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  1. Potential der neuen Technik für die Lebensqualität

    Autor: Salzbretzel 13.11.11 - 16:58

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [Entwicklungsstopp im Dorf?/Isolationsgedanken]
    Durchaus, es ist eine der möglichen alternativen. Wir pushen die Entwicklung mit den Gerät nur ein wenig und dann ist Schluss. Das leben ist bequem genug. Warum sollten wir überhaupt weg von hier?
    Das interessante bei dem Menschen ist, das sie immer mehr wollen. Die kulturelle Entwicklung des Menschens fängt da an wo er durch bessere Jagttechniken(und Nahrungszubereitung. Gekochte Mahlzeiten sind leichter zu verdauen. Mehr Energie der Nahrung kann entnommen werden.) den Luxus der Freizeit bekommt.
    Ich sehe es vermutlich zu übertrieben - aber ich versuche mal mein Gedankenbild zu vermitteln.
    Jetzt bekommen die Menschen ein Feuer wofür sie nicht mehr Kilometerweit laufen müssen und außerdem fließend Wasser was auch wieder Weg erspart. Nun haben sie Zeit mehr Land zu bewirtschaften. Nicht einmal unsere westlichen Getreidearten. (Zu hoher Wasserverbrauch und die heimischen Arten{obwohl sie durch die Nachfrage im globalen Handel verdrängt werden} sind für das Klima geeigneter). Mit etwas Glück reicht das aus, das die naheliegenden Dörfer das Geld zusammenlegen und einen Lehrer einstellen. Hurra, ein weiterer Schritt gegen die Wissens Isolation
    Du wirst - zu recht - einwerfen können das bei mir viele abers vorkommen. Jedoch gibt es auf dem Land weniger Störeinflüsse von Neidern wie in den Slums was ein pro für das Land ist.
    Deine Slums haben wiederum deinen herbeigerufenen Vorteil das die Menschen dort motivierter sind mehr zu lernen und mehr aus sich zu machen. Aber hier gibt es diverse Hindernisse. Angefangen von Neidern und außerdem der tägliche Kampf ums Brot. Es mag sein das sich jemand deutlich glorreicher aus den Slums erheben kann - aber in diesem Druck werden genug zerbrechen.

    > [W-Lan und nachladen]
    Meine Antwort: Es gibt vielerorts schon Mobilfunknetze und das mit Tethering verbunden - hurra! Dazu kommen die Bemühungen wie bei dem Freedom Toaster das zumindest wo die Geräte stehen auch ein öffentliches W-Lan Netz zum Teil angeboten werden. Wobei das Mobilfunknetz wohl die Wahl #1 bleiben dürfte.

    > [Schwund + Kompromiss]
    Um es mal dezent zu formulieren: Scheiß auf Schwund! Zumindest der vermeidbare. Ich weiss das es immer Verluste geben wird. Perfektion ist ein nicht zu erfüllender Standard ABER es ist ein Ideal auf das wir zuarbeiten können. Wir werden es nie erreichen aber egal, wir sehen das es Fehlerquellen gibt und wenn wir weiter machen werden wir in Zukunft diese Fehler vermeiden lernen.

    > [Tee auf dem Ofen + Problemlösungen]
    Gegen die Weiterentwicklung habe ich doch nichts. Nur brauch es für die Weiterentwicklung Zeit und freie Ressourcen. Ich finde mit dem Tee auf dem Ofen haben wir doch schon bei der Zeit Komponente geholfen.

    > [DAS Finale Ziel]
    Ich bin jetzt mal ganz gemein: Meinst du das unser Lebensstandart ihr Ziel sein sollte?
    Von meiner Seite aus habe ich bei allen Entwicklungshilfen immer erst einmal den Ansatz das sie zu Essen haben und nicht Krank werden durch mangelnde Hygiene. Lesen und schreiben ist auch gut und ab da...
    Ab da beginnt ihr Weg. Wenn sie eine Biogasanlage errichten wollen wäre es gut aber vermutlich wäre eine Molkerei zur Vermarktung ihrer eigenen Produkte interessanter. Und wo wir dabei sind - das Milchpulver der EU ist billiger zu erwerben wie die lokale Milch. Da sollte doch auch was zu machen sein?
    Kurz um: Mein anliegen ist nicht Fortschritt um jeden Preis. Wenn es sinn macht (wie der Ofen) ist das erfreulich. Aber es sollte nicht wie in deiner Geschichte enden wo durch den Fortschritt immer mehr Abhängigkeiten erschaffen wurden.

    > [...]im Dorf wird es mittels Speer zu Wandschmuck. Vogelscheuche. Wegweiser. Irgendwas. [...]
    OT: Ob es dafür Apps gibt? Sie sind ja auch mit Solarzellen ausgestattet. So ein Ding als Wegweiser fände ich mal ne wirklich coole Idee...

  2. Re: Potential der neuen Technik für die Lebensqualität

    Autor: Freitagsschreiberling 13.11.11 - 21:20

    Salzbretzel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [Was die Menschen wollen + erhalten]
    Ich glaube, wir sollten man genauer definieren, von welchen Dörfern wir eigentlich reden. Du beschreibst Dörfer, die bestenfalls drei oder vier Tagesmärsche von Städten weg sind, ich dagegen meine die Dörfer, die weiter draußen sind, wo man fließendes Wasser nicht kennt, wo Kunststoff unbekannt ist und wo Geld kein Zahlungsmittel ist. Nicht direkt Nomaden, aber gleich die nächste Stufe.
    Die Dörfer, die Du beschreibst, sind tatsächlich vielleicht noch die dritte Gruppe, die wir hier bedenken sollten. Bei dieser Gruppe könntest Du mit Deinem Denken tatsächlich richtig liegen, da sind es nur 100km bis zum nächsten Slum und da könnte man die Überwanderung vielleicht verhindern.
    Jetzt stellt sich mir aber trotzdem die Frage, warum wir denen den beispielhaften Biogasofen geben sollten, wenn sie Wissen wollen, deswegen gehen sie ja da weg. Du gibst Ihnen den Ofen und die Pumpe und den Filter und das wars dann. Wenn es weitergehen soll, musst Du ihnen das Wissen geben, wie diese Dinge gebaut werden und wie sie funktionieren, sonst werden es Wundermaschinen bleiben.
    Wenn die Leute da nicht weg wollen, wenn sie ihren Tag damit verbringen wollen, Feuerholz zu sammeln und zum Wasser zu gehen und wenn sie damit glücklich sind, warum wollen wir sie in einen Stresskreislauf einbinden? Warum versuchen wir, denen die Zivilisation aufzuzwingen?
    Diejenigen, die in den Slums leben, haben vermutlich in der Stadt versagt, wollen aber das absolut einfache Leben in der Wildnis auch nicht mehr. Die wollen nicht Feuerholz sammeln und zum Wasser gehen. Deswegen sind sie ausgebrochen. Und in der Stadt vielleicht gescheitert.

    Du willst ihnen mehr Freizeit geben, indem sie nicht mehr so lange Feuerholz sammeln müssen. Was sollen sie mit soviel Freizeit? Dann werden sie wegen Bewegungsmangel fett und bekommen Herzinfarkte, weil sie sich rechtzeitig um die Gaszufuhr für den Ofen kümmern müssen. Ich will denen die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln, die diese Möglichkeit vielleicht von sich aus gesucht haben, aber an irgendeiner Stelle nicht weiterkommen, weil ihnen das Wissen fehlt. Dadurch sollen sie in die Lage kommen, sich selbst helfen zu können.

    Nebenbei stimmt das so nicht, dass gekochte Mahlzeiten leichter zu verdauen sind. Das betrifft nur die in der Nahrung enthaltenen Kunststoffe und Fleisch. Beides ist aber für die Ernährung nicht notwendig und bei den Völkern, von denen ich spreche, fast nicht vorhanden. Da wäre es sinnvoller, mehr Landwirtschaftswissen unter die Leute zu bringen, ist eh gesünder. Das Problem ist dort nicht die Zeit, sondern das Wissen. Der Rest ist ein Diktat der Fleischindustrie über den Weg der Werbung. Die wollen Geld verdienen, mehr nicht.

    [Geld zusammenlegen, Lehrer einstellen, Isolation verhindern]
    Da heben wir wieder das Problem, dass wir wahrscheinlich von verschiedenen Dörfern ausgehen. In "meinen" Dörfern gibt es kein Geld.

    [Neider und Störeinflüsse]
    Der Punkt geht an Dich.

    [Hindernisse in Slums, zerbrechen am Druck]
    Gäbe es keine Hindernisse, wäre die Welt der Garten Eden. Am Druck wird immer irgendwer zerbrechen, hierzulande sind die Burnout-Patienten, deren Zahl steigt. Auch da wird es stärkere und schwächere geben. Meine Hoffnung ist, dass die, die sich glorreich erheben, anderen helfen, sich ebenfalls zu erheben. Menschen, die die Korruption von innen heraus aushöhlen können, Menschen, die nicht nur ungewolltes Brot und Gerät verteilen und immer wieder nachschieben, sondern die ihre ureigensten Leute, ihre Geschwister und Freunde dazu animieren können, selbst etwas zu tun, um es langsam voranschreiten zu lassen. Menschen, die Wissen vervielfältigen, damit viele Wissen, wie eine Technik funktioniert, wie man sie weiterentwickelt. Das aber nicht nach unseren Maßstäben, sondern nach eigenen Vorstellungen. Deswegen das Basiswissen.

    [Mobilfunknetze und Tethering]
    Jetzt musst Du mir erklären, wo Du hier [Google Maps: 1.04817,36.649843] ein Funknetz herholst.

    [Perfektion, Standard und Ideal]
    Ich denke, nicht wir können für die darauf hinarbeiten, das müssen sie selbst machen. Wir sollten nur Starthilfe geben. Unser Standard, unser Ideal ist für die möglicherweise vollkommen untauglich. Im Gegenteil, die werden uns in vielen anderen Dinge so weit voraus sein, dass die eigentlich uns etwas beibringen sollten. Zum Beispiel ohne Stress zu leben, das können die sicher besser als wir.

    [der Tee und die Zeit]
    Für uns ist Zeit ein maßgebliches Gut, wir machen uns den Stress, pünktlich bei der Arbeit zu sein, kriegen im Stau die Krise und dürfen um acht die Tagesschau nicht verpassen. Die haben aber gar keine Tagesschau, wozu brauchen sie dann die Zeit? Die haben auch kein Facebook, in dem sie sich stundenlang virtuell entblößen und die haben kein Auto, das im Oktober Winterreifen braucht. Gib denen doch die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wodurch sie die Zeit sparen können, die sie brauchen, um Dinge selbst zu entwickeln, die sie gerne hätten. Dazu brauchen sie Wissen. Z.B., wie man das Land besser bewirtschaftet. Dann ist schon klar, dass sie z.B. mehr Wasser brauchen. Also wird sich einer vielleicht hinsetzen und ein Rohrleitungssystem und eine Pumpe erfinden. Dann erst ist die zusätzliche Zeit interessant, dann erst kommt der Ofen. Finde ich. Vorher wissen die nichts mit der Zeit anzufangen, erfinden den Alkohol und saufen sich zu Tode. Beispiel waren einige Indianer, da ist es so abgelaufen.

    > Ich bin jetzt mal ganz gemein: Meinst du das unser Lebensstandart ihr Ziel
    > sein sollte?
    ?? Warum? Da rede ich doch die ganze Zeit gegen...

    [Milchpulver der EU, Hygiene]
    Da sind Bestandteile drin, die die nicht vertragen, macht sie kränker statt gesünder. Hierzulande sind wir an die Giftbestandteile lange genug gewöhnt worden, deswegen merken wir das kaum. Von Ernährungsseite aus gesehen, braucht ein erwachsener Mensch keine Milch, im Gegenteil, sie bindet mehr Kalzium, als sie dem Körper gibt. Werbung macht's möglich.
    Hygiene: Das wieder ist eher ein Problem in den Slums als in den entlegenen Dörfern. Da könnte es zwar auch besser sein, aber ich glaube nicht, dass das in entlegenen Dörfern ein allzu kritischer Faktor ist.

    [Biogasanlage, Vermarktung der eigenen Produkte]
    Die Biogasanlage habe ich immer nur als Beispiel gesehen, weil Du sie mal genannt hattest. Mit der Vermarktung der eigenen Produkte würden wir ihnen die Marktwirtschaft bringen und damit Mißgunst, Neid, Stress. Da werden sie nur auf andere Weise krank und vor allem: wir würden damit genau das tun, was Du mir unterstellst: wir würden ihnen damit unseren Standard bringen.

    > Kurz um: Mein anliegen ist nicht Fortschritt um jeden Preis. Wenn es sinn
    > macht (wie der Ofen) ist das erfreulich. Aber es sollte nicht wie in deiner
    > Geschichte enden wo durch den Fortschritt immer mehr Abhängigkeiten
    > erschaffen wurden.
    Ich glaube, dass dieser Eindruck deswegen entstanden ist, weil wir von völlig unterschiedlichen Dörfern ausgehen. Du gehst von relativer Stadtnähe aus, während ich zunächst dachte, Du würdest die entlegenen Dörfer meinen. Und durch Fortschritt entstehen immer Abhängigkeiten: erfindest Du einen Ofen, brauchst Du Brennstoff, geht der zur Neige, brauchst Du Ersatz, willst Du etwas beschleunigen, brauchst Du Maschinen, die wieder brauchen Antrieb. Willst Du Produkte verkaufen, brauchst Du Kunden, die die Produkte überhaupt kaufen können (allgemeingültiges Zahlungsmittel) und also ihrerseits Einnahmen generieren müssen. Steigt die Nachfrage, weil sich viele eine Einnahmequelle erschlossen haben, musst Du die Produktion erhöhen und brauchst dafür.... der bekannte Kreislauf eben.

    > [...]im Dorf wird es mittels Speer zu Wandschmuck. Vogelscheuche.
    > Wegweiser. Irgendwas. [...]
    > OT: Ob es dafür Apps gibt? Sie sind ja auch mit Solarzellen ausgestattet.
    > So ein Ding als Wegweiser fände ich mal ne wirklich coole Idee...
    picturemaps.google.com :-)

    --
    Für Signatur: bitte wenden.

  3. Re: Potential der neuen Technik für die Lebensqualität

    Autor: Salzbretzel 14.11.11 - 02:02

    Freitagsschreiberling schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [Was die Menschen wollen + erhalten] oder [Die Natur des Menschen]
    Ganz zu Anfang hast du mal gemeint ich würde den Menschen nichts zutrauen.
    (Der Genauigkeit halber muss ich zufügen das es in dem Moment um den Wissensstand ging und nicht um folgendes aber es war ne verdammt gute Einleitung!)
    Nun würde ich meinen du traust den Menschen nicht den Ehrgeiz zu mehr aus sich zu machen. Was haben Menschen in der Geschichte Gemacht wenn sie einen Ort gemeistert haben? Sie haben nicht in der Ecke herum gesessen und gegrinst - erst recht nicht wenn sie wussten das es noch besser geht.
    Du redest davon das ich ihnen fertige Technologie gebe. Den Ofen müssen sie selbst bauen. Sie bauen einen Bioreaktor (eigentlich nur ein Behälter in dem es gärt) und die Rohre hin zur Feuerstelle. Diese Anleitung kann auf dem Gerät liegen und fertig.
    Wenn eine Kuh gekackt hat kannst du auch mal ein Streichholz auf den Haufen werfen - wird ebenfalls brennen. Alles was wir hier machen ist dieses Gas zu "fangen". Die "Hochtechnologie" ist hier ein Ventil. Vielleicht lehne ich mich jetzt mal zu weit raus, aber zumindest ich habe als Kind aus reiner Neugier auch mit so einem Gerät gespielt. Rein geblasen und gedreht um zu schauen was passiert. Das ist alles nicht magisch - und spätestens wenn man diese Dinge selber baut wird sich die Magie verlieren. Ich glaube die korrekte Bezeichnung dafür wäre praktisch erworbene Grundlagen von theoretischem Wissen.
    Und wie damals werden die Menschen nicht rumhocken wenn sie nichts zu tun haben. Sie haben das Tablet um sich selbst zu Bilden bis sie einen Lehrer haben oder können einfach mal überlegen wie sie ihre Welt weiter verbessern.

    > [gekochte Speisen]
    Ich hatte folgendes Buch im Hinterkopf
    http://www.amazon.de/Feuer-fangen-Menschen-menschlichen-Evolution/dp/342104399X
    Um es kurz mit eigenen Worten zusammenzufassen: Der menschliche Verdauungsapparat hat bei den Zellwänden der Pflanzen das Problem das die Cellulose nur schwer abgebaut werden kann. Dadurch wird die Verwertung der Inhaltsstoffe behindert. Dies kann nun entweder durch kauen zu einem großen Teil (nicht alles)realisiert werden oder man kocht es. Hier hat das kochen diverse Vorteile für den Verdauungsapperat die das Buch aufgreift. (Zum Beispiel ist es für den Körper Energiesparender die Nahrung abzubauen)
    Und ich denke in Ländern wo Hunger ein permanentes Problem ist, da sollte man sich über Feuer freuen. Zumal sie bisher ja auch Kochen - nur das sie dafür weit latschen Müssen um ihr Feuerholz zu bekommen.
    Und vermutlich wirst du nun einwerfen wollen das sie durch die dadurch fehlende Bewegung fett werden. Das ist Möglich - aber ich verweise auf den ersten Teil und meiner Meinung das die Menschen das Potential und den Willen haben nicht still zu stehen und die gewonnen Ressourcen an Zeit sowie Energie anderweitig zu investieren.

    >[Geld zusammenlegen, Lehrer einstellen, Isolation verhindern]
    Guter Punkt, steigende Produktion muss nicht zwangläufig zu Geld führen. Ok, Vorschlag B: E-Learning. Vielleicht finden wir auch gleich ein paar Leute die ein paar Lehrgänge gestalten.

    >[Mobilfunknetze und Tethering]
    Ich hatte in dem Bezug ehr Südafrika im Auge.(Fast komplett von Netzanbietern versorgt) Aber die Mobilfunknetze sind in Afrika verbreiteter wie das normale. Die dortigen Netze haben auch enorme Wachstumsraten. Natürlich wäre Internet per Satelit cooler, aber das ist teuer und es kann sich dort ohnehin keiner wirklich leisten. Aber mit dem Mobilfunknetz ist es in absehbarer Zeit noch am wahrscheinlichsten das die Menschen Erfolg haben. Es wird diese technologie noch lange nicht überall geben - aber aus Ermangelung der Menschen anderweitig an unserer Informationsgesellschaft teil zu nehmen kann ich nur darauf verweisen.
    OT: Man nenne mich altmodisch und ich habe wirklich mal die Koodinaten angeschaut. Maralal scheint recht abgelegen zu sein, aber wenn man den Netzabdeckungskarten vertrauen darf sollte man da etwas mit ner Außenantenne erreichen können. Aber du hast recht, nur knapp ein drittel des Landes werden vom Mobilfunknetz abgedeckt (auch wenn da 86% der Menschen leben sollen. Trau keiner Statistik greift hier vermutlich)

    > [Zerbrechen am Druck]
    Das Leben ist kein Ponnyhof. Soweit schon so klar, nur denke ich wir beide sind uns klar das die Menschen in den Slums wirklich miese Startpositionen haben. Man kann diesen Druck natürlich auch positiv sehen. Deine Sicht ist in dem Fall wirklich optimistisch.
    (OT: Wirklich interessant, wir sind mal optimistisch und mal pessimistisch aber nur selten bei den selben Details)
    Die Wahrscheinlichkeit das jemand sich aus einen Slum erhebt ist gering, noch geringer ist die Wahrscheinlichkeit das dieser Mensch noch anderen helfen will (kann). Natürlich wird es auch Ausnahmen geben - aber in den meisten Fällen endet es nicht wie in deinem Wunsch das sich betroffene helfen. Zumindest habe ich nur wenige davon gelesen. Vielleicht habe ich aber auch nur mangelnde Quellen. Dann verzeihe man mir wenn ich meinen Pessimismus als vermeintlichen Realismus verkaufe.

    > [Perfektion, Standard und Ideal] + [Das Geschenk der Zeit]
    Hm, ich würde mal einwerfen mein Ziel wäre es die Menschen zu selbstbestimmten mündigen Menschen zu erziehen. Soll meinen sie sollen wissen was sie Tun können und dann ihren eigenen Weg gehen. Ob sie dann weiter ehr Normaden sein wollen oder plötzlich Uran anreichern sei ihr Ding.
    Nur müssen sie dazu zwangsweise wissen das und welche Wahl sie haben.

    Den abgezeichneten Kreislauf der Kausalitäten kann so kommen, muss aber nicht. Wahrscheinlicher ist das es vielleicht etwas wie Dreifelderwirtschaft schafft. Zwecks der Wasserknappheit würde man vielleicht zu Teff weckseln. Oder sogar eine Neuzüchtung? Wer weis. Immer Mehr Grundwasser abpumpen ist keine Lösung. Das sieht man an Lybien und dem absinken des Grundwassers.

    OT: Und Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich. Für gute Freunde hat man nicht immer Zeit, aber man nimmt sie sich. Für wichtiges findet sich immer Zeit. Wobei das aber ehr vom Thema her etwas wie "Die Westliche Welt im Monumentalkampf zwischen der inneren Uhr und den Chronometern". Es ist ein eigenes Thema und ich möchte es mal kurz antreten: Die Afrikaner haben dann - im schlimmsten Fall - eben die Sonnenuhr die verrät wann es dunkel wird und die Jahreszeit wenn es Regnet und wann nicht. Daran orientieren sie entweder den Ackerbau oder den Viehtrieb. Auch sie sind nicht Zeitlose wesen. Das wir als "moderne" Menschen nun von der Uhr getacktet werden ist aber langsam zu weit ab von unseren Tablet, auch wenn es ein Problem darstellt.

    > [Milchpulver der EU, Hygiene]
    Soweit ich weis ist das Milchpulver nicht im geringsten so Gesund und Nahrhaft wie die lokale Milch, aber das es krank macht wäre mir neu. Spontan würde mir diesbezüglich nur die Annahme einfallen das die Eiweiße und Proteine in der Milch Kaltium binden, aber das würde die Tatsache außer acht lassen das das freie Kaltium in der Milch ehr gebunden wird wie das in den Knochen (ganz davon abgesehen das die Menge an Kaltium mehr binden kann als das was mit der Milch kommt). Ob das jetzt bei Milchpulver radikal anders ist weiß ich nicht.

    > [Biogasanlage, Vermarktung der eigenen Produkte]
    Der Übergang vom Biogasofen zur Anlage kam von dir ;-) Ich habe da nur so mitgezogen wie du bei meinen Methanöfen. Die Molkerei kam mit nur bedingt wegen der Vermarktung in den Sinn. Aber versuche einmal einen Liter Milch ein Jahr lang zu lagern und dann mal den Käse den man aus einem Liter Milch gewinnen kann. Sieh es geht um den versuch gewonnen Ressourcen zu erhalten. Nur bei einem Bauer wird sich die Milchmenge kaum lohnen. Bei einem Dorf schon ehr. Daher mein Einwurf das ehr so eine Anlage auf dem Land mehr sinn machen würde wie ein Windpark.

    > [Das Dorf]
    Ich gehe von einem nicht exekutierenden Dorf aus. Von diesem Dorf nehme ich an das es wahrscheinlich schon Kontakt mit der Zivilisation hatte da es in Afrika nur noch eine verschwindend geringe Anzahl von Stämmen gibt bei denen dies nicht der Fall ist.
    Die Ortsnähe zu größeren Städten ist nur bedingt relevant wenn es um das Abwandern geht. Sobald eine Verbindung zur Welt besteht, so wird auch ein Reiseweg möglich. Aus dem Grund kann ich dir auch nicht sagen wie weit es zur nächsten Stadt ist, aber ich kann dir sagen das die Hälfte in dem Dorf nicht lesen kann. Und so weiter...
    ich gehe ehr von einem Statistischen als einem existenten Dorf aus. Auch wenn ich wie bei dem Funknetz geistig mal nach Südafrika oder wie bei dem Einschalten der Geräte ungewollt an Zentralafrika denke.

    PS: Man Verzei mir das ich nach dem Kinoabend ein wenig wirr schreibe. Falls etwas unschlüssig ist schiebe ich es auf zu viel Blut im Film und zu viel Popcorn im Hirn. Gute Nacht!

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