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Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

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  1. Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: henry86 28.03.20 - 21:29

    Ich kenne mich mit Beatmungsgeräten leider kaum aus.
    Aber so grundsätzlich:

    Warum ist es so schwer, eben diese speziellen Geräte zu bauen?

    Ich mein, irgendwo werden die ja bereits schon gebaut. Wir müssen ja nichts neu erfinden, wir müssten die Herstellungsprozesse, die bereits existieren, ja erstmal nur kopieren?

    Und genügend freie Arbeitskräfte gibt's ja, nachdem sämtliche Autobauer ihre Produktion stillgelegt haben.

    Woran also mangelt es genau? Braucht man andere Materialien? Wenn ja, welche?

    Oder sind es spezielle Industrieroboter? (Und warum kann man die nicht nachfertigen?)

    An Geld mangelts ja nicht. Allein unsere Bundesregierung hat gerade 150 Milliarden rausgehauen, die Amis 2 Billionen.

    Und selbst wenn man jetzt eine Fabrik im Schnellverfahren neu errichten würde, käme man da sicher mit ein bis zwei Milliarden hin.

  2. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: highlite86 28.03.20 - 21:56

    Naja mal eben so die Produktionen verdoppeln oder sogar noch mehr, erfordert dann doch etwas an Planung, Lieferketten müssen umgestellt bzw. optimiert werden (hier kommt aber vieles aus China, die gerade erst selbst wieder hochfahren), dann müssen Produktionslinien umgestellt und erweitert werden, mehr MA eventl.

    Dann haben sich natürlich nur wenige Firmen auf so etwas spezialisiert, die werden jetzt wohl kaum die kompletten Baupläne an andere Firmen aushändigen, Patente etc...Die könnten danach zusperren.

    Ich meine gelesen zu haben, das z.B. das MIT gerade an Open Source Bauplänen arbeitet, so etwas könnte dann verwendet werden...

  3. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: schnedan 28.03.20 - 22:01

    so einfach ist das nicht...
    Gasmischer (CO2 Gehalt), Filter, Druckprofile beim aus und einatmen.
    da darf nichts schief laufen. Auch nicht bei der Bedienung.

    Die Normen für sowas sind sehr strenge functional Safety Normen... 1000sende Seiten dick. Niemand versteht diese Anforderungen auch mal eben so...

    die Hersteller wollen aber sicherlich nicht ihre Baupläne, Ihr know How rausgeben. Wäre irgendwie schlecht für die Zeit danach.

    Und selbst wenn man bestehende Fertigungsanlagen dupliziert dürfte es Monate dauern die Spezialmaschinen - oft mehr oder minder Einzelstücke neu zu bauen, alle Komponenten dafür auf zu treiben, neu in Betrieb nehmen,...

    PS: Herstellung von Medizinprodukten geschieht oft in Reinräumen. Müsste man als auch berücksichtigen.

  4. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: henry86 28.03.20 - 22:15

    Das sind alles Argumente, die in Friedenszeiten Gültigkeit haben. Im Kriegsfall - der jetzt von Trump ausgerufen wurde - sind Themen wie Patente etc. irrelevant.

    Im Zweifel werden die Firmen einfach enteignet und müssen ihr Know How rausgeben. Aber soweit werden die es ja gar nicht kommen lassen und einfach selber bereit sein, gegen entsprechendes Geld zu liefern.

    Und wieso sollte es Monate dauern, die entsprechenden Spezialmaschinen zu fertigen? Wenn es top prio hat und man es für ein vielfaches des sonstigen Preises verkaufen kann?

    Nochmal, wir reden hier ja nicht von den marktüblichen bedingungen, wo alles so billig wie möglich sein muss. Man kann das Zeug jetzt zu einem vielfachen des üblichen Preises verkaufen.

  5. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: PerilOS 28.03.20 - 22:25

    In Traumwelten kann man alles mit Geld regeln. In der Realität dauert Monat, wenn nicht sogar Jahre eine Produktion grundlegend umzubauen. Du brauchst Fachkräfte, Maschinen, Prozesse usw. um überhaupt Produktionsfähig zu werden. Danach brauchst du auch noch eine gewisse Zeit um die Kinderkrankheiten auszumerzen.

    Nein, eine 1:1 Kopie von irgendwas ist realitätsfern.
    Aber da du hier anscheinend eh ein Fantast bist, ist die Diskussion nicht zielführend.
    Enteignung und Kriegswirtschaft um populistischen Quatsch umzusetzen, der absolut keinen Mehrwehrt bietet. Konsumier weniger Internet.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 28.03.20 22:27 durch PerilOS.

  6. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: Chris0706 28.03.20 - 22:27

    Weil es einfach dauert in einer mechanischen Fertigung und dem Zusammenbau? Du kannst einfach nicht 20 Leute gleichzeitig an einer Maschine arbeiten lassen.. Die kommen sich halt immer in die Quere.. Da hilft alles Geld und Prio der Welt nicht..

  7. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: DooMMasteR 28.03.20 - 22:28

    Das sind sie nach seinem Erlass wohl schon, wenn jemand IP oder so nach Anfrage nicht fuer die Produktion raus rueckt, ist er dran.

    Die Geraete aus Friedenszeiten sind aber viel zu komplex und over engineered um mal eben gebaut zu werden, da muss einfach Technik her, bei der man sicher auch auf ein paar bells and whistles verzichten muss.

  8. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: gadthrawn 28.03.20 - 23:11

    henry86 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne mich mit Beatmungsgeräten leider kaum aus.
    > Aber so grundsätzlich:
    >
    > Warum ist es so schwer, eben diese speziellen Geräte zu bauen?

    Fertigungslinien umzustellen dauert normal ein paar Wochen.

    Rohstoffe kommen momentan... aus bereits betroffenen Regionen und dies unzuverlässig.

    Klar kann ein Unternehmen ala Trigema schnell einfache Masken nähen - die schützen aber auch nicht den Träger der Maske sondern andere.

    Klar können Maker lustige Beatmungsgeräte fertigen - die aber selbst wenn sie die Lunge nicht zum platzen bringen (was leider nicht unwahrscheinlich ist) - keine Sauerstoffanreicherung bieten.

    Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell. Allein wenn du die passenden Chips nicht in Masse hast bekommst du Software nicht flott auf was anderes.

    Also entweder machst du alles gleich und brauchst Monate um genau die gleichen Zulieferteile zu bekommen - oder du gibst zu das vieles Aktionismus ist.

  9. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: BLi8819 29.03.20 - 10:42

    > Rohstoffe kommen momentan... aus bereits betroffenen Regionen und dies unzuverlässig.
    Wo hast du denn diese Info her? Wieso sollten Rohstoffe aus betroffenen Gebieten (was die ganze Welt wäre) nicht genutzt werden? Es müssen halt Hygienemaßnahmen beachtet werden.

    > Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell.
    Mich wundert dann, warum es aber mit einen simplen 3D-Durcker gehen soll.

  10. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: thinksimple 29.03.20 - 12:24

    schnedan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > so einfach ist das nicht...
    > Gasmischer (CO2 Gehalt), Filter, Druckprofile beim aus und einatmen.
    > da darf nichts schief laufen. Auch nicht bei der Bedienung.
    >
    > Die Normen für sowas sind sehr strenge functional Safety Normen...
    > 1000sende Seiten dick. Niemand versteht diese Anforderungen auch mal eben
    > so...
    >
    > die Hersteller wollen aber sicherlich nicht ihre Baupläne, Ihr know How
    > rausgeben. Wäre irgendwie schlecht für die Zeit danach.
    >
    > Und selbst wenn man bestehende Fertigungsanlagen dupliziert dürfte es
    > Monate dauern die Spezialmaschinen - oft mehr oder minder Einzelstücke neu
    > zu bauen, alle Komponenten dafür auf zu treiben, neu in Betrieb nehmen,...
    >
    > PS: Herstellung von Medizinprodukten geschieht oft in Reinräumen. Müsste
    > man als auch berücksichtigen.


    Deswegen geben die Hersteller nur die Pläne für den Vor-Vorgänger zum Nachbau raus. Die Steuer-Chips kommen von Infineon und die Firmware vom Originalhersteller.
    Es werden nur die Geräte ohne Gedächtnis gefertigt. Da wird kein Know How weitergegeben.

    Alleinfahrende Autos hin oder her,
    aber Backpapierzuschnitte sind schon eine geile Erfindung.

  11. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: thinksimple 29.03.20 - 12:35

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > henry86 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich kenne mich mit Beatmungsgeräten leider kaum aus.
    > > Aber so grundsätzlich:
    > >
    > > Warum ist es so schwer, eben diese speziellen Geräte zu bauen?
    >
    > Fertigungslinien umzustellen dauert normal ein paar Wochen.
    >
    > Rohstoffe kommen momentan... aus bereits betroffenen Regionen und dies
    > unzuverlässig.
    >
    > Klar kann ein Unternehmen ala Trigema schnell einfache Masken nähen - die
    > schützen aber auch nicht den Träger der Maske sondern andere.
    >
    > Klar können Maker lustige Beatmungsgeräte fertigen - die aber selbst wenn
    > sie die Lunge nicht zum platzen bringen (was leider nicht unwahrscheinlich
    > ist) - keine Sauerstoffanreicherung bieten.
    >
    > Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell. Allein wenn
    > du die passenden Chips nicht in Masse hast bekommst du Software nicht flott
    > auf was anderes.
    >
    > Also entweder machst du alles gleich und brauchst Monate um genau die
    > gleichen Zulieferteile zu bekommen - oder du gibst zu das vieles
    > Aktionismus ist.

    Spritzgussteile, Drehteile, Frästeile. Kann man machen. Der Rest ist Zukauf. Die Pläne und Stücklisten sind ja vom Vor-Vorgänger.
    Montage erfolgt dann händisch. Man muss ja nicht alles gleich automatisieren.
    Tesla kann eh nicht viel selbst herstellen die müssten mehr vergeben.
    VW hat da viel mehr Möglichkeiten. Eigene Kunststofffertigung mit Werkzeugbau, Dreherei,Fräserei,Stanzen,Umbugen, Elektronikfertigung usw. Und ein riesen Lieferantennetzwerk. Chips liefert derzeit Infineon erhöht. Der Hersteller flasht mit der Firmware.

    Alleinfahrende Autos hin oder her,
    aber Backpapierzuschnitte sind schon eine geile Erfindung.

  12. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: gadthrawn 29.03.20 - 22:11

    BLi8819 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Rohstoffe kommen momentan... aus bereits betroffenen Regionen und dies
    > unzuverlässig.
    > Wo hast du denn diese Info her? Wieso sollten Rohstoffe aus betroffenen
    > Gebieten (was die ganze Welt wäre) nicht genutzt werden? Es müssen halt
    > Hygienemaßnahmen beachtet werden.

    Recht einfach. Das ist der gleiche Grund, warum die Automobilzulieferer kaum liefern können.
    Bosch fertigt große Teile in China, da die Werke dort geschlossen sind kommt nichts hier an. Rohstofflieferungen, Veredelungen, da sind schon lange keine Lieferketten mehr nach Deutschland da.

    > > Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell.
    > Mich wundert dann, warum es aber mit einen simplen 3D-Durcker gehen soll.

    Es geht ja nicht damit. Du hast ne Beschäftigung. Du kannst eine Art Ventil drucken. Aber nimm mal nen Infineon Chip. Du hast noch ne Fertigung in Dresden. Aber alle Rohstoffe kommen momentan eher zäh ran. Jetzt kannst du nicht einfach nen Bastelarduino einsetzen und hoffen alles läuft.

  13. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: Xstream 29.03.20 - 23:02

    > Gasmischer (CO2 Gehalt), Filter, Druckprofile beim aus und einatmen.
    da darf nichts schief laufen. Auch nicht bei der Bedienung.

    Ein Beatmungsgerät das in 10% der Fälle nicht richtig funktioniert ist besser als gar kein Beatmungsgerät.

    > Die Normen für sowas sind sehr strenge functional Safety Normen... 1000sende Seiten dick. Niemand versteht diese Anforderungen auch mal eben so...

    Muss er auch nicht. Er muss die bestehenden Geräte nachbauen und ob er die Normen erfüllt ist in der Kriegswirtschaft erstmal egal.

    > die Hersteller wollen aber sicherlich nicht ihre Baupläne, Ihr know How rausgeben. Wäre irgendwie schlecht für die Zeit danach.

    Als ob danach die Automobilhersteller plötzlich auf Beatmungsgeräte umsteigen würden. Ganz abgesehen davon kann man das per NDA absichern. Außerdem wird es wenn das alles rum ist eh einen massiven Überbestand geben, sodass man die nächsten Jahre erstmal nichts produzieren muss. Und zu guter letzt müssen sie eben zur Herausgabe gezwungen werden falls nötig.

    > Und selbst wenn man bestehende Fertigungsanlagen dupliziert dürfte es Monate dauern die Spezialmaschinen - oft mehr oder minder Einzelstücke neu zu bauen, alle Komponenten dafür auf zu treiben, neu in Betrieb nehmen,...

    Das ist richtig aber es wird auch noch Monate dauern bis der Spuk vorbei ist.

  14. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: SIRprise 30.03.20 - 01:35

    thinksimple schrieb:

    > Spritzgussteile, Drehteile, Frästeile. Kann man machen. Der Rest ist
    > Zukauf. Die Pläne und Stücklisten sind ja vom Vor-Vorgänger.
    > Montage erfolgt dann händisch. Man muss ja nicht alles gleich
    > automatisieren.
    > Tesla kann eh nicht viel selbst herstellen die müssten mehr vergeben.
    > VW hat da viel mehr Möglichkeiten. Eigene Kunststofffertigung mit
    > Werkzeugbau, Dreherei,Fräserei,Stanzen,Umbugen, Elektronikfertigung usw.
    > Und ein riesen Lieferantennetzwerk. Chips liefert derzeit Infineon erhöht.
    > Der Hersteller flasht mit der Firmware.

    Bin aus der Branche (aber andere OP-Geräte) und gebe dir teilweise Recht: Abgesehen von formalen Dingen (Zertifizierung fehlt, Second Source ist so nie definiert worden, Abmusterung, Zulassung etc.) könnten Automobilfirmen vermutlich zumindest als Zulieferer einspringen. Voraussetzung wäre aber auch, dass der eigentliche Zulieferer mitspielt, damit ein Ventil hinterher annähernd die gleichen Toleranzen hat. Geschickterweise würde man dort dann gleich einen Komponentenprüfplatz mit hinstellen.
    Den Rest sehe ich skeptischer: Der Aufbau ist auch ein Prozess - dazu braucht das Personal Schulungen und teilweise Spezialwerkzeug. Die Geräte müssen auch mit Spezialgerät (Sonderanfertigungen mit Einzelabnahme) kalibriert und endgeprüft werden. Gerade letzteres kann zeitaufwändig sein, z.B. wenn dazu gehört stundenlang einen Spezialdummy in verschiedenen Modi zu beatmen. Zusammen mit dem (derweil durch den Prüfling blockierten) Spezialgerät reduziert das den Durchsatz. Sinnvoller wäre es, in der Produktion des Originalherstellers weitere Fertigungsstraßen einzurichten und in mehr Schichten arbeiten - evtl. mit Vormontagen durch Autobauer.
    Wenn Gesetze der Wirtschaft und Medizin (DIN 60601 etc.) nicht mehr gelten täten, Haftungsfragen und Qulität nachrangig wären... dann ging evtl. mehr bis hin zu Bastellösungen. - Die sähe ich dann aber so, dass der Hersteller eine Spezialfirmware mit den wichtigsten Eigenschaften (aber ohne Sicherheitsfunktionen mit Redundanzen etc.) herausgibt bzw. selbst eine Art Minimalgerät neu entwickelt oder eine Abwandlung eines Uraltmodells macht. Das könnte dann vielleicht nur einen Modus und die Patienten müssten in Narkose/Koma oder sonstwie ohne eigenen Atemreflex gehalten werden. Bei Allem unter diesem Qualitätslevel sehe ich schwere Verletzungen vorprogrammiert bei stundenlanger invasiver Anwendung. Es sind einfach sehr komplexe Systeme.
    Was man unterscheiden sollte: Es gibt ja nicht nur die intensivmedizinische Fälle, sondern auch die, die nur eine leichte Unterstützung brauchen (low care?). Viele Leute mit Apnoe in der Nacht etc. haben ja heute schon einfache Geräte mit einer simplen Maske, O2 und Verdampfer. Da könnte ich mir eher Bastellösungen vorstellen.

  15. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: quasides 30.03.20 - 03:57

    dazu kommt zum "kopieren" einer produktion brauchst du ersteinmal die maschinen die im detail benötigt werden.
    und selbst wenn die vorhanden wären must du auch ersteinmal aufeinander abstimmen.
    den neuen prozess auch schulen etc etc...

    kopieren wäre wohl der komplizierteste weg.
    einfacher wäre wohl die wichtigsten vorgaben einzuhalten und ein entsprechend baubares neues system zu entwerfen.
    die ganzen zertifizierungen wird man auf ein minimum reduzieren müssen und eben mögliche ausfälle in kauf nehmen müssen

    wobei man die frage in den raum werfen darf welche der zertifizierungen bei beamtungsgeräten tatsächlich notwendig oder aus anderen gründen künstlich geschaffen wurden.
    aber freilich nach bisherigen standard wird das wohl eher weniger was.

  16. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: countzero 30.03.20 - 12:23

    BLi8819 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > > Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell.
    > Mich wundert dann, warum es aber mit einen simplen 3D-Durcker gehen soll.

    Das ist eigentlich recht einfach zu erklären:
    Will ich ein Bauteil im 3D-Drucker drucken, muss ich vereinfacht gesagt nur das CAD-Modell in den Drucker laden und kann direkt loslegen.

    Will ich das gleiche Teil auf einer Spritzguss-Maschine herstellen, muss ich erstmal ein Spritzguss-Werkzeug konstruieren und herstellen. Das kann selbst im Idealfall locker ein oder zwei Wochen dauern.

    Dafür braucht der 3D-Drucker aber für ein Teil mehrere Minuten oder sogar Stunden. Die Spritzguss-Maschine braucht 30 Sekunden bei höherer Qualität und kann je nach Größe des Teils auch noch mehrere Teile gleichzeitig herstellen. Bei uns in der Firma liegt die Zykluszeit (wie lange dauert es umgerechnet auf ein Stück, dieses zu produzieren) in der Regel bei unter 10 Sekunden.

  17. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: thinksimple 30.03.20 - 13:43

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > BLi8819 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > > > Große Teile der medizinischen Fertigung sind relativ speziell.
    > > Mich wundert dann, warum es aber mit einen simplen 3D-Durcker gehen
    > soll.
    >
    > Das ist eigentlich recht einfach zu erklären:
    > Will ich ein Bauteil im 3D-Drucker drucken, muss ich vereinfacht gesagt nur
    > das CAD-Modell in den Drucker laden und kann direkt loslegen.
    >
    > Will ich das gleiche Teil auf einer Spritzguss-Maschine herstellen, muss
    > ich erstmal ein Spritzguss-Werkzeug konstruieren und herstellen. Das kann
    > selbst im Idealfall locker ein oder zwei Wochen dauern.
    >
    > Dafür braucht der 3D-Drucker aber für ein Teil mehrere Minuten oder sogar
    > Stunden. Die Spritzguss-Maschine braucht 30 Sekunden bei höherer Qualität
    > und kann je nach Größe des Teils auch noch mehrere Teile gleichzeitig
    > herstellen. Bei uns in der Firma liegt die Zykluszeit (wie lange dauert es
    > umgerechnet auf ein Stück, dieses zu produzieren) in der Regel bei unter 10
    > Sekunden.


    Das gedruckte Bauteil muss aber noch nachbearbeitet werden usw. Und nicht jeden Kunststoff kann man drucken.
    Werkzeuge für einfache Bauteile kann man sehr schnell fertigen. Je nach Kappa des Werkzeugbauers. Und das fertige Bauteil ist auch billiger.
    Lego könnte da ja sehr rasch helfen. Die haben enorme Kappas und eigenen Werkzeugbau. Theoretisch aber nur.

    Alleinfahrende Autos hin oder her,
    aber Backpapierzuschnitte sind schon eine geile Erfindung.

  18. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: yoyoyo 30.03.20 - 23:01

    Die wurden nicht geschaffen um irgendwas aufzuhalten, sondern um den Hersteller bei Problemen rechtlich zu schützen, zum Beispiel wenn so ein Gerät den Patienten tötet. Das ist auch genau die Konsequenz aus mangelhaft zusammen gebauten Geräten, was auch nicht so wahnsinnig hilfreich ist.

  19. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: BLi8819 30.03.20 - 23:43

    > Recht einfach. Das ist der gleiche Grund, warum die Automobilzulieferer kaum liefern können.
    > Bosch fertigt große Teile in China, da die Werke dort geschlossen sind kommt nichts hier an.
    > Rohstofflieferungen, Veredelungen, da sind schon lange keine Lieferketten mehr nach Deutschland da.
    Was aber kein Verbot darstellt, wie behauptet... (es wurde das Wort "unzulässig" verwendet)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.03.20 23:43 durch BLi8819.

  20. Re: Warum ist es so schwer, die speziellen Beatmungsgeräte zu bauen?

    Autor: chefin 31.03.20 - 08:53

    henry86 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne mich mit Beatmungsgeräten leider kaum aus.
    > Aber so grundsätzlich:
    >
    > Warum ist es so schwer, eben diese speziellen Geräte zu bauen?
    >
    > Ich mein, irgendwo werden die ja bereits schon gebaut. Wir müssen ja nichts
    > neu erfinden, wir müssten die Herstellungsprozesse, die bereits existieren,
    > ja erstmal nur kopieren?
    >
    > Und genügend freie Arbeitskräfte gibt's ja, nachdem sämtliche Autobauer
    > ihre Produktion stillgelegt haben.
    >
    > Woran also mangelt es genau? Braucht man andere Materialien? Wenn ja,
    > welche?
    >
    > Oder sind es spezielle Industrieroboter? (Und warum kann man die nicht
    > nachfertigen?)
    >
    > An Geld mangelts ja nicht. Allein unsere Bundesregierung hat gerade 150
    > Milliarden rausgehauen, die Amis 2 Billionen.
    >
    > Und selbst wenn man jetzt eine Fabrik im Schnellverfahren neu errichten
    > würde, käme man da sicher mit ein bis zwei Milliarden hin.

    Komm mal zu uns, wir stellen nur ein ganz einfaches Produkt her. Elektrische Spulen. Wir wickeln Draht auf einen runden Eisenkern.

    Schon das zu kopieren dauert wochen, wenn nicht Monate, weil du weder die Kerne hast noch die Werkzeuge. Mit der Hand brauchst du für eine Arbeit die 1 Minute dauert ca 1 Std.

    Aber nehmen wir mal an, wir könnten es einfach nachbauen. Dann musst du das Material bestellen. Typische Lieferzeiten für einen geregelten Motor für die Pumpe ca 3 Monate. Und bevor du nun auf Lagerbestände irgendwo verweist, man kann nicht irgendeinen Motor nehmen, der irgendwie Luft pumpt. CPAP-Geräte arbeiten typisch mit 0,2-0,4L pro Sekunde bei eingestellten 5-7mbar. Und das in einem 16mm Schlauch. Schon wenn der Luftwiderstand im Schlauch sich ändert ändert sich der Druck oder die Menge. Der Drucksensor muss in µBar genau messen um zu erkennen, wann man ausatmet. Du kannst nicht einfach nur Luft in die Lunge pumpen, sie arbeitet dann nicht richtig und du zerstörst Lungenbläschen. Das wächst nicht nach. Wir hatten eine Zeitlang ein CPAP Gerät. Dazu kommt, das der Schlauch sich mit Wasser füllt. Dein Atmen ist feucht, der schlauch aber Raumtemperatur und es bildet sich Kondensat. Die Luft blubbert nun durch das Kondensat, der Druckverlauf ändert sich. Nur wenn Motor/Schlauch/Drucksensor/Ansaugfilter bekannte Druckprofile haben, funktioniert diese Software. Ansonsten muss man es erst neu austesten.

    Das nächste ist dann, das jede Veränderung eine Veränderung der EMV-Werte bedeutet. Menschen die das brauchen sind meist Älter, also darf kein Herzschrittmacher dadurch gestört werden. Um ihn herum ist aber zum Zeitpunkt der Benutzung sehr viel Elektronik zur Lebenserhaltung und Überwachung. Der EM-Pegel ist hoch, wehe wenn dann ein Gerät noch überhohe Werte dazu bringt.

    Keines dieser Probleme ist unlösbar. Aber sie kosten Zeit. Und Zeit haben wir eigentlich nicht so viel. Sowas in 4 Wochen durchzuboxen ist machbar, auch wenn das richtig fett Kohle kostet. Und nun rate mal, wer das bezahlt. Wenn dich also dann ein solches Gerät statt 1000 Euro dann 10.000 Euro kostet und du 1.000.000 herstellst (300 Millionen Amerikaner gibt es) reden wir also von 10 Milliarden Euro (rechne es dir selbst um in Dollar).

    Und die fliegen danach irgendwo rum und werden nach 1 Jahr entsorgt. Den die müssen einmal Jährlich geprüft werden, kostet ca 100 Euro. Wer will also die nächsten Jahre jährlich 100 Millionen ausgeben für Geräteprüfungen für Geräte die man vieleicht nie wieder braucht. Für Grippe (welches auch Lungenentzündung verursacht und Beatmnungsgeräte benötigt), haben wir ja augenscheinlich ausreichend Material.

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