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Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

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  1. Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: Eheran 13.10.18 - 02:05

    >Bei der Herstellung von Baustoffen wird normalerweise Kohlendioxid freigesetzt.
    Das ist bei dem Zeug natürlich gaaaaaaar nicht so? .... oh Leute... ernsthaft?

    >ein Material entwickelt, das das Treibhausgas absorbiert - beim Aushärten, aber auch während seiner ganzen Einsatzdauer.
    Nach dem Aushärten vielleicht in Mengen wie Beton, also nur noch in Spuren und völlig irrelevant wenig. Ist ja nicht so, dass 1kg dann später 10kg wiegt und das CO2 irgendwie magisch eingebaut wird. Oh, das Zeug hält nicht mal einen Tag? Nungut.

    >Wohin mit dem Kohlendioxid in der Luft?
    Jedenfalls nicht in irgendein Material, welchen bei der Herstellung noch viel viel mehr freisetzt als es irgendwann mal binden kann. Die Energie für dessen Herstellung kann man effizienter direkt dafür nutzen CO2 zu binden - dann hat man nicht noch gigantische Verluste bei den zahlreichen Schritten hin zu diesem Produkt. Aber den Punkt hat sich Golem oder wer auch immer erdacht, im Paper steht davon nämlich nichts.

    Das ist grob vergleichbar mit:
    Ich nehme 10L Wasserkanister im Auto mit, fahre einen Berg hoch und kippe das Wasser dann in eine Rohrleitung, die den Berg runter geht und eine Turbine betreibt -> Wasserkraft = Klimaneutral. Dann fahre ich wieder runter und hole es wieder hoch usw...

    >Vorteil des Materials ist, dass selbstheilend ist: Wenn die Oberfläche beschädigt wird, etwa Risse oder Kratzer bekommt, werden diese geschlossen, sobald das Material Licht ausgesetzt wird.
    [ein "es" nach dass?]
    Das Rohmaterial härtet nie von alleine aus bzw. durch die geringen vorhandenen Lichtmengen, noch diffundiert es innerhalb von Monaten/Jahren an die Oberfläche oder zersetzt sich oder wird oxidiert oder sonstwas. Aber es fließt in einen Riss hinein und füllt diesen auf? Ja, in einem Gel im Labor geht das.

    Man kann halt nicht einen empfindlichen Stoff (er polymerisiert) haben und den gleichzeitig "ewig" am Bestimmungsort lagern. Das geht nicht mal mit simplem Styrol in Rohrleitungen. Dabei sind die Licht- Luft- Diffusions- und sonstwas-dicht und unterliegen im Idealfall auch keinen großen Temperaturschwankungen. Selbstheilend ist z.B. Haut weil es ein unfassbar komplexes lebendes Gebilde ist, das pausenlos große Mengen Energie (+komplexe Versorgung) nur zur Selbsterhaltung benötigt.

    Dazu kommt natürlich, dass ein Material, in dem irgendein Weichmacher (nichts anderes ist das Monomer) verteilt ist, schlechtere Festigkeiteigenschaften hat als das reine Material. Womit man mehr nutzen muss -> Kosten + Umweltbelastung (CO2).


    Also: Wenn es um nicht-essbare gel- oder schleimartige Stoffe geht die selbstheilend sein sollen und nur kurze Haltbarkeiten haben müssen... das ist die Lösung. Ja... meinetwegen ist das nur Grundlagenforschung. Dann darf man sich aber auch nicht so krass aus dem Fenster lehnen*, nur um mehr Geld zu bekommen. Dann muss man halt erstmal mehrere der K.O.-Kriterien lösen. Oder die Medien dürfen nicht auf alles aufspringen.

    *Das tut nicht nur Golem (oder wer auch immer), das hier ist aus dem Paper:
    >These results point to a new class of materials capable of using atmospheric CO2 fixation as a regeneration source, finding utility as self-healing coatings, construction materials, and fabrics.

    Da wird nach einem ersten leidlichen Krabbelversuch schon an die olympischen Spiele gedacht. Jedenfalls kommt mir das so vor.


    Und ja, das ist einer dieser "alles nur negativ sehen/kritisieren" Beiträge. Wenn ihr handfeste Argumente habt, dann könnt ihr mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Ich überprüfe irgendwelche Meldungen gerne kritisch. Aber vermutlich werden die kritisierenden Personen nicht mal bis hier her lesen, sondern sofort einfach die üblichen Sprüche ablassen.

  2. Re: Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: rainn 14.10.18 - 03:40

    Intressant wäre falls wir das zeug in Übermaß nutzen, und dann weniger co2 in der luft hätten als gut ist.

  3. Re: Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: chefin 15.10.18 - 09:07

    @eheran
    deine Komplette Kritik ist völlig haltlos. Teilweise basiert sie auf Erkenntnisse die nichts mit dem aktuellen Material zu tun haben, teilweise sind sie völlig Falsch.

    Unser kompletter CO2 Umsatz wird über Pflanzen negativiert. Das Gewicht von Pflanzen wird signifikant erhöht durch CO2 aus der Luft. Zwischen 10 und 50% Gewichtszunahme erfolgt über CO2 Aufnahme und Sonnenlicht als Energielieferant. Also kann man durchaus sagen, das ein Polymer das CO2 absorbiert sich gewichtsmässig verdoppeln kann. Desweiteren ist Beton heute schon ein Polymer und keine reine mineralische Substanz mehr. Mauerer lernen in der Lehre über die gesamte Zeit soviel von Chemie wie ein Chemiestudent in 2 Semenstern (es macht also beim Mauerer ca 1/3 des Wissens aus). Und selbst der Sack Zement aus dem Baumarkt ist eine Chemiebombe die sich kaum noch jemand vorstellen kann.

    Die weiteren Ausführungen von dir beschreiben aktuelle Kunststoffe und deren Verhalten bzw Eigenschaften. Um die geht es aber nicht, sondern um Kunstprodukte auf biologischer Basis. Es ist so als würdest du Beton und Holz als nahezu gleiche Baumaterialien darstellen. Dabei sind die Eigenschaften die gleich sind so verschwindend klein, das sie kaum jemand weis. Also mass dir nicht an, aus dem bischen Wissen über Kunststoffe gleich alles ableiten zu können, was diese neue Entwicklung für negative Eigenschaften hat. Du weist ja noch nicht mal, was es genau ist.

    Alles in allem ist dein Beitrag also kaum die Zeit wert die es dauert ihn zu lesen. Ohne das inhaltlich etwas falsch ist, das behaupte ich nicht. Es ist nur so, das du keine Schlussfolgerungen ziehen kannst die auf deinem Wissen basieren aber zu dieser neuen Entwicklung gehören.

  4. Re: Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: Aluz 15.10.18 - 10:17

    +1 @chefin, gut gemacht.

    Es ist auch anzumerken, dass Kritik ja angemessen ist aber Schwarzmalerei wiederum Fortschritt und Entwicklung hindert.

    Ich glaube jetzt auch nicht, dass man mit sowas ueberhaupt in naher Zukunft ein Haus bauen kann. Das beginnt schon bei der Frage wie man das CO2 ueberhaupt in die 20-40cm dicken Wande diffundiert bekommt. Blaetter sind ja auch nicht ohne Grund duenn mit viel Oberflaeche.

    Aber dann zu sagen die Forscher lehnen sich aus dem Fenster weil sie ueberlegen wohin die Reise gehen koennte ist mehr als nur hochgestochen und arrogant. Erste Ideen fuer die Anwendung werden in fast allen Veroeffentlichungen angehaengt. Beispiel Quantencomputer, CarbonNanotubes und das weit bevor diese Technologien in irgend einer Form von Nutzen waren. Es soll inspirieren, interessieren, andere anregen darueber nachzudenken.

  5. Re: Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: Aki-San 15.10.18 - 13:36

    Ohohoh.

    Hier wird wieder viel mit Halbwissen umsich geworfen.

    Gele oder poröse Materialien können durchaus auch Diffusion haben, die im Zweistelligen Zentimeterbereich liegen.
    Aber ich gehe mal bei Coatings eher von max 1-2mm Schichtdicke aus.

    In einigen Punkten hat Eheran durchaus recht. Es wurden einige Formulierungen und Übersetzungen mit durchaus dem ein oder anderen Zeitungsdeutsch aufgebauscht.

    In der Massenbilianz wird dieses Produkt sicherlich nicht auftauchen, dazu wird viel zu wenig CO2 benötigt zum Aushärten. Weiterhin wird nicht unser "kompletter Umsatz" über Pflanzen negativiert, sonst hätten wir keinen Treibhauseffekt.

    Auch mit "Regeneration" wird im Fachjargon recht gerne umsich geworfen, ohne spezifisch zu werden. Ist es ein Geld das Oberflächen-stabil ist und sich daher gerne "selbst" glättet (und somit die Risse schließt). Oder ist es ein Material das quasi nur ein Rohbett bietet und darauf eine Schicht Aus Glyko-Polymere bildet? (Sorry, keine Zeit das Paper zu lesen!)

    Ausserdem, Grundsatz der Physik... Watt irjendwo rein jeht, kütt uch irjendwo russ!


    Wie Aluz schon gesagt hat, es ist eine Entwicklung die Denkanstöße geben soll und irgendwann vielleicht zu einem wirklichen Protein oder Polymer Kunststoff führt, der wirklich selbstheilend ist.

  6. Re: Mal ein paar Kritikpunkte, z.B. absurde Formulierungen im Artikel

    Autor: Eheran 15.10.18 - 15:58

    -1 @chefin, schlecht gemacht.
    >Wenn ihr handfeste Argumente habt, dann könnt ihr mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
    Und wie viele Argumente kommen? Keine.

    >Unser kompletter CO2 Umsatz wird über Pflanzen negativiert.
    Wenn man die Pflanze vorher aufwändig herstellen muss, was bleibt dann noch übrig?

    >Mauerer lernen in der Lehre über die gesamte Zeit soviel von Chemie wie ein Chemiestudent in 2 Semenstern (es macht also beim Mauerer ca 1/3 des Wissens aus).
    Vielleicht vorher mal Chemie studieren und als Maurer jobben? Der Unterschied sollte dezent auffallen, ganz davon abgesehen, dass ein Maurer auch nicht 1 Jahr komplett nur Chemie lernt sondern höchstens in den Berufsschulblöcken. Das sind dann jeweils 2 Wochen Unterricht nach 6 Wochen im Betrieb + zusätzlich Ferien, also nicht mal 1/4 der Zeit und davon auch nur ein Teil zur Chemie.

    >Und selbst der Sack Zement aus dem Baumarkt ist eine Chemiebombe die sich kaum noch jemand vorstellen kann.
    Was ist denn da alles drin, abgesehen von einer gebrannten Mischung aus Kalk, Ton, Sand und Eisenerz wie auch vor 100 Jahren? Klingt ja nach einer echt heftigen Mischung, wenn man es als Chemiebombe bezeichnen kann.

    >Desweiteren ist Beton heute schon ein Polymer und keine reine mineralische Substanz mehr.
    Wie kommst du denn zu der absurden Annahme? Beton ist ein rein mineralischer Baustoff. Polymere sind da in Form von Polymerfasern drin wenn man Spezialfälle, also Faserbeton, hat.

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