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Leicht Auszutricksen?

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  1. Leicht Auszutricksen?

    Autor: Steven Lake 25.09.20 - 09:15

    Ein Spürhund kann ja nur 30 Minuten am Stück arbeiten und dass 4-5 mal am Tag. Wenn man ein Haufen an Medien hat, die rum liegen und die einiges an Zeit brauchen, bis man die frei gelegt hat, wird dass doch eine langwierige Sache. Was ist mit Luftdichten Behältern?

    Wenn jemand ernsthaft etwas verstecken will, wird der diese Tricks auch bestimmt anwenden. Einfach die Umgebung mit ganz vielen Quellen verseuchen, so dass man Zeit gewinnt, weil erst die "einfachen" Quellen entfernt werden müssen. Wenn man die wichtigen Quellen mit einem Timer versteckt, der nach 30 Stunden sich selbst zerstört, wars das.

    So ein Hund macht bei viel krimineller Energie Sinn, oder wenn die Beweislast Schwammig ist und keine U-Haft gerechtfertigt ist und man schnell alles finden muss, bevor jemand wieder zurück in die Wohnung kann.

    Bei sehr viel krimineller Energie glaube ich aber, dass man Methoden zum Austricksen findet. Gibt bestimmt Chemiker die wissen welcher Stoff die Duftstoffe eliminieren kann oder aus welchem Material der Container sein muss.

    Die Frage ist wann es auf andere Bereiche ausgeweitet wird. War es nicht so, dass man bei der Einreise in die USA seine elektronischen Geräte abgeben muss und Passwörter aushändigen muss für verschlüsselte Dateien? Ich meine da war etwas. Ich vermute, dass es durchaus Menschen gibt, die verschlüsselte Medien versteckt eingeführt haben, damit die nicht die privaten Dateien durchleuchten. Mit so einem Hund kann man solche Medien finden.

    Achso und was ich komplett vergessen habe, was ist wenn die Kriminellen einfach eine vernünftige Verschlüsselung nutzen? Die versuchen ja die Leute so zu erwischen, dass die keine Chance haben, die Medien wieder zu verschlüsseln bzw. den Schlüssel aus dem Ram zu löschen. Die frieren ja sogar den Ram ein, damit die eine Chance haben, den Schlüssel zu bekommen. Was bringt es also ein gut verstecktes Speichermedium zu finden, wenn es richtig verschlüsselt ist? Beweise hat man keine.
    Glaube ja kaum dass jemand einen USB Stick in der Mauer versteckt, diesen aber nicht verschlüsselt.

  2. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: chefin 25.09.20 - 09:57

    Hm, und die Polizei ist zu doof zu erkennen, das du gezielt Zeit schinden willst? Die werden dann die Wohnung versiegeln und erstmal sich eine Woche zeit nehmen, alles zu finden. Und wenn sie Zwei Wochen brauchen, auch egal. Hättest du mitgearbeitet und die Speichermedien für die Behörden bereit gestellt, wäre es schneller gegangen.

    Oder glaubst du allen ernstes du könntest die Behörden austricksen? Das geht, wenn du unschuldig bist. Und dann hast du keinen Grund Dinge so zu verstecken. Da ist es schon Zufall wenn du überhaupt falsch ins Raster fällst.

    Allerdings, so wie du das darstellst, könnte man meinen, das du eben was zu verbergen hast. Oder zumindest gehst du davon aus, das derjenige was zu verbergen hätte. Und dieser Anfangsverdacht wird durch das verstecken und nicht mitarbeiten beim suchen erhärtet. Damit bekommen sie die freigabe entsprechend länger zu suchen. Sollte sich dann doch die Unschuld herausstellen, wird man sehen wie ein Richter dein Verhalten bewertet und dich entschädigt.

    So ein Hundeeinsatz wird auch nicht gemacht, wenn jemand Downloads hätte und sonst nicht mehr Verdachtsmomente da sind. Sowas kommt nur zum Einsatz, wenn jemand aktiv neues Material herstellt und Kopien lagert. Unter Umständen das Rohmaterial auf dem Details zur Identifikation erkennbar sind, die in der Verbreitung rausgeschnitten werden.

    Wenn also der Hund in der Wohnung ankommt, ist der Zeitpunkt den Anwalt anzurufen und mitzuarbeiten. Es wird Richterseits massiv strafmildernd angesehen, wenn man dann dazu steht und bei der Aufklärung mithilft. Vorallem dabei, die Opfer zu finden und zu betreuen sowie die eigene Einsicht etwas falsch gemacht zu haben. Hier mag bisher dagegen gestanden haben, das die Polizei das Versteck überhaupt findet. Mit dem Hund ist es nicht die Frage OB sondern WANN.

    Übrigens luftdicht gibt es nicht. Nimm ein Stahlrohr, nimm Wasser, das desinfiziert und keimfrei ist, füll es ins Rohr, verschliesse es. Siehe Wasserkühlung PCs. 2-3 Jahre später hast du Algen im Wasser. Weil das durch das Stahlrohr hindurch diffundiert. Genauso werden Duftstoffe aus dem luftdichten Behältniss nach aussen dringen. Nicht viel und vieleicht nicht genug für den Hund...aber nur vieleicht. Und man muss etwas mehr als eine Tupperschüssel dafür nehmen. Könnte dann unterm Strich der Grund sein, das es zu groß wird um gescheit versteckt zu werden.

    Der Hund mag nicht perfekt alles finden. Genauso wenig sind Kriminelle perfekt im verstecken von Beweisen. Wären sie so perfekt und könnten sich gegen die ganze Technik und Polizeiarbeit erfolgreich wehren, würden sie einen gut bezahlten Job haben und wären keine Kriminellen.

  3. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: AllDayPiano 25.09.20 - 10:21

    Ach das brauchts alles nicht.

    Der Artikel von 2018 - ja so alt ist diese News schon - sagt, dass nur einer von 50 Hunden überhaupt in Betracht für eine Ausbildung kommen:

    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/polizeihunde-spuerhunde-erschnueffeln-daten

    Die Auswahl an geeigneten Hunden ist sowieso gar nicht so groß.

    Schlussendlich wird man solche Hunde also nur dann einsetzen, wenn ein entsprechendes Verdachtsmoment (z.B. Kinderpornographie) existiert.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  4. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: chefin 25.09.20 - 11:01

    Hundezüchter erklärten mir mal, das die Polizei jährlich ca 10.000 bis 20.000 Hunde genauer anschaut bei bekannten Züchtern. Von diesen 10.000 werden vieleicht 100 überhaupt für eine Ausbildung genommen. Während der Ausbildung fallen dann ca 80-90 raus, die nicht zuverlässig genug arbeiten.

    Das sind die Zahlen für Schutzhunde. Schäferhundzüchtungen. Jährlich kommen also 10-20 dazu. Und das ist dann auch die Menge die jährlich ausgesondert wird. Bei einer Ausbildungzeit von 2 Jahren und 6-8 Jahre einsatzzeit sind es also kaum 200 Hunde die insgesamt bei Schutzhundestaffeln tätig sind.

    Es kann sein, die Zahlen sind etwas veraltet und die Anzahl an Staffeln wurde verändert. Aber im Grundsatz bleibt es bei diesem Verhältniss. Aus einer sehr hohen Zahl an Züchtungen werden überhaupt nur 10.000 angeschaut, weil das die Züchter sind, bei denen man erwartet, das was ordentliches dabei ist. Und am Ende sind von diesen 10.000 dann 20 im Einsatz. Für Schnüffelhunde sind es noch weniger, da kommen nur ca 2-3 von 10.000 zum Einsatz.

    Hier wird auch umgestiegen auf andere Tiere. Drogenmässig kommen da auch Schweine in Frage. Dagegen ist der Geruchssinn von Hunden nicht der Rede wert. Lediglich bei der Hygiene muss man Abstriche machen, das können Hunde besser. Daher kommen Schweine eher in versteckten Einsätzen zum tragen. Nicht in der Öffentlichkeit. zB Flughäfen Gepäckkontrolle. Dort unten sieht es keiner, das eine Sau schnüffelt und nicht ein Hund.

  5. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: wurstdings 25.09.20 - 12:34

    Und trotzdem sieht man in der Öffentlichkeit regelmäßig Schweine unter den Polizisten.

    Warum Schweine als unhygienisch gelten kappier ich nicht, die sind nicht dreckiger als andere Tiere, wenn man sie natürlich in nem zu kleinen Stall in ihrer eigenen Scheiße hält, klar dann sind sie nicht sauber.

  6. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: tom.stein 25.09.20 - 13:23

    Steven Lake schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage ist wann es auf andere Bereiche ausgeweitet wird. War es nicht
    > so, dass man bei der Einreise in die USA seine elektronischen Geräte
    > abgeben muss und Passwörter aushändigen muss für verschlüsselte Dateien?

    Das ist immer noch so, nicht nur in den USA. Bekannt ist auch, dass der dortige Zoll zumindest in der Vergangenheit mehrfach mit amerikanischen Firmen zusammengearbeitet hat und Wissen geteilt hat.

    > Ich meine da war etwas. Ich vermute, dass es durchaus Menschen gibt, die
    > verschlüsselte Medien versteckt eingeführt haben, damit die nicht die
    > privaten Dateien durchleuchten. Mit so einem Hund kann man solche Medien
    > finden.

    Unnötig: Einen versteckten verschlüsselten Container auf einer Festplatte kann man nur dadurch identifizieren, dass sein Inhalt noch zufälliger als der Fest der Festplatte ist - es sei denn, die wurde mit entsprechenden Tools bearbeitet.
    Aber: Einen online gespeicherten verschlüsselten Container muss man nicht am Zoll vorbei tragen. Der kann einfach zu Hause als Stick am Router eingesteckt sein oder bei einem beliebigen Storage-Anbieter liegen. Nur das Passwort muss man dabei haben - doch für den Kopf gibt es noch keine Durchsuchungsmöglichkeiten. Richtig geschickt ist es, wenn man den sehr komplexen Schlüssel regelmäßig wechselt - unter Stress (Folter, Verhör etc.) kann man sich selbst nicht mehr daran erinnern. OK, das kann in Amerika dazu führen, dass man einige Jahre in Beugehaft kommt, bis man sich doch wieder erinnert...

    > Die frieren ja
    > sogar den Ram ein, damit die eine Chance haben, den Schlüssel zu bekommen.

    Ich kenne keine Berichte über Durchsuchungen, bei der die Polizei ein paar Liter flüssigen Stickstoff mitgeführt hat, um direkt hinter dem SEK zum PC zu laufen und den einzufrieren.

    > Glaube ja kaum dass jemand einen USB Stick in der Mauer versteckt, diesen
    > aber nicht verschlüsselt.

    Wenn alle Täter schlau wären, wären die Gefängnisse leerer. Wenn alle Menschen schlau wären, wäre Covid-19 spätestens im März weltweit ausgestorben gewesen.

  7. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: most 25.09.20 - 14:03

    Na also ob Algen durch Stahlrohre diffundieren, wage ich zu bezweifeln
    Aber stimmt schon, etwas komplett abzukapseln ist nicht so einfach.

    Letztendlich geht es bei diesen Hunden wie bei vielen anderen Themen auch nicht um 0% oder 100%, sondern schlicht um den gesteigerten Erfolg, auch wenn immer noch einiges unentdeckt bleibt.

  8. Re: Leicht Auszutricksen?

    Autor: mawa 26.09.20 - 21:16

    Nein.
    1.)
    Niemand, wirklich niemand sollte mit den Strafverfolgungsbehörden die gegen einen ermitteln mitarbeiten. Das ist auch eine Rechtsgrundlage des modernen Rechtstaats.

    2.)
    Bei einer HD immer den eigenen Anwalt anrufen und kommen lassen. Immer unabhängige Zeugen verlagen und auf dem Beschluss dokumentieren, wenn diese verweigert wurden. Niemals der Beschlagnahme von Dingen zustimmen, immer fett unter den Beschluss schreiben "Durchsuchung wurde widersprochen"/"Beschlagnahme wurde widersprochen", immer auf die gesetzten Kreuze im Beschluss achten und Kopie verlangen. Immer Schränke und Türen die zum im Beschluß stehenden Objekt gehören auf Verlangen öffnen, sonst sind die nacher kaputt. Schäden dokumentieren, Dienstnummern, Name und Diensstelle der Beamten notieren. Ist erst einmal der Anwalt im Hause, wird die HD erfahrungsemäß deutlich entspannter und ist auch schnell vorbei. Niemals sich von den Beamten in Gespräche verwickeln lassen.

    4.)
    Wenn man es richtig macht, kann man den Beamten/Staatsanwaltschaft richtig in die Parade fahren und auch Schadensersatz verlangen. Der Anwalt hilft dann gerne kreativ bei bezifferung des Schadens. Das dieses aber über massenweise versteckte USB-Sticks möglich ist, bezweifel ich. Was aber sehr gut geht ist, die Beamten Fake Material finden oder zuspielen zu lassen. Wenn die dann beim Nachgehen dieser Spuren immer wieder gegen die Wand fahren oder dabei auch hoher Schaden entsteht, ist die Luft dort schnell raus.

    Ein Beispiel dieses Vorgehens kann man wahrscheinlich im Norden begutachten.
    [www.welt.de]
    Das "Opfer" bekommt fast 500.000,-, auch ist es zu internen Ermittlungen und Dis.Verfahren gekommen. In einem anderen Zweig dieses Vorgangs hat sich das Ganze sogar zu einem politischem Skandal mit Untersuchungsausschuss und Co. entwickelt.
    [www.ndr.de]
    In beiden Fällen waren wahrscheinlich Informaten der Polizei beteiligt, die ein doppeltes Spiel trieben.

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