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Was die VG Wort will …

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  1. Was die VG Wort will …

    Autor: kernpanik 09.12.16 - 21:49

    Die VG Wort hier als kooperativen Partner darzustellen, der gemeinsam mit den Unis an einer Lösung arbeiten "will", geht völlig an der Realität vorbei.

    Was die VG Wort will, ist die Umsetzung einer bizarren Logik: Texte, die von Wissenschaftler*innen unentgeltlich geschrieben und begutachtet wurden, werden anschließend von den Unis für teures Geld eingekauft und dürfen dennoch nicht in der Lehre eingesetzt werden.

    Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Einen Fachartikel, den ich als Mitarbeiter der Humboldt-Uni selbst geschrieben habe und den die Humboldt-Uni anschließend für ihre Bibliothek eingekauft hat, darf ich nicht in meinem Seminar an der Humboldt-Uni an die Student*innen verteilen. Stattdessen soll dafür pro Kopf eine Abgabe entrichtet werden, von der ich als Autor aber keinen einzigen Cent erhalte.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.16 21:59 durch kernpanik.

  2. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: schotte 09.12.16 - 22:50

    kernpanik schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die VG Wort hier als kooperativen Partner darzustellen, der gemeinsam mit
    > den Unis an einer Lösung arbeiten "will", geht völlig an der Realität
    > vorbei.
    >
    > Was die VG Wort will, ist die Umsetzung einer bizarren Logik: Texte, die
    > von Wissenschaftler*innen unentgeltlich geschrieben und begutachtet wurden,
    > werden anschließend von den Unis für teures Geld eingekauft und dürfen
    > dennoch nicht in der Lehre eingesetzt werden.
    >
    > Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Einen Fachartikel, den ich als
    > Mitarbeiter der Humboldt-Uni selbst geschrieben habe und den die
    > Humboldt-Uni anschließend für ihre Bibliothek eingekauft hat, darf ich
    > nicht in meinem Seminar an der Humboldt-Uni an die Student*innen verteilen.
    > Stattdessen soll dafür pro Kopf eine Abgabe entrichtet werden, von der ich
    > als Autor aber keinen einzigen Cent erhalte.

    Ich habe das gleiche Problem. Allerdings kann ich mich nicht erinnern jemals die VG Wort gebeten zu haben meine 'Autorenrechte' zu vertreten.
    Auf den Copyright-Erklärungen die ich bisher für Konferenzen u.ä. unterschrieben habe wird mir in der Regel eine Eigenverwendung des Artikels im Rahmen der Lehre zugestanden.
    Jetzt kommt die VG Wort um die Ecke und will genau dafür noch einmal abkassieren?! Mit welchem Recht eigentlich? Das ist so ein intransparentes Gemauschel.

    Selbst wenn es am Ende vielleicht sogar kostenlos bleibt, habe ich zumindest in jedem Semester den wiederkehrenden Melde-Aufwand. Wie kann ich das überhaupt prüfen? Gibt es dann eine fette Abrechnung über 3000 Artikel, die einzeln geprüft werden müssen?

    Ich prophezeie mal, dass selbst wenn die Hochschulen jetzt einknicken, trotzdem niemand zum alten Zustand zurückkehren wird.
    Was wird passieren? Die Hochschule drückt die Meldepflicht den Professoren auf's Auge. Zumindest an den Fachhochschulen (hier gibt es keinen Mittelbau und ca. 1 Sekretariatsstelle auf 10 Prof's) führt das dazu, dass ich mich entscheiden darf:
    a) entweder jedes Semester lustige Formulare an VG Wort auszufüllen und mir von meinem Dekan etwas über begrenzte Mittelzuweisung an die Hochschulen erzählen zu lassen oder
    b) einfach den elektronischen Semesterapparat auszudünnen.

    Also meiner Meinung nach ist die Pauschalmeldung (wenn überhaupt) die deutlich praktikablere Variante...



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.16 22:55 durch schotte.

  3. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Moe479 09.12.16 - 23:46

    das ist eigentlich schon unsinnig detailiert vertieft, das urheberrecht selbst ist doch nicht veräußerbar, oder habe ich etwas verpasst? wie können dann damit pflichten einhergehen?

    was veräußert werden kann ist die vervielfältigung und der vertrieb von exemplaren, aber ich entsinne mich nirgends, dass dies geschehen muss ... das ist freiwillig bzw. im rahmen einer anstellung geregelt, die man auch aufgeben kann. nur grundsätzlich entspringt das doch auch dem urheberecht, ist einfach gegeben, sofern du es nicht veräußerst, oder?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.16 23:48 durch Moe479.

  4. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: schotte 09.12.16 - 23:53

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das ist eigentlich schon unsinnig detailiert vertieft, das urheberrecht
    > selbst ist doch nicht veräußerbar, oder habe ich etwas verpasst? wie können
    > dann damit pflichten einhergehen?
    >
    > was veräußert werden kann ist die vervielfältigung und der vertrieb von
    > exemplaren, aber ich entsinne mich nirgends, dass dies geschehen muss ...
    > das ist freiwillig bzw. im rahmen einer anstellung geregelt, die man auch
    > aufgeben kann. nur grundsätzlich entspringt das doch auch dem urheberecht,
    > ist einfach gegeben, sofern du es nicht veräußerst, oder?

    Da bedient der Gesetzgeber sich geschickt des Neusprech:
    Es wird nicht das Urheberrecht neu verhandelt, sondern hier geht es um eine Neuregelung der Vermarktungs- und Nutzungsrechte und die liegen bei den Verlagen.

    Anbei die Handreichung an die Hochschulen. Alles klar?
    [www.virtuos.uni-osnabrueck.de]



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.12.16 00:00 durch schotte.

  5. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Moe479 10.12.16 - 02:03

    wieso ist da soviel grün was rot sein sollte, hatte der ersteller ne seh-schwäche?

  6. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Tobias Thelen 11.12.16 - 21:55

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wieso ist da soviel grün was rot sein sollte, hatte der ersteller ne
    > seh-schwäche?

    Das verlinkte Dokument ist nicht aktuell, sondern wurde während des Pilotversuchs an der Uni Osnabrück verwendet, als das Einzel-Melde-Verfahren ein Semester lang erprobt wurde.

    Die derzeit aktuelle Fassung findet sich hier: http://www.virtuos.uni-osnabrueck.de/fileadmin/documents/public/virtUOS/info-kein52a.pdf

  7. Wie oft denn noch?

    Autor: Berner Rösti 12.12.16 - 10:29

    schotte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe das gleiche Problem. Allerdings kann ich mich nicht erinnern
    > jemals die VG Wort gebeten zu haben meine 'Autorenrechte' zu vertreten.
    > Auf den Copyright-Erklärungen die ich bisher für Konferenzen u.ä.
    > unterschrieben habe wird mir in der Regel eine Eigenverwendung des Artikels
    > im Rahmen der Lehre zugestanden.
    > Jetzt kommt die VG Wort um die Ecke und will genau dafür noch einmal
    > abkassieren?! Mit welchem Recht eigentlich? Das ist so ein intransparentes
    > Gemauschel.

    Wir oft willst du diesen Unsinn denn noch behaupten?

    Wenn du die VG Wort nicht mit der Wahrnehmung deiner Rechte beauftragt hast, dann "kassieren" sie für deine Werke nicht ab.

    Punkt.

  8. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Berner Rösti 12.12.16 - 10:33

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das ist eigentlich schon unsinnig detailiert vertieft, das urheberrecht
    > selbst ist doch nicht veräußerbar, oder habe ich etwas verpasst? wie können
    > dann damit pflichten einhergehen?

    "Schotte" wirft hier leider Dinge durcheinander, auch wenn man es ihm noch so oft erklärt.

    Selbstverständlich ist deine Urheberschaft nicht veräußerbar. Aber du kannst Dritte damit beauftragen, deine Rechte für dich wahrzunehmen.
    Auch kannst du selbstverständlich Nutzungsrechte vergeben.

    Wenn "Schotte" seine Arbeiten veröffentlicht und hat die VG Wort nicht damit beauftragt, die Rechte für ihn wahrzunehmen, dann ziehen sie für ihn auch keinerlei Geld ein.

    Bei einer pauschalen Vergütung kann jedoch nicht unterschieden werden, ob Werke veröffentlicht werden, die aus dem VG-Wort-Pool stammen oder nicht. Deshalb ist eine Einzelmeldung gerechter, da hier genau differenziert werden kann.

    Worüber er sich nun aufregt ist, dass er an seiner Uni künftig alle vervielfältigten Texte melden muss. Aber das ist ja nur logisch, da man nur so feststellen kann, welche denn nun "kostenpflichtig" sind und welche denn nicht. Wie sollte es sonst gehen?

  9. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Tobias Thelen 12.12.16 - 10:43

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Moe479 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Wenn "Schotte" seine Arbeiten veröffentlicht und hat die VG Wort nicht
    > damit beauftragt, die Rechte für ihn wahrzunehmen, dann ziehen sie für ihn
    > auch keinerlei Geld ein.
    >
    > Bei einer pauschalen Vergütung kann jedoch nicht unterschieden werden, ob
    > Werke veröffentlicht werden, die aus dem VG-Wort-Pool stammen oder nicht.
    > Deshalb ist eine Einzelmeldung gerechter, da hier genau differenziert
    > werden kann.
    >
    > Worüber er sich nun aufregt ist, dass er an seiner Uni künftig alle
    > vervielfältigten Texte melden muss. Aber das ist ja nur logisch, da man nur
    > so feststellen kann, welche denn nun "kostenpflichtig" sind und welche denn
    > nicht. Wie sollte es sonst gehen?

    Nicht ganz. Im Pilotprojekt in Osnabrück hat die VG Wort argumentiert, dass die Vergütungsansprüche gem. §52a UrhG unabhängig davon sind, ob ich sie bei der VG Wort gemeldet habe. Das gilt für Pauschalabrechnung, aber nicht für die Einzelmeldung, denn dort könne die Vg Wort die zu vergütenden Urheber ja ausfindig machen. (Ausländische Autoren eingeschlossen.)

    Demzufolge müssten (wenn denn jemand dem Rahmenvertrag beitreten würde) genau alle diejenigen Texte gemeldet werden, die unter §52a fallen und für alle werden 0,8ct/Seite/Teilnehmer fällig. (Verkomplizierung: Nach dem Vereinfachungsvorschlag müssen nur noch Werke mit ISBN werkgenau gemeldet werden, alles andere wird einzeln gemeldet, aber pauschal vergütet.)

  10. Re: Was die VG Wort will …

    Autor: Berner Rösti 12.12.16 - 11:07

    Tobias Thelen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berner Rösti schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Moe479 schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > Wenn "Schotte" seine Arbeiten veröffentlicht und hat die VG Wort nicht
    > > damit beauftragt, die Rechte für ihn wahrzunehmen, dann ziehen sie für
    > ihn
    > > auch keinerlei Geld ein.
    > >
    > > Bei einer pauschalen Vergütung kann jedoch nicht unterschieden werden,
    > ob
    > > Werke veröffentlicht werden, die aus dem VG-Wort-Pool stammen oder
    > nicht.
    > > Deshalb ist eine Einzelmeldung gerechter, da hier genau differenziert
    > > werden kann.
    > >
    > > Worüber er sich nun aufregt ist, dass er an seiner Uni künftig alle
    > > vervielfältigten Texte melden muss. Aber das ist ja nur logisch, da man
    > nur
    > > so feststellen kann, welche denn nun "kostenpflichtig" sind und welche
    > denn
    > > nicht. Wie sollte es sonst gehen?
    >
    > Nicht ganz. Im Pilotprojekt in Osnabrück hat die VG Wort argumentiert, dass
    > die Vergütungsansprüche gem. §52a UrhG unabhängig davon sind, ob ich sie
    > bei der VG Wort gemeldet habe. Das gilt für Pauschalabrechnung, aber nicht
    > für die Einzelmeldung, denn dort könne die Vg Wort die zu vergütenden
    > Urheber ja ausfindig machen. (Ausländische Autoren eingeschlossen.)
    >
    > Demzufolge müssten (wenn denn jemand dem Rahmenvertrag beitreten würde)
    > genau alle diejenigen Texte gemeldet werden, die unter §52a fallen und für
    > alle werden 0,8ct/Seite/Teilnehmer fällig. (Verkomplizierung: Nach dem
    > Vereinfachungsvorschlag müssen nur noch Werke mit ISBN werkgenau gemeldet
    > werden, alles andere wird einzeln gemeldet, aber pauschal vergütet.)

    Vielleicht reden wir gerade aneinander vorbei, aber genau das meinte ich doch. Bei einer pauschalen Vergütung kann nicht unterschieden werden, also wird quasi für alle "kassiert". Bei einer Einzelmeldung kann unterschieden werden und dementsprechend auch abgerechnet.

    Also der Vorwurf von "Schotte", dass für seine Texte "kassiert" würde, für die er die VG Wort nicht beauftragt hat, gilt nur bei dem pauschalen Modell.

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