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  5. › Raumfahrt: DLR will Philae…

Irgendwie doch gescheitert

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  1. Irgendwie doch gescheitert

    Autor: logged_in 09.01.16 - 12:21

    Das ist so mein Gefühl, unter'm Strich. Dennoch war es für mich wahrhaft unglaublich, dass es möglich ist überhaupt so weit zu kommen, dass man eine Ladung auf einen Kometen schießt, also die ganze Annäherung zum Kometen, das einleknen in eine Orbit, sprich alles das, was Rossetta bis heute erreicht hat. Philae hingegen war leider wirklich ein gescheiterter Versuch.

  2. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: RandomCitizen 09.01.16 - 12:26

    logged_in schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist so mein Gefühl, unter'm Strich. Dennoch war es für mich wahrhaft
    > unglaublich, dass es möglich ist überhaupt so weit zu kommen, dass man eine
    > Ladung auf einen Kometen schießt, also die ganze Annäherung zum Kometen,
    > das einleknen in eine Orbit, sprich alles das, was Rossetta bis heute
    > erreicht hat. Philae hingegen war leider wirklich ein gescheiterter
    > Versuch.

    Ob es gescheitert ist/erfolgreich war hängt doch vom primären Ziel ab, oder?

    Wenn es das primäre Ziel war einen Lander auf dem Kometen zu setzen und Monatelang Funkverbindung zu halten ist es gescheitert.
    Wenn es das primäre Ziel war mit dem Lander mehr über Kometen zu erfahren war es ein Erfolg.

  3. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: Anonymer Nutzer 09.01.16 - 13:01

    RandomCitizen schrieb:
    > Wenn es das primäre Ziel war mit dem Lander mehr über Kometen zu erfahren
    > war es ein Erfolg.

    Naja, sagen wir, ein "bisschen" Erfolg.
    Denn so viele Daten vom Kometen selbst kamen ja noch nicht an ...

  4. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: RandomCitizen 09.01.16 - 13:04

    hutzlibu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RandomCitizen schrieb:
    > > Wenn es das primäre Ziel war mit dem Lander mehr über Kometen zu
    > erfahren
    > > war es ein Erfolg.
    >
    > Naja, sagen wir, ein "bisschen" Erfolg.
    > Denn so viele Daten vom Kometen selbst kamen ja noch nicht an ...

    Dadurch, dass sich die Harpunen nicht wie erwartet befestigt haben und der Lander von der Oberfläche abgeprallt ist, wissen wir jetzt offensichtlich mehr über die Oberflächenbeschaffenheit als vorher ;)

  5. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: MüllerWilly 09.01.16 - 13:28

    Die Presse macht es aber auch schlechter, als es ist.


    1) Das absinken bis zum Aufsetzen der Landung: Voller Erfolg.
    2) Das Festkrallen mit Harpunen: Fehlschlag. Wusste man aber schon im Flug, daß hier was defekt ist.
    3) Das aufsetzen auf dem Kometen: Erfolg. Auch ohne die Harpunen
    4) Betriebsdauer mit Akkus, 2 Tage: Voller Erfolg.
    5) Mögliche Nachbetriebsdauer per Solarpanels: Teilerfolg. Die Panels waren von Anfang an nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Aber natürlich hätten sie mehr Strom liefern sollen als derzeit.

    Man muss sich im Hinterkopf halten, daß der Lander von Anfang an für 2 Tage betrieb ausgelegt war. Diese 2 Tage hat er perfekt gemeistert. Alles danach war ein Bonus, den man leider nicht bekommen hat.

    Man kann ja nicht immer so viel Glück haben wie die Nasa mit Opportunity. Ausgelegt für 90 Tagen. Gelandet im Jahr 2003. Und im Jahr 2016: Der fährt immer noch. Auch wenn die "SD Karte" nach 13 Jahren den Geist aufgibt und der Rover immer häufiger im Notsystem läuft, er läuft und fährt.

  6. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: eMvO 09.01.16 - 16:58

    Die Landung wurde ja live auf einer großen Pressekonferenz übertragen. Nach dem ersten Touchdown haben sich die Manager sofort in überschwenglichen Reden selbst über den grünen Klee gelobt. Gleichzeitig sprachen die Gesichter der Techniker im Kontrollraum Bände, daß da etwas gar nicht gut gelaufen war.

    Das fand ich schon ein wenig peinlich, und hinterher wurde das nicht zurückgenommenund weiterhin als großer Erfolg dargestellt.

  7. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: aPollO2k 09.01.16 - 17:11

    Was es ja auch war. Es war nicht perfekt aber zuvor glaubte keiner, dass das überhaupt möglich wäre.

  8. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: amk 09.01.16 - 17:36

    logged_in schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist so mein Gefühl, unter'm Strich. Dennoch war es für mich wahrhaft
    > unglaublich, dass es möglich ist überhaupt so weit zu kommen, dass man eine
    > Ladung auf einen Kometen schießt, also die ganze Annäherung zum Kometen,
    > das einleknen in eine Orbit, sprich alles das, was Rossetta bis heute
    > erreicht hat. Philae hingegen war leider wirklich ein gescheiterter
    > Versuch.

    Glücklicherweise war Philae in Wahrheit sehr erfolgreich, denn die Presse lässt meist den leider kaum bekannten Umstand unter den Tisch fallen, dass Philae mit der initialen Akku-Ladung viele der geplanten Experimente auf dem Kometen tatsächlich durchgeführt hat, und genau dafür war Philae primär ausgelegt.

    Natürlich wäre es zusätzlich großartig gewesen, wenn auf Basis der gewonnenen Daten (die sich teilweise von dem unterschieden haben, was man erwartat hatte) Philae für weitere Experimente hätte programmiert werden können. Dazu wäre es dann aber notwendig gewesen, dass Philae seine Akkus aufladen kann.

    In anderen Worten, mehr geht immer (wie man an den Mars-Missionen sieht), doch Philae hat seine primäre Mission erfüllt, er ist auf dem Kometen gelandet, er hat zahlreiche Experimente durchgeführt und er hat die Daten erfolgreich zu uns zurückschicken können. Der kleine Kerl hat sich sehr tapfer geschlagen!

  9. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: Anonymer Nutzer 09.01.16 - 18:16

    amk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > er hat zahlreiche Experimente durchgeführt und er hat die Daten
    > erfolgreich zu uns zurückschicken können
    Sicher, dass auch alle Daten hier ankamen?
    Ich habe nur was von "Teil der Daten" gelesen ... und das kann auch heißen, fast nichts verwertbares.

  10. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: RandomCitizen 10.01.16 - 10:58

    hutzlibu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > amk schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > er hat zahlreiche Experimente durchgeführt und er hat die Daten
    > > erfolgreich zu uns zurückschicken können
    > Sicher, dass auch alle Daten hier ankamen?
    > Ich habe nur was von "Teil der Daten" gelesen ... und das kann auch heißen,
    > fast nichts verwertbares.

    es kann aber genau so gut "fast alles angekommen" heißen ;)

  11. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: Bujin 10.01.16 - 19:41

    ich glaube die Leute können sich einfach nicht vorstellen wie schwierig es ist auf so einem Kometen zu landen und liegen zu bleiben. Das ist ist eine 5 km groß Quietsche-Ente sie sich zweimal am Tag um die eigene Asche dreht. Das ist ein riesiger Baseballschläger der Objekte bei einem Zusammenstoß direkt wieder ins All befördert. Philae war nicht darauf ausgelegt über die Oberfläche zu hüpfen, eigentlich hätte er ins Nichts katapultiert werden sollen. Trotzdem hat er es geschafft sich an irgendeiner Kante des Kometen festzukeilen was pures Glück war.

    Die Hauptmission von Rosetta war es nicht einen Lander abzusetzen. Rosetta selbst übernimmt 80% der Experimente. 20% hat Philae an Bord wovon ein großer Teil durchgeführt worden ist. Das einzig blöde ist der Mangel an schönen Bildern vom Kometen. Darauf haben sich viele am meisten gefreut.

    Das Ganze ist aber noch nicht vorbei. Rosetta selbst wird gegen Ende ihrer Mission auf dem Kometen aufsetzen und sicher auch ein paar tolle Bilder beim Anflug schießen.

  12. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: der_wahre_hannes 10.01.16 - 23:44

    logged_in schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist so mein Gefühl, unter'm Strich.

    Dann ist deine Gleichung leider völlig falsch.

    Es war NICHT das Ziel dieser Mission, auf einem Kometen zu landen. Das Ziel dieser Mission war eine Raumsonde um einen Kometen kreisen zu lassen. Philae ist lediglich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Toll, wenn sie da ist. Aber wenn sie fehlt, dann schmeckt das Eis trotzdem.

  13. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: logged_in 11.01.16 - 00:24

    Wie gesagt, was Rosetta geschafft hat, ist für mich bis jetzt noch nicht begreifbar. Millionen von KM geflogen, um Planeten geschwungen, um dann Jahre später um einen kleinen Kometen zu fliegen. Für mich bedeutete das: ALLES ist möglich. Die Landung von Curiosity war zwar spektakulärer, aber die Tatsache, dass wir Menschen in der Lage sind solche Ziele anzuvisieren und dann das Ziel zu erreichen ist für mich unfassbar; was für eine Meisterleistung!

    Ich bin offenbar falsch Informiert, was Philae angeht. Immerhin wurden dann doch 80% der wissenschaftlichen Ziele erreicht aber anscheinend sind 2 der 3 Transponder defekt und der dritte arbeitet auch nicht zuverlässig. War halt wohl eine Bruchlandung. Aber ich zitiere hier ja nur die Wikipedia, da der DLR trotz WWW kein großes Interesse an interaktiven, aktuellen Infografiken hat.

  14. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: logged_in 11.01.16 - 00:30

    Anderseits "Es war NICHT das Ziel dieser Mission, auf einem Kometen zu landen. Das Ziel dieser Mission war eine Raumsonde um einen Kometen kreisen zu lassen", dann hätten die ja Philae weggelassen können und statt dessen weitaus mehr flexibilität bei der Sensorbeladung von Rosetta gehabt. Ich finde diese Aussage nicht glaubwüdig. Rosetta ist mehr als ein Gerät für sich, es war das Transportschiff und man könnte sich sogar darüber streiten, ob es ohne Philae überhaupt ein Rosetta gegeben hätte.

  15. Re: Irgendwie doch gescheitert

    Autor: n0x30n 11.01.16 - 10:39

    Messungen an zwei vollkommen unterschiedlichen Orten des Kometen vornehmen zu können, nennst du gescheitert? Das ist im Endeffekt besser gelaufen als man es sich hätte denken können.

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