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Autor: kmi68k 30.03.11 - 09:50
wenn man schon den Wikipedia Artikel verlinkt sollte man diesen auch mal gelesen haben, da steht nämlich gleich im zweiten Satz: "Sie wurden erstmals im Jahr 1983 mit dem Detektor CLEO am CESR-Speicherring der Cornell-Universität in New Jersey (USA) entdeckt."
oder verstehe ich da jetzt etwas falsch ;-) -
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Autor: blablub 30.03.11 - 11:19
Ja, du verstehst falsch. Sie wurden jetzt unter anderen Bedingungen gefunden (was schön ist, da sie selten sind). Unter Bedingungen, die mehr Aufschluss geben können.
Nirgendwo im Artikel steht etwas von Neuentdeckung. -
Re: Recherche
Autor: Quidhag 30.03.11 - 11:25
Die Vorgängerexperimente BaBar und Belle haben in den letzten 10 Jahren von den Dingern etwa 1,5 Milliarden erzeugt und studiert.
Bei LHCb wollen sie nun noch mehr produzieren -- allerdings ist der Beschleuniger und der Detektor von einem anderen Typ, so dass zwar mehr interessante B-Mesonen erzeugt werden aber dafür auch mehr uninteressante Ereignisse, die man mühsam wegfiltern muss... -
Re: Recherche
Autor: blablub 30.03.11 - 11:29
Mit ein bisschen Erfahrung ist das nicht mehr ganz so mühsam (Ereignisse/Teilchen aus den Graphen und Werten zu trennen lernt man spätestens im sechsten Semester).
Außerdem gibt's ja noch ROOT, um einen großteil zu automatisieren. ;) -
Re: Recherche
Autor: Quidhag 30.03.11 - 11:36
Naja,
der Untergrund bei einer Leptonen-Maschine wie PEP-II oder KEK ist ein ganz anderer (und einfacher zu beherrschen) als bei einer Hadronen-Maschine wie dem LHC, bei der man die B-Mesonen mühsam aus den Jets herauspicken/den Flavour taggen muss.
Und ich wüsste jetzt nicht, dass man im sechsten Semester schon mit multivarianten Variablen hantieren muss ;) -
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Autor: Hoernchen 30.03.11 - 12:16
will jetzt kein neues Thema aufreißen, da mein Post hier eh ganz gut dazu passt.
Wegen Mesonen: Alle Mesonen bestehen aus einem Quark und nem Antiquark, das kommt im Artikel leider nicht rüber (dort klingt es so, als würden nur b-Mesonen ein Antiquark enthalten). Weiters ist ein b-Meson einfach ein Meson, welches ein beauty-Quark (oder bottom, beide Namen sind verbreitet) enthält. Sie sind seltener als andere Mesonen, weil das beauty-Quark der 3. Quark-Generation angehört, dessen Teilchen tendenziell kurzlebiger und schwerer sind als die Mesonen der kleineren Generationen. t-Mesonen wären für das Studium der CP-Violation (einer der Gründe, warum die Materie nach dem Urknall die Antimaterie überlebt hat) noch interessanter, aber leider gibts die gar nicht, weil die Lebensdauer von t-Quarks zu kurz ist, um Hadronen (=Teilchen, die aus Quarks bestehen) zu bilden.
Aber eigentlich sind "b-factories" wie BhaBar und Belle besser geeignet um b-Mesonen zu studieren (haben höhere Luminosität (~Ereignisrate), insbesondere Belle führt da immer noch), wobei aber beide Experimente mittlerweile abgeschalten wurden. Belle wird derzeit zu Belle II aufgerüstet und dort wieder auf b-Mesonen-Jagd gehen, nur dieses mal mit 50 mal mehr Luminosität als bisher. LHC arbeitet an der Energie-Front (niemand kommt da an LHC ran), aber die Luminositäts-Front gehört anderen Beschleunigern...
LHCb hat zwar deutlich höhere Energien, aber dafür ist das b-Meson-Ereignis zu sonstigen Ereignissen - Verhältnis bedeutend schlechter als bei spezialisierten b-Factories.
@Golem: schade, dieser Physik-Artikel kommt leider qualitativ nicht an eure bisherigen zu ähnlichen Themen ran. Schade deshalb, weil sie sonst wirklich nicht schlecht für ein Off-Topic-Artikel sind. -
Re: Recherche
Autor: blablub 30.03.11 - 12:46
Also ich habe im sechsten Semester (LMU München) einen Versuch gemacht, bei dem man Daten aus verschiedenen Beschleunigern auswerten musste (teils simulierte, teils echte Daten).
Untergrund rausrechnen, Teilchen identifiezieren, etc. Desweiteren werden zahlreiche Abschlussarbeiten angeboten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. -
Re: Recherche
Autor: Sosel 30.03.11 - 14:01
Vor allem sind diese B mesonen im Gegensatz zu BaBar und Belle mit einem höheren Impuls ausgestattet, was die Oszillationsfrequenz der Teilchen-Antiteilchen Oszillationen erst messbar macht...
Wie auch immer, auch das wurde bereits bei CDF gemessen. Und CMS und ATLAS werden dies auch wieder messen... -
Re: Recherche
Autor: Sosel 30.03.11 - 14:06
gerade das studium der Bs mesonen wird erst interessant, wenn das teilchen zwischen produktion und zerfall einen messbaren weg zurücklegt. das ist bei babar und belle nicht der fall, daher sind bei diesen detektoren die oszillationen der bs mesonen nicht messbar.
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Re: Recherche
Autor: Hoernchen 30.03.11 - 14:51
Also das würde ich nicht so laut sagen ;)
BhaBar und Belle waren der letzte Baustein zur Untermauerung der CKM-Matrix für die die SChöpfer ihren Nobelpreis 2008 bekommen haben (http://en.wikipedia.org/wiki/Belle_Experiment). Die haben nämlich nicht nur die messbare Wegstrecke der Teilchen gesehen, sondern auch die Unterschiede in der Flugzeit der Mesonen und ihrer Antiteilchen (-> die minimal unterschiedliche Lebensdauer von Partikel und Antipartikel sind einer der Hauptgründe warum es uns überhaupt gibt und das Universum nicht gleich nach dem Big Bang in reine Energie aufgelöst wurde).
Es wäre ja auch ziemlich dämlich, ne b-Factory zu bauen, die darauf spezialisiert ist, b-Mesonen in großen Mengen zu bauen, und mit der dann nicht in der Lage zu sein, die entstandenen b-Mesonen zu analysieren.
zB Belle arbeitet zwar nur mit gut 10GeV, aber dank der asymetrischen Energien der beiden Collider-Ringe, bekommen die entstandenen Partikel nen kräftigen Anfangsimpuls mit (bei so hohen Energien wie beim LHC ist eine Asymmetrie der Beschleunigungsringe nicht so wichtig, weil die Anfangsenergie schon reicht, um die Partikel weit hinauszublasen).
Weiters: grundsätzlich werden die meisten kurzlebigen Partikel nur indirekt nachgewiesen (über ihre Zerfallskanäle). Ein Higgs-Boson wird zB wohl nie durch einen Detektor direkt fliegen, sondern nur die Zerfallsprodukte davon, die dann Aufschluss über den Zerfallsvertex des Higgs-Bosons geben (nennt man Vertexing, dieses Verfahren). -
Re: Recherche
Autor: IT.Gnom 30.03.11 - 15:29
Warum gibts überhaupt Atome ?
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Re: Recherche
Autor: DrKrieger 30.03.11 - 15:39
IT.Gnom schrieb:
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> Warum gibts überhaupt Atome ?
>
Darum.
"Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allendhalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
--PAddG -
Re: Recherche
Autor: d-tail 30.03.11 - 21:34
Irgendwie steige ich gerade geistig aus. Atome, Protone, Leptonen, Mesonen, B-Mesonen... Sorry, ist nicht böse oder ironisch gemeint.
Ich möchte damit auch eher meine Bewunderung für all die Leute aussprechen, die sich mit so etwas dauerhaft/ernsthaft/nachhaltig befassen können.



