in letzter Zeit ein Sf-sci-artiges und Umwelt-positives Weltbild oder Bewusstsein sich herausbilden sehen. Nicht in Form des alles verweigernden Öko in Jutekleidung, sondern in einer Symbiose von Natur mit Technik und mit jeder Menge IT. Als Beispiel sei mal das Automobil genannt. Als technisch überlegenes und extrem flinkes Gefährt, zuhause und auf der Arbeit über die sich intelligent selbstregelnde Solaranlage gespeist. Solarakkulampen oder Handyladegräte in Dritte Welt Ländern, Klimasteuerung von Großgebäuden mit Regelung der Sonneneinstrahlung und natürlich der Lüftung, solche Dinge gehen ganz massiv in diese Richtung und zeichnen ein sehr schönes Bild der Zukunft. Etwas auf das man sich freuen kann und bei dem man sich das Kohlenstoffverbrennungszeitalter so schnell wie möglich aus dem Weg wünscht. So was muss man aufgreifen und daraus einen Zeitgeist machen.

  17. Re: blödsinn

    Autor: maverick1977 17.10.17 - 05:06

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wichtig ist nur, dass wir schnellstens damit anfangen ein Gleichgewicht her
    > zu stellen.

    Dieses Gleichgewicht hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Mal überlegt, wie viele aktive Vulkane ihren Dreck in die Atmosphäre pumpen? Da ist die heutige Industrie ein Waisenkind dagegen. Mal von den brennenden Kohleadern in Russland oder den USA gehört? Konnte der Mensch überhaupt nichts für. Soviel zum Gleichgewicht.

  18. Re: blödsinn

    Autor: chefin 17.10.17 - 09:23

    Um ein Gleichgewicht herzustellen, müssten wir den Menschen beseitigen.

    Wir Menschen haben es zu etwas entwickelt das ohne externe Wärmezufuhr nicht mehr lebensfähig ist, jedenfalls in den meisten Regionen der Erde.

    An dem Punkt an dem wir unser Fellkleid gegen Kleidung getauscht haben, begann der Prozess. Und führte dazu das wir uns heute im Internet so austauschen, das wir heute nicht mehr dem Darwinismus unterliegen. Und dieses Problem ist nicht direkt lösbar. Weil die einzige direkte Lösung das Ende unserer Existenz bedeutet. Lebewesen die über die ressourcen hinaus gewirtschaftet haben, sind ausgestorben. Im laufe der Erdgeschichte kam das 2x vor, das CO2 so überhoch angewachsen ist, das durch Erwärmung die Ursache beseitigt wurde und es dann sogar ins krasse gegenteil abgewandert ist.

    Da wir also unsere Existenz nicht beenden möchten, werden wir uns damit abfinden, die Probleme die wir verursachen in den Griff zu bekommen. Und da dieses Kraftwerk natürliche chemische Vorgänge benutzt, ist es ein brauchbarer Ansatz. Er ist sowieso nicht überall machbar. Woanders wird man also andere Lösungen finden.

    PS: wir steuern alleine durch unsere Existenz auf die Katastrophe zu, da die größte CO2 Quelle die Lebewesen sind. Und wenn zuviel Sauerstoffatmer existieren und Flächen benutzen die dann nicht mehr für CO2 Atmer(Pflanzen) zur Verfügung stehen, kippt das ganze sowieso. Auch ohne Verbrennung.

  19. Re: blödsinn

    Autor: LiPo 17.10.17 - 09:33

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PS: wir steuern alleine durch unsere Existenz auf die Katastrophe zu, da
    > die größte CO2 Quelle die Lebewesen sind. Und wenn zuviel Sauerstoffatmer
    > existieren und Flächen benutzen die dann nicht mehr für CO2 Atmer(Pflanzen)
    > zur Verfügung stehen, kippt das ganze sowieso. Auch ohne Verbrennung.

    das ist sogar hanebüchener blödsinn. die sauerstoffatmer *produzieren* kein CO2, sie sind teil des kohlenstoffkreislaufs auf der erdoberfläche.

  20. Re: blödsinn

    Autor: NativesAlter 17.10.17 - 09:52

    LiPo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > du willst 2000 milliarden tonnen co2 an calcit binden? ich halte das
    > vergraben von kohlenstoff für sinnvoller.

    Nur mal rein aus Interesse, wie vielen km² Wald entspricht das ungefähr, wie lange muß man warten, bis diese Menge CO2 gebunden ist und wo sollen die für die Bäume benötigten Fläche zur Verfügung stehen? :)

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