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Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

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  1. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: SoniX 07.11.11 - 16:10

    Deine nichtmal 2 Jahre alte Tochter kann soweit mit einem Andrioden umgehen um gezielt die Videos aufzurufen und zu starten?

    Respekt... andere gehen in dem Alter noch nichtmal aufs Klo.

  2. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Himmerlarschundzwirn 07.11.11 - 16:14

    Bedingt das eine denn das andere? :-D

  3. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: bLaNG 07.11.11 - 16:29

    Noe, deutlich nicht. Klo scheint schwerer zu sein als Android. Vielleicht sollte ich mal einen Bildschirm ins Toepfchen einbauen und bei jedem erfolgten Geschaeft ein Video abspielen... :)

    Aber mich hats auch erstaunt, wie schnell sie gewisse Funktionen des Telefons bedienen konnte. Aus dem Standby holen mittels Powerknopf, wischen um zu entsperren, und dann je nach Lust und Laune entweder in die Foto-Gallerie oder aber zu den Videos. Und das ist kein Zufall, wenn man ihr das Telefon gibt und sagt, sie soll zu den Videos gehen, macht sie auch genau das. Ausserdem weiss sie genau, welche Taste Gespraeche beendet, ist immer ganz heiss drauf, selber auflegen zu duerfen... da wird dann der Papa auch mal nur angerufen, um direkt wieder Tschuess sagen zu koennen und aufzulegen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.11 16:30 durch bLaNG.

  4. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Himmerlarschundzwirn 07.11.11 - 16:31

    bLaNG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > da wird dann der Papa
    > auch mal nur angerufen, um direkt wieder Tschuess sagen zu koennen und
    > aufzulegen.

    Wenn du das konsequent genug konditionierst, sparst du in der Pubertät bei der Telefonrechnung ;-)

  5. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Bankai 07.11.11 - 17:11

    Na und ich dachte schon ich muss von rechts nach links über rot wischen...

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, wer jetzt in den 3Welt-Ländern so zurückgeblieben sein soll, dass er nicht rausfinden könnte, wie man so ein "Ding" einschaltet. In diesen Gegenden sind Handys weit verbreitet und dienen zb. als Zahlunsgerät für Micropayment. Und das bis in die tiefste Pampa.

    Also ich denke durchaus, das die Kinder rausfinden werden, wie sie diese Dinger einschalten.

    Bedenklicher finde ich aber tatsächlich viel mehr, dass dort ein Schwarzmakrt für solche Gerät entstehen könnte.

    Letzlich ist diese Ganze Aktion in meinen Augen mehr Marketing, als das man dies tatsächlich so umsetzten möchte.

  6. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: renegade334 07.11.11 - 18:22

    Also dass das ding eingeschaltet wird, würde ich ziemlich garantieren.
    Mal ein Szenario:
    1. Ein Kind findet ein "merkwürdiges Teil", mit welchem es nichts anfangen kann
    2. Das Kind zeigt es anderen Kindern
    3. Das Gerät wird rumgereicht
    4. Der eine oder der andere kommt schließlich auf die Idee, weil einer von mindestens 10 checkt es garantiert, denn man will nicht glauben, wie findig die Kinder sein können

    Oder ein Szenario, dass Kinder damit vorwärts kommen können:
    - Mehrere Kinder probieren Sachen rum
    - Kinder erklären einander, was andere nicht verstehen
    - Kinder fragen andere Kinder, was sie nicht verstehen

    Tja, Gemeinschaft halt.

  7. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: nero negro 07.11.11 - 19:17

    >Selbst in Deutschland ist der Legastenikeranteil ja schon bei gut 20 %, eigentlich schwer zu glauben, in Afrika irgendwo bei 80 %, was Erwachsene einschließt.

    Wenn man "Fremd"Wörter benutzt, sollte man auch wissen, was sie heißen. Du meinst Analphabeten. Der Legastenikeranteil liegt in Afrika nicht höher als hier.

    @die anderen, die damit angeben, was ihre Kinder nicht schon alles können: Schon klar. Machen alle Eltern. Die einen übertreiben maßlos, die anderen lügen gleich das Blaue vom Himmel.

  8. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: sosohoho 08.11.11 - 16:31

    Himmerlarschundzwirn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ohne so ein Gerät je bedient zu haben würde ich mal vermuten, dass die bei
    > diesem Projekt durchaus daran gedacht haben, dass ein Großteil der
    > Empfänger weder lesen noch schreiben kann ;-)


    Das sagst Du so, in Deinem jugendlichen Leichtsinn.

  9. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 08.11.11 - 16:40

    sosohoho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sagst Du so, in Deinem jugendlichen Leichtsinn.

    Noch jung er ist, träumen er noch muss...

    Wobei ich es nicht einmal so dumm finden würde die Geräte in einem Bereich abzuwerfen wo nicht viele lesen können. Wenn da eine Welt voller Zauber und Magie auf sie wartet wird es für die Menschen zum ersten mal interessant lesen zu lernen.

    Dann lesen sie was man heute Romane nennt und geben das lesen wieder auf - aber sie haben es ja immerhin gelernt XD

  10. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 09.11.11 - 13:07

    Ich hab jetzt mir mal nur grob quergelesen - ist eigentlich mal einer von den Nörglern auf die Idee gekommen, sich den Artiekel genauer durchzulesen? Und vor allem: zu verstehen? Gut, manch einem hierzulande würde ich nachdem, was er hier so von sich gibt, auch das Talent absprechen, so ein Gerät vor Ablauf der Akkulebenszeit im Off-Modus einschalten zu können.

    Im Artikel steht nicht, dass sich die Kommandozeile für kryptische Befehlseingabe öffnen wird, sondern dass die Dinger explizit auf einfachste Bedienung getrimmt werden. Also wird es einen Pfeil oder sonstige landestypische Zeichnung geben. Und mit hilfe von Bildern wird auch der Rest funktionieren. Grundlegend bekannte Signale. Auf einem Eifon etwa der Pfeil nach rechts zum Entsperren. Natürlich wischt ein zweijähriges Kind in Pfeilrichtung, was denn sonst? Und ob da ein Knopf ist oder peng, interessiert auch erstmal nicht.

    Leute! Denkt einfach, think simple, dann klappt's auch mit dem Spieltrieb!

    --
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  11. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 09.11.11 - 13:20

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Artikel steht nicht, dass sich die Kommandozeile für kryptische
    > Befehlseingabe öffnen wird, sondern dass die Dinger explizit auf einfachste
    > Bedienung getrimmt werden. Also wird es einen Pfeil oder sonstige
    > landestypische Zeichnung geben. [...]
    >
    > Leute! Denkt einfach, think simple, dann klappt's auch mit dem Spieltrieb!

    Also, ich glaube ja das es mit dem einschalten durchaus klappt. Das mit dem Pfeil wird vermutlich durchaus ebenfalls klappen. Nur haben wir zwei Probleme.
    1. Können die betroffenen "Finder" des Gerätes auch wirklich lesen? Die beste Anleitung nützt dir nix wenn es für dich lediglich Schlangenlinien auf dem Papier sind.
    2. Nehmen wir an sie können nicht lesen - aber die Bedienungsanleitung ist herrlich ausgebildert. (Und ja, du hast landestypische Zeichnung geschrieben. Aber es wird nicht nur in einem Land abgeworfen. Und die Stämme in Afrika die kaum Kontakt mit der Zivilisation haben interpretieren vielleicht anders wie jemand der seine Ernte einmal im Jahr zum Markt bringt und da Schilder und ähnliche Symboliken der Moderne sieht und in sich aufnimmt)
    Es erinnert mich an die Einladungskarte aus Tarry Pratchets Buch "Eine Insel"
    Auch hier wurde der Pfeil genutzt um auf den vereinbarten Teffpunkt zu zeigen (Das Schiff) Der Eingeladene kam, wartete auf den aufgezeichneten Sonnenaufgang und ...
    warf einen Speer. Und ja, ich glaube nicht das eines der Kinder einen Speer auf das Gerät werfen wird. Nur haben wir beide vermutlich eine ähnliche Interpretation von Symbolen. Aber wenn die Geräte nur abgeworfen werden - ohne jemand der es erklärt - sind Missverständnisse unausweichlich. Und Hindernisse regen dazu an vielleicht doch einmal den Speer Test zu machen als sich weiter mit dieser Irritierenden Technik zu beschäftigen.

  12. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 09.11.11 - 20:07

    Salzbretzel schrieb:
    -----------------------------------------------
    > 1. Können die betroffenen "Finder" des Gerätes auch wirklich lesen?

    Wenn das System vernünftig geplant ist, brauchen sie das erst einmal nicht zu können. Kennst Du die Anleitungen für jeden Dr*ck bei der US Army? Die müssen auch nicht lesen können und bedienen Panzer damit. (erst weiterlesen, dann rummotzen!)

    > beste Anleitung nützt dir nix wenn es für dich lediglich Schlangenlinien
    > auf dem Papier sind.
    Das stimmt in der Tat - wenn ein Depp es mit Schriftzeichen versucht.

    > ... herrlich ausgebildert. (Und ja, du hast landestypische Zeichnung
    > geschrieben. Aber es wird nicht nur in einem Land abgeworfen. Und die
    > Stämme in Afrika die kaum Kontakt mit der Zivilisation haben interpretieren
    > vielleicht anders wie jemand der seine Ernte einmal im Jahr zum Markt
    > bringt und da Schilder und ähnliche Symboliken der Moderne sieht und in
    > sich aufnimmt)
    Es gibt auch für Afrika Psychologen, denen da was einfällt. Ich denke auch mal nicht, dass die die Dinger im totalen Urwald abwerfen werden, sondern da, wo z.B. auch Strom zum Aufladen erreichbar ist, sonst macht das ja so überhaupt keinen Sinn. In erweiterten Außenbereichen von Städten vielleicht, maximal zwei bis drei Tagesmärsche von der Zivilisation entfernt. Damit anfangen und bei Erfolg erweitern, wenn sich die Zivi weiter verbreitet hat.

    > Es erinnert mich an die Einladungskarte aus Tarry Pratchets Buch "Eine
    > Insel"
    > Auch hier wurde der Pfeil genutzt...

    Ein bisschen Verlust wird es sicher geben, aber Du verallgemeinerst ohne Ende. Du traust dort niemandem was zu. Natürlich erfordert das erst einmal einen Lernprozess. Aber es als Quatsch abzutun und deswegen nicht durchzuführen, wäre unterlassene Hilfeleistung.

    Angenommen, die werfen 1000 Geräte ab und nur 50 erreichen ihr Bestimmungsziel, alle anderen leiden an akutem Strommangel, werden als Frisbee geliebt oder als unverstandener Schatz verbuddelt: wenn dadurch 50 oder letztendlich nur 20 Menschen, die vielleicht schon etwas Vorbildung haben, eine Ausbildungschance gegeben wird und davon dann 5 Menschen je ein Dorf zu relativem Wohlstand, besserer Selbstversorgung oder medizinischer Unterstützung (Wissen, Information!) verhelfen, ist eine ganze Menge gewonnen. Dieser Dorfklügste sorgt in ein paar Jahren vielleicht für Strom, Kühlschränke, medizinische Geräte, Wasserfilter, was weiß ich. Und er kann die nächsten anleiten...

    > ...Der Eingeladene kam, wartete auf den aufgezeichneten
    > Sonnenaufgang und ...
    > warf einen Speer.
    Die Story gibt natürlich trotzdem zu denken.

    > ... - sind Missverständnisse unausweichlich. Und
    > Hindernisse regen dazu an vielleicht doch einmal den Speer Test zu machen
    > als sich weiter mit dieser Irritierenden Technik zu beschäftigen.
    Ein bisschen Verlust ist immer. Dafür ist es ja ein Test, um auch zu sehen, ob es funktioniert.

    Ich würde die Dinger zum Beispiel in den stadtnahen Slums abwerfen. Dort gibt es einige, die lesen können, es gibt bereits ein Grundverständnis für Technik und bis zum Strom ist es nicht so sehr weit. Aber für diese Slums werden sehr viele Spendengelder gebraucht. Warum nicht versuchen, ob man dadurch die Bildung ein Stück weit anheben kann mit all den sich daraus ergebenden Folgen?
    Wenn das dann geschafft ist oder wenigstens im Gange, weitet man den Umkreis einfach aus. Oder animiert interessierte, Gesundheit und Moderne in umliegende Dörfer zu bringen.
    Die werden kaum versuchen, halb Afrika flächendeckend mit den Dingern zu überziehen.

    --
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  13. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 09.11.11 - 20:30

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kennst Du die Anleitungen für jeden Dr*ck bei der US Army? Die
    > müssen auch nicht lesen können und bedienen Panzer damit.
    Ich weis ich motze jetzt herum. Aber das eine ist etwas was funktionieren muss. Da kommt auf eine Aktion eine Reaktion. Wenn du etwas lesen und verstehen sollst - dazu sollte man lesen können. Oder auf dem Gerät sind stundenlange Animationen von Windkraftwerk errichten, Verhüten und Pflanzen nicht mit dem falschen Ende eingraben enthalten. (Ich hatte noch kein solches Gerät in den Händen um es sicher sagen zu können - bis man es mir sicher anders sagt gehe ich davon aus das da etwas zu lesen sein muss)
    Kann man nicht lesen kann das vor mir wirklich Ideoten einfach gehalten sein. Es bleiben irgendwelchen krakel und nix was ich verstehen kann.

    > Es gibt auch für Afrika Psychologen, denen da was einfällt. Ich denke auch
    > mal nicht, dass die die Dinger im totalen Urwald abwerfen werden, sondern
    > da, wo z.B. auch Strom zum Aufladen erreichbar ist, sonst macht das ja so
    > überhaupt keinen Sinn.
    Ich bin jetzt vielleicht mal zu dumm, aber welchen Sinn hat es diese Geräte in einem Slum abzuwerfen? Und nein, da sollen gerne Geräte hin. Aber wenn man an Rand landet kann man jeden einen geben. Ansonsten schnappt es sich einer und Weg ist der abwurf. Ob es nicht die eine oder andere Oma erschlägt ist bei so dicht bebauten Slums ja auch nie auszuschließen.
    Soweit ich den Artikel richtig verstanden habe geht es ja gerade darum die Geräte dort abzuwerfen wo es not Tut - also vermutlich Dörfer die manchmal Tage voneinander entfernt sind, schnell die Wunderkisten zu liefern - obwohl da noch keine Straße hinführt. Und Slums entstehen nicht irgendwo im Nirgendwo. Diese finden sich - jedenfalls habe ich es noch nicht anders gesehen - am Rand von großen Städten. Da drüber zu fliegen und die Geräte abzuwerfen macht wohl weniger Sinn als die vorhandene Infrastruktur zu nutzen und sich meinetwegen dort an die Wasserquellen zu stellen und die Geräte von Hand zu verteilen. Jedenfalls wäre das meine Annahme wenn ich bedenke das Sprit und tote Omas doch was kosten.
    OT: Im Artikel steht das die Geräte mit Solarzellen Strom bekommen. Was ja auch im Slum gut ist, wenn ich Reportagen darüber sehe - die haben auch nur bedingt Strom.
    > [den ganzen Rest zusammengefasst]
    Du hattest gemeint das ich den Menschen zu wenig zutraue. Das ist nur bedingt der Fall. Ich glaube das du mit deiner Schwund Überlegung durchaus recht hast. Nur gehen bei mir die Gedanken im Hinterkopf in eine andere Richtung und fragen einfach dreist: Wenn ohnehin mehr als die Hälfte sich in Schrott verwandeln - wieso sparen wir uns nicht die Hälfte in der Produktion und werfen einfach jemanden mit ab der mal kurz erklärt worum es geht und eventuell noch einen Kickstart im lesen gibt.
    Wenn die Leute vor Ort keine Probleme mit dem Umgang haben dann jagen wir den Lehrer einfach ein Dorf weiter bis er jemanden findet der Hilfe brauch.

  14. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 09.11.11 - 23:02

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder auf dem Gerät sind
    > stundenlange Animationen von Windkraftwerk errichten, Verhüten und Pflanzen
    > nicht mit dem falschen Ende eingraben enthalten.
    Naja gut, das wär' natürlich so, als würdest Du einem Erstklässler das Ohmsche Gesetz, die binomischen Formeln und die Vererbungslehre andrehen. Dass die mal etwas flacher anfangen müssen und dass es kein Projekt mit Erfolg in einem Jahr wird, sollte wohl klar sein.

    > ...bis man es mir
    > sicher anders sagt gehe ich davon aus das da etwas zu lesen sein muss)
    Wäre interessant zu wissen, wen die genau damit adressieren wollen, stimmt schon. In sofern ist die Info bisher noch eine Nummer zu dünn.

    > Ich bin jetzt vielleicht mal zu dumm, aber welchen Sinn hat es diese Geräte
    > in einem Slum abzuwerfen?
    Die Slums sind an den Stadträndern. Es gibt dort eine ganze Menge recht intelligenter Menschen, die nur sehr wenig Möglichkeiten haben, sich weiterzuentwickeln. Deswegen komme ich darauf. Eine Bekannte von mir kommt aus Malindi / Kenia. Die hat mir erzählt, wenn sich ein "Slummy" in die Stadt wagt, kann es sein, dass er erschlagen / vergewaltigt / ausgeraubt wird. Denen wird der Weg in die Bibliothek verwehrt, Internet ist für die unbezahlbar teuer, Handys und TV haben allerdings mehrere. Auch in den Slums. Damit könnte man dort für Selbsthilfe sorgen und würde auf "technisch vorbereitete" treffen.

    > Aber wenn
    > man an Rand landet kann man jeden einen geben. Ansonsten schnappt es sich
    > einer und Weg ist der abwurf.
    Nicht landen, kostet extra. Einer kassiert es ein: naja, die Sache mit dem Verlust.

    > ...geht es ja gerade darum die
    > Geräte dort abzuwerfen wo es not Tut - also vermutlich Dörfer die manchmal
    > Tage voneinander entfernt sind, schnell die Wunderkisten zu liefern -
    > obwohl da noch keine Straße hinführt.
    Und genau das sehe ich anders: in den weit abgelegenen Dörfern haben die Menschen Platz, die leben mit den Tieren und ihrer Wasserstelle. In den Slums ist alles extrem dicht gedrängt, Krankheiten und Seuchen verbreiten sich rasend schnell, es gibt Vergewaltigungen, Totschlag und dreckiges Wasser, weil die Städter ihre Abwässer da reinleiten. In den Dörfern sind die Menschen mit ihrer Einfachheit glücklich, in den Slums nicht. Glaube ich.


    > ...am Rand von großen Städten. Da drüber zu fliegen und die Geräte
    > abzuwerfen macht wohl weniger Sinn als die vorhandene Infrastruktur zu
    > nutzen und sich meinetwegen dort an die Wasserquellen zu stellen und die
    > Geräte von Hand zu verteilen. Jedenfalls wäre das meine Annahme wenn ich
    > bedenke das Sprit und tote Omas doch was kosten.
    Nicht mitten auf die Slums drauf, wo Omas 'nen neuen Hut kriegen, sondern da eben am Rand. Tiefflieger sehen die Leutchen schon.
    Hinstellen und verteilen kostet Zeit, Arbeitskraft, Extra-Sprit für Landung und Start und von "Infrastruktur" kann in den Slums keine Rede sein. Schau Dir das mal auf Google Maps oder Youtube an, da gibt's keine Straßen oder einen Brunnen. Da steht Hütte an Hütte an Müllberg an Open-Air-Klo an Siff-Wasser-Rinnsal an Hütte. Nix Marktplatz oder so.

    > OT: Im Artikel steht das die Geräte mit Solarzellen Strom bekommen.
    Hab ich übersehen, sorry.

    > Du hattest gemeint das ich den Menschen zu wenig zutraue.
    Klingt sehr verallgemeinert bei Dir.

    > Ich glaube das du mit deiner Schwund Überlegung durchaus
    > recht hast.
    Das werden die einkalkulieren, doof sind die ja auch nicht.
    Hast Du mitbekommen, was mit der Schule passiert ist, die Madonna gesponsort hat?Wurde politisch korrekt in Schutt und Asche verwandelt. Schule funktioniert nicht, also muss eine andere Idee her, das hier ist eine.

    > ...Wenn ohnehin mehr als die Hälfte sich
    > in Schrott verwandeln - wieso sparen wir uns nicht die Hälfte in der
    > Produktion
    "wir" stimmt ja nicht ganz, das ist ja das Projekt einer Unternehmung, die meinetwegen damit Werbung für sich macht und vielleicht zahlen es deren Kunden mit, irgendwo muss es ja herkommen. Aber es ist kein Allgemeinding, so wie Du die Vernichtung von Butter bezahlst, wenn Du Milch kaufst, damit eine Packung Tabletten nach Afrika geliefert werden kann.

    > ...und werfen einfach jemanden mit ab der mal kurz erklärt worum es
    > geht und eventuell noch einen Kickstart im lesen gibt.
    Madonnas Schule... einen Menschen kann man nicht so gut verstecken, ein kleines Gerät können ein paar pfiffige Leute irgendwo eine Zeit lang verstecken. Fördert zwar das Prinzip "der stärkere gewinnt", aber das gilt da sowieso.

    Wenn Du 20 verständigen Menschen die Geräte persönlich näherbringen willst, kannst Du mit 5 Geräten arbeiten und brauchst dafür einen Tag. Macht bei 1000 Geräten (ich habe keine Ahnung, um wie viele Geräte es eigentlich geht) 200 Tage Arbeit, mit Reisezeiten und gelegentlichen Pausen also effektiv ein Jahr Arbeit. Nehmen wir zum Leben und Reisen inkl. Flugzeug und Sprit mal den deutschen Sozialhilfesatz für eine Person an, kostet das 10-12.000 Euro und dauert eine ganze Weile. Plus Planung, Logistik und neue abgeworfene, weil alle 60 Tage einer weggemurkst wird. Plus deren Ausbildung und den Piloten. Die werden die Dinger wohl nicht mit dem Auto verteilen.
    Mit gerade mal zwei oder drei Leuten könntest Du die Dinger innerhalb einer Woche über eine recht große Fläche verteilen. Kostet etwas weniger.
    Ob Du die Dinger nun liebevoll von Hand verteilst oder platt auf den Boden plumpsen lässt: der Besitzer wird immer Gefahr laufen, anschließend einen wirklich guten Chirurgen brauchen zu können.

    > Wenn die Leute vor Ort keine Probleme mit dem Umgang haben dann jagen wir
    > den Lehrer einfach ein Dorf weiter bis er jemanden findet der Hilfe brauch.
    Hm, da kommt mir wieder Madonnas Schule in den Kopf. Klar, einen Menschen reißt man nicht mit einem Bagger in der Nacht um. Glaub ich jedenfalls. Aber Du bräuchtest schon einen ziemlichen Überwachungsstaat, damit der Schenkungsreisende seine Geräte nicht schneller als geplant unter die falschen Leute bringt.

    Bin mal gespannt, was die da genau draus machen und was da letztlich draus wird.

    --
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  15. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 10.11.11 - 13:07

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Slums sind an den Stadträndern. Es gibt dort eine ganze Menge recht
    > intelligenter Menschen, die nur sehr wenig Möglichkeiten haben, sich
    > weiterzuentwickeln. Deswegen komme ich darauf.
    Wie ich schon geschrieben habe - die Geräte können und sollen meiner Meinung nach auch gerne in einen Slum. Aber Menschen brauchen Wasser. In einen Slum haben sie keine Wasserleitung. Irgend woher muss das Wasser kommen. Da könnte man hin gehen und die Geräte verteilen. Und es bringt doch vermutlich nichts wenn dort am Stadtrand, wo vermutlich mehr Leute lesen können wie auf dem Land, sich ein paar Banden die Geräte schnappen und teuer verkaufen.

    Da wir über den Schwund nun schon mehrfach schreiben: Ich sehe das abgeworfene Wissen als wertvoll an. Die Idee von Schwund ist mir einfach zuwider. Sei es weil eine Gang die Geräte einsackt oder weil die Finder nicht lesen können. Durch relativ einfache Methoden könnte man den Verlust reduzieren. Und wenn der Hubschrauber Pilot nur kurz mit landet und mal kurz den Einschalter zeigt (um den einfacheren Themenstart aufzugreifen) Vermutlich haben beide Wege ein gutes Ergebnis - aber wenn es Schwund gibt kommt es gerne mal vor das das Wissen nicht bei allen, sondern bei nur wenigen ankommt - und damit kann, aber muss nicht, allen geholfen werden.

    > Und genau das sehe ich anders: in den weit abgelegenen Dörfern haben die
    > Menschen Platz, die leben mit den Tieren und ihrer Wasserstelle. [...] es gibt Vergewaltigungen, Totschlag [...]
    OT:Das beschneiden der Töchter gibt es auch in Dörfern, das Vergewaltigen (ok, in den Stammessitten wird das anders genannt - vermutlich tue ich den Leuten damit unrecht) von jungen Frauen ist auch dort zu finden. Gut, die Leute können sich oft selbst versorgen - was für ihre Lebensqualität im Vergleich zu den Slums besser erscheinen lässt.
    BtT: Es gibt auch in Afrika eine Landflucht. Damit nicht noch mehr Leute in die Slums kommen muss die Lebensqualität auf dem Land gehoben werden. Wie schafft man das besser als mit ein wenig Bildung? Und wenn es nur so ein Methanofen angetrieben mit Kuhmist ist.
    > [Madonnas Schule-Zusammenfassung]
    Nunja, so ein Schulgebäude kann leichter brennen als jemand der nur einen Kickstart gibt und dann zum nächsten Problemherd "getrieben wird". In dem Fall sollen die Geräte ja die Lehrkräfte ersetzen. Damit sie das können sollte man sie aber im Ansatz bedienen können. Und ja, jede Aktion kann torpediert werden. Indem man mit einer Halbautomatik zu der Stelle geht wo es Computer geregnet hat und jeden der die Finger danach ausstreckt mal einen neuen Darmausgang schießt oder "nur" mal eine Schule abbrennt. Da die Geräte mit Solarzellen betrieben werden muss man damit ins Licht. Gelegenheit das man die Geräte aus den Händen zerrt.
    Deine Rechnung der Verluste des persönlichen Nahebringens beachtet einen Punkt nicht. In einen Slum sind viele Menschen auf engen Raum anzutreffen. Diese können sich untereinander helfen wenn jemand damit vertrauter ist wie der andere. Bei Dörfern könnte man zentral landen und diesen Netzwerkeffekt ebenfalls nutzen.
    Wobei ich einwerfen muss das du nicht ganz unrecht hast - meine Methode wäre am Ende trotzdem Zeitaufwendiger. Nur muss ich dich im Gegenzug fragen ob du mir garantieren kannst das die abgeworfenen Geräte den Leuten dann auch wirklich genutzt werden. Ich vermute das kannst du nicht. Ich mit meiner Variante übrigens auch nicht - weil so ein Gerät nicht wirklich einen Staat mit intakten Bildungswesen ersetzt und nur eine Notlösung darstellen kann.
    Im Grunde können wir beide nur rätseln wie diese Geräte den Menschen am meisten nutzen bringen. Leider haben wir beide nicht 100% recht oder unrecht. Ansonsten könnten wir ja die optimierten Vorschläge eben mal hinmailen und uns zufrieden zurück lehnen mit dem Wissen die Welt verbessert zu haben.
    > [Ich traue den Leuten nichts zu - die zweite]
    Ich traue den Leuten sehr viel zu. Ich weiß lediglich nicht wie weit sie schon die Chance hatten lesen zu lernen oder groß mit der Außenwelt zu kommunizieren. Vermutlich bin ich paranoid und im Zielgebiet können alle lesen. Ich würde mich darüber freuen. Nur weiß ich es nicht sicher - aus dem Grund gehe ich von den schlimmsten aus. Wir haben intelligente Menschen vor uns denen jegliche Bildung bisher vorenthalten wurde.

    OT: Links zu den angesprochen Biorekatoren
    http://www.polarstern-energie.de/die-idee/kambodscha/
    de.wikipedia.org/wiki/Angepasste_Technologie

  16. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 10.11.11 - 22:45

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...Und es bringt
    > doch vermutlich nichts wenn dort am Stadtrand, wo vermutlich mehr Leute
    > lesen können wie auf dem Land, sich ein paar Banden die Geräte schnappen
    > und teuer verkaufen.
    Ich denke, genau wie bei uns auch wird es einige geben, die aus ihrer Situation heraus wollen und wissen, dass sie mit Information mehr ausrichten können, als mit dem schnellen Taler. Wenn wir wüssten, wie die Dinger softwareseitig aufgebaut sind, könnten wir mal genauer mutmaßen, wie gut und an wen sich sowas überhaupt verkaufen lassen würde. Da fehlt aber wieder die Info.

    > ... Die Idee von Schwund ist mir einfach
    > zuwider. Sei es weil eine Gang die Geräte einsackt oder weil die Finder
    > nicht lesen können.
    Das wirst Du nicht verhindern können. Du kannst ja auch nicht nach der persönlichen Übergabe und Einführung eine Dauerüberwachung einrichten. Du kannst auch denen nur bis vor den Kopf gucken und lächeln und zustimmend nicken kann jeder. Bis Du weg bist.

    > ...Und wenn der Hubschrauber Pilot nur kurz mit landet und mal
    > kurz den Einschalter zeigt (um den einfacheren Themenstart aufzugreifen)
    What about diese Idee: die Geräte werden voll geladen in eingeschaltetem Zustand abgeworfen, so dass sie von Menschen gesehen werden. Es läuft ein Video über die Bedienung? Klar, vermutlich kennen die kein Video, aber so kann man es denen auch vormachen. Mit oder ohne Schrift, egal. Kostet weder Zeit noch Sprit und irgendeine Art Anleitung muss ja sowieso drauf.

    > OT:Das beschneiden der Töchter gibt es auch in Dörfern, das Vergewaltigen
    > (ok, in den Stammessitten wird das anders genannt...
    Stimmt, aber zumindest gemessen an unserem zivilisierten Denken ist der Bildungsstand umso geringer, je weiter Du aus der Stadt heraus gehst und je weniger Kontakt mit höhergebildeten herrscht. Da wirst Du in der Lebensdauer der Geräte niemandem beibringen, dass die ihre Sitten ändern sollen. Das muss sich aus den Städten heraus verbreiten, wo es Gesetze gibt, Strafen und Strafverfolgung, denn so einfach geben die das nicht auf. Schau Dir doch hierzulande die Sache mit Alkohol und Zigaretten an: man weiß sogar, dass es schädlich ist, aber ohne Gesetze geht nicht viel. In der Stadt wirst Du als Raucher inzwischen geächtet, auf dem Land nicht. Mit dem Alkohol ist es ähnlich, die harten Partys mit hektoliterweise Alk findest Du "draußen", nicht in der Stadt. Von den jugendlichen Wochenendalkis und ein paar überdrehten Schickimickies mal abgesehen, auch das ist eine Form von Schwund.

    > BtT: Es gibt auch in Afrika eine Landflucht. Damit nicht noch mehr Leute in
    > die Slums kommen muss die Lebensqualität auf dem Land gehoben werden. Wie
    > schafft man das besser als mit ein wenig Bildung?
    In Stadtnähe würde ich aber etwas mehr Basis-Bildung erwarten (lesen, Wirtschaftsgrundlagen, Entwicklungsmöglichkeiten), dort kommt man eher mit Menschen zusammen, die lesen können, die Zugang zu Nachrichten haben und die wissen, was ein Flugzeug ist. In den irgendwo in der Steppe verteilten Dörfern musst Du denen erst die Angst vor dem Flieger nehmen, dann erklären, dass es Geräte gibt, auf denen Zeichen wechseln oder gar Menschen oder Dinge zu sehen sind, die man aber nicht anfassen kann. Am Ende noch mit Ton! Ja, wer spricht denn da!? Da fängst Du gaaaaanz unten an und hast extrem viel Arbeit. In Stadtnähe, wo die Slums sind, kennt man Fernseher, Telefon und Autos. Die Chance, dass dort englisch oder französisch verstanden wird, ist relativ hoch (im Vergleich zu den abgelegenen Dörfern) und weil die bereits ein wenig Marktwirtschaft (in welcher genauen Form auch immer) erleben, weil sie bereits von Medikamenten und Krankenhäusern gehört haben, weil sie schon mal sauberes Wasser gesehen haben, wirst Du da eher jemanden finden, der schon mal darüber nachgedacht hat, wie er das in "seinem" Dorf, aus dem er geflüchtet ist, etablieren kann.

    > Und wenn es nur so ein
    > Methanofen angetrieben mit Kuhmist ist.
    Die könntest Du besser fertig aufgebaut abgeben und ein paar Bilder als Anleitung dazu geben. Ein paar 200-Liter-Fässer zusammenbinden, ein Stück Rohr dran, ein 1KW-Notstromaggregat für Gasbetrieb - Lampe brennt.
    Das inspiriert aber niemanden, Wasser zu reinigen oder Fleisch zu kühlen. Die kennen keine Filteranlagen und keine Kühlschränke. Außerdem wär da ein Windkraftrad fast besser, denn wo kommt denn der viele Kuhmist her? Von den paar Tieren, die die für die 100 Dorfbewohner brauchen? Hm.

    > ...Indem man mit einer Halbautomatik zu der Stelle geht wo
    > es Computer geregnet hat und jeden der die Finger danach ausstreckt mal...
    warte mal: In den Slums gibt es nichts zu holen. Wo kommen da so schnell Bleibeschleuniger her? Nehmen wir also die Knochen der Ahnen und Splitter von hitzebehandeltem Quarzsand, dann sind wir bei Zweikämpfen, evtl. Gruppenkämpfe. Kleingangster haben da keine Schusswaffen, nehme ich mal an. Allerdings kommt mir gerade in den Kopf, dass in den nur wenig außerhalb liegenden Dörfern auch ein gewisses Verständnis für die Technik vorhanden sein könnte, zumindest beim Dorfältesten oder beim Laufburschen, der die Besorgungen in der Stadt macht. Da sind die Chancen, dass es ohne Neid und Missgunst abgeht wohl tatsächlich höher.

    > ...In einen Slum sind viele Menschen auf engen Raum anzutreffen.
    > Diese können sich untereinander helfen wenn jemand damit vertrauter ist wie
    > der andere. Bei Dörfern könnte man zentral landen und diesen Netzwerkeffekt
    > ebenfalls nutzen.
    Dafür sind Beschaffungsaufwände in den Dörfern größer und dann ist wieder fraglich, wie weit erworbenes Wissen umgesetzt werden kann. In einem entlegenen Dorf macht etwa ein Stromerzeuger keinen Sinn, wenn man keinen Verbraucher hat. Wie groß ist da dann der Aufwand, etwa einen Wasserfilter oder einen Kühlschrank und ein Windkraftrad zu beschaffen? Selbst entwickeln dürfte schwierig werden. Zumindest mal wird es zeitlich in keinem gesunden Verhältnis stehen.

    > meine Methode
    > wäre am Ende trotzdem Zeitaufwendiger.
    Es müsste ein paar freiwillige "Missionare" geben, die die Firma unterstützen, weil es sonst irgendwann unbezahlbar wird. Statt Schulen bauen, Geräte erklären oder so. Es gibt doch genügend Menschen auch aus Deutschland, die einfach mal ein Jahr lang da helfen und aufbauen und so. Das wär vielleicht machbar.

    > Nur muss ich dich im Gegenzug fragen
    > ob du mir garantieren kannst das die abgeworfenen Geräte den Leuten dann
    > auch wirklich genutzt werden. Ich vermute das kannst du nicht.
    Nein, kann ich nicht. Ich kann ja nichtmal garantieren, dass der grünste Strom in allen Energiesparlampen Deutschlands fließt. Oder dass die Zigarettenschachtelaufdrucke "Zigaretten bringen Dich um" eine ganze Nation zu Nichtrauchern werden lässt.

    > ...weil so ein Gerät nicht wirklich
    > einen Staat mit intakten Bildungswesen ersetzt und nur eine Notlösung
    > darstellen kann.
    Naja, in diversen Staaten ist es mit der Unterstützung ja auch nicht weit her. Da gibt es ein paar "schlüsselpositionierte", die gerne nehmen, was ihnen geboten wird und alle, die nicht direkt deren persönliches Wohlergehen unterstützen oder auf lange Sicht sogar schmälern könnten, werden mal eben um ihre Handlungsmöglichkeiten gebracht.

    > Im Grunde können wir beide nur rätseln wie diese Geräte den Menschen am
    > meisten nutzen bringen. Leider haben wir beide nicht 100% recht oder
    > unrecht.
    Ich will gar nicht unbedingt Recht haben, mir macht nur die Diskussion mit Dir Spaß, weil es keine Hetzerei ist und es absolut verwertbare Gedanken sind, nur eben aus einer anderen Sicht. Wenn jetzt irgendwer mitliest, der die Möglichkeiten hat oder einfach nutzt und dadurch einen Fehler von vornherein eliminieren kann, haben wir beide was erreicht, finde ich.

    < Ansonsten könnten wir ja die optimierten Vorschläge eben mal
    > hinmailen und uns zufrieden zurück lehnen mit dem Wissen die Welt
    > verbessert zu haben.
    So ähnlich meine ich das. Nur, dass ich mich nicht nur zurücklehne. Ich habe in einem früheren Post von einer befreundeten Kenianerin geschrieben. Sie hat vor einem Jahr ein Projekt begonnen, was aus finanziellen, rechtlichen und politischen Gründen bis jetzt noch nicht einmal wirklich angefangen hat. Es geht darum, den Müll beginnend in Kenia zu sammeln und zu verwerten. Außer ihr selbst, mir und einer Handvoll weiterer Deutscher werden dazu ausschließlich Einheimische eingesetzt, die dadurch Geld verdienen und sich und ihren Familien Nahrung und Medikamente kaufen können. Die Sammelstellen werden feste Arbeitsplätze, die Verwertung auch, es braucht Behälter und Geräte, jemanden, der das herstellt... so sollen Arbeitsplätze geschaffen und der Müll beseitigt werden. Es wird mehrmonatige Einsätze vor Ort auch für mich geben. Wenn ich da die Welt für ein paar Leute verbessert habe, dann lehne ich mich ein paar Tage zurück ;-)
    Da fällt mir ein: ICH könnte die Dinger verteilen und erklären! Die sprechen da, wo wir anfangen (etwas außerhalb eines Slums...), englisch und wer seine Hausaufgaben dann macht, bekommt für seinen Müll doppeltes Geld, das ist bezahltes Lernen :-D

    > ... und im Zielgebiet können alle
    > lesen.
    Alle sicher nicht, aber wenn es ein paar gibt, die es können, hilft das schon mal sehr viel.

    > ...Wir haben intelligente Menschen
    > vor uns denen jegliche Bildung bisher vorenthalten wurde.
    Das stimmt allerdings.

    > OT: Links zu den angesprochen Biorekatoren
    > www.polarstern-energie.de
    > de.wikipedia.org/wiki/Angepasste_Technologie
    Das mit der Unterstützung für Kambodscha finde ich gut, deswegen lasse ich es hier einfach nochmal stehen.

    --
    Für Signatur: bitte wenden.

  17. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 11.11.11 - 09:25

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [Gesetzlosigkeit+Bildungsstand in abgelegenen Dörfern]
    Ich weiß jetzt nicht ob du zu wenig oder ich zu viel von den Menschen erwarte - aber die abgelegenen Dörfer als so niedrig im Bildungsstand einzustufen. Ich weiss nicht ob mir das gefällt. Ich würde mal vermuten das die Hubschrauber Piloten nicht so wie die Spanier von den Indianern (Quetzalcoatl{Gott} ist gekommen!) willkommen geheißen werden. Falls doch: "Hört auf eure Töchter zu beschneiden!". Falls nicht: Hier sind ein paar Computer.
    Ich bleibe dabei - die Lebensqualität in den Slums muss verbessert werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist das täglich nicht dutzende neue in die Slums kommen. Die Quelle (Das Land) muss dazu attraktiver gemacht werden.
    OT: Die Kambotschanischen Öfen können mit Lehm (sollten vorhanden sein da sie ja auch Lehmhäuser haben) und ein paar Rohren errichtet werden. Sind also relativ Preiswert und einfach zu bauen. Damit haben wir: Feuer zum Wasser abkochen!
    Bei dem Bau werden die Leute eingewiesen und ihnen die Arbeit überlassen. Im Idealfall können sie den Ofen beim Nachbarn um die Ecke nachbauen. Dann müssen sie auch keine ellenlangen Wege mehr für Feuerholz laufen und haben mehr Zeit sich anderweitig zu helfen. Ein Windkraftwerk und andere Technologien müssen noch erst angepasst werden - der Öko Gasofen ist aber das was die Leute jetzt gebrauchen können.

    > [Technik bringt den Leuten auf dem Dorf wenig]
    Du stellst dir ein Windkraftwerk vor - ich mir eine Wind betriebene Pumpe. Die kennst du vielleicht auch aus Australischen Serien. Der Wind treibt das Rad an, dieses wiederum leitet die Kraft an eine einfache Pumpe weiter. Kein Strom, nur Mechanik.
    Ich bin jetzt mal ganz gemein: Wissen tut da an jeder Ecke not und das kann man da überall gebrauchen.
    > [Mission: Recycling in Kenia]
    Ich bin in einer gewissen Weise positiv gestimmt das es aus dem Land und nicht in das Land kommt. Leider gibt es oft Projekte die in das Land getragen werden. Das ist ja noch nicht schlimm, traurig ist leider das, sobald die Helfer und die Hilfen aufhören, das Projekt stirbt. Ich vermute wenn ein Projekt aus dem inneren beginnt hat es ehr Erfolgsaussichten langfristig zu funktionieren.
    OT: Wenn dir die Leute dann zufällig die Geräte heranschleppen kannst du ihnen ja erklären das es kein Müll ist.

    PS: Man hofft das mein zusammen kürzen der Zitate korrekt ist und die Aussagen nicht falsch interpretiert. Nur bei der Länge - vermute ich mal - will man nicht noch zusätzlich sein eigenes langes gelaber lesen. Geht zumindest mit so ^^'''

  18. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 11.11.11 - 20:29

    Abkürzen passt!

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [Erwartung + Bildung]
    Mit sehr wenig Bildung meine ich die für uns "zivilisierte Bildung", meinetwegen technische Bildung und das in den Dörfern, die so richtig weit raus sind. Da, wo der Weg zum nächsten Dorf mal eine Woche oder länger dauern kann, also nicht nur 50km bis zur nächsten Stadt. In Afrika gibt es unbewohnte Flecken, die sind so groß wie Deutschland, bestenfalls, dass da vereinzelt mal ein Stamm in Hütten lebt.

    [Piloten willkommen / nicht]
    Traditionen zu ändern wird eine jahrzehntelange Missionsarbeit, das kriegst Du weder auf die Schnelle noch mit Computern mal eben so hin. Ist denen Technik fast völlig fremd, müssen sie erstmal 100 Jahre Verständnis und Weltgeschichte aufholen, wie lange manche Dinge bei nur 40 Jahren minimaler Distanz dauern können, haben wir doch hier selbst erlebt. Sind sie mit der Technik bereits vertraut - und das ist bei weitem nicht überall so - wird der Aufwand geringer, aber Du würdest überall kleine Inseln erzeugen, die sich in unvorhersehbare Richtungen entwickeln. Kann durchaus von Vorteil sein, wird aber sehr lange dauern.
    Ich würde eben von "positiv vorbelasteten" Zentren aus (z.B. Slums wegen Stadtnähe) die Verbreitung "nach außen" anstreben. Dort ist auch notwendige Infrastruktur nah dran und kann relativ einfach erweitert werden. In der Pampa muss von ganz unten angefangen werden und es wird ein langer Lernprozess, in Stadtnähe würde ich es eher als Entwicklungsprozess sehen.

    > Ich bleibe dabei - die Lebensqualität in den Slums muss verbessert werden.
    Ich glaube, da haben wir aneinander vorbei geredet, das sehe ich nämlich auch so.

    > Die Quelle (Das Land) muss dazu attraktiver gemacht werden.
    Dazu müssen zuerst die Regierungen und die Exekutive (Polizei, Richter (sind da Exe- nicht Judi...), Handlanger von Führungspersonen) geändert werden. Wo Korruption ohne Ende herrscht, wird nur der was, der was bringt, aber niemand, der erst einmal was kostet. Dazu ist das Denken dieser Leute (der Exekutive) zu kurzfristig.

    [Öfen für Feuer statt Elektrizität]
    Das hab ich übersehen, stimmt. Ich beschäftige mich gerade intensiv mit Biokraftanlagen, aber eben in anderen Größenordnungen. War ein wenig Tunnelblick bei mir, glaube ich.
    Der Weg hat was, könnte man weiter verfolgen, ist nur ein anderer Ansatz als meine Vorstellung.

    > Du stellst dir ein Windkraftwerk vor - ich mir eine Wind betriebene Pumpe.
    Stimmt, bin wohl recht technisch ausgelegt ;-) Liegt wohl auch an dem ...

    [Kenia-Projekt meiner Bekannten / aus dem statt in das Land]
    Sie ist vor 11 Jahren nach D gekommen und sagt "Ich will mein Land sauber machen". Das ist ihre Motivation, mit diesem Satz hat es angefangen. Abi in Kenia, Studium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Deutschland. Das Projekt ist wie eine Spirale aufgebaut, die immer weitere Kreise zieht, also nicht etwa nur Geld gegen Müll. Die "freien Müllhalden" werden abgebaut, dabei werden Arbeitsplätze geschaffen und Energie und Recycling-Produkte erzeugt, anfangs werden Teile des Mülls verkauft. Wer Arbeit hat, kann eine Wohnung bezahlen, also werden Häuser gebraucht, was wieder neue Arbeitsplätze bedeutet. Häuser brauchen Wasser und Strom... Irgendwo dazwischen steht das Thema Bildung für alle. Das Projekt ist schon etwas langfristiger ausgelegt und soll nicht nur reine Hilfe zur Selbsthilfe sein, sondern auch noch zeigen, wie man sich selbst hilft. Mitsamt verschiedenen "Anschubsern". Ein kleiner Baustein der Sache z.B.: die Menschen dazu "erziehen" (durch Geld, anders geht es erst einmal nicht), ihren Müll immer sofort zu Sammelstellen zu bringen, dann eine Vereinfachung, indem in jeder Straße, an jedem Weg Container aufgestellt werden. Container made in Kenya. Abholung und Sammlung dann = Arbeitsplätze. Im Laufe der Zeit gewöhnen die sich an Sauberkeit, die eigene Toilette, Strom und Kühlschrank, weniger Krankheiten und brauchen keinen extra Anreiz mehr, vor allem, wenn sie Arbeit und Wohnraum mit einer gewissen Qualität haben. Das ist ganz grob das Grundgerüst.

    Da fällt mir ein: In so einem Slum fallen eine Menge humaner Stoffwechselendprodukte an. Die kann man doch sicher auch verheizen, oder? :-D

    --
    Für Signatur: bitte wenden.

  19. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Salzbretzel 12.11.11 - 00:00

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [Wow - wir wollen beide den Slum helfen!]
    Ja und nein. Du willst das Problem bei dem Symptom bekämpfen und ich bei der Uhrsache. Wobei meine Seite kaltherziger ist - aber du musst zugeben das auch meine "Quelle" erstickt werden will - da sonst in den Slums immer neue Hilfsbedürfige nachkommen
    (ja, die Menschen sind ein Problem für sich, das auch gelöst werden muss. Ich meine das nicht abwertend - nur habe ich den Tick das ich mir gerne Uhrsache und Wirkung anschaue und bei der Uhrsache anfange. Nicht weil die Leute in den Slums weniger wichtig sind. Nur ist das wie bei den Schwund - ich kann es nicht leiden wenn es am Ende kein Ende gibt - also wieder neue Menschen in den Slum ankommen. Ja, das ist irgendwo Kaltherzig - aber für das Warmherzige habe ich Leute wie dich. Dann wird gestritten und der entstehende Kompromiss bringt mehr als wenn nur eine Seite agiert)
    > [Positive Zentren, haut ab ihr fremden - Zielsetzung/Technik gebabel]
    Wie schon geschrieben - nicht nur in den Slums und nicht nur in den Dörfern machen die Geräte sinn. Du hast ja bei der Technik von einen Tunnelblick gesprochen. Vielleicht reden wir ja aneinander vorbei. Soweit ich weiss ist ja schon Geo Lernsoftware installiert und noch ein paar Lernbücher. Weiteres kann per W-lan geladen werden. Der auf dem Land kann sich dann eben ehr praktische Anleitungen anschauen (Gasofen hallo)während der in den Slums ein Mathebuch betrachtet. Dann lass die auf dem Land eine Insel sein. Ich erinnere an der Stelle an den Nailonstrumpf und den Trabbi. Da konntest du mit den Strumpf den Keilrimen ersetzen. Solche bastellösungen haben sich in der DDR leicht verbreitet. Praktische und einfache Lösungen haben die Chance das Leben schnell zu erreichen. Wenn du dann in 10 Jahren wiederkommst - kann vielleicht noch immer nur eine Hand voll auf dem Globus zeigen wo sie wohnen ABER sie kochen dir einen Tee auf dem Ofen. Alles davon ausgehend das sie ein kleines magisches (XO-3 Tablet) Buch gefunden haben wo Lösungen für ihre Probleme drin stehen.
    Die Leute in Slum haben vermutlich andere Probleme und suchen Bildung und - wenn das Tab richtig gemacht wurde - dann haben sie eben auch wieder das XO-3.
    Hier habe ich oft das Gefühl das du hart in dem Finalen Ziel verbissen bist. Sie sollen lesen schreiben und co können und ihr eigenes Windrad bauen. Das ist ein tolles Ziel - aber bis dahin wäre es eben schon schön eine Feuerstelle zu haben.
    > [Das Projekt]
    Wie gesagt, es klingt viel versprechend. Wobei ich mich im Nachhinein daran erinnere das [glaube] in Südafrika auch so begonnen hatte - und nachdem andere gesehen haben das es Geld bringt, hatte sich das Projekt selbst sabotiert da es fix Konkurenz gebracht hatte die mehr verdienen indem sie weniger für die Leute arbeiten. Marktwirtschaft kann tödlich sein für solche Projekte...
    > Menschliche exkremente als Antrieb]
    Es ist durchaus möglich, aber der Kuhmist ist wesentlich energiehaltiger. Es gibt auch Anlagen die mit den Resten der Kläranlage Energie gewinnen. Aber ich glaube eine Low Tech Lösung gibt es da noch nicht. Und für ein Projekt am Anfang wäre eine Investition in eine Biogasanlage vermutlich ein investitions-Selbstmordkommando.
    > [Low Tech Lösungen]
    Oft erscheint uns(der Westen) eine große Anlage einfach Sinnvoller. Bei dem Recycling kann dies durchaus Sinn machen. Aber wenn es um die Selbstversorgung geht sind einfachere Lösungen oft sinnvoller. Die Menschen müssen nicht dauernd Sprit kaufen. Die komplizierte Wartung fällt weg, weil simple Lösungen möglichst so zu bauen sind das auch Opa Heinz mal eben da rumbasteln kann. Und und und
    Klar, da passt ein Touch nur bedingt rein - aber sieh es einfach nur als unglaublich umfangreiche Enzyklopädie vor. Das es in den Slums bilden kann und soll ist super. Nur für "mein" Zielgebiet ist es eben nur ein Großes Buch wo alles drin steht. Damit bekommen wir keinen zweiten Goethe - aber vielleicht bekommt ein Junge dadurch genug Freizeit um sich für Goethe zu interessieren und mal im magischen Buch nachzuschlagen was der so gekleckst hat. Und ja, dein Ansatz ist auch richtig. Die Menschen in den slums brauchen Bildung um sich aus den Elend zu befreien.
    Nur sieh es aus meiner Zielsetzung - wenn wir den Leuten auf den Land Wasser durch eine Pumpe und dazu eine Feuerstelle geben. Würde der Anreiz in die Stadt zu fliehen nicht schon sinken?

    Wir aus dem Westen haben die Denkweise sie in einen Ruck auf unseren Stand zu holen. Ich ja auch. Nur brauch es dafür große Investitionen, die Regierung muss mitziehen und und. Aber kleine feine Lösungen - dafür finden sich viel leichter Interessenten. Und wenn man einmal mit so einem Versuch Erfolg hatte (und vielleicht nun Zeit und oder Geld spart) will man gerne wieder sein Leben verbessern. Bis in Afrika flächendeckend "nette" und ehrliche Regierungen in Amt sind - sind solche kleinen Lösungen ein guter erster Schritt.
    Ich gebe zu das diese Schritte nicht das wünschenswerte sind - aber besser kleine Schritte als einen Schritt vorwärts und einen zurück.
    > Salzbretzel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > Mit sehr wenig Bildung meine ich die für uns "zivilisierte Bildung",
    > meinetwegen technische Bildung und das in den Dörfern, die so richtig weit
    > raus sind. Da, wo der Weg zum nächsten Dorf mal eine Woche oder länger
    > dauern kann, also nicht nur 50km bis zur nächsten Stadt. In Afrika gibt es
    > unbewohnte Flecken, die sind so groß wie Deutschland, bestenfalls, dass da
    > vereinzelt mal ein Stamm in Hütten lebt.
    >
    > Traditionen zu ändern wird eine jahrzehntelange Missionsarbeit, das kriegst
    > Du weder auf die Schnelle noch mit Computern mal eben so hin. Ist denen
    > Technik fast völlig fremd, müssen sie erstmal 100 Jahre Verständnis und
    > Weltgeschichte aufholen, wie lange manche Dinge bei nur 40 Jahren minimaler
    > Distanz dauern können, haben wir doch hier selbst erlebt. Sind sie mit der
    > Technik bereits vertraut - und das ist bei weitem nicht überall so - wird
    > der Aufwand geringer, aber Du würdest überall kleine Inseln erzeugen, die
    > sich in unvorhersehbare Richtungen entwickeln. Kann durchaus von Vorteil
    > sein, wird aber sehr lange dauern.
    > Ich würde eben von "positiv vorbelasteten" Zentren aus (z.B. Slums wegen
    > Stadtnähe) die Verbreitung "nach außen" anstreben. Dort ist auch notwendige
    > Infrastruktur nah dran und kann relativ einfach erweitert werden. In der
    > Pampa muss von ganz unten angefangen werden und es wird ein langer
    > Lernprozess, in Stadtnähe würde ich es eher als Entwicklungsprozess sehen.
    >
    > > Ich bleibe dabei - die Lebensqualität in den Slums muss verbessert
    > werden.
    > Ich glaube, da haben wir aneinander vorbei geredet, das sehe ich nämlich
    > auch so.
    >
    > > Die Quelle (Das Land) muss dazu attraktiver gemacht werden.
    > Dazu müssen zuerst die Regierungen und die Exekutive (Polizei, Richter
    > (sind da Exe- nicht Judi...), Handlanger von Führungspersonen) geändert
    > werden. Wo Korruption ohne Ende herrscht, wird nur der was, der was bringt,
    > aber niemand, der erst einmal was kostet. Dazu ist das Denken dieser Leute
    > (der Exekutive) zu kurzfristig.
    >
    > [Öfen für Feuer statt Elektrizität]
    > Das hab ich übersehen, stimmt. Ich beschäftige mich gerade intensiv mit
    > Biokraftanlagen, aber eben in anderen Größenordnungen. War ein wenig
    > Tunnelblick bei mir, glaube ich.
    > Der Weg hat was, könnte man weiter verfolgen, ist nur ein anderer Ansatz
    > als meine Vorstellung.
    >
    > > Du stellst dir ein Windkraftwerk vor - ich mir eine Wind betriebene
    > Pumpe.
    > Stimmt, bin wohl recht technisch ausgelegt ;-) Liegt wohl auch an dem ...
    >
    > Sie ist vor 11 Jahren nach D gekommen und sagt "Ich will mein Land sauber
    > machen". Das ist ihre Motivation, mit diesem Satz hat es angefangen. Abi in
    > Kenia, Studium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Deutschland. Das
    > Projekt ist wie eine Spirale aufgebaut, die immer weitere Kreise zieht,
    > also nicht etwa nur Geld gegen Müll. Die "freien Müllhalden" werden
    > abgebaut, dabei werden Arbeitsplätze geschaffen und Energie und
    > Recycling-Produkte erzeugt, anfangs werden Teile des Mülls verkauft. Wer
    > Arbeit hat, kann eine Wohnung bezahlen, also werden Häuser gebraucht, was
    > wieder neue Arbeitsplätze bedeutet. Häuser brauchen Wasser und Strom...
    > Irgendwo dazwischen steht das Thema Bildung für alle. Das Projekt ist schon
    > etwas langfristiger ausgelegt und soll nicht nur reine Hilfe zur
    > Selbsthilfe sein, sondern auch noch zeigen, wie man sich selbst hilft.
    > Mitsamt verschiedenen "Anschubsern". Ein kleiner Baustein der Sache z.B.:
    > die Menschen dazu "erziehen" (durch Geld, anders geht es erst einmal
    > nicht), ihren Müll immer sofort zu Sammelstellen zu bringen, dann eine
    > Vereinfachung, indem in jeder Straße, an jedem Weg Container aufgestellt
    > werden. Container made in Kenya. Abholung und Sammlung dann =
    > Arbeitsplätze. Im Laufe der Zeit gewöhnen die sich an Sauberkeit, die
    > eigene Toilette, Strom und Kühlschrank, weniger Krankheiten und brauchen
    > keinen extra Anreiz mehr, vor allem, wenn sie Arbeit und Wohnraum mit einer
    > gewissen Qualität haben. Das ist ganz grob das Grundgerüst.
    >
    > Da fällt mir ein: In so einem Slum fallen eine Menge humaner
    > Stoffwechselendprodukte an. Die kann man doch sicher auch verheizen, oder?
    > :-D

  20. Re: Ich seh schon vor meinem geistigen Auge...

    Autor: Freitagsschreiberling 13.11.11 - 15:18

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [Ursache + Wirkung]
    Das kommt darauf an, was man als Ursache und was als Wirkung erkennt. Du siehst die Ursache darin, dass überhaupt Menschen versuchen, sich zu verbessern, "in die Welt" zu kommen und dann dummerweise in den Slums landen. Ich sehe die Ursache darin, dass denjenigen, die in den Slums landen, kaum Möglichkeiten gegeben werden, sich zu entwickeln. Anderer Ansatz eben.

    [Quelle ersticken, um Slums "auszubluten"]
    Damit würdest Du verhindern, dass sich Menschen und Wissen untereinander vermischen. Die Dörfer blieben für sich und würden nur recht kleine Fortschritte machen können, weil der Gemeinsam-sind-wir-stark-Effekt geringer wäre. Weil es den "Dörflern" dann leidlich besser geht, sind, veränderungswillige schneller in der Komfortzone und bleiben wo sie sind, statt größere Schritte zu versuchen.

    [Ursache + Wirkung 2]
    Mit Deiner Variante würdest Du ein Stück weit mehr die Isolation fördern. Vorteil wäre, die Slums würden ausbluten, weil keiner mehr nachkommt. Vorteil bei meiner Vorstellung wäre, dass sich mehr verschiedene Ideen mischen würden und größere Fortschritte gemacht werden könnten, auch, weil in der Nähe von Städten eine Infrastruktur vorhanden ist, die es außerhalb nicht gibt.

    [Schwund + Kompromiss]
    Schwund wirst Du nicht vermeiden können, nirgends und auf keine wie auch immer geartete Weise. Das würde in Richtung Perfektionismus gehen und der funktioniert nicht. Einer Mischung aus beidem allerdings könnte ich durchaus Positives abgewinnen.

    [Info-Nachlieferung per WLAN]
    Die Idee wäre nicht schlecht, wenn es auf dem Land WLAN gäbe...
    Die Geräte müssen eine in sich geschlossene Bildungseinheit sein und es ermöglichen, dass die Menschen sich selbst an bereits vorhandene Systeme anschließen können. Bei Deiner Idee würden weitere Leistungen von außen notwendig werden, damit das überhaupt geht und bei meiner Idee würden bestehende Möglichkeiten "von innen" (von vorhandener Struktur) nach außen getragen. In den Slums leben bereits Menschen, denen das Dorf nicht mehr gereicht hat, die schon mehr wollten, es nur nicht geschafft haben. Wenn man denen die Möglichkeit gibt, könnte es punktuell schneller vorwärts gehen und vor allem könnten weitere Externe Hilfen geringer ausfallen. Bei Deiner Idee würdest Du die Menschen "nur" auf einen gewissen Level hieven und dann wäre wieder Schluss, es sei denn, Du lieferst wieder manuell Wissen nach. Vielleicht würden aber auch ganz neue Entdeckungen gemacht, die wir uns aktuell gar nicht vorstellen können, weil die dann mit ganz frischem Denken ohne Vorbelastung anfangen würden. Dann aber dürfte ihnen nicht zu viel Wissen vermittelt werden. Beispiel: die kommen auf die Idee und erfinden einen Computer. Nach unserem Wissen sind die 1 und die 0 das A und O, 8 Bit sind ein Byte und so weiter. Wer sagt, dass das der Weisheit letzter Schluss ist? Vielleicht erfinden die Computer, die viele Zustände mit minimaler Leistung und kaum Platzverbrauch verwenden? Nur dürfte denen dann "unser System" nicht vorgegeben werden. Im Endeffekt will ich denen helfen, die schon mal ausbrechen wollten und gescheitert sind, während Du versuchen würdest, das Ausbrechen gleich zu verhindern, die persönliche Entwicklung, die Erfahrung. Glaube ich.

    [Tee auf dem Ofen + Problemlösungen]
    Ich würde versuchen, ihnen zu ermöglichen und sie zu ermutigen, selbst solche Lösungen zu entwickeln. Wenn ich also wiederkomme, hoffe ich, dass sie mir nicht den Tee auf dem Ofen erhitzen, sondern dass sie den ursprünglichen Ofen weiterentwickelt haben.
    Gibst Du ihnen Lösungen, die zu gut funktionieren und zu wenig Basiswissen, was in den abgelegenen Dörfern schnell passieren kann, werden sie immer wieder auf extern hinzugefügte Lösungen angewiesen sein. Diejenigen, die mehr wollen, werden die Möglichkeiten nicht haben, diese suchen und - in den Slums landen.
    Undenkbar? Oder auch eine Möglichkeit?

    [Das finale Ziel + die Feuerstelle]
    Stimmt, ich habe eine Art finales Ziel im Kopf. Ich sehe aber sogar in unserem eigenen Land, direkt in meiner Nachbarschaft, meinem Freundeskreis und in meinem Job, dass diejenigen, die die Lösung vorgesetzt bekommen, auf die nächste Lösung warten, statt sie zu erarbeiten, zu entwickeln. Die fertige Lösung entbehrt beim Endanwender das Wissen, wie es funktioniert. Passiert mir sogar bei ansonsten durchaus intelligenten Menschen, sogar bei mir selbst. Folglich ist mein Ziel nicht der schnelle Erfolg, sondern ein Ansporn an die grauen Zellen einiger Vordenker, die es immer irgendwo gibt. Manche landen eben in Slums. In der Pampa allerdings sind sie weit weg von einigen Möglichkeiten, die ihnen relativ schnell weiterhelfen könnten: Internet, Strom, Menschen mit anderen Erfahrungen und anderem, zusätzlichen Wissen.
    Eine unsachgemäß bediente Biogasanlage explodiert vielleicht und nimmt unwissende und unschuldige Menschen mit. Wenn sie als fertiger Bausatz "geliefert" wird, macht sie zwar warm oder hell oder sauber oder was auch immer, aber wenn nicht gelehrt wird, zu was Gas in der Lage ist, denkt da keiner über eine klemmendes Rückschlagventil nach. Wenn's dann knallt, waren die anderen Schuld, ein Unglück, beim Selbstversuch war es eine Erfahrung. Die haben ihr Essen und ihr Wasser bis jetzt auch warm bekommen, wenn sie es wollten. Ernährungstechnisch gesünder ist es ohnehin, die meisten Dinge roh zu verzehren, der Rest wurde uns in der zivilisierten Welt von der Werbung diktiert. (ich weiß, dass ich das Thema gerade ausdehne ;-))

    [Konkurrenz + sich selbst sabotierende Projekte, tödliche Marktwirtschaft]
    Gier verändert Menschen, auch deswegen wird es immer Verlierer und Gewinner geben. Auf welcher Seite man steht, dürfte eine Standpunktfrage sein.
    Auch in Deutschland gibt es Projekte und Systeme, die von vielen Menschen sabotiert werden, weil sie sie nicht verstehen oder nicht einsehen wollen, dass es in einer Marktwirtschaft immer Leute mit mehr und solche mit weniger Reichtum geben wird, so funktioniert das System. Das zu umgehen, würde bedeuten, das Geld abzuschaffen und einen reinen Tauschhandel zu betreiben, aber auch da gibt es mehr oder weniger wertvolle Güter, nur Gold ist da relativ wertlos.
    In einem Dorf mit 100 Bewohnern weit abseits jeder Zivilisation werden sich alle den Wunderkasten teilen, sie werden eine Menge X an Wissen aufnehmen, der eine mehr, der andere weniger. Vielleicht werden zwei oder drei Menschen da wirklich was mit anfangen können und es nicht verteufeln oder als göttliche Ansage anbeten. Diese drei werden sehen, dass sie im Dorf begrenzt sind und keine weitere Hilfe finden. Oder sie sind damit zufrieden und werden ein paar vorgestellte Lösungen nutzen und das wars erst einmal. Der Rest dauert viele Generationen.
    In einem Slum werden da auch nur drei Leute was mit anfangen können, aber sie haben mehr Möglichkeiten, weil sie näher an bereits fertigem Material und Maschinen sind, sie müssen das alles nicht neu erfinden. Denen reicht vielleicht die Info, wie sie es beschaffen oder bearbeiten. Den Dörflern ist ja das Material selbst noch fremd. Du kannst es drehen, wie Du willst, Verluste wird es immer geben. Im Slum wird einem über den Schädel geklopft und das Gerät auf dem Schwarzmarkt verhökert, im Dorf wird es mittels Speer zu Wandschmuck. Vogelscheuche. Wegweiser. Irgendwas.
    Skrupellose Geschäftemacher oder Medizinmänner wird es immer und überall geben und es wäre schade, ein Projekt so den Bach runtergehen zu sehen, aber rechnen muss man damit. Gibst Du 100 Dörfern einen Ofen, wird er der Hälfte per Überfallkommando entnommen, die Hütten niedergebrannt und die Dinger werden vernichtet, zusammengaschaltet oder jemand verkauft die erzeugte Energie. Das kannst Du überall da haben, wo "zivilisierte" Menschen hinkommen können. Und wenn die wissen, dass es was zu holen gibt, werden sie dahin kommen. Also müssen die Betroffenen selbst wissen, wie man so etwas baut, womit es für die Verhökerer schwieriger wird, sich daraus einen unredlichen Vorteil zu verschaffen.
    Schwieriges Thema das...
    Aber interessant, Deine mit meinen Vorstellungen zu vergleichen und zu durchdenken. Selten eine so ausführliche Diskussion gehabt, wo mir die Zeit nicht zu schade drum ist.

    > Nur sieh es aus meiner Zielsetzung - wenn wir den Leuten auf den Land
    > Wasser durch eine Pumpe und dazu eine Feuerstelle geben. Würde der Anreiz
    > in die Stadt zu fliehen nicht schon sinken?
    Vielleicht sollten wir uns alle mal wieder mit dieser kleinen Geschichte befassen:
    In einem kleinen Dorf am Meer lebten wenige Dutzend Menschen. Sie lebten von Landwirtschaft und Fischfang. Eines Tages lag ein Manager aus der großen Stadt zur Entspannung am Strand in der Abendsonne und einer der Fischer kehrte mit seinem Boot heim. Er hatte nur wenige Fische dabei. Der Manager interessiert: "Ist das alles, was Du den ganzen Tag gefangen hast?" Darauf der Fischer: "Ja." Der Manager: "Und was machst Du damit?" "Davon koche ich für meine Familie" "Und morgen?" "Fahre ich wieder raus und fange Fische." Der Manager verstand das nicht, hatte er doch von Wertschöpfung und Wirtschaft gelernt. Also gab er dem Fischer den Rat: "Kauf Dir ein größeres Boot und ein größeres Netz, dann kannst Du mehr Fische fangen und hast mehr Zeit für Dich und Deine Familie." "Und was mache ich dann damit?" "Du kannst mehr Leute damit ernähren, du kannst Fische verkaufen und dafür andere Dinge einkaufen oder du kannst dich ausruhen." Der Fischer tat, wie ihm geheißen. Eines Tages fuhr er zu dem Manager und fragte ihn: "Manager, ich habe so viele Fische, die will keiner haben, soll ich die jetzt ins Meer zurückkippen? Wer bezahlt mir jetzt mein teures Schiff?" "Kauf Dir eine Konservenfabrik und mache die Fische lange haltbar, dann verkaufst Du sie um die ganze Welt". Der Fischer befolgte den Vorschlag.
    Nach einiger Zeit kam der Manager zu Besuch und er sah den Fischer in seinem alten Boot ein paar Fische heimbringen. Verständnislos sah er ihn an und fragte: "Was ist mit Deiner Fischfabrik? Was mit Deinem neuen Boot? Warum fährst Du selbst hinaus, statt andere für Dich arbeiten zu lassen?" Die Antwort des Fischers: "Ich habe die Sonne und das Meer vermisst. Ich hatte keine Zeit mehr für mich selbst und ich habe den anderen die Fische weggenommen. Weil sie kein Geld hatten, konnten sie meine Fische nicht kaufen und mussten verhungern." (stark gekürzt die Geschichte)

    Zwar würdest Du vielleicht verhindern, dass die Leute aus den Dörfern in den Slums landen, aber Du würdest ihnen eine Feuermaschine geben, die sie gar nicht vermissen. Du würdest ihnen das Wasserholen abnehmen, obwohl sie irgendwie den Tag verbringen müssen. Diejenigen, die in den Slums landen, haben schon die Idee gehabt auszubrechen, es hat nur nicht recht funktioniert, die Dörfler haben möglicherweise das Bedürfnis gar nicht. Vielleicht sollten wir die vorher mal fragen?

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