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Künstliches "Leben"

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  1. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: teenriot 23.07.12 - 18:49

    LucaTM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Zufall selber ist also die Erklärung. Wir können es nicht erklären -
    > die Abweichung bzw. Unregelmässigkeit - und sagen einfach es ist Zufall und
    > verkaufen diesen Begriff als die Erklärung auf diese Unerklärlichkeit.

    Das ist schon amüsant und symptomatisch:

    Man behauptet X und sagt die Wissenschaft irrt.
    Man wird nach einer Erklärung gefragt.
    Man erklärt das die Wissenschaft nicht alles erklären kann.

    Nur erklärt hat man X immer noch nicht.

  2. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 18:52

    Aber zumindest ich sage doch ganz so wie du, dass Zufall keiner Regel folgen kann. Was wir wahrnehmen, ist das Resultat eines Pseudozufalls. Einen Pseudozufall können wir ruhig als echten Zufall annehmen, das ist erst einmal kein Problem. Das, worauf ich hinaus will, ist, dass wir das Resultat wahrnehmen. Dieses vereinfachen wir dann mit einer statistischen Erhebung. Daher kommt der Irrglaube, dass bei zwei Milliarden Münzwürfen, von dem wir ruhig jeden einzelnen als den ultimativen Zufall ansehen dürfen, etwa eine Milliarde Münzen "Kopf" zeigen. In Wahrheit können wir aber von keinem einzigen sagen, dass er "Kopf" zeigen wird und wir können auch nicht behaupten, dass zumindest eine einzige Münze "Zahl" zeigen wird. Der Zufall kennt keine Regel. Er folgt keiner Wahrscheinlichkeit und dennoch können die Resultate bei der unwahrscheinlichsten Wahrscheinlichkeit und beliebig vielen Versuchen jedes einzelne Mal das unwahrscheinlichere Ergebnis sein.

    Jeder, der davon ausgeht, dass es Zufall gibt, sieht das genauso an. Weil eben das Zufall ist.

  3. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 18:55

    Mac Jack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder wie Cox in Scrubs so schön formuliert hat: Die Statistik bedeutet für
    > den Einzelnen überhaupt nichts.

    Es hat mich schon gewundert, dass ich so etwas in einer Comedy-Serie zu hören bekommen habe. Und um es noch weiter — oder besser: in die andere Richtung — zu fassen: Die Wahrscheinlichkeit des Zustands eines Einzelnen sagt selbst in der Masse nichts über die Gesamtheit aus.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.07.12 18:56 durch __destruct().

  4. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: teenriot 23.07.12 - 18:58

    LucaTM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > teenriot schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > LucaTM schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Unsere Wissenschaft sollte man sicher nicht als ganzes ablehnen, aber
    > > ich
    > > > denke es gibt eine wesentliche Lücke bzw. einen Logikfehler am
    > > Anfang(!).
    > >
    > > Welchen Anfang der Physik meinst du?
    > >
    > > > Ich weiss sicher nicht alles, aber ich habe selber lange darüber
    > > > nachgedacht und merke, auch ihr und die Wissenschaft hat keine
    > Erklärung
    > > > darauf.
    > >
    > > Es ist ein bessere Zustand etwas aufgrund Unwissenheit nicht erklären zu
    > > können, als etwas trotz Unwissenheit erklären zu wollen.
    > >
    > > >. Aber: daher einfach einen Zufall zu propagieren, finde ich ein
    > > > wenig anmassend.
    > >
    > > Und wie nennst du es dann wenn du folgendes propagierst?
    > >
    > > >Irgendetwas muss doch am Phänomen "Leben" dran sein, was nicht
    > stofflich
    > > ist.
    >
    > Denkst Du nicht, dass es mir auch um Wissen geht?
    > Aber mir erscheint es unlogisch, dass man eine (für uns!) Unerklärlichkeit
    > auf Zufall schiebt. Und ich bin überzeugt, dass es kein Zufall ist.

    Man schiebt es nicht auf den Zufall, sondern man hat den Zufall FESTGESTELLT.
    Erklären kann man ihn noch nicht, aber darum geht es doch gar nicht.
    Es geht doch in diesem Thread nicht darum das die Wissenschaft etwas nicht erklären kann, sondern darum das du uns etwas erklären wolltest.

    > oben geschrieben, "wahrer Zufall" (dessen Definition Du schön dargelegt
    > hast) kennt keine Wahrscheinlichkeit und keine Regelmässigkeit und kann
    > keine hervorbringen. Deshalb denke ich, der Ursprung ist NICHT zufällig.

    Zufall muss auch nicht regelmäßig sein um mit ihm zu rechnen.
    Es gibt da andere Voraussetzungen, die dafür sorgen das man rechnen kann, wie z.B das die Summe der Erwartungswerte 1 ist.

    > Klingt denn das so religiös?! Es ist doch ein berechtigter Gedanke, nicht?

    Nicht der Zweifel ist religiös. Aber die Art wie metaphysisches "Wissen" mit wissenschaftlichen Nicht-wissen scheinbar bewiesen wird.

  5. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: Mac Jack 23.07.12 - 18:58

    Ich finde es zwar etwas verwirrend was du da zusammenschreibst, aber ich versuchs mal so:

    Die "lebende" Zelle hat den Status "lebend" nicht deswegen weil sie eine Seele von irgendeiner Gottheit hat, oder einen freien Willen um sich im Mediamarkt eine DVD ihrer Wahl zu kaufen. Sie lebt nach dem einfachen Kriterium Stoffwechsel, diesen aufrechterhalten, Energie verbraten, sich vermehren. Leben ist nichts weiter als Information die sich aktiv vermehrt.
    Viren hingegen sind wie Bücher. Es sind Informationen die an sich tot sind, sie vervielfältigen sich nicht von selbst. Dazu muss erst mal ein lebender Organismus herhalten, der diese Information aufgenommen hat und deren Stoffwechsel dann von ihr korrumpiert wird. Das mit der korrumpierenden Information funktioniert, weil die Zelle ein rein chemisches Konstrukt ist.
    Anschauliches Beispiel für dich: Ein Computervirus kann sich nur vermehren wenn seine Informationen verarbeitet werden. Wenn ein Betriebssystem = Stoffwechsel vorhanden ist.

    * The president is a duck? *

  6. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 19:00

    Er will nicht sagen, woran er glaubt, damit wir den Gedankengang abstrakter fassen und nicht versuchen, den seinigen zu zerstören, um unseren unter Ausblendung aller weiterer möglichen — und nur auf dem Triumph über den seinigen — als korrekt anzusehen. Das macht schon Sinn.

  7. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 19:02

    Du akzeptierst die weitgehende Verdrängung des Einflusses des Zufalls in größeren Strukturen aufgrund physikalischer Gesetze also nicht.

  8. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:03

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber zumindest ich sage doch ganz so wie du, dass Zufall keiner Regel
    > folgen kann. Was wir wahrnehmen, ist das Resultat eines Pseudozufalls.
    > Einen Pseudozufall können wir ruhig als echten Zufall annehmen, das ist
    > erst einmal kein Problem. Das, worauf ich hinaus will, ist, dass wir das
    > Resultat wahrnehmen. Dieses vereinfachen wir dann mit einer statistischen
    > Erhebung. Daher kommt der Irrglaube, dass bei zwei Milliarden Münzwürfen,
    > von dem wir ruhig jeden einzelnen als den ultimativen Zufall ansehen
    > dürfen, etwa eine Milliarde Münzen "Kopf" zeigen. In Wahrheit können wir
    > aber von keinem einzigen sagen, dass er "Kopf" zeigen wird und wir können
    > auch nicht behaupten, dass zumindest eine einzige Münze "Zahl" zeigen wird.
    > Der Zufall kennt keine Regel. Er folgt keiner Wahrscheinlichkeit und
    > dennoch können die Resultate bei der unwahrscheinlichsten
    > Wahrscheinlichkeit und beliebig vielen Versuchen jedes einzelne Mal das
    > unwahrscheinlichere Ergebnis sein.
    >
    > Jeder, der davon ausgeht, dass es Zufall gibt, sieht das genauso an. Weil
    > eben das Zufall ist.

    Gut. Wenn man von einem Pseudozufall ausgeht, dann scheint mir das schon logischer zu klingen. Doch ich denke, uns wird irgendwann auffallen, dass es kein Zufall ist.

  9. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: teenriot 23.07.12 - 19:05

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du kannst bei 100.000 Mal 1 oder 0 nach Zufall aber nicht sagen, dass etwa
    > 50.000 Mal eine 1 herauskommen wird. Du kannst nicht einmal sagen, dass ein
    > einzigen Mal eine 1 vorkommen wird.

    Es kann auch sein das wir alle gleich sterben und nicht zusammen unsere "geplante" Lebenserwartung erreichen. Dennoch ist die statistische Lebenserwartung ein Teil des demographischen Modells.

    Es könnte auch sein das alle Teilchen einen quantenmechanischen Ruck nach rechts machen und der Stein nicht gerade zu Boden fällt...

    Ich wollte nur klar machen das man auch nicht deterministische Vorgänge mit Modellen/Gesetzmäßigkeiten physikalisch beschreiben kann. Das Nicht-Determinischte sorgt aber nun mal naturgemäß dafür das es sich um keine Modelle a la Newton handelt, die in der Lage sind einzelne Ereignisse hervorzusagen.

  10. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 19:06

    Das Problem ist nun nur, dass auch wir nur existieren und handeln, weil Atome sich so binden wollen, dass ein möglichst günstiger Energiezustand erreicht wird. Wir handeln also nicht von uns aus.

  11. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:09

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Er will nicht sagen, woran er glaubt, damit wir den Gedankengang abstrakter
    > fassen und nicht versuchen, den seinigen zu zerstören, um unseren unter
    > Ausblendung aller weiterer möglichen — und nur auf dem Triumph über
    > den seinigen — als korrekt anzusehen. Das macht schon Sinn.

    Ich möchte tatsächlich niemandem meinen "Glauben" (gemäss obiger Definition) aufzwingen. Ich denke aber, unsere Wissenschaft hat am Anfang einen Denkfehler gemacht: von einem Zufall auszugehen. Die nachfolgenden Überlegungen sind korrekt und es ist viel Wissen davon ausgegangen und hat Vorfällen die Verklavende Unwissenheit der monotheistischen Religionen vertrieben.

    Doch an einen Zufall glaube ich wirklich nicht, und wie @__destruct schreibt, folgt der Zufall keiner Wahrscheinlichkeit und keiner Regel. Da wir aber etwas anderes sehen, kann man Zufall ausschliessen.

  12. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: __destruct() 23.07.12 - 19:10

    Was du aussagen wolltest, ist klar. Dem stimme ich auch zu. Aber deine Argumentation hat sich widersprochen.

    Außerdem darf man von einer Statistik nicht darauf schließen, welche Wahrscheinlichkeit vorlag. Das funktioniert nicht, egal, wie viele Werte man hat. Zumindest funktioniert es nur in vereinfachten Modellen und unserer naturgemäßen Erwartung. Wenn wir einen Zufallsalgorithmus 1.000 Mal ausführen und 500 Mal kommt eine 1, 500 Mal eine 0 dabei heraus, dann gehen wir davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine 1 50% beträgt. Sie könnte aber auch nur 10% oder gleich 90% betragen. Das können wir daran nicht festmachen.

  13. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:11

    teenriot schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LucaTM schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > teenriot schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
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    > > > LucaTM schrieb:
    > > >
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
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    > >
    > > > -----
    > > > > Unsere Wissenschaft sollte man sicher nicht als ganzes ablehnen,
    > aber
    > > > ich
    > > > > denke es gibt eine wesentliche Lücke bzw. einen Logikfehler am
    > > > Anfang(!).
    > > >
    > > > Welchen Anfang der Physik meinst du?
    > > >
    > > > > Ich weiss sicher nicht alles, aber ich habe selber lange darüber
    > > > > nachgedacht und merke, auch ihr und die Wissenschaft hat keine
    > > Erklärung
    > > > > darauf.
    > > >
    > > > Es ist ein bessere Zustand etwas aufgrund Unwissenheit nicht erklären
    > zu
    > > > können, als etwas trotz Unwissenheit erklären zu wollen.
    > > >
    > > > >. Aber: daher einfach einen Zufall zu propagieren, finde ich ein
    > > > > wenig anmassend.
    > > >
    > > > Und wie nennst du es dann wenn du folgendes propagierst?
    > > >
    > > > >Irgendetwas muss doch am Phänomen "Leben" dran sein, was nicht
    > > stofflich
    > > > ist.
    > >
    > >
    > > Denkst Du nicht, dass es mir auch um Wissen geht?
    > > Aber mir erscheint es unlogisch, dass man eine (für uns!)
    > Unerklärlichkeit
    > > auf Zufall schiebt. Und ich bin überzeugt, dass es kein Zufall ist.
    >
    > Man schiebt es nicht auf den Zufall, sondern man hat den Zufall
    > FESTGESTELLT.

    Einen Zufall kann man auch nicht feststellen. Man kann höchstens behaupten es sei einer. Das tun "wir" auch, aber wie gesagt sind wir nicht allwissend und können daher nicht einfach behaupten, dass es einer sei, voralpen wenn die einzig resultierende Realität anschliessend so logisch aufgebaut ist.

  14. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:13

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was du aussagen wolltest, ist klar. Dem stimme ich auch zu. Aber deine
    > Argumentation hat sich widersprochen.
    >
    > Außerdem darf man von einer Statistik nicht darauf schließen, welche
    > Wahrscheinlichkeit vorlag. Das funktioniert nicht, egal, wie viele Werte
    > man hat. Zumindest funktioniert es nur in vereinfachten Modellen und
    > unserer naturgemäßen Erwartung. Wenn wir einen Zufallsalgorithmus 1.000 Mal
    > ausführen und 500 Mal kommt eine 1, 500 Mal eine 0 dabei heraus, dann gehen
    > wir davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine 1 50% beträgt. Sie
    > könnte aber auch nur 10% oder gleich 90% betragen. Das können wir daran
    > nicht festmachen.

    Also wie können "wir" denn den Grund unserer Existenz (Grund der Existenz des ganzen Universums) auf Zufall schieben?

  15. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:16

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was du aussagen wolltest, ist klar. Dem stimme ich auch zu. Aber deine
    > Argumentation hat sich widersprochen.

    Wie gesagt, dass was am Anfang steht, war ein Beispiel, wie ich mich in dieses Weltbild hineinversetzt habe.

  16. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:20

    Mac Jack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde es zwar etwas verwirrend was du da zusammenschreibst, aber ich
    > versuchs mal so:
    >
    > Die "lebende" Zelle hat den Status "lebend" nicht deswegen weil sie eine
    > Seele von irgendeiner Gottheit hat, oder einen freien Willen um sich im
    > Mediamarkt eine DVD ihrer Wahl zu kaufen. Sie lebt nach dem einfachen
    > Kriterium Stoffwechsel, diesen aufrechterhalten, Energie verbraten, sich
    > vermehren. Leben ist nichts weiter als Information die sich aktiv
    > vermehrt.
    > Viren hingegen sind wie Bücher. Es sind Informationen die an sich tot sind,
    > sie vervielfältigen sich nicht von selbst. Dazu muss erst mal ein lebender
    > Organismus herhalten, der diese Information aufgenommen hat und deren
    > Stoffwechsel dann von ihr korrumpiert wird. Das mit der korrumpierenden
    > Information funktioniert, weil die Zelle ein rein chemisches Konstrukt
    > ist.
    > Anschauliches Beispiel für dich: Ein Computervirus kann sich nur vermehren
    > wenn seine Informationen verarbeitet werden. Wenn ein Betriebssystem =
    > Stoffwechsel vorhanden ist.


    Aber Information alleine kann doch nichts bewirken. Genau wie Energie alleine "tot" ist. Stell Dir einen Computer vor. Der Computer kann sich nicht selbst programmieren, die Software wird benötigt. Doch die Software ist auch nicht einfach da, diese muss ebenfalls geschrieben werden. Wer macht das? Irgendeinen Anstoss muss es ja geben.

    Und ich denke, genau da kommt das unergründliche Sein ins Spiel, dass "Leben" erst ausmacht, aber mehr dazu jetzt nicht.

  17. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: Mac Jack 23.07.12 - 19:23

    Und hier kommt wieder Zufall ins Zusammenspiel der vielen Zellen :)
    Der Zufall erlaubt uns, uns nicht-deterministisch bewegen. Man könnte es auch freien Willen nennen.

    Um mal die Diskussion davon wegzulenken:
    Warum meinen alle Leute immer, es wäre ein Ziel der Wissenschaft, einen künstlichen Organismus herzustellen? Also komplett künstlich, zu 100% in einem Reagenzglas gezüchtet. Welcher Mensch wäre so dumm das Rad neu zu erfinden? Es ist viel effizienter ein bestehendes System herzunehmen, es zu verstehen und anschließend auf seine Wünsche hin zu optimieren.
    Der Ursprung des Lebens ist im Prinzip eine einzelne Zelle, in der die richtigen Faktoren zufälligerweise Vorlagen, um seine eigene Information zu vervielfältigen. Bei der Zellteilung geht immer ein Teil der Organellen, die sich in einer Zelle befinden, in die neue mit über, auch die Natur erfindet das Rad nicht neu, wäre auch viel zu aufwendig und langwierig. Du kaufst dir ja auch dein Windows und installierst dann Programme die du brauchst statt das OS jedes mal, wenn du den Rechner neu aufsetzt, neuzuprogrammieren.
    Also, wieso sollte man sich die elendige Arbeit machen die nötigen RNA-Polymerasen und Ribosomen im Reagenzglas zu züchten wenn man sie stattdessen in 10 Minuten aus einer beliebigen Zellsuspension extrahieren kann? In der Zelle kann man danach immer noch die modifizierte Version der Dinger hergestellen lassen.

    * The president is a duck? *

  18. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: LucaTM 23.07.12 - 19:34

    Mac Jack schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und hier kommt wieder Zufall ins Zusammenspiel der vielen Zellen :)
    > Der Zufall erlaubt uns, uns nicht-deterministisch bewegen. Man könnte es
    > auch freien Willen nennen.
    >
    > Um mal die Diskussion davon wegzulenken:
    > Warum meinen alle Leute immer, es wäre ein Ziel der Wissenschaft, einen
    > künstlichen Organismus herzustellen? Also komplett künstlich, zu 100% in
    > einem Reagenzglas gezüchtet. Welcher Mensch wäre so dumm das Rad neu zu
    > erfinden? Es ist viel effizienter ein bestehendes System herzunehmen, es zu
    > verstehen und anschließend auf seine Wünsche hin zu optimieren.
    > Der Ursprung des Lebens ist im Prinzip eine einzelne Zelle, in der die
    > richtigen Faktoren zufälligerweise Vorlagen, um seine eigene Information zu
    > vervielfältigen. Bei der Zellteilung geht immer ein Teil der Organellen,
    > die sich in einer Zelle befinden, in die neue mit über, auch die Natur
    > erfindet das Rad nicht neu, wäre auch viel zu aufwendig und langwierig. Du
    > kaufst dir ja auch dein Windows und installierst dann Programme die du
    > brauchst statt das OS jedes mal, wenn du den Rechner neu aufsetzt,
    > neuzuprogrammieren.
    > Also, wieso sollte man sich die elendige Arbeit machen die nötigen
    > RNA-Polymerasen und Ribosomen im Reagenzglas zu züchten wenn man sie
    > stattdessen in 10 Minuten aus einer beliebigen Zellsuspension extrahieren
    > kann? In der Zelle kann man danach immer noch die modifizierte Version der
    > Dinger hergestellen lassen.

    Nur weil wir nicht wissen, warum sich etwas so verhält, können wir nicht einfach sagen, dass es Zufall ist und das verabsolutieren.
    und zur Zelle:
    1. Wie ist diese Zelle entstanden? Durch zufällige Anordnung von Atomen? Und bspw. die Aminosäuren sind alleine schon unglaublich komplex. Das ist Zufall? Und das, nachdem der Zufall zufällig erstaunliche Gesetzmässigkeiten hervorgebracht haben, die zufällig so ein komplexes Leben ermöglichen und auch noch dazu bringen?
    2. Durch "natürliche Selektion" und "zufällige Mutationen" haben sich immer komplexere Lebewesen herausgebildet? Haben "wir" je schon eine Mischung aus "Säugetier" und "Eierleger" gefunden? Und nachdem eine zufällige Mutation Änderungen zum Vorgänger hervorgebracht hatte, wieso konnte es sich paaren? Denn es konnten nicht alle Mutationen mit den Vorgängern "kompatibel" gewesen sein, sonst wäre das Niveau gleich geblieben. Diese Mutationen wären ohne Partner wieder ausgestorben.

  19. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: teenriot 23.07.12 - 19:56

    LucaTM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Einen Zufall kann man auch nicht feststellen. Man kann höchstens behaupten
    > es sei einer. Das tun "wir" auch, aber wie gesagt sind wir nicht allwissend
    > und können daher nicht einfach behaupten, dass es einer sei, voralpen wenn
    > die einzig resultierende Realität anschliessend so logisch aufgebaut ist.

    Man kann aber die Eigenschaften eines Phänomens derart beschreiben.

    Du kannst keine super-universellen Aussagen machen weil du dieses eine Universum teilweise kennst. Das alles so stimmig und perfekt sei, ist für die einen ein Gottesbeweis (Austausch wissenschaftlichen Nicht-Wissens durch metaphysisches Wissen), die anderen sagen das du kein Vergleichsmöglichkeiten hast oder das es unter Umständen gar nicht anders sein kann, weil vom 100000000 Universen nur dieses eine "stabil" ist/war mit seiner "Konfiguration", und "wir" uns somit in anderen Universen gar nicht die Fragen stellen.

  20. Re: Künstliches "Leben"

    Autor: teenriot 23.07.12 - 20:06

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was du aussagen wolltest, ist klar. Dem stimme ich auch zu. Aber deine
    > Argumentation hat sich widersprochen.
    >
    > Außerdem darf man von einer Statistik nicht darauf schließen, welche
    > Wahrscheinlichkeit vorlag. Das funktioniert nicht, egal, wie viele Werte
    > man hat. Zumindest funktioniert es nur in vereinfachten Modellen und
    > unserer naturgemäßen Erwartung. Wenn wir einen Zufallsalgorithmus 1.000 Mal
    > ausführen und 500 Mal kommt eine 1, 500 Mal eine 0 dabei heraus, dann gehen
    > wir davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine 1 50% beträgt. Sie
    > könnte aber auch nur 10% oder gleich 90% betragen. Das können wir daran
    > nicht festmachen.

    Ja natürlich war das ein vereinfachtes Modell um die grundsätzlichen Zweifel an der Vereinbarkeit von Nicht-Determininmus und physikalischen Modellen auszuräumen.
    In der Wissenschaft ist es vollkommen normal vereinfachte Modelle zu nehmen, denn anderenfalls könnte wird keine newtonschen Bewegungen beschreiben. Nur dadurch das man eine Normalverteilung unterstellt, die die Messungen immer wieder aufs neue bestätigen, kann man das Quantenmechanische ignorieren.
    Die Normalverteilung gibt es genauso bei meinem Beispiel.
    Wenn ich es ganz korrekt ausdrücken möchte, dann sage ich, das sich die Wahrscheinlichkeit, eine der Kugeln zu ziehen, mit der Zahl der Versuchsdurchgänge 50% asymptotisch annähert.

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