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Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

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  1. Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: mich 10.06.14 - 10:02

    Turing hat tatsächlich mal eine Aussage darüber gemacht, dass ein Computer in der Lage sein soll, in 5-Minuten-Konversationen 30% der Tester davon zu überzeugen, dass er ein Mensch sei. Allerdings war das kein Kriterium für das Bestehen des Tests (da spricht Turing selbst explizit von 50% und erwähnt kein Zeitlimit), sondern der von ihm geschätzte Meilenstein für das Jahr 2000.

  2. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: crmsnrzl 10.06.14 - 10:23

    mich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Turing hat tatsächlich mal eine Aussage darüber gemacht, dass ein Computer
    > in der Lage sein soll, in 5-Minuten-Konversationen 30% der Tester davon zu
    > überzeugen, dass er ein Mensch sei. Allerdings war das kein Kriterium für
    > das Bestehen des Tests (da spricht Turing selbst explizit von 50% und
    > erwähnt kein Zeitlimit), sondern der von ihm geschätzte Meilenstein für das
    > Jahr 2000.

    Die 5-Minuten waren von Turing so vorgesehen, zu der 30% Hürde weiß ich es nicht.
    Allerdings 50% als Hürde setzen wäre Praxisfern. Das wäre, als ob man sein Abitur nur mit 1.0er Durchschnitt bestehen würde.

  3. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: tangonuevo 10.06.14 - 12:58

    crmsnrzl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Allerdings 50% als Hürde setzen wäre Praxisfern. Das wäre, als ob man sein
    > Abitur nur mit 1.0er Durchschnitt bestehen würde.

    Es ging Turing ja auch nicht darum einen tollen praktischen Wettbewerb für die Boulevarblätter auszuschreiben sondern um einen wirklichen Test von Intelligenz. Wenn eine Maschine den *echten* Touring-Test besteht, dann sollte dahinter dann auch eine wirklich intelligente Maschine stecken *müssen*. Und keine Jahrmarkt-Attraktion wie diese strunzdumme Simulation

  4. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: crmsnrzl 10.06.14 - 14:31

    tangonuevo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > crmsnrzl schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Allerdings 50% als Hürde setzen wäre Praxisfern. Das wäre, als ob man
    > sein
    > > Abitur nur mit 1.0er Durchschnitt bestehen würde.
    >
    > Es ging Turing ja auch nicht darum einen tollen praktischen Wettbewerb für
    > die Boulevarblätter auszuschreiben sondern um einen wirklichen Test von
    > Intelligenz. Wenn eine Maschine den *echten* Touring-Test besteht, dann
    > sollte dahinter dann auch eine wirklich intelligente Maschine stecken
    > *müssen*. Und keine Jahrmarkt-Attraktion wie diese strunzdumme Simulation

    Der *echte* Turing-Test wurde bestanden. Unabhängig davon, was du meinst, was der Turing-Test sein sollte, hat Alan Turing die Kriterien selbst definiert.
    Wenn du mit "wirkliche intelligente Maschine" auch "echte KI" hinaus willst, dann sei dir gesagt, dass der Touring-Test zum testen "echter KI" gedacht war, und auch gar nicht dazu geeignet ist. Das behauptet allerdings auch keiner de Beteiligten.

  5. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: tangonuevo 10.06.14 - 16:05

    crmsnrzl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der *echte* Turing-Test wurde bestanden. Unabhängig davon, was du meinst,
    > was der Turing-Test sein sollte, hat Alan Turing die Kriterien selbst
    > definiert.

    Dann lies mal http://en.wikipedia.org/wiki/Turing_test#Versions_of_the_Turing_test. Es ist noch nicht mal wirklich klar, ob Turing den Computer als Menschen-Imitator wollte, oder ob er einen Computer und einen Mann beide eine Frau imiteren lassen sollen.

    Ausserdem in Turings eigenen Worten "Instead of attempting such a definition I shall replace the question by another, which is closely related to it and is expressed in relatively unambiguous words". Es ging ihm um einen philosphischen Diskurs, in dem er die Frage anders stellte. Deine 30% kommen von folgendem Satz: "average interrogator would not have more than 70 per cent chance of making the right identification after five minutes of questioning". Aber das war für ihn nur ein Fallbeispiel. Hätte er wirklich einen praktischen Test spezifizieren wollen, hätte er z.b. den "average interrogator" genauer definieren müssen.

    Es war nur ein philosophisches Gedankenkonstrukt. Und wie man an 13jährigen Russen sieht, gibt es in der "Definition" des Tests scheunengrosse Löcher, die ein Mathematiker wie Turing niemals hinterlassen hätte, wäre der Test als praktischer Test gedacht.

  6. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: crmsnrzl 10.06.14 - 17:23

    Ach Gottchen! Jetzt wird einfach alles durch einander gehauen um irgendwas in Frage stellen zu können, oder was?

    Ja es gibt mehrere Tests auf Basis Alan Turings Beschreibungen. Ein Szenario davon ist bekannt als OIG-Test und eines als Standard Turing Test . Das es hier eindeutig um letzteren geht, wird sowohl aus dem Artikel, als auch aus der Quelle klar.
    Ist einer von beiden ein Beweis für *echte* KI? - Nein.
    Wurde der STT bestanden? - Ja.

  7. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: Sarowie 10.06.14 - 17:34

    crmsnrzl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der *echte* Turing-Test wurde bestanden. Unabhängig davon, was du meinst,
    > was der Turing-Test sein sollte, hat Alan Turing die Kriterien selbst
    > definiert.
    War es im Sinne des Turing Test die Regeln zu verbiegen?
    Das Programm spielte einen Minderjährigen, der nicht in seiner Muttersprache kommunizierte. Das war wohl nicht im Sinne Turings.

  8. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: tangonuevo 10.06.14 - 17:37

    crmsnrzl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach Gottchen! Jetzt wird einfach alles durch einander gehauen um irgendwas
    > in Frage stellen zu können, oder was?

    Keine Ahnung. Du hast gesagt "Unabhängig davon, was du meinst, was der Turing-Test sein sollte, hat Alan Turing die Kriterien selbst definiert. " So, als ob dieser gerade veranstaltete Turing-Test genau nach Turings *exakten* Spezifikationen ausgeführt wurde und Turing das jetzt genauso haben wollte, um daraus wissenschaftliche Erkenntnisse zu ziehen. Das bezweifle ich stark. Wenn du das auch so siehst, dann haben wir nur aneinander vorbeigeredet.

  9. Re: Das 30%-Kriterium stammt von Turing, aber...

    Autor: crmsnrzl 11.06.14 - 09:45

    Sarowie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > crmsnrzl schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der *echte* Turing-Test wurde bestanden. Unabhängig davon, was du
    > meinst,
    > > was der Turing-Test sein sollte, hat Alan Turing die Kriterien selbst
    > > definiert.
    > War es im Sinne des Turing Test die Regeln zu verbiegen?
    > Das Programm spielte einen Minderjährigen, der nicht in seiner
    > Muttersprache kommunizierte. Das war wohl nicht im Sinne Turings.

    Das er ein Kind simulierte sehe ich nicht als Problem. Dass es sich um einen Erwachsenen und/oder einen Gebildeten handeln müsse, ist eine Fehlannahme ähnlich der, dass KIs "intelligent" sein müssen (auch wenn das natürlich das eigentliche Ziel ist). Erwachsene sind sicherlich schwieriger zu simulieren, aber es ist ja auch nicht so, das man sich nun zurücklehnen und sich damit zufrieden geben würde. Irgendwann meldet sich der Nächste, der eine 18jährige aus der Bronx simuliert. Und es gibt wieder Kritik weil es nur "ein Teenager" ist oder ...
    Dabei stellt sich hier die Frage, welche Kriterien muss eine Referenzperson erfüllen damit sie als Mensch gilt?

    Der Haken mit der Muttersprache ist dagegen etwas relevanter. Aber man muss auch mal festhalten, dass das Team hinter Eugene aus Russen und Ukrainern bestand/besteht. Man sollte dann auch mal die Kirche im Dorf lassen.

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