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Alles ist ganz furchtbar!

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  1. Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: twothe 16.07.18 - 22:07

    Ja, sexistische und/oder beleidigende Kommentare sind schlimm und man sollte sie sich sparen. Wissen wir. Es sollten sich auch alle an die Verkehrsregeln halten und im Laden nicht klauen, wissen wir. Es gibt aber immer ein paar Deppen die sich nicht dran halten, wissen wir auch.

    Was ich inzwischen absolut anstrengend und nur noch nervig finde ist das ständige Gejammer, wenn nicht von den Betroffenen, dann wenigstens von den Medien. Wie furchtbar die Welt doch ist und wie insbesondere Frauen darin leiden müssen. Und was ist der Lösungsvorschlag? "Wir möchten bitte, dass sich alle Männer auf der Welt wenns geht bis morgen ändern." Tja... wird nicht passieren. Und nun? Safe-Space? Einen neuen #metoo Kreuzzug starten? Oder halt einfach mal akzeptieren, dass die Welt so ist wie sie ist, und lernen damit umzugehen. Müssen wir Männer auch. Denn wenn Männer jammern heißt es immer "Deal with it!" Also liebe Frauen: Deal with it!

    Denn wenn eine Frau an so einer Stelle einfach mal zurück schießt und suverän mit der Situation umgeht, anstatt zu jammern, dann klärt sie sich. Und nicht selten tuts dem Testosteron-gesteuerten Kommentator danach auch irgendwie leid, selbst wenn er es vermutlich so nicht zugeben wird. Aber Jammern... Jammern löst wirklich gar kein Problem.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.07.18 22:09 durch twothe.

  2. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: quineloe 16.07.18 - 22:17

    >Was ich inzwischen absolut anstrengend und nur noch nervig finde ist das ständige Gejammer,

    Ja, ich finde solche Beiträge wie deinen auch echt anstrengend. Selber nicht betroffen, aber so die Fresse aufreißen.

    Das klärt sich nicht von selbst. Egal wie man drauf reagiert, weil jeder kleine Troll meint, er sei der allererste, der jetzt hier auf die glorreiche Idee kommt, sexistischen Mist bei Youtube zu schreiben, oder bei einem schwarzen Twitch-Streamer das Snickers Emote im chat zu spammen. Und damit dann seinen Abend verbringt, egal wie reagiert wird. Ist immer wieder von vorne "lustig".

  3. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: twothe 16.07.18 - 22:24

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, ich finde solche Beiträge wie deinen auch echt anstrengend. Selber
    > nicht betroffen, aber so die Fresse aufreißen.

    Exakt das Gegenteil. Ich habe diversen Frauen in die IT geholfen, und allen durch die sexistischen Kommentare. Aber weil ich mich nicht als rettender Held vor sie gestellt habe und damit von mir abhängig gemacht habe, sondern gesagt habe: "Ja so ist die Welt, lern damit umzugehen" können diese jetzt damit umgehen. Eine sehr gute Freundin von mir hat inzwischen auf solche Kommentare einen so bösen Blick drauf, dass sich in ihrer Firma niemand mehr traut einen solchen zu geben, nicht mal die Chefetage.

    Gib einem Mensch einen Fisch und er hat Nahrung für einen Tag. Bring ihm fischen bei und er kann sich selbst versorgen.

  4. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: quineloe 16.07.18 - 22:32

    In unserer Firma hat niemand Probleme mit IT-Frauen. Es gibt hier keine blöden Sprüche, zumindest nicht dass ich je davon gehört hätte.

    In einer Firma mit Betriebsklima wie du es beschreibst will ich ohnehin nicht arbeiten.

    Aber lass mich raten, ist vermutlich eine IT Firma...

  5. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: twothe 16.07.18 - 22:45

    In dem Fall wars eine Behörde mit Männern mit Durchschnittsalter gefühlt ca. 50. Die ham das halt so gelernt... Aber auch die können angemessenen Umgangston lernen wenn man ebenso angemessenen Umgangston walten lässt.

    Die große Schwierigkeit sehe ich darin, dass viele Frauen so erzogen wurden, dass sie bei Problemen bitte nichts selbst machen sollen, sondern auf sich aufmerksam machen müssen, damit dann ein Mann kommt und das Problem für sie löst. Empfinde ich als völligen Schwachsinn, weil Frauen _natürlich_ völlig in der Lage sind die Probleme selbst zu lösen, wenn man sie denn mal lassen würde. Wenn aber ständig ein weißer Ritter angeritten kommt, ihnen das Problem aus der Hand reißt und sagt "Keine Sorge, ich bin ja da!" dann wird das natürlich nichts mit dem Lernen.

    Nehmen wir z.B. mal diesen Weinstein, der ja die ganze metoo Debatte ausgelöst hat. Ich persönlich halte den Typen für ein ziemlichen Arsch und unterstütze in jeder Hinsicht, dass er für seine Handlungen nun die Konsequenzen tragen muss. Aber - und das ist eine etwas unbequeme Wahrheit - die Frauen haben ja auch fleißig mitgemacht. Warum? Weil man sie so erzogen hat, weil sie sich was davon versprochen haben, ich weiß es nicht. Hätte aber stattdessen die erste Frau die er zu sexuellen Handlungen genötigt hat an der Stelle eine geklatscht wie er es verdient hätte, und die zweite und dritte auch, dann hätte er es bei der vierten schon gar nicht mehr versucht. Stattdessen hat aber eine ganze Reihe von Frauen die hinterher in der MeToo-Debatte ganz groß krawelt haben an der Stelle einen Gedanken gehabt wie: "Ja gut, das bringt mich aber ja auch beruflich weiter."

    Und das es in so einer Situation zu diesen Gedanken überhaupt gekommen ist, das ist Problem an dem wir dringend ansetzen müssen. Denn die Arschlöcher werden wir nicht los, man kann Menschen nur beibringen damit richtig umzugehen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.07.18 22:47 durch twothe.

  6. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: Vaako 16.07.18 - 23:31

    Dem kann ich nur zustimmen, Eigenverantwortung/kompetenz ist das A und O. Wer nur jammert kommt nicht weit auch wenns Spass macht zu jammern um Frust abzubaun. Aber mittlerweile kriegt man wirklich schon den Eindruck die Medien wollen Sonderrechte für Frauen einführen. Weil sie ja so benachteiligt sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.07.18 23:31 durch Vaako.

  7. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: Hanmac 17.07.18 - 00:51

    Das beste was ich gehört hatte war ausgangsperre für Männer damit Frauen sich nach 20Uhr wieder sicher fühlen

    Können die ja gerne versuchen

  8. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: motzerator 17.07.18 - 01:27

    quineloe schrieb:
    -----------------------------
    > Ja, ich finde solche Beiträge wie deinen auch echt anstrengend. Selber
    > nicht betroffen, aber so die Fresse aufreißen.

    Das man nicht betroffen ist, habe ich auch mal geglaubt.

    Aber dieser ganze Feminismus verfolgt einen inzwischen doch bis in die IT Fachpresse, gerade so als ob es ein Problem der IT wäre, wenn einige Kerle sich nicht benehmen können.

    Meine Meinung dazu:

    1. Eindeutige sexuelle Nötigung unter Strafe stellen, wenn nicht schon erfolgt und dann auch konsequent verfolgen.
    2. Nicht jedes kleine Kompliment als Sexismus hinstellen.
    3. Die Feminismus Agenda wieder dort thematisieren, wo sie hin gehört: Auf Blättern wie Emma und in anderen fachspezifischen Medien.

    Ganz wichtig:

    4. Ganz schnell aufhören, klassische Nerd Medien wie Spiele und Filme mit feministischer Propaganda voll zu wursten. Das nervt nur noch. Ich will Charaktere, mit denen ich mich als Killerspiele Spieler und notorischer Schlechtmensch identifizieren kann. :D

  9. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: twothe 17.07.18 - 02:19

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 4. Ganz schnell aufhören, klassische Nerd Medien wie Spiele und Filme mit
    > feministischer Propaganda voll zu wursten. Das nervt nur noch. Ich will
    > Charaktere, mit denen ich mich als Killerspiele Spieler und notorischer
    > Schlechtmensch identifizieren kann. :D

    Ich finde das auch furchtbar. Wenn man Menschen Freiheiten nimmt, werden sie irgendwann dagegen kämpfen. Wenn man Feminismus immer mit dem Verlust von Freiheiten auf der anderen Seite verknüpft, werden demnach Leute gegen den Feminismus kämpfen. Insbesondere dann, wenn es offensichtlich ungerechte Verbote sind, denn während man auf der einen Seite fordert Frauen in Computerspielen müssen realistischer aussehen, scheint sich niemand daran zu stören, dass männliche Charaktere üblicherweise ebenso sexueller Fantasien von Frauen entspringen, wie die weiblichen Charaktere aus der Fantasien der Männer.

    Rumnölen darf nicht unsere Freiheiten bestimmen.

  10. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: frostbitten king 17.07.18 - 07:01

    Das Pendel schwingt eh schon um. Die Entwicklerin die da auf Twitter entgleist ist (vergessen welche Firma das war) is zum Glück gefeuert worden. Der haben sie das nicht durchgehen lassen wie sie die Gender Card gezückt hat bei der Diskussion.

  11. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: coass 17.07.18 - 07:18

    Vielen Dank für diese sachliche und wirklich zutreffende Beschreibung des Problems, twothe. Sehe ich ganz genauso. +1

    Noch besser finde ich deinen Umgang mit quineloe; von ihm / ihr habe ich bisher nicht viel Konstruktives hier im Forum gesehen, das meiste ist nur der Versuch das Niveau gefährlich absinken zu lassen; schön, dass du einfach sachlich weiter argumentiert hast. (Das schaffe ich leider nicht immer...) ;)

    @Quineloe: Vielleicht würde es helfen, mal einen umgänglicheren Tonfall im Forum anzuschlagen, anstatt anderen gleich alles mögliche zu unterstellen. Erlebe ich hier nicht zum ersten Mal von dir. Danke.

  12. +1

    Autor: Clown 17.07.18 - 08:35

    +1

    http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html
    http://www.commitstrip.com/en/2016/06/02/thank-god-for-commenters/

  13. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: quineloe 17.07.18 - 09:00

    frostbitten king schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Pendel schwingt eh schon um. Die Entwicklerin die da auf Twitter
    > entgleist ist (vergessen welche Firma das war) is zum Glück gefeuert
    > worden. Der haben sie das nicht durchgehen lassen wie sie die Gender Card
    > gezückt hat bei der Diskussion.


    Jessica Price, arena.net, die Guild Wars firma?

    Ist auch nicht das erste Mal, dass sie gefeuert wurde weil sie als Mensch unmöglich ist

    https://www.reddit.com/r/KotakuInAction/comments/8xsn9i/twitter_bullshit_jessica_price_called_arenanet/

  14. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: quineloe 17.07.18 - 09:11

    coass schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > @Quineloe: Vielleicht würde es helfen, mal einen umgänglicheren Tonfall im
    > Forum anzuschlagen, anstatt anderen gleich alles mögliche zu unterstellen.
    > Erlebe ich hier nicht zum ersten Mal von dir. Danke.


    Äh ja, ich gebe da relativ wenig drauf, was Leute, die von einem Problem nicht betroffen sind, und das Problem darauf hin für nicht existent erklären, von meinem "Tonfall" halten. Das ist hier bei den frauenfeindlichen Männern der Fall, die reflexhaft jede Vergewaltigung, jede sexuelle Belästigung erst mal pauschal ablehnen, solange es nicht fünfzehn Augenzeugen und drei Videoaufnahmen davon gibt.

    Genauso halte ich es mit Leuten, die behaupten es gäbe kein Rassismusproblem in Deutschland, z.B. bei der Polizei. Die schwarzen Mitbürgern sagen, sie sollen sich mal nicht so haben, wenn einmal Zug fahren bedeutet drei Mal von der Bundespolizei kontrolliert zu werden (Einmal am Abfahrtsbahnhof, einmal im Zug, einmal am Ankunftsbahnhof), weil sie wurden vor 15 Jahren ja nach der Disco auf der Fahrt nach Hause ja auch angehalten, und da ist ja auch voll viel passiert - Frage nach Alkohol, Führerschein anschauen, woher wohin beantworten - und das war ja auch nicht so schlimm.

    Dieser Standpunkt ist für sich allein gesehen schon Rassismus, der Schwarze weiß ja gar nicht, wie gut er es in Deutschland hier hat, also erklären wir es ihm mal, denn wir wissen ja besser als ein Schwarzer, wie es ist schwarz zu sein.

    Ersetze rassismus mit sexismus und schwarz mit Frau und die gleiche Logik zeigt sich hier.

    Es ist dieses typsiche Ausblenden von Problemen, die man nicht selber erlebt. Und twothe macht genau das, was er den anderen vorwirft: Rumjammern. Rumjammern darüber, dass die mit dem Rumjammern nicht endlich aufhören, obwohl sich überhaupt nichts geändert hat.

    Und dann kommt er noch mit tollen Anekdoten aus seinem eigenen Umfeld daher, wie die Frauen erstmal ordentlich belästigt werden mussten, und die die damit klargekommen sind, die waren dann am Ende ok. Dass sie die, die das getan haben, heute vermutlich immernoch verachten, ist wohl gut genug, solange sie still sind. Ich habe genug weibliche Kolleginnen, die diese "Erfolgsgeschichte" (aka ich musste mich weit über das hinaus beweisen, was ein Mann in dieser Position hätte tun müssen) hinter sich haben, und die können die Männer, die sie da reingestellt haben, bis heute nicht ab. Ich glaube kaum, dass irgendeiner von euch in seinem Berufsleben erst mal unprofessionell auf etwas irrelevantes reduziert wurde, und er dann erst mal beweisen durfte, ob er darüber hinaus was bringen kann.
    Nein, da sagt man sich "Mal schauen, was der neue kann" und sonst passiert gar nichts. Das gleiche sollte für Frauen gelten, aber aus irgendeinem Grund muss eine Frau zu Beginn erst mal ordentliches Arschloch-Verhalten erdulden müssen UND Leistung bringen.

  15. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: cry88 17.07.18 - 09:24

    twothe schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Frauen in Computerspielen müssen realistischer aussehen, scheint sich
    > niemand daran zu stören, dass männliche Charaktere üblicherweise ebenso
    > sexueller Fantasien von Frauen entspringen, wie die weiblichen Charaktere
    > aus der Fantasien der Männer.
    Ich denke eher die männlichen kommen ebenfalls aus den Fantasien der Kerle. So möchten sie selber sein, das finden sie toll. Mit nem verpickelten Fettsack, der sich nichts traut, gibt es nur sehr wenige Spiele.

    Deswegen habe ich auch keine Probleme darin, dass die Hauptcharaktere in Spielen attraktiv sind. Wichtig ist nur, dass nicht ein Geschlecht durchgängig als inkompetent und schwach dargestellt wird.

    Ständig die Freundin retten zu müssen, wie es Mario macht ist ziemlich öde, aber Lara Croft dabei zu steuern, wie sie auf einer einsamen Insel voller Feinden zu überleben versucht macht Spaß. Dass sie jung, hübsch und knapp bekleidet ist, dass stört dabei nicht. Nathan Drake sieht ja auch aus, wie der feuchte Traum so mancher Frau.

  16. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: Clown 17.07.18 - 09:43

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Äh ja, ich gebe da relativ wenig drauf, was Leute, die von einem Problem
    > nicht betroffen sind, und das Problem darauf hin für nicht existent
    > erklären, von meinem "Tonfall" halten.

    Das ist im Zweifelsfall ein Problem.

    > Das ist hier bei den
    > frauenfeindlichen Männern der Fall, die reflexhaft jede Vergewaltigung,
    > jede sexuelle Belästigung erst mal pauschal ablehnen, solange es nicht
    > fünfzehn Augenzeugen und drei Videoaufnahmen davon gibt.

    Du lehnst ein juristisches Grundprinzip (Unschuldsvermutung) per se ab? Warum?

    > Genauso halte ich es mit Leuten, die behaupten es gäbe kein
    > Rassismusproblem in Deutschland, z.B. bei der Polizei. Die schwarzen
    > Mitbürgern sagen, sie sollen sich mal nicht so haben, wenn einmal Zug
    > fahren bedeutet drei Mal von der Bundespolizei kontrolliert zu werden
    > (Einmal am Abfahrtsbahnhof, einmal im Zug, einmal am Ankunftsbahnhof), weil
    > sie wurden vor 15 Jahren ja nach der Disco auf der Fahrt nach Hause ja auch
    > angehalten, und da ist ja auch voll viel passiert - Frage nach Alkohol,
    > Führerschein anschauen, woher wohin beantworten - und das war ja auch nicht
    > so schlimm.

    Zu dem Thema kann ich nichts sagen, da ich weder betroffen bin, noch soetwas je miterlebt habe.
    Damit verneine ich natürlich nicht, dass hierzulande dieses Problem existieren könnte, aber das versteht sich ja von selbst.
    Umgekehrt: Bist Du betroffen und/oder bekommst Du sowas immer wieder mit?

    > Dieser Standpunkt ist für sich allein gesehen schon Rassismus, der Schwarze
    > weiß ja gar nicht, wie gut er es in Deutschland hier hat, also erklären wir
    > es ihm mal, denn wir wissen ja besser als ein Schwarzer, wie es ist schwarz
    > zu sein.

    Das ist aber nicht das, was diese Diskussion hier zutage fördert.
    Analog zum Thema zeigt die Diskussion eher, dass man den Schwarzen nicht bevormunden und damit seiner Souveränität/Identität rauben sollte.

    > Es ist dieses typsiche Ausblenden von Problemen, die man nicht selber
    > erlebt.

    Moment! Vermutlich wirfst Du mir jetzt auch vor die Probleme auszublenden, nur weil sie sich nicht in meinem Alltag manifestieren.
    Das fusst darauf, dass _alle_ anderen außer Dir mit Scheuklappen durchs Leben gehen müssten, was mindestens unwahrscheinlich ist.
    Wahrscheinlicher ist, dass die Probleme gar nicht so verbreitet sind und eher als Randerscheinung auftreten. Das macht sie natürlich nicht weniger ändernswert, nur muss man eben auch dieses Verhältnis im Auge behalten.

    > Und twothe macht genau das, was er den anderen vorwirft:
    > Rumjammern. Rumjammern darüber, dass die mit dem Rumjammern nicht endlich
    > aufhören, obwohl sich überhaupt nichts geändert hat.

    Du verneinst demnach einfach mal hopplahopp sämtliche (größtenteils dringend nötige) Errungenschaften bisheriger Feminisumuswellen?

    > Und dann kommt er noch mit tollen Anekdoten aus seinem eigenen Umfeld
    > daher, wie die Frauen erstmal ordentlich belästigt werden mussten, und die
    > die damit klargekommen sind, die waren dann am Ende ok.

    Ich hoffe, dass Du in Deiner Antwort keine Anekdoten zu von der Bundespolizei kontrollierten Schwarzen in Zügen schreibst. Entweder haben alle Beweiskraft oder keine.

    > Dass sie die, die
    > das getan haben, heute vermutlich immernoch verachten, ist wohl gut genug,
    > solange sie still sind. Ich habe genug weibliche Kolleginnen, die diese
    > "Erfolgsgeschichte" (aka ich musste mich weit über das hinaus beweisen, was
    > ein Mann in dieser Position hätte tun müssen) hinter sich haben, und die
    > können die Männer, die sie da reingestellt haben, bis heute nicht ab. Ich
    > glaube kaum, dass irgendeiner von euch in seinem Berufsleben erst mal
    > unprofessionell auf etwas irrelevantes reduziert wurde, und er dann erst
    > mal beweisen durfte, ob er darüber hinaus was bringen kann.

    Ich jedenfalls schon. Von meinem jetzigen Chef. Ich kann damit umgehen. Mögen muss ich ihn allerdings nicht.

    > Nein, da sagt man sich "Mal schauen, was der neue kann" und sonst passiert
    > gar nichts. Das gleiche sollte für Frauen gelten, aber aus irgendeinem
    > Grund muss eine Frau zu Beginn erst mal ordentliches Arschloch-Verhalten
    > erdulden müssen UND Leistung bringen.

    In meiner Abteilung müssen wir praktisch täglich ähnliches Verhalten vom Abteilungsleiter etragen. Geschlechtsunspezifisch. Die Geschäftsführung sieht sich außer Stande etwas daran zu ändern. Inwiefern ist das nun etwas anderes?

    http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html
    http://www.commitstrip.com/en/2016/06/02/thank-god-for-commenters/

  17. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: quineloe 17.07.18 - 10:10

    Clown schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du lehnst ein juristisches Grundprinzip (Unschuldsvermutung) per se ab?
    > Warum?

    Die Unschuldsvermutung ist ein strafrechtliches Grundprinzip. Nicht mal ein allgemein-juristisches. Im Zivilrecht gibt es sie nicht. Sie gilt außerhalb des Strafprozesses *nicht*.

    Wenn sich DUTZENDE von Frauen namentlich melden, sie seien von Weinstein vergewaltigt worden, dann tut es mir leid, dann sehe ich hier keinen großen Raum mehr, um der Unschuldsvermutung Platz einzuräumen. Eins würde mich aber interessieren: Wer von euch hat eigentlich bei Sami A. die Unschuldsvermutung selber abgelehnt?


    >
    > Umgekehrt: Bist Du betroffen und/oder bekommst Du sowas immer wieder mit?
    >

    Ich kenne Leute privat, die betroffen sind. Sowohl von den unzähligen Kontrollen selber als auch vom Unverständnis von anderen Menschen, die das Problem leugnen.



    > Das ist aber nicht das, was diese Diskussion hier zutage fördert.
    > Analog zum Thema zeigt die Diskussion eher, dass man den Schwarzen nicht
    > bevormunden und damit seiner Souveränität/Identität rauben sollte.

    Und das gleiche sollte für Frauen gelten.

    > Du verneinst demnach einfach mal hopplahopp sämtliche (größtenteils
    > dringend nötige) Errungenschaften bisheriger Feminisumuswellen?

    Welche denn bitte? Eine FidAr Quote, von der ein paar hundert Frauen profitieren, die ohnehin schon zu den top 1% dieses Landes gehören? Alles was wir erreicht haben, ist eine massive Verhärtung der Fronten, die meines Erachtens vor allem dadurch erreicht wurde, dass viele sich schlicht geweigert haben, die Probleme als Probleme zu betrachten, und das auch heute noch tun. (Sexuelle) von Frauen am Arbeitsplatz gehört für einige auch heute noch dazu, und da muss eine Frau halt durch, wenn sie sich beweisen will.


    >
    > Ich hoffe, dass Du in Deiner Antwort keine Anekdoten zu von der
    > Bundespolizei kontrollierten Schwarzen in Zügen schreibst. Entweder haben
    > alle Beweiskraft oder keine.

    ist es eine Anekdote, wenn man es mit Ansage reproduzieren kann?

    > In meiner Abteilung müssen wir praktisch täglich ähnliches Verhalten vom
    > Abteilungsleiter etragen. Geschlechtsunspezifisch. Die Geschäftsführung
    > sieht sich außer Stande etwas daran zu ändern. Inwiefern ist das nun etwas
    > anderes?

    Wenn es alle trifft, ist es etwas völlig anderes, als wenn gezielt eine Minderheit rausgepickt wird.
    Was genau macht er denn?

  18. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: Tantalus 17.07.18 - 10:24

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die schwarzen
    > Mitbürgern sagen, sie sollen sich mal nicht so haben, wenn einmal Zug
    > fahren bedeutet drei Mal von der Bundespolizei kontrolliert zu werden
    > (Einmal am Abfahrtsbahnhof, einmal im Zug, einmal am Ankunftsbahnhof),

    Also ich weiss ja nicht, wo Du dich so rumtreibst, aber ich fahre seit ca. 5 Jahren fast täglich mit der (S)Bahn, und hier tummeln sich sämtliche Hautfarben, die dieser Planet zu bieten hat, aber dass schwarze gezielt von der BP kontrolliert werden, hab ich noch nie erlebt. Und ich habe teils 20-25 Minuten Aufenthalt am HBf.
    Also, wo genau soll das sein?

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  19. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: twothe 17.07.18 - 10:24

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und twothe macht genau das, was er den anderen vorwirft:
    > Rumjammern. Rumjammern darüber, dass die mit dem Rumjammern nicht endlich
    > aufhören, obwohl sich überhaupt nichts geändert hat.

    Es gibt einen wichtigen Unterschied zu Rumjammern: ich mache konkrete Vorschläge wie man das Problem besser lösen kann. Das nennt man dann "konstruktive Kritik".

  20. Re: Alles ist ganz furchtbar!

    Autor: coass 17.07.18 - 10:41

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... was Leute, die von einem Problem
    > nicht betroffen sind, und das Problem darauf hin für nicht existent
    > erklären, von meinem "Tonfall" halten.

    Siehst du, genau das meine ich. Das ist einfach eine haltlose Unterstellung, dass ich das Problem für nicht existent darstelle. Habe ich mit keiner Zeile gesagt. Bei sowas sind wir auch neulich, ich meine bzgl. hier Lkw / Rechtsabbieger Thema, aneinander geraten.

    > Das ist hier bei den
    > frauenfeindlichen Männern der Fall, die reflexhaft jede Vergewaltigung,
    > jede sexuelle Belästigung erst mal pauschal ablehnen, solange es nicht
    > fünfzehn Augenzeugen und drei Videoaufnahmen davon gibt.
    >
    > Genauso halte ich es mit Leuten, die behaupten es gäbe kein
    > Rassismusproblem in Deutschland, z.B. bei der Polizei. Die schwarzen
    > Mitbürgern sagen, sie sollen sich mal nicht so haben, wenn einmal Zug
    > fahren bedeutet drei Mal von der Bundespolizei kontrolliert zu werden
    > (Einmal am Abfahrtsbahnhof, einmal im Zug, einmal am Ankunftsbahnhof), weil
    > sie wurden vor 15 Jahren ja nach der Disco auf der Fahrt nach Hause ja auch
    > angehalten, und da ist ja auch voll viel passiert - Frage nach Alkohol,
    > Führerschein anschauen, woher wohin beantworten - und das war ja auch nicht
    > so schlimm.
    >
    > Dieser Standpunkt ist für sich allein gesehen schon Rassismus, der Schwarze
    > weiß ja gar nicht, wie gut er es in Deutschland hier hat, also erklären wir
    > es ihm mal, denn wir wissen ja besser als ein Schwarzer, wie es ist schwarz
    > zu sein.
    >
    > Ersetze rassismus mit sexismus und schwarz mit Frau und die gleiche Logik
    > zeigt sich hier.

    Bis hier habe ich nichts zu entgegnen, da genau der gleichen Meinung. Hab' ich auch nichts gegen geschrieben.

    > Es ist dieses typsiche Ausblenden von Problemen, die man nicht selber
    > erlebt. Und twothe macht genau das, was er den anderen vorwirft:
    > Rumjammern. Rumjammern darüber, dass die mit dem Rumjammern nicht endlich
    > aufhören, obwohl sich überhaupt nichts geändert hat.
    >
    > Und dann kommt er noch mit tollen Anekdoten aus seinem eigenen Umfeld
    > daher, wie die Frauen erstmal ordentlich belästigt werden mussten, und die
    > die damit klargekommen sind, die waren dann am Ende ok. Dass sie die, die
    > das getan haben, heute vermutlich immernoch verachten, ist wohl gut genug,
    > solange sie still sind. Ich habe genug weibliche Kolleginnen, die diese
    > "Erfolgsgeschichte" (aka ich musste mich weit über das hinaus beweisen, was
    > ein Mann in dieser Position hätte tun müssen) hinter sich haben, und die
    > können die Männer, die sie da reingestellt haben, bis heute nicht ab. Ich
    > glaube kaum, dass irgendeiner von euch in seinem Berufsleben erst mal
    > unprofessionell auf etwas irrelevantes reduziert wurde, und er dann erst
    > mal beweisen durfte, ob er darüber hinaus was bringen kann.
    > Nein, da sagt man sich "Mal schauen, was der neue kann" und sonst passiert
    > gar nichts. Das gleiche sollte für Frauen gelten, aber aus irgendeinem
    > Grund muss eine Frau zu Beginn erst mal ordentliches Arschloch-Verhalten
    > erdulden müssen UND Leistung bringen.

    Ich kann voll und ganz verstehen, dass dies ein emotionales Thema ist. Dennoch würde es - und nur darauf wollte ich hinaus - der Diskussion helfen, wenn du einfach einen Gang zurückschalten würdest und dem Gegenüber attestierst auch eine gewisse (Lebens-)erfahrung zu haben, die ihren Standpunkt erklärt. Zumal du ja auch durchaus auch berechtigte Ansichten hast, s.o.. ;)

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Assassin's Creed Odyssey im Test: Spektakel mit Spartiaten
Assassin's Creed Odyssey im Test
Spektakel mit Spartiaten

Inselwelt statt Sandwüste, Athen statt Alexandria und dazu der Krieg zwischen Hellas und Sparta: Odyssey schickt uns erneut in einen antiken Konflikt - und in das bislang mit Abstand schönste und abwechslungsreichste Assassin's Creed.
Von Peter Steinlechner

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