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Der Staat kann es nicht selber machen.

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  1. Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: rizzorat 23.02.21 - 10:41

    Ich hab 5 Jahre in einer Firma gearbeitet die den Staat als Hauptkunde hatte.

    Meine Frau arbeitet im Sales in ihrer Firma und hat viele Behörden/Unis und Landesämter als Kunden.

    Mir presentiert sich das so, das der Staat ist rein rechtlich gar nicht dafür aufgestellt eine funktionierende IT infrastruktur aufzustellen weil es das Vergaberecht gibt. Das Vergaberecht ist ganz simpel, das Amt/Behörde/Uni muss das billigste nehmen. Punkt.

    Jeder Privatmann/Frau weiß das ich immer eine Kosten Nutzen Rechnung aufstellen muss. Kaufe ich das billigste, ärger mich, oder nehme ich mehr Geld in die Hand und hab länger was davon und die Benutzbarkeit ist schöner.

    Viele Anwender in Behörden, die Ausschreibungen machen, versuchen so zu tricksen, dass sie Ausschlusskriterien so verfassen das sie das Produkt bekommen was sie wollen. Oft klappt das aber ned. Dann bekommen sie den letzten Rotz der am Ende teurer ist weil die Anbieter ihr Geschäftsmodell dann an das von Druckerherstellern angepasst haben. Drucker gibts für 50¤. Die laufenden Kosten sind dann aber astronomisch.

    Wenn ich als Unternehmer den billigsten Mist nehme, und meine Mitarbeiter (die auch sündhaft teuer sind) dann für alles länger brauchen, nehme ich auch das teurere. Weils am Ende billiger ist.

    Bei so einer tollen Länder oder Bundeslösung für eine Schuld Cloud möchte ich gar nicht wissen wer da sitzt und Entscheidungen trifft. Jedenfalls niemand der später dann damit arbeiten muss........

  2. Re: Das ist privatwirtschaftliches Kostenstellendenken ;)

    Autor: Max Level 23.02.21 - 10:57

    rizzorat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Vergaberecht ist ganz simpel, das
    > Amt/Behörde/Uni muss das billigste nehmen. Punkt.
    >
    > Jeder Privatmann/Frau weiß das ich immer eine Kosten Nutzen Rechnung
    > aufstellen muss. Kaufe ich das billigste, ärger mich, oder nehme ich mehr
    > Geld in die Hand und hab länger was davon und die Benutzbarkeit ist
    > schöner.

    Der PPunkt ist: Der gesunde Menschenverstand weiß das und handelt danach. BWL hat damit aber nicht viel zu tun, sondern mit der arbiträren Vorgabe, dass Kostenstellen möglichst niedrig zu belasten sind. Das habe ich inzwischen oft genug erfahren. Das ist also auch hier nichts typisch "staatliches", sondern da hat der Staat sich die geheiligte "Effizienz" der Privatwirtschaft abgeguckt. Und deren Frage ist immer: "Geht das nicht auch billiger?"

    > Dann bekommen sie den
    > letzten Rotz der am Ende teurer ist weil die Anbieter ihr Geschäftsmodell
    > dann an das von Druckerherstellern angepasst haben. Drucker gibts für 50¤.
    > Die laufenden Kosten sind dann aber astronomisch.

    Klar, aber *das* fällt dann ggf unter ne andere Kostenstelle. Nicht "Neuanschaffung" sondern "Pflege" oder "Laufende Kosten". Dann sind die Vorgaben erfüllt, irgendetwas "billig" zu kriegen, auch wenn´s Folgekosten nach sich zieht. Das kommt raus, wenn jeder versuchen muss(!), seine Kostenstelle sauber zu halten.

    > Wenn ich als Unternehmer den billigsten Mist nehme, und meine Mitarbeiter
    > (die auch sündhaft teuer sind) dann für alles länger brauchen, nehme ich
    > auch das teurere. Weils am Ende billiger ist.

    Ja, natürlich, du "als Unternehmer"! Die meisten Entscheider sind das aber nicht, die haben dieses hemdsärmelige "Man muss durch das wilde Gewässer" nicht, sondern die haben BWL studiert, also Kennzahlengetriebenes Management, wie das so geil heißt. Und das bedeutet gerade den Abgesang auf den gesunden Menschenverstand und auch Unternehmergeist, sondern blindes, taubes und stummes "Entscheiden" nach gesichtslosen Zahlen. Und das ist in der Politik doch genauso, wo man bei Ausgaben immer unter Rechtfertigungsdruck steht, bei Einsparungen aber nie.
    Oder hast du schonmal jemanden fragen hören "Hey, wieso Einsparungen? Was fehlt denn dadurch nun? Ist das Neue immer noch gut genug?" ;)

  3. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: Eswil 23.02.21 - 11:29

    Gibt es denn kein Gesetzt in dem steht, dass die Souveränität des Staates trotz Vergaberecht gewährleistet bleiben muss?

  4. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: lappenkaese 23.02.21 - 13:55

    deswegen brauchen wir auch eigene Lösungen. Die Expertise sitzt doch in den Unis/Hochschulen. Die OSS-Community macht es doch vorbildlich vor, wie eine gemeinsame Arbeit laufen kann. Es müssten nur mal Anreize und Initiativen geschaffen werden. Aber nein, stattdessen nutzen wir teuren, proprietären Schrott, der uns Datenschutzmäßig auch noch um die Ohren fliegt.

  5. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: 1st1 23.02.21 - 16:09

    Und wer bezahlt die Expertise? Die Leute leben auch nicht von Luft und Liebe.

  6. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: lappenkaese 23.02.21 - 16:30

    Falls der Idealismus gepaart mit dem regulären Stundensatz der Profs und wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht ausreichen sollte, dann sollten die Hochschulen und Unis extra Anreize Schaffen - immerhin sind sie dort angestellt.
    Wer das am Ende zahlt? So wie immer, der Steuerzahler - aber dafür fallen auch Lizenzkosten weg und wir gewinnen unbezahlbare Unabhängigkeit.

  7. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: minnime 23.02.21 - 16:43

    Ach die Profs, die meisten von denen haben doch auch schon seit > 10 Jahren nichts mehr auf die Reihe gekriegt. Die modernen Arbeitsweisen in den Unternehmen kennen die doch auch nur vom Papier.

  8. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: 1st1 23.02.21 - 17:04

    Und diese wissenschaftlichen Mitarbeiter an den Unis haben keinen Lehrauftrag, müssen keine Vorlesungen für die Studenten halten? Die haben offensichtlich richtig viel Zeit, um aus dem Nichts eine Schulplattform zu zimmern!

  9. Re: Der Staat kann es selber machen.

    Autor: lappenkaese 23.02.21 - 17:33

    Und genau das meine ich mit kreativlos.
    Es gäbe mit Sicherheit Möglichkeiten fähige Menschen zu motivieren einem gemeinnützigem Projekt zuzusteuern - sonst hätten wir generell keine OSS.
    Wieso lässt man die Fantasie nicht mal kreisen und haut alles raus, was einem so eingefallen ist?
    Es könnten auch Masterarbeiten auf so einem Projekt basieren. Wer programmiert die Uni-Apps und die Webauftritte? Das werden ja wohl auch fähige Leute sein.
    Soll sich jede Hochschule ihre eigenen Gedanken spinnen und dann wird ein nationales Projekt hochgezogen mit den Leuten die zur Verfügung stehen und Bock drauf haben. Das Rad muss auch nicht neu erfunden werden, die meisten Werkzeuge existieren bereits - das was fehlt ist Organisation.

  10. Re: Der Staat kann es nicht selber machen.

    Autor: m9898 24.02.21 - 00:47

    lappenkaese schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > deswegen brauchen wir auch eigene Lösungen. Die Expertise sitzt doch in den
    > Unis/Hochschulen.
    Himmel Hilf! Nein, zumindest was Anwendungssoftware angeht sitzt da ganz sicher keine Expertise. Wenn ich da an die Internetseite der Firma meines ehemaligen Software-Engineering Profs denke...

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