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Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

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  1. Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: Nr.1 22.01.18 - 09:42

    Ich finde dieses Schlagwort als normaler, interessierter Nichtexperte ein wenig nervig.

    Für mich persönlich ist eine künstliche Intelligenz eine Existenz, die nicht natürlich entstanden ist. Diese künstliche Intelligenz kann mit uns interagieren. Da bin ich vielleicht von SciFi verwöhnt, das mag sein. Ich stelle mir daher eine künstliche Intelligenz als Wesenheit vor, mit der ich ernsthaft diskutieren kann, die einen Witz erkennt oder die mich aufmuntern kann. Was ich in diesem Artikel lese, ist für mein Verständnis nicht viel mehr als eine Bilddatenbank, bei der jedes Bild eine Beschreibung beinhaltet. Also beispielsweise "gelber Vogel mit schwarzen Flügelspitzen auf einem Ast". Wenn dann im Text steht "Der gelbe Vögel sitzt auf dem Ast und hat seine Flügelchen mit schwarzen Rändern fest an den Körper gepresst.", versucht die Software, aus der Beschreibung das passende Bild herauszusuchen. Kommen mehrere Objekte in dem Text vor, werden diese in einem gemeinsamen Bild zusammengesetzt. Es findet kein echtes Zeichnen statt, es ist eher eine Zusammensetzung. Das ist nach meiner Meinung keine künstliche Intelligenz, sondern lediglich ein komplexes Programm, dass viele Schritte durchführen kann, damit ein möglichst akzeptables Ergebnis dabei herauskommt.

    Oder verstehe ich es falsch und das IST bereits eine künstliche Intelligenz? Es ist vielleicht etwas philosophisch, aber ich empfinde es so, dass unser Verstand derart komplex ist, wir zu so extremen Assoziationen in der Lage sind, das ein Computer dies nicht zu leisten vermag. Ist es letztlich nur eine Frage der Rechenleistung oder hängt das mit der Funktionsweise eines Computers zusammen?

  2. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: countzero 22.01.18 - 10:21

    Was du beschreibst, ist eine starke Künstliche Intelligenz. Sowas gibt es heute noch nicht.

    Was man heute so als KI bezeichnet, ist eine schwache Künstliche Intelligenz. Das ist ein System, dass speziell für einen bestimmten Zweck entwickelt wurde. Die im Artikel genannte KI kann Bilder "malen" und sonst nichts.

    Der Unterschied zwischen einer schwachen KI ind einem "gewöhnlichen" Algorithmus ist der, dass den Algorithmus ein Mensch geschrieben hat. Bei der KI wird ein selbstlernendes System verwendet. Die Entwickler kippen vorne Daten rein, stellen eine Aufgabe und hinten kommt ein Ergebnis raus. Sie melden dem System dann, wie gut das Ergebnis ist. Dadurch verbessert sich das System selbst. Nach welcher Logik es seine Entscheidungen trifft, können aber selbst die Entwickler nicht genau sagen.

  3. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: Trockenobst 22.01.18 - 10:40

    Nr.1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist es letztlich nur eine Frage der Rechenleistung oder hängt das
    > mit der Funktionsweise eines Computers zusammen?

    Es gibt zwei Wege eine virtuelle Puppe gehen zu lassen. Der Animator malt jeden einzelnen Schritt. Der Mensch entscheidet über jede einzelne Animation
    https://youtu.be/2y6aVz0Acx0?t=88

    Man kann aber auch den Computer mit einfachen Regeln anweisen, selbst zu lernen
    wie das Ziel eines laufenden Wesens zu erreichen ist
    https://youtu.be/gn4nRCC9TwQ

    Die KI wird durch entsprechende Programmierung und durch den massenhaften Input von Menschen irgendwann "selbst" entscheiden was ein hübscher gelber Vogel mit schwarzen Flügeln ist. Da wird dann nicht simpel was übereinandergelegt, sondern ein relativ komplexer "Lern"-Prozess durchgearbeitet.

    Mit exponentiell steigender Rechengeschwindigkeit sind krasse Effekte möglich. Es gibt Demos von Schreibprogrammen, wo die mitlesende KI schon bei drei Wörtern ganze Sätze bis Absätze "generiert" weil sie den Schreibstil des Schreiberlings schon vollkommen analysiert hat. Zu Recht empfinden die Nutzer dies als "Unheimlich".
    Das kriegt man nicht mit ein paar "Formeln" hin. Da sind schon komplexe Analysen drin.

  4. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: Kein Kostverächter 22.01.18 - 10:45

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dadurch verbessert
    > sich das System selbst. Nach welcher Logik es seine Entscheidungen trifft,
    > können aber selbst die Entwickler nicht genau sagen.

    Letzteres ist nicht ganz richtig. Alle KI-Systeme, die wir heute haben, sind deterministisch. Das heisst, man kann die Logik der Entscheidungen durchaus exakt nachvollziehen. Dies jedoch nur mit grossem Aufwand, der sich meist (ausser in der reinen Forschung) nicht lohnt.

    Bis die Tage,

    KK

    ----------------------------------------------------------
    Mach dir deine eigenen Götter, und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken.
    (Epikur, griech. Phil., 341-270 v.Chr.)
    ----------------------------------------------------------
    Gesendet von meinem AppleTree iphone23 mit GoogleByte TalkAlways
    What the FUUK is going on?

  5. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: Nr.1 22.01.18 - 11:09

    Trockenobst schrieb:
    .....
    > Mit exponentiell steigender Rechengeschwindigkeit sind krasse Effekte
    > möglich. Es gibt Demos von Schreibprogrammen, wo die mitlesende KI schon
    > bei drei Wörtern ganze Sätze bis Absätze "generiert" weil sie den
    > Schreibstil des Schreiberlings schon vollkommen analysiert hat. Zu Recht
    > empfinden die Nutzer dies als "Unheimlich".
    > Das kriegt man nicht mit ein paar "Formeln" hin. Da sind schon komplexe
    > Analysen drin.

    Erst einmal danke für die Antworten und Denkansätze.

    Für mich klingt das eher danach, dass eine Wortanalyse permanent mit läuft. Die ständigen Auswertungen und die heute mögliche, hohe Rechenleistung ermöglicht eine Echtzeitanalyse.

    -Wort 1 lautet "Das" .... in 68 Prozent aller Fälle folgt darauf "Haus"-
    -Worte wie "exponentiell", "exorbitant" und "lustvoll" tauchen besonders häufig auf-
    Satzaufbauanalyse, Wortstammanalyse und Nutzung einer angeschlossenen Wortdatenbank

    Mir ist klar, dass es noch deutlich komplexer ist. Aber es ist nach meiner Meinung immer noch nur eine kalte Analyse. Hat der Autor einen eintönigen Stil, wird die Analysesoftware es leicht haben. Ist der Autor sprunghaft und wechselt immer wieder den Stil und die Wortwahl, dürfte die Software versagen.

    Auch inhaltlich kann ich mir nicht vorstellen, dass etwas Vernünftiges oder gar wirklich Lesenswertes dabei herauskommt. Die "künstliche Intelligenz" könnte eventuell eine kleine Geschichte zusammensetzen, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass es spannend, lustig oder anderweitig reizvoll wäre.

    Von dem "Jahrmarktseffekt" mal abgesehen.

    Ich finde es jedenfalls spannend und ich werde es weiter beobachten.

  6. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: Trockenobst 22.01.18 - 13:36

    Nr.1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > könnte eventuell eine kleine Geschichte zusammensetzen, jedoch kann ich mir
    > nicht vorstellen, dass es spannend, lustig oder anderweitig reizvoll wäre.

    Computer haben kein Problem die gesamten Texte der Menschheit in ihrem Speicher zu halten. Momentan gibt es noch Beschränkungen im Speicher und in der CPU, mit diesen Texten was vernünftiges Anzustellen.

    Wer mit Leuten spricht, die schon seit 20 Jahren in der Sprachverarbeitung sind, die sagen alle dass "technische Durchbrüche" erst in den letzten 4-5 Jahren wegen der CPU Geschwindigkeit möglich waren. Deswegen kann Alexa jetzt Wörter verstehen.

    Vor 20 Jahren oder so, konnte man ein Maushirn "simulieren". Inzwischen sind wir bei einem Schimpansen. Der Weg ist zum Menschen ist klar, es ist nur noch ein "wann" nicht "ob".

    Wenn selbstfahrende Autos die Anzahl der Toten um 99% senken, ist es mir erst mal Grundsätzlich egal, dass dies keine "wirkliche" Intelligenz ist. Wenn die Geschichte, die das "alle Texte der Welt" Gehirn erzeugt, nur "gut" genug ist um meine Zugfahrt interessanter zu machen, warum nicht.

    Jeder hat seinen eigenen Anspruch, "wie gut" die Intelligenz sein muss, damit sie für ihn funktioniert. Wahrscheinlich werden die meisten Menschen gar nicht merken dass große KI Systeme in der Zukunft ihr Leben besser machen.

  7. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: n0x30n 22.01.18 - 13:49

    Was du dir vorstellst ist wohl eher unter dem Begriff Bewusstsein zu verstehen.
    Das ist etwas anderes als Intelligenz.

    AGI Systeme dürften zudem sehr wohl in der Lage sein sich mit dir zu unterhalten und deine Witze zu verstehen ohne dabei sich selbst bewusst zu sein.
    Es gibt bereits Algorithmen, die Ironie in Tweets besser erkennen, als das Menschen können.
    Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern und du wirst nicht mehr unterscheiden können, ob du mit einer Maschine interagierst oder mit einem Menschen.

    Im Bereich der spezialisierten KI Systeme sind wir ja schon so weit, dass uns die KIs in vielen Bereichen überlegen sind. Man hätte ja zum Beispiel auch nie erwartet, dass sie uns in Spielen wie Go schlagen können und mittlerweile können sie nicht nur das, sondern sind uns dort sogar haushoch überlegen.

    AlphaZero verwendet sogar schon einen Algorithmus, der mehr in richtung AGI geht und nicht spezifisch auf Go optimiert ist.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Artificial_general_intelligence



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.01.18 13:54 durch n0x30n.

  8. Re: Was bedeutet "Künstliche Intelligenz" eigentlich?

    Autor: n0x30n 22.01.18 - 14:03

    Bisher hat aber auch noch keiner Nachgewiesen, dass das bei uns Menschen / dem Universum nicht so ist.

    Freien Willen halte ich persönlich immer noch für eine Illusion.

  9. Wenn selbstfahrende Autos die Anzahl der Toten um 99% senken

    Autor: Oh je 22.01.18 - 17:20

    und dann an einem Tag aufgrund eines Errors weltweit 100 Millionen Tote produzieren.
    kann sich das natürlich immer noch rechnen.

    Sagen wir mal einer zusätzlichen Schaltsekunde zur Unzeit kombiniert mit einem noch unbekannten CPU-Fehler ausgenutzt durch einen Hacker über eine NSA/BND-Backdoor in der Verschlüsselung der OTA-Wartung.

    Ich wundere mich dass bei Meltdown und Co alle so ruhig bleiben. Es ist wohl nicht klar was alles betroffen sein kann.

  10. Re: Wenn selbstfahrende Autos die Anzahl der Toten um 99% senken

    Autor: Trockenobst 22.01.18 - 17:44

    Oh je schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wundere mich dass bei Meltdown und Co alle so ruhig bleiben. Es ist
    > wohl nicht klar was alles betroffen sein kann.

    Man sollte temporären Problemen nicht so große Bedeutung geben.
    Klar sind diese Probleme scheiße, aber wenn man bedenkt dass ich alle 3 Jahre meinen Laptop rauswerfe (also in 1,5 Jahren wieder) wird Intel/AMD bis dahin drei Refresh gefahren haben und damit das Problem im Griff haben.

    Opportunismus und der Wunsch am Markt zu überleben werden dafür sorgen.

    Wenn man bedenkt wie viele Systeme offen im Netz sind, müssten ja ständig Ölraffinerien explodieren, Satelliten vom Himmel fallen und Operationscomputer durch Hacking Leute killen. Ich will nicht bezweifeln dass in Hollywood-Filmen Konstrukte gibt, wo man damit Geld verdient. Für den normalen Hacker ist das "Massentöten" aber nicht besonders Umsatzsteigernd.

    Wenn heute schon ein Malware-Hacker mit Fehleinstellung in seinem Tor-Client Jahrelang im Knast landet, gibt es eine natürliche Schranke im "Chaoshacking".

    Man muss da nicht blind reinlaufen. aber die Panik habe ich nicht. Wenn ein Anwalt 30.000¤ zahlt damit er seine Kundendaten ran kommt, ist das kein Weltuntergang.

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