1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wissenschaft-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › LHC: Physiker haben…

Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

  1. Thema

Neues Thema


  1. Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: Pierre Dole 18.11.11 - 22:45

    Wenn ein Antiproton ist das Gegenstück zum Proton ist und ein Proton aus zwei UP-Quarks und einen DOWN-Quark besteht, woraus besteht dann ein Antiproton? Gibt es Anti-UP- und DOWN-Quarks, oder wie neutralisiert ein Antiproton ein Proton?

  2. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: erstrion 18.11.11 - 23:05

    Ja. Es gibt Antiquarks.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Down#Quark-Flavours

  3. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: blablub 19.11.11 - 08:53

    Antiprotonen "bestehen" aus bestimmten Wellenfunktionen, die über Tensorprodukte verknüpfte sind und gewisse Differentialgleichungen und Gruppentheoreme erfüllen.
    Zwischen Proton und Antiproton "wechselt" man, indem man den C-Operator auf diese mathematischen Objekte anwendet.

    Schrecklich, wie in der Populärwissenschaft immer mit komischen Wörtern und von kleinen Kügelchen, die irgendwo rumfliegen geredet wird und alle Menschen glauben lässt, sie hätten's so gut verstanden, wie vielleicht 100 Physiker auf diesem Spezialgebiet auf der ganzen Welt verteilt (ich selbst bin Physiker und zähle mich NICHT zu den 100).

    "Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."

  4. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: tpunkterror 19.11.11 - 12:56

    blablub schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Antiprotonen "bestehen" aus bestimmten Wellenfunktionen, die über
    > Tensorprodukte verknüpfte sind und gewisse Differentialgleichungen und
    > Gruppentheoreme erfüllen.

    Antiprotonen werden mathematisch so beschrieben, aber das ist nicht, was sie "wirklich" sind. Physikalisch ist es exakter, von Antiquarks zu reden, als Konstituenten von zusammengesetzten Antiteilchen. Mathematische Modelle verändern sich, aber das Konzept "(Anti-)Quark" bleibt.

  5. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: stasicasi 19.11.11 - 15:06

    Definitiv richtig. Man redet von "Elementaren Teilchen"* und nicht von Wellenpaketen.

    *Man geht heute davon aus, dass es Elementare Bausteine sind.

  6. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: lastzero 20.11.11 - 10:34

    stasicasi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Definitiv richtig. Man redet von "Elementaren Teilchen"* und nicht von
    > Wellenpaketen.

    Na dann, man spricht von beidem. Das war ja das Revolutionäre an der Quantenmechanik, damals ;)

  7. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: blablub 20.11.11 - 18:23

    Eben nicht. Der Welle-Teilchen-Dualismus ist veraltet.
    Früher, in den Anfängen der QM, waren die physikalischen Entitäten beides, sowohl Welle (im Sinne von Aufenthaltwahrscheinlichkeit als Lösung einer Gleichung, die ZUFÄLLIG so aussieht wie eine klassische Wellengleichung) als auch Teilchen.
    Heute sind es WEDER Teilchen NOCH Welle, sondern gewisse mathematische Darstellungen von Lösungen gewisser Gleichungen, aufgrund derer man den Entitäten gewisse Eigenschaften (Spin, Masse/Ruheenergie, Impuls, ...) zuordnen kann, die man dann über eine Häufigkeitsanalyse ("Wahrscheinlichkeit") messen kann.

    Es wird heute NICHT mehr gesagt "Wenn man den Impuls misst, misst man den Teilchencharakter" oder "Interferenz misst den Wellencharakter".
    Man sagt nur noch, die Entität wird durch ihre Wellenfunktion charakterisiert, die bei Anwendung bestimmer Operatoren ("Messprozesse") ihre Eigenschaften (Eigenwerte) mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten preisgibt.
    DIe Einzelnen Eigenschaften werden nicht mehr in Welle und Teilchen kategorisiert.

  8. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: tpunkterror 20.11.11 - 18:37

    Genau. Das Wort "Dualismus" bezog sich immer darauf, dass bei verschiedenen Experimenten verschiedene damalige Theorien herangezogen werden mussten. Der Welle-Teilchen-Dualismus war sozusagen ein Problem, das durch die Quantenmechanik gelöst wurde. Bevor es die Quantenmechanik gab, hatte man ja nur Korpuskular- und Wellentheorie bzw. -Konzept zur Verfügung.

    Beispiel Elektron:

    Experiment 1 lässt sich durch die Newton'schen Gleichungen beschreiben. Demnach scheint das Elektron ein (klassisches) Teilchen zu sein.
    Experiment 2 lässt sich durch die Wellenmechanik beschreiben. Demnach scheint das Elektron eine Welle zu sein.

    Also sagt Experiment 1, das Elektron verhält sich wie ein (klassisches) Teilchen und gleichzeitig sagt Experiment 2, das Elektron verhält sich wie eine Welle. Das ist die duale Natur, die mit der Bezeichnung gemeint war.

    Dann kam die Quantenmechanik und sagte, es sei weder Welle noch (klassisches) Teilchen, sondern ein (quantenmechanisches) Teilchen. Dieses Konzept erklärt beide Experimente gleichzeitig, es gibt also keinen Widerspruch mehr.

    Leider ist der Begriff "Teilchen" etwas problematisch belegt, da er teilweise klassische Teilchen, teilweise quantenmechanische Teilchen meint. Dadurch kommen auch noch viele Leute durcheinander.

  9. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: Anonymer Nutzer 20.11.11 - 20:03

    Zum Glück hast du kein Deutsch studiert, denn du hast alles erklärt, aber nicht auf seine Frage geantwortet, ob es Antiquarks gibt.

  10. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: blablub 20.11.11 - 20:11

    Es gibt Lösungen der QCD-Gleichungen, denen manche Leute den Namen "Antiquark" geben, ja.

  11. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: tpunkterror 21.11.11 - 08:40

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zum Glück hast du kein Deutsch studiert, denn du hast alles erklärt, aber
    > nicht auf seine Frage geantwortet, ob es Antiquarks gibt.


    Kann ich nur so zurückgeben, denn diese Frage wurde ja bereits im zweiten Beitrag beantwortet.
    Mein Beitrag bezog sich ja auf den ihm vorhergegangenen (das nennt sich z.B. Diskussionsfaden), das hast du offensichtlich auch nicht erkannt. Hauptsache was schreiben, gell?

    > Es gibt Lösungen der QCD-Gleichungen, denen manche Leute den Namen "Antiquark"
    > geben, ja.

    Irgendwann gibt es aber vielleicht eine bessere Theorie, die zeigt, dass nicht alle Eigenschaften von Quarks (in dem Begriff schließe ich mal Antiquarks ein) in diesen Lösungen enthalten sind. Dann sind es Lösungen anderer Gleichung einer anderen Theorie, die man als Quarks bezeichnet. Das Konzept an sich allerdings, also dass Protonen, Neutronen etc. aus Quarks bestehen, das bleibt.
    Das meinte ich in dem Beitrag weiter oben. Ich denke das ist so weniger verwirrend.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.11 08:49 durch tpunkterror.

  12. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: codeslapper 21.11.11 - 10:28

    blablub schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Antiprotonen "bestehen" aus bestimmten Wellenfunktionen, die über
    > Tensorprodukte verknüpfte sind und gewisse Differentialgleichungen und
    > Gruppentheoreme erfüllen.
    > Zwischen Proton und Antiproton "wechselt" man, indem man den C-Operator auf
    > diese mathematischen Objekte anwendet.

    Auch als Nicht-Physiker bin ich für diese Antwort sehr dankbar. Nichts ist furchtbarer, als mit ansehen zu müssen, wie Leute nach einer Viertelstunde Harald Lesch glauben, Physik verstanden zu haben. Das kann man auf eigentlich alle empirischen und exakten Wissenschaften ausdehnen.

    Ich vermisse manchmal die Populärwissenschaft für Leute, die zumindest beruflich mit Mathematik zu tun haben, und denen man schon zumindest *etwas* mehr erklären könnte, und die dann doch die Bescheidenheit haben, zu erkennen, dass sie nur die absolute Oberfläche angekratzt haben.

    > Schrecklich, wie in der Populärwissenschaft immer mit komischen Wörtern und
    > von kleinen Kügelchen, die irgendwo rumfliegen geredet wird und alle
    > Menschen glauben lässt, sie hätten's so gut verstanden, wie vielleicht 100
    > Physiker auf diesem Spezialgebiet auf der ganzen Welt verteilt (ich selbst
    > bin Physiker und zähle mich NICHT zu den 100).

    Ja, aber ein Problem gibt es schon. Die Menschen finanzieren Wissenschaft, weil sie was davon haben wollen, und zwar nicht nur iPads und Mikrowellenöfen, sondern auch eine Erklärung der Welt (was auch immer das ist). Was macht man, wenn die Erklärung der Welt aber so kompliziert wird, dass sie auf anständige Weise nur noch wenigen 100 Spezialwissenschaftlern vermittelt werden kann? Gar nichts mehr vermitteln, oder doch Harald Lesch mit brutalstmöglicher Anschaulichmachung (was mir - wie gesagt - durchaus suspekt ist)? Und mit Wellenfunktionen brauchst du niemandem kommen. Die Leute wollen einen Ersatz für den alten Herrn mit Bart, der alles aus einem Haufen Lehm selbergeknetet hat. "Rumfliegende Kügelchen" durch eine unscharfe Brille betrachtet dürften da noch lange state of the art bleiben.

    Ich habe da keine Lösung für, ich sehe nur das Problem.

  13. Re: Frage an Physiker: Woraus bestehen Antiprotonen?

    Autor: Anonymer Nutzer 21.11.11 - 17:26

    Achso, dann hast du aber die Gliederung nicht eingehalten :-)

  1. Thema

Neues Thema


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Software Engineer Quality Assurance (m/w/d)
    Trox GmbH, Neukirchen-Vluyn
  2. DevOps - Engineer BMC Helix ITSM - Remedy (m/w/div)
    Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  3. Application Manager:in (m/w/d)
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Köln
  4. Scrum Master (m/w/d)
    Trox GmbH, Neukirchen-Vluyn

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 79,99€ (Vergleichspreis 106,89€)
  2. 499€ (Vergleichspreis 715,14€)
  3. u. a. Fractal Design Ion+ 2 Platinum 660 W für 99,90€ + 6,99€ Versand statt 161,05€ im...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Chocolatey, Scoop, Winget: Zentralisierte Paketverwaltungen unter Windows
Chocolatey, Scoop, Winget
Zentralisierte Paketverwaltungen unter Windows

Paketverwaltungen bilden unter Linux seit Jahrzehnten das Rückgrat bei der Installation neuer Software. Windows zieht nun nach und integriert ebenfalls zentralisierte Instanzen zur Verwaltung von Softwarepaketen.
Von Erik Bärwaldt

  1. Windows Protected Print Microsoft erklärt Details zu einheitlichem Drucksystem
  2. Microsoft Windows-Nutzer dürfen HP-Smart-Panne selbst ausbügeln
  3. Ungebetener Gast HP-App erscheint unerwartet auf Windows-Systemen

Zbox Pico PI430AJ: Flotter Mini-PC mit Solid-State-Kühlung
Zbox Pico PI430AJ
Flotter Mini-PC mit Solid-State-Kühlung

Die fast lautlosen Kühler von Frore Systems funktionieren gut. Mehr Leistung auf so kleinem Raum ist kaum möglich. Eine ARM-CPU wäre aber spannend.
Ein Test von Martin Böckmann


    Teil 2 unseres Tutorials: Objekte und Variablen in Powershell
    Teil 2 unseres Tutorials
    Objekte und Variablen in Powershell

    Powershell-Tutorial
    In unserer Powershell-Einführung mit Übungsblöcken und Lösungsvideos beschäftigen wir uns dieses Mal mit Objekten und Variablen.
    Eine Anleitung von Holger Voges

    1. Mit praktischen Übungen und Videos Powershell für Einsteiger - Teil 1