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Fatales Signal

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  1. Fatales Signal

    Autor: tomatentee 13.06.19 - 14:32

    Wenn eine Einrichtung wie das CERN eine solche migration erfolgreich durchführt, schafft das einen (für M$) gefährlichen Präzedenzfall. Für den Rest der (IT-) Welt kann das nur gut sein.

    Dass was MS in München mit allen Mitteln zu verhindern suchte forcieren sie jetzt hier, an sehr viel prominenterer Stelle, und völlig ohne Not . Schön blöd...

  2. Re: Fatales Signal

    Autor: wasAuchImmerDuMichAuch 13.06.19 - 15:57

    Die meisten kennen das CERN nicht mal und für 99% von denen die es kennen ist es nur "dieses ding was schwarze löcher produziert oder so..."

    Mit anderen Worten es juckt keine sau welches OS das CERN einsetzt...

  3. Re: Fatales Signal

    Autor: freundlicherGnom 13.06.19 - 16:05

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für den
    > Rest der (IT-) Welt kann das nur gut sein.
    >

    Blödsinn... Wir alle haben Microsoft viel zu verdanken und was nichts kostet ist nichts wert.

    maxpower@liebt-dich.info

  4. Re: Fatales Signal

    Autor: berritorre 13.06.19 - 16:16

    Ich glaube schon, dass auch andere Unternehmen so ein Projekt zumindest verfolgen um zu sehen, wie das läuft. Wenn nicht, dann würde was schief laufen.

    Man muss sich immer über Alternativen informieren, sonst verpasst man eventuell irgendwann den Anschluss, vor allem im IT-Bereich. Das heisst ja nicht, dass man ständig damit rechnen muss alles umzustellen.

    Aber wenn eine Einrichtung wie das CERN es hinbekommt auf Alternativen umzustellen ist das sicher ein Signal.

    Die Vermessungsbehörde in Bayern hat schon vor Jahren auf Linux umgestellt. Das wurde alles intern gemacht und lief so wie ich das mitbekommen habe relativ reibungslos. Mitgekriegt hat davon natürlich kaum jemand etwas. Wenn die Mitarbeiter mit ziehen und wenn das richtig angegangen wird, dann klappt das auch. Wenn intern natürlich ständig Gegenwind kommt, dann wird es schwierig.

  5. Re: Fatales Signal

    Autor: Sothasil 13.06.19 - 16:19

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn eine Einrichtung wie das CERN eine solche migration erfolgreich
    > durchführt, schafft das einen (für M$) gefährlichen Präzedenzfall. Für den
    > Rest der (IT-) Welt kann das nur gut sein.
    >
    > Dass was MS in München mit allen Mitteln zu verhindern suchte forcieren sie
    > jetzt hier, an sehr viel prominenterer Stelle, und völlig ohne Not . Schön
    > blöd...
    In wie fern? Das CERN nutzt seit jeher in diversen Bereichen freie, oft intern geschriebene Software. Ich würde es eher so formulieren: Wenn es jemand schafft, dann eine Organisation wie das CERN.

  6. Re: Fatales Signal

    Autor: Gunslinger Gary 13.06.19 - 16:57

    Forciert wird hier gar nichts. Da wurde die Lizenzierung umgestellt. Auf welcher Informationsbasis weiß hier aber keiner.

    Aber du bist an einer Diskussion ja nicht interessiert, stimmt's? Das M$ ist ein exzellent guter Hinweis darauf...

    Verifizierter Top 500 Poster!

    Signatur von quineloe geklaut!

  7. Re: Fatales Signal

    Autor: Trollversteher 13.06.19 - 17:11

    >Forciert wird hier gar nichts. Da wurde die Lizenzierung umgestellt. Auf welcher Informationsbasis weiß hier aber keiner.

    >Aber du bist an einer Diskussion ja nicht interessiert, stimmt's? Das M$ ist ein exzellent guter Hinweis darauf...

    Ja, ebenso wie die Verschwörungstheorie, München sei daran gescheitert, dass Microsoft etwas "massiv forciert" (wie auch immer das aussieht) haben soll. Wer sich mal mit den betroffenen Behörden-Mitarbeitern direkt unterhalten hat, der weiß, dass irgendwelche Lobbyistenaktionen noch der geringste Grund für den Wechsel zurück waren.

  8. Re: Fatales Signal

    Autor: ip_toux 13.06.19 - 17:26

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Forciert wird hier gar nichts. Da wurde die Lizenzierung umgestellt. Auf
    > welcher Informationsbasis weiß hier aber keiner.
    >
    > >Aber du bist an einer Diskussion ja nicht interessiert, stimmt's? Das M$
    > ist ein exzellent guter Hinweis darauf...
    >
    > Ja, ebenso wie die Verschwörungstheorie, München sei daran gescheitert,
    > dass Microsoft etwas "massiv forciert" (wie auch immer das aussieht) haben
    > soll. Wer sich mal mit den betroffenen Behörden-Mitarbeitern direkt
    > unterhalten hat, der weiß, dass irgendwelche Lobbyistenaktionen noch der
    > geringste Grund für den Wechsel zurück waren.

    Man muss aber als Mitarbeiter auch mit dem neuen System arbeiten wollen, bei uns im Unternehmen ist es nicht selten, da wird von Mitarbeitern lieber das alte System genutzt anstatt sich in die Materie neu einzuarbeiten, weil... sieht man ja nicht ein dass man jetzt noch mal alles neu lernt.

    Auch, gibt es mit Linux weniger Probleme als gerne Probagiert..... ich persönlich habe über 20 Jahre Erfahrung mit Linux und wundere mich immer wieder was die Leute für "angebliche" Schwierigkeiten haben. Entweder wurde damals in München ohne richtigen Plan und ohne gute IT Leute das System umgestellt oder die Mitarbeiter haben sich verwehrt. Office, Email sind längst keine Phänomene mehr unter Linux, weder auf Administrativer, noch auf Nutzerseite laufen diese rund.

    Ich schätze einfach dass die Software damals echt schlecht gewesen sein muss, richtig gute Linux Developer (ausgenommen mal open source) gibt es in der Berufswelt echt selten.

  9. Re: Fatales Signal

    Autor: Oktavian 13.06.19 - 17:42

    > Wenn eine Einrichtung wie das CERN eine solche migration erfolgreich
    > durchführt, schafft das einen (für M$) gefährlichen Präzedenzfall.

    Eher nein. Zentren wie CERN haben eine sehr heterogene Umgebung mit einer Vielzahl von Betriebssystemen. Viele Rechner an Experimenten laufen mit unixoiden Systemen, Supercomputer haben wiederum eigenes Spezialitäten, im Büro läuft gerne Windows, und das ein oder andere Schätzchen mit Späßen wie VMS oder QNX ist auch noch da.

    Wenn in der eigentlichen Experimentalumgebung mal Rechner mit Windows zum Einsatz kommen, dann halt, weil es gerade da war uns günstig war. Die Software ist entweder selbst geschrieben oder es sind Standards wie Matlab oder SAS, die es für quasi jede Plattform gibt.

    Spannend ist hauptsächlich die Büroumgebung, denn auch Wissenschaftler nutzen gerne da Outlook, Excel oderPowerpoint. Word ließe sich noch am leichtesten ersetzen, gerade in mathe-lastigen Disziplinen sprechen noch viele LaTeX.

    Aber auch hier halte ich die Umstellung für vergleichsweise leicht im Gegensatz zu Unternehmen, Verwaltungen und ähnlichem.

  10. Re: Fatales Signal

    Autor: Trollversteher 13.06.19 - 17:45

    >Man muss aber als Mitarbeiter auch mit dem neuen System arbeiten wollen, bei uns im Unternehmen ist es nicht selten, da wird von Mitarbeitern lieber das alte System genutzt anstatt sich in die Materie neu einzuarbeiten, weil... sieht man ja nicht ein dass man jetzt noch mal alles neu lernt.

    Das mag ja sein, aber das macht es noch lange nicht zulässig, sämtliche Probleme, die Mitarbeiter mit einem neuen System haben einfach auf Bequemlichkeit zu schieben. Manchmaöl ist das neue System auch ganz einfach Scheiße.

    >Auch, gibt es mit Linux weniger Probleme als gerne Probagiert..... ich persönlich habe über 20 Jahre Erfahrung mit Linux und wundere mich immer wieder was die Leute für "angebliche" Schwierigkeiten haben. Entweder wurde damals in München ohne richtigen Plan und ohne gute IT Leute das System umgestellt oder die Mitarbeiter haben sich verwehrt. Office, Email sind längst keine Phänomene mehr unter Linux, weder auf Administrativer, noch auf Nutzerseite laufen diese rund.

    Ich habe selbst unter diversen Linux Distributionen entwickelt, aber das ist hier nicht das Problem - das Problem ist, dass man (wenn man professionell arbeitet) immer das für einen bestimmten Zweck optimale Werkzeug nutzen sollte - und nicht aus rein politisch ideologischen Gründen (nichts anderes war die Motivation in München) einer Verwaltung völlig unnötigerweise auf Teufel komm raus ein neues, völlig unausgegorenes System aufzudrücken, obwohl das Alte gut funktioniert hat. Das lag auch nicht an Linux selbst, sondern daran, dass man für viele notwendige Tools keinen geeigneten Ersatz gefunden hat, und daher ein bunt zusammengewürfeltes Stückwerk abgeliefert hat, bei dem nichts mehr zusammengepasst hat. So standen in vielen Fällen keine kompatiblen Import- und Export Schnittstellen zur Verfügung, so dass man t.T. die Daten per Copy & Paste von einem Tool in die Maske des Anderen übertragen musste. Wenn schon von (besonders von nicht IT-affinen) Mitarbeitern verlangt wird, sich auf ein unbekanntes, völlig neues System umzustellen, dann muss dass auch funktionieren - eigentlich besser als das Alte aber *mindestens* genau so gut wie das Alte.

    >Ich schätze einfach dass die Software damals echt schlecht gewesen sein muss, richtig gute Linux Developer (ausgenommen mal open source) gibt es in der Berufswelt echt selten.

    Ja, das ist das Problem. Extreme Qualitätsschwankungen zwischen verschiedenen Tools, mangelhafter bis nicht vorhandener Support, und hier wurden offensichtlich zudem noch eklatante Fehler bei der Architektur gemacht. Ich denke mal, so ein Institut wie das CERN wird so etwas deutlich besser hinbekommen - und dann profitiert auch die restliche Welt davon.

  11. Re: Fatales Signal

    Autor: HeroFeat 13.06.19 - 18:36

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das Problem ist, dass man (wenn man professionell arbeitet) immer das
    > für einen bestimmten Zweck optimale Werkzeug nutzen sollte - und nicht
    > aus rein politisch ideologischen Gründen (nichts anderes war die
    > Motivation in München) einer Verwaltung völlig unnötigerweise auf Teufel
    > komm raus ein neues, völlig unausgegorenes System aufzudrücken,
    > obwohl das Alte gut funktioniert hat.

    Klar man darf es nicht übertreiben. Aber gerade in staatlichen Strukturen muss eigentlich schon Platz dafür sein die Systeme so zu entwickeln das man sich nicht vollständig abhängig von einem ausländischen Konzern ist. Man kann dadurch dann auch die lokalen Unternehmen fördern und dergleichen. Bei sowas muss durchaus manchmal auch die Ideologie berücksichtigt werden.
    Und sich von einem ausländischen Konzern extrem abhängig zu machen ist nicht nur ideologisch schlecht, sondern auch objektiv. Klar, man muss dann gleichwertigen (oder besseren) Ersatz beschaffen, falls dies möglich ist. Man muss dabei natürlich auch noch z.B. finanzielle Faktoren berücksichtigen. Aber grundsätzlich braucht es eben für einen sehr hohen Anteil der Arbeiten keine Spezialsoftware welche nur unter Windows läuft. Vieles ist dann doch irgendwo Standard. Und der Rest muss dann eben selber geschrieben werden oder in Auftrag gegeben. Sofern gute Prozesse zur Auftragsformulierung und -vergabe existieren kann sowas auch relativ unproblematisch über die Bühne gehen.

  12. Re: Fatales Signal

    Autor: BlindSeer 14.06.19 - 07:32

    Ich glaube du hast da zu sehr die IT Brille auf. Es gibt da Entscheider, Manager, oder wie auch immer du sie nennen willst, denen darfst du lang und breit erklären wieso man eine IT-Strategie braucht. IT, das sind doch die Laptops, Monitore und Tastatur. Damit muss man nur arbeiten und braucht keine Strategie für.
    Das ist das gleiche wieso viele Chefs meinen sie brauchen Admin-Rechte, weil halt Chef und so. Da ist dann Google = Internet, Microsoft = Computer. Dazu dann ITler die Open Source meiden, weil ja kein Support vorhanden ist, oder dieser plötzlich eingestellt werden könnte (als ob das bei kommerziellen Produkten nie geshcieht).

    Da wird eher geschaut was MS so Neues macht, nicht was es allgemein Neues gibt. Leider. Open Source affine Mitarbeiter trifft man dann oft eher in der Software-Entwicklung, meiner Erfahrung nach.

  13. Re: Fatales Signal

    Autor: FreiGeistler 14.06.19 - 07:46

    freundlicherGnom schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > tomatentee schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Für den Rest der (IT-) Welt kann das nur gut sein.
    > >
    >
    > Blödsinn... Wir alle haben Microsoft viel zu verdanken
    Etwa Office Open XML?
    Bei Office365 konnte MS nicht auf ihr Office als Backend zurückgreifen, mussten ihre 5000-Seitige Spezifikation neu implementieren. Libre/Openoffice, Calligra & co können .docx besser rekonstruieren.

    > und was nichts kostet ist nichts wert.
    Diese Denke solltest du mal aktualisieren, ist sie doch schon seit Jahrzehnten verbugt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.19 07:53 durch FreiGeistler.

  14. Re: Fatales Signal

    Autor: gadthrawn 14.06.19 - 08:19

    ip_toux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trollversteher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > >Forciert wird hier gar nichts. Da wurde die Lizenzierung umgestellt.
    > Auf
    > > welcher Informationsbasis weiß hier aber keiner.
    > >
    > > >Aber du bist an einer Diskussion ja nicht interessiert, stimmt's? Das
    > M$
    > > ist ein exzellent guter Hinweis darauf...
    > >
    > > Ja, ebenso wie die Verschwörungstheorie, München sei daran gescheitert,
    > > dass Microsoft etwas "massiv forciert" (wie auch immer das aussieht)
    > haben
    > > soll. Wer sich mal mit den betroffenen Behörden-Mitarbeitern direkt
    > > unterhalten hat, der weiß, dass irgendwelche Lobbyistenaktionen noch der
    > > geringste Grund für den Wechsel zurück waren.
    >
    > Man muss aber als Mitarbeiter auch mit dem neuen System arbeiten wollen,
    > bei uns im Unternehmen ist es nicht selten, da wird von Mitarbeitern lieber
    > das alte System genutzt anstatt sich in die Materie neu einzuarbeiten,
    > weil... sieht man ja nicht ein dass man jetzt noch mal alles neu lernt.
    >
    > Auch, gibt es mit Linux weniger Probleme als gerne Probagiert..... ich
    > persönlich habe über 20 Jahre Erfahrung mit Linux und wundere mich immer
    > wieder was die Leute für "angebliche" Schwierigkeiten haben. Entweder wurde
    > damals in München ohne richtigen Plan und ohne gute IT Leute das System
    > umgestellt oder die Mitarbeiter haben sich verwehrt. Office, Email sind
    > längst keine Phänomene mehr unter Linux, weder auf Administrativer, noch
    > auf Nutzerseite laufen diese rund.
    >
    > Ich schätze einfach dass die Software damals echt schlecht gewesen sein
    > muss, richtig gute Linux Developer (ausgenommen mal open source) gibt es in
    > der Berufswelt echt selten.

    1. Limux war für München eine Eigenentwicklung deren jeweils aktueller Release auf schon veralteten, nicht mehr gepflegten Versionen basierte
    2. Limux wurde "erfolgreich beendet" - danach mußten die Mitarbeiten für 20% der vorigen Tätigkeiten weiter Windows verwenden, 25% ihrer Tätigkeiten die vorher mit IT gingen - gingen nur noch mit Papier.
    3. Statt "Wildwuchs mit Officeskripten" sollte Office zentral mit WollMux laufen. Zentral bedeutete in dem Fall: Für so etwas wie ein Urlaubsantrag sollte die jeweilige Abteilung einen Server einrichten und etwas Java-Code schreiben. Natürlich mußte ganz dringend von OpenOffice auf LibreOffice gewechselt werden und die nächste WollMux Version hätte von den Nutzern ein teilweises Neuschreiben bedeutet. Wenn du in den Bugtracker schaust sind auch nach Jahren so Probleme wie: "Kann keine Serienbriefe drucken, zwei gleichzeitige Druckjobs blockieren sich" nicht gelöst worden....
    4. Datenaustausch mit anderen war wenig vorgesehen, daher gab es massive Verzögerung z.B. bei Einführung der neueren Kennzeichen, neuen Waffenregelungen etc.pp.
    5. An Mail denkst du? Ein Groupwaresystem wurde erst nach dem jahrelang verspäteten udn viel teureren Projektende angedacht

    Sorry - aber Limux hat sich selbst erledigt.

  15. Re: Fatales Signal

    Autor: Oktavian 14.06.19 - 08:48

    > Man muss aber als Mitarbeiter auch mit dem neuen System arbeiten wollen,
    > bei uns im Unternehmen ist es nicht selten, da wird von Mitarbeitern lieber
    > das alte System genutzt anstatt sich in die Materie neu einzuarbeiten,
    > weil... sieht man ja nicht ein dass man jetzt noch mal alles neu lernt.

    Und das ist auch vollkommen okay. Wenn das neue System aus Sicht des Mitarbeiters nichts besser, alles anders und vieles schlechter kann, dann muss ein Unternehmen gegenüber seinen Mitarbeitern schon sehr umfangreich den größeren Unternehmensnutzen herausarbeiten, damit Mitarbeiter da mitspielen. Sorry, ein Unternehmen und eine öffentliche Verwaltung sind keine Armee, bei der von oben per Befehl und Gehorsam alles durchgedrückt werden kann.

    Lustigerweise erwarten ITler von den Fachbereichen, sich jeder noch so spinnerten IT-Idee sofort zu fügen, nur weil es ja neu ist, sie selbst wollen aber bei Unternehmensentscheidungen am besten immer basisdemokratisch mitentscheiden, weil das ja auch modern ist.

    Bis zum Ende wirkte Limux rein IT-getrieben. Die Versuche, irgendwie einen Business Case zu rechnen, waren so dünn und in ihrer Fehlerhaftigkeit durchschaubar, dass er sofort beim kleinsten Projektproblem zusammenbrechen musste.

    Dann hat man die Reihenfolge, in der man so ein Projekt sinnvoll machen kann, völlig durcheinandergeworfen. Erst ersetzt und modernisiert man Fachverfahren, dann stellt man sukzessive Office um, dann Mail- und Groupware und ganz zuletzt das Betriebssystem. Aber bei der sinnvollen Reihenfolge wäre der Business Case sofort zusammengebrochen.

    Zudem hat man die Anwender mit ihren Problemen fortwährend alleine gelassen. Kein Wunder, dass die rebellieren. Wenn man die sinnvolle Unterstützung der Anwender bei der Umstellung von selbsterstellter Software aber ins Projekt reingezogen hätte (ein absolutes Muss), dann wäre wieder der Business Case zusammengebrochen.

    > Auch, gibt es mit Linux weniger Probleme als gerne Probagiert..... ich
    > persönlich habe über 20 Jahre Erfahrung mit Linux und wundere mich immer
    > wieder was die Leute für "angebliche" Schwierigkeiten haben.

    Man sollte nie von persönlichen Erfahrungen auf Probleme anderer schließen. Sehr viel naiver kann man als ITler kaum auf die Anwender zugehen. Gehe immer davon aus, wenn ein Anwender ein Problem meldet, dann hat er auch ein Problem. Das Problem liegt nicht notwendig da, wo er selbst es vermutet, aber es ist da.

    Aber einfach zu behaupten, weil es bei Dir im Keller läuft, könnte eine Stadtverwaltung mit tausenden Arbeitsplätzen und hunderten Komponenten von Spezialsoftware und -hardware problemlos laufen, ist entweder naiv oder ignorant.

    > Entweder wurde
    > damals in München ohne richtigen Plan

    Ja, der Plan war schlecht. Und der Zug in die falsche Richtung fährt, ist jede Station falsch.

    > und ohne gute IT Leute das System
    > umgestellt oder die Mitarbeiter haben sich verwehrt.

    Das ist dann die Folge, wenn man die Mitarbeiter auf der Reise nicht mitnimmt. Business Change ist das große Problem schlechthin bei großen Projekten. Das zu ignorieren führt zu offener Rebellion.

    > Office, Email sind
    > längst keine Phänomene mehr unter Linux, weder auf Administrativer, noch
    > auf Nutzerseite laufen diese rund.

    Du solltest zumindest ein paar Sekunden des Nachdenkens darauf verschwenden, was eine Stadtverwaltung so alles tut. Email ist tatsächlich das kleinste Problem, Office dank IDV schon eine mittelgroße Katastrophe, Spezialhardware ein fast unlösbares Problem und Spezialsoftware einfach eine sehr langdauerndes Projekt. Und bei all dem möchtest Du auf Biegen und Brechen zuallererst das Betriebssystem tauschen...

  16. Re: Fatales Signal

    Autor: tomatentee 14.06.19 - 09:44

    Du hast völlig Recht, dass das im typischen 0815-Unternehmen so läuft.

    Su übersiehst dabei aber, wie die Entscheidungsprozesse da ablaufen: Man guckt sich an, was eine beliebige Vorbildorganisation ("Unicorn") so macht und übernimmt das (zugegeben häufig ohne den Sinn dahinter zu verstehen und daher falsch, siehe "Agile").
    Das CERN ist Endanwendern kein Begriff, (IT-) Entscheidern, vor allem in Forschung und Wissenschaft, jedoch sehr wohl und hat hier häufig genau diese Vorbildrolle.

    Man darf nicht vergessen, dass das WWW zu großen Teilen am CERN entwickelt wurde!

  17. Re: Fatales Signal

    Autor: Trockenobst 14.06.19 - 09:56

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn eine Einrichtung wie das CERN eine solche migration erfolgreich
    > durchführt, schafft das einen (für M$) gefährlichen Präzedenzfall. Für den
    > Rest der (IT-) Welt kann das nur gut sein.

    Die Sichtweise höre ich seit 10 Jahren plus und nichts ist wirklich passiert.
    Gute Gui Entwicklung im OSS Bereich ist gut, wenn man Schulen, Unis, Entwicklungsländer unterstützen will. Für sehr dünne vertikale Anwendungsfälle wie der Polizeidesktop in Frankreich
    (ca. 200 Usecases) oder Stadtverwaltungen geht das.

    Für die breite Masse gibt es zu viele Lücken, und das fängt schon bei simplen Quatsch wie der Scanner auf meinem Laser, der unter Linux nicht zum arbeiten zu bewegen ist. Da haben VMs mit Windows viele praktische Probleme gelöst, aber letztendlich ist das kein vollständiger Umstieg dann, wenn Outlook, Office und Druckertool noch in der Windows VM laufen. Das kann man sich dann sparen.

    Eine Stadt muss sich keine Distri leisten, dass sollte bei der EU aufgehängt sein.
    Dann könnten die Städte sich nur(!) noch um das Deployment und die Wartung kümmern, weil Treiber und Desktopprobleme für Millionen Menschen woanders gefixt werden.
    Alleine die Börsenmarktplätze in Europa setzen mehrere Milliarden im Jahr um, die laufen zu 80% unter Windows (und paar haben Macs).

    Es gäbe also unter Sicherheitsgesichtspunkte viele Gründe ein eignes EU Linux zu haben.
    Geld ist unlimitiert vorhanden, es fehlt der politische Wille sich mit US Blockfirmen wie Redhat und Co. anzulegen.

  18. Re: Fatales Signal

    Autor: DeathMD 14.06.19 - 10:24

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gäbe also unter Sicherheitsgesichtspunkte viele Gründe ein eignes EU
    > Linux zu haben.
    > Geld ist unlimitiert vorhanden, es fehlt der politische Wille sich mit US
    > Blockfirmen wie Redhat und Co. anzulegen.

    +1

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    It's got Electrolytes

  19. Re: Fatales Signal

    Autor: DooMRunneR 14.06.19 - 10:36

    Hab gerade bei mir in der Abteilung (18 Personen) gefragt wer das CERN kennt, alle 18 kennen es, und alle 18 wissen, dass dort der größte Teilchenbeschleuniger der Welt steht.

  20. Re: Fatales Signal

    Autor: berritorre 14.06.19 - 15:38

    Ich bin gar kein ITler... *grins*

    Nur ein pöser BWLer, der sich eben auch für IT-Themen interessiert. ;-)

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