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Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

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  1. Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: non_sense 16.12.15 - 12:59

    Wir haben es doch hier mit vier Gruppen zu tun:
    - Politik
    - Lehrer
    - BitKom
    - Schüler

    Wie stellen sich die Gruppen "Schule 2.0" vor? Ich bin mir sicher, dass die wenigen sich mal darüber gedanken gemacht haben.

    Die Politik spielt nur Bullshit-Bingo. Die Lehrer sind genervt weil sie keine Beamer haben, weil Digital und so. BitKom will für jeden Schüler ein 100 Euro Tablet, weil digital und so, obwohl ein Schüler damit nichts anfangen kann und für die Schüler ist eh alles veraltet, wo die aktuellsten Ego-Shooter nicht drauf laufen. Demnach könnte man den Schülern auch einen Raspberry Pi 2 hinstellen und sie würden es als hoffnungslos veraltet bezeichnen.

    Wir haben hier also vier unterschiedliche Gruppen, die von Tuten und Blasen überhaupt keine Ahnung haben, wie so ein "digitaler" Unterricht aussehen könnte. Was bringt es auch, wenn man für einen Schüler ein 100 Euro Tablet kauft, wenn es im Unterricht nichts nützt? Und damit meine ich in erster Linie die Software. Es müsste auch genug Software geben, die der Schüler ergänzend zum Unterricht nutzen könnte. Wenn das nicht gegeben ist, dann bringt auch ein Tablet nichts. Für E-Books und Wikipedia genügt auch ein E-Book-Reader, wobei man sich jetzt hier streiten könnte, ob ein E-Book-Reader auch ein Tablet ist.

    Bevor man also so eine Umfrage macht, sollte man mal im Klaren sein, was die einzelnen Gruppen unter "Schule 2.0" konkret verstehen. Dann könnte man auch mal die einzelnen Punkte anschauen und darüber diskutieren. Aber so lange man nur Bullshit-Bingo spielt, kann das nichts werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.12.15 13:02 durch non_sense.

  2. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: ikhaya 16.12.15 - 13:13

    Wenn ich mir meine Laufbahn in der Schule so revue passieren lasse, bin ich gespannt wie sie die Technik sinnvoll nutzen wollen und die Schüler dazu bringen da auch mitzumachen.
    Hier hat man die Zeit noch auf Facebook-Derivaten verbracht, irgendwelche Browsergames gespielt, oder gleich Diablo2 installiert.

    Ich sehe eher die Gefahr das die Leute sich ablenken lassen als den Nutzen der Technik.

  3. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: gast22 16.12.15 - 15:56

    @ non_sense

    Sehr gut geschrieben. Meine Meinung. Allerdings ist die Frage nach der Software - genauer der Apps - in letzter Zeit immer besser geworden, auch kostenlose Angebote. Auch deutsch-sprachig. ich bin gerade beim Erfassen von kostenlosen Apps und sichtlich erstaunt, was es da alles gibt (ohne InApp versteht sich).

    Das Problem das ich sehe ist: kaum jemand macht sich die Mühe und recherchiert einmal, was es überhaupt alles (kostenlos) gibt. natürlich werden Tablets nicht jede Minute im Unterricht gebraucht. Schreiben und zeichnen oder skizzieren, Tabellen entwerfen usw. gehört auch zum Schulalltag. Aber für sehr viele Themen gibt es deutlich mehr Anschauungsmaterial als die drei alten Abbildungen im alten Lehrbuch.

  4. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: dEEkAy 16.12.15 - 19:43

    non_sense schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir haben es doch hier mit vier Gruppen zu tun:
    > - Politik
    > - Lehrer
    > - BitKom
    > - Schüler
    >
    > Wie stellen sich die Gruppen "Schule 2.0" vor? Ich bin mir sicher, dass die
    > wenigen sich mal darüber gedanken gemacht haben.
    >
    > Die Politik spielt nur Bullshit-Bingo. Die Lehrer sind genervt weil sie
    > keine Beamer haben, weil Digital und so. BitKom will für jeden Schüler ein
    > 100 Euro Tablet, weil digital und so, obwohl ein Schüler damit nichts
    > anfangen kann und für die Schüler ist eh alles veraltet, wo die aktuellsten
    > Ego-Shooter nicht drauf laufen. Demnach könnte man den Schülern auch einen
    > Raspberry Pi 2 hinstellen und sie würden es als hoffnungslos veraltet
    > bezeichnen.
    >
    > Wir haben hier also vier unterschiedliche Gruppen, die von Tuten und Blasen
    > überhaupt keine Ahnung haben, wie so ein "digitaler" Unterricht aussehen
    > könnte. Was bringt es auch, wenn man für einen Schüler ein 100 Euro Tablet
    > kauft, wenn es im Unterricht nichts nützt? Und damit meine ich in erster
    > Linie die Software. Es müsste auch genug Software geben, die der Schüler
    > ergänzend zum Unterricht nutzen könnte. Wenn das nicht gegeben ist, dann
    > bringt auch ein Tablet nichts. Für E-Books und Wikipedia genügt auch ein
    > E-Book-Reader, wobei man sich jetzt hier streiten könnte, ob ein
    > E-Book-Reader auch ein Tablet ist.
    >
    > Bevor man also so eine Umfrage macht, sollte man mal im Klaren sein, was
    > die einzelnen Gruppen unter "Schule 2.0" konkret verstehen. Dann könnte man
    > auch mal die einzelnen Punkte anschauen und darüber diskutieren. Aber so
    > lange man nur Bullshit-Bingo spielt, kann das nichts werden.


    Ich stelle mir Schule 2.0 so vor.

    Es gibt ein Onlinesystem in dem ich als Schüler direkt Zugriff auf alle relevanten Arbeitsblätter, Aufgaben etc habe.
    Diese Arbeitsmaterialien sind von Lehrern erstellt und dort "eingecheckt".
    Ich als Schüle habe ein Tablet, sollte etwas aushalten, Dateien und Videos etc anzeigen/abspielen können und vielleicht sollte ich auch direkt ordentlich darauf mitschreiben können. Das landet dann alles in meinem Notizfach.
    Gibt es Hausaufgaben etc, kann ich diese online einsehen, bearbeiten und abgeben. Der Lehrer kann das dann prüfen und direkt Feedback geben.

    Lehrer schleppen nur noch ein Gerät für alles mit.
    Schüler schleppen nur noch ein Gerät für alles mit.
    Zettelwirtschaft und herumschleppen "analoger", schwerer, dicker Bücher entfällt.

    Prüfungen könnte man dann auch auf so einem Gerät machen. Meine Führerscheinprüfung habe ich damals ja auch auf einem Tablet gemacht und innerhalb von 5 Minuten direkt das Ergebnis mit Feedback zurückerhalten (Theoretische Prüfung natürlich).

  5. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: non_sense 16.12.15 - 22:17

    dEEkAy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich stelle mir Schule 2.0 so vor.
    >
    > Es gibt ein Onlinesystem in dem ich als Schüler direkt Zugriff auf alle
    > relevanten Arbeitsblätter, Aufgaben etc habe.
    > Diese Arbeitsmaterialien sind von Lehrern erstellt und dort "eingecheckt".
    > Ich als Schüle habe ein Tablet, sollte etwas aushalten, Dateien und Videos
    > etc anzeigen/abspielen können und vielleicht sollte ich auch direkt
    > ordentlich darauf mitschreiben können. Das landet dann alles in meinem
    > Notizfach.
    > Gibt es Hausaufgaben etc, kann ich diese online einsehen, bearbeiten und
    > abgeben. Der Lehrer kann das dann prüfen und direkt Feedback geben.
    >
    > Lehrer schleppen nur noch ein Gerät für alles mit.
    > Schüler schleppen nur noch ein Gerät für alles mit.
    > Zettelwirtschaft und herumschleppen "analoger", schwerer, dicker Bücher
    > entfällt.
    >
    > Prüfungen könnte man dann auch auf so einem Gerät machen. Meine
    > Führerscheinprüfung habe ich damals ja auch auf einem Tablet gemacht und
    > innerhalb von 5 Minuten direkt das Ergebnis mit Feedback zurückerhalten
    > (Theoretische Prüfung natürlich).

    So würde es auch Sinn machen, aber dafür gibt es einfach keine Infrastruktur und so lange diese nicht gegeben ist, sind auch Tablets für Schüler einfach sinnlos, weil sie keinen Mehrwert bieten gegenüber dem jetzigen System. Viele Lehrer behelfen sich ja inzwischen mit Facebook aber das kann doch auch nicht richtig sein. Auf der einen Seite will man die Kinder zur Datensparsamkeit erziehen, aber auf der anderen Seite zwingt man sie sich bei sozialen Netzwerken anzumelden. Ich finde einfach, man sollte nicht Tablets, Computer und Beamer nur wegen der Technik wegen anzuschaffen, sondern sie sollten in die Schul-Infrastruktur eingebettet sein. Ansonsten macht das ganze überhaupt keinen Sinn. Da macht es auch kein Sinn, wenn der beknackte Verein BitKom mal wieder eine Studie erstellt, wie wenige Rechner in den Schulen stehen. Wenn eine Infrastruktur steht, dann braucht man auch gar nicht mehr so viele Geräte, denn dann könnte jeder Schüler sein eigenes Smartphone/Tablet/Notebook verwenden. Dann braucht man wirklich nur noch gezielte Geräte, wie z.B. für den Informatik-Unterricht, wenn man den Kindern die Digital-Technik erklären möchte. Dann würde aber auch ein Raspberry Pi reichen.

  6. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: Moe479 17.12.15 - 01:12

    ein paar pi's+bildschirme+tastaturen sind ggf. für den leistungskurs interessant ... der relativ uninteressierte rest hat davon wenig ... wenn man eine schulische ausbildung als massenveranstaltung bestreiten soll, welche dannach direkt in unterschiedlichste wirtschaftszweige über ausbildung, studium oder akademie führen soll ist die vermittlung von ggf. auch erweiterten grundfertrigkeiten mit derzeit angesagter standardsoftware keine schlechte wahl.

    ich hatte mehere schulpraktikanten, auch im verwaltungsbereich, und war oft verblüfft mit wie wenig grundwissen die bei mir aufschlugen/von welch wenig kenntnis ihre arbeitserbnisse strozten und wieviel ich ihnen als jemand der vor fast 20 jahren ihr alter hatte ihnen immernoch vorraus war ... und ich war bei weitem nicht irgendwie herrausragend, oder sind anschreiben, bei denen wenigstens die anschrift ins sichtfeld eines umschlages passt zuviel verlangt?!?

    byod halte ich für nicht tragbar, sicherheit/planbarkeit, selbst einzelnener unterichtseinheit stehen dem diametral gegenüber.

    eine vorrausetzung bei assozialen netzwerken zugangsberechtigt zu sein ist natürlich ebend so der falsche ansatz.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 17.12.15 01:21 durch Moe479.

  7. Re: Was stellen sich die Gruppen unter "Schule 2.0" vor?

    Autor: keytorturer 18.12.15 - 10:49

    BYOD geht mal gar nicht

    Vom Sicherheitsaspekt mal ganz abgesehen:

    Wenn der Lehrer ein anderes Office verwendet als der Schüler sieht er ein anderes Ergebnis aufgrund unterschiedlicher Formatierungen und Standardformaten

    Eine derart komplexe Insellösung halte ich aber auch noch nicht mal unbedingt für notwendig
    Was spricht beispielsweise für ein Schulinternes Wiki, dass in einzelne Bereiche gegliedert und von den Fachlehrern redaktionel bearbeitet wird
    Oder einfach Foren für eine Fachdiskussion
    Oder einfach einen Fileserver mit Präsentationen und Informationen zum nachschlagen

    Der Kernpunkt bleibt aber, es fehlt an Infrastruktur, Fachpersonal und Lehrerkompetenz dafür
    Ohne entsprechende Server und Vernetzung der Schule kommt man da nicht weiter und dazu braucht man Admins und Entwickler, die entsprechenden Content bereitstellen. Dann ist mit entsprechenden Contentfiltern, Firewalls und Datenschutzbelehrungen (ich mein keine "Das darfst Du nicht Veranstaltungen" sondern echte Beispiele was passieren kann) auch nichts gegen Onlinerecherchen der Schüler einzuwenden
    Lehrer müssen selbst erstmal lernen, wie und wie nicht sowas zu verwenden ist

    Ich mein meine Schulzeit ist schon bald zwanzig Jahre her, aber damals warens außschließlich die Mathelehrer, die die PCs genutzt und Informatik unterrichtet haben.
    Das sah dann so aus, dass die eine Lehrerin eine Doppelstunde lang ein Popelprogramm a la Hello World und ähnliches Niveau erklärt hat, dann ihre Lösung austeilte und wir aufhörten Tetris zu spielen um festzustellen, dass unsere Lösung, die wir in den ersten 5 Minuten geschrieben hatten im Gegensatz zu ihrer Lösung keine Endlosschleife beinhaltete
    Oder der andere Mathelehrer, der die Noten seiner Schüler unverschlüsselt auf dem Fileserver hatte und vergessen hatte die Berechtigungen so zu verändern, dass JEDER darauf Zugriff hatte

    Ich hoffe ja, dass sich DAS Niveau wenigstens etwas verbessert hat

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