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Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: fanreisender 23.10.22 - 11:28
Wenn nicht, ist es in meinen Augen Zeit 2024 "tschüss" zu sagen und das "rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln"-Spiel zu beenden.
Als außenstehender Amateur sehe ich in dem Hin und Her keine Planungssicherheit. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: caldeum 23.10.22 - 11:29
Unsicherheit, ewiges Hin- und Her und die daraus resultierende Selbstmystifizierung ist ein Pfeiler Russischer Politik. Haben sie über Jahrhunderte kultiviert.
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Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: Ach 23.10.22 - 11:38
In meinen Augen ist es eine der wertvollsten Traditionen der beiden Weltraumorganisationen erdgebundene Feindseligkeiten im Welltraum weitestgehend ruhen zu lassen. Der gerade erst gegangene Roskosmos-Chef stellt da eine IMHO einfach sehr unwillkommene Ausnahme dar. Ich freue mich, dass die Tradition aktuell wieder weitergeführt zu werden scheint, nicht zuletzt auch mit dem jüngsten Russischen Zugang, der die Station via SpaceX erreichte.
Edit : nicht dass ich die Russische Politik in irgendeiner Form schätzen oder gar stützen wollte. Vielmehr wünsche ich mir für Russland ein demokratisches Erwachen inklusive endlichem Abgang deren Verbrecherregimes, hat aber eben nichts mit den wertvollen Weltraumaktivitäten zu tun.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 23.10.22 11:45 durch Ach. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: jkroepke 23.10.22 - 12:33
Nach meinem Wissen nach liegt die Steuerung der ISS auf Russischer Seite und die Triebwerke/Frachter aus. Ohne Russland währe die ISS nicht mehr manövrierfähig.
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Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: gobif 23.10.22 - 13:14
jkroepke schrieb:
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> Nach meinem Wissen nach liegt die Steuerung der ISS auf Russischer Seite
> und die Triebwerke/Frachter aus. Ohne Russland währe die ISS nicht mehr
> manövrierfähig.
Nicht ganz richtig. Die Frachter hat der Westen ebenfalls. Das deutsche/europäische HTV wurde auch zum Boosten genutzt, und auch wenn dies aktuell nicht mehr gebaut wird, die Fähigkeit hat man demonstriert. SpaceX kann ebenfalls boosten. Das, was fehlt, wäre die Kontrollelektronik. Und dabei ist anzunehmen, dass wenigstens Dokumentation vorhanden ist, um ein eigenes System zu bauen. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: superdachs 24.10.22 - 00:44
Ach schrieb:
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> In meinen Augen ist es eine der wertvollsten Traditionen der beiden
> Weltraumorganisationen erdgebundene Feindseligkeiten im Welltraum
> weitestgehend ruhen zu lassen. Der gerade erst gegangene Roskosmos-Chef
> stellt da eine IMHO einfach sehr unwillkommene Ausnahme dar. Ich freue
> mich, dass die Tradition aktuell wieder weitergeführt zu werden scheint,
> nicht zuletzt auch mit dem jüngsten Russischen Zugang, der die Station via
> SpaceX erreichte.
>
> Edit : nicht dass ich die Russische Politik in irgendeiner Form schätzen
> oder gar stützen wollte. Vielmehr wünsche ich mir für Russland ein
> demokratisches Erwachen inklusive endlichem Abgang deren Verbrecherregimes,
> hat aber eben nichts mit den wertvollen Weltraumaktivitäten zu tun.
Hier geht es ausschließlich um Prestige und Weltmachtanspruch. Eigentlich kann sich Russland den Betrieb der ISS gar nicht leisten und eine eigene Station bauen ist komplett utopisch. Gäbe es in Russland eine demokratische Regierung die das Wohl des russischen Volkes im Blick hätte würde das letzte was diese Regierung finanzieren würde vermutlich die Raumfahrt sein. Da gibt es viel zu viele andere, deutlich wichtigere Baustellen und die Ressourcen sind knapp bis nicht vorhanden.
Die ISS ist alt und weitestgehend überflüssig geworden. Das Programm zu beenden wäre ein deutliches und machtvolles Signal an Russland. Ohne ISS könnte Russland kaum Raumfahrt betreiben. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: BinEntwickler 24.10.22 - 09:13
superdachs schrieb:
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> Ach schrieb:
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> > In meinen Augen ist es eine der wertvollsten Traditionen der beiden
> > Weltraumorganisationen erdgebundene Feindseligkeiten im Welltraum
> > weitestgehend ruhen zu lassen. Der gerade erst gegangene Roskosmos-Chef
> > stellt da eine IMHO einfach sehr unwillkommene Ausnahme dar. Ich freue
> > mich, dass die Tradition aktuell wieder weitergeführt zu werden scheint,
> > nicht zuletzt auch mit dem jüngsten Russischen Zugang, der die Station
> via
> > SpaceX erreichte.
> >
> > Edit : nicht dass ich die Russische Politik in irgendeiner Form schätzen
> > oder gar stützen wollte. Vielmehr wünsche ich mir für Russland ein
> > demokratisches Erwachen inklusive endlichem Abgang deren
> Verbrecherregimes,
> > hat aber eben nichts mit den wertvollen Weltraumaktivitäten zu tun.
>
> Hier geht es ausschließlich um Prestige und Weltmachtanspruch. Eigentlich
> kann sich Russland den Betrieb der ISS gar nicht leisten und eine eigene
> Station bauen ist komplett utopisch. Gäbe es in Russland eine demokratische
> Regierung die das Wohl des russischen Volkes im Blick hätte würde das
> letzte was diese Regierung finanzieren würde vermutlich die Raumfahrt sein.
> Da gibt es viel zu viele andere, deutlich wichtigere Baustellen und die
> Ressourcen sind knapp bis nicht vorhanden.
>
> Die ISS ist alt und weitestgehend überflüssig geworden. Das Programm zu
> beenden wäre ein deutliches und machtvolles Signal an Russland. Ohne ISS
> könnte Russland kaum Raumfahrt betreiben.
Anfangs konnte man auf das russische Wissen zugreifen wie man solche Stationen baut und betreibt. Die Russen haben Jahrzehntelange Erfahrungen. Mit allen ihren Beinahe-Katastrophe, Sei es Lecks, Brand und sonst was.
Nun hat der Westen dieses Wissen auch. Der Trend jedoch bei Nasa geht eher in Mieten... die bauen sowas nicht mehr selbst, sondern wollen Labore von privaten Unternehmen mieten...
ähnliches ist es heute mit Dragon/Starliner. Diese werden für den Transport der Astronauten bezahlt.
Ich glaube auch kaum, dass SSL lange halten wird... am Ende wird das zu teuer sein...
Nur gateway um den Mondorbit wollen die nochmal selbst betreiben...
Aber für die Russen sieht es ehr düster aus nach der ISS. Die fliegen immer noch ihre engen Soyus. Neuere sind zwar in Planung, aber bisher ist da nix passiert und es wird auch nix mehr passieren.
Nach der ISS werden die paar Soyusflüge absolvieren und sich hochloben lassen. Während der Rest längst in Richtung Mond/Mars unterwegs ist. Damit meine ich auch China. Die werden vor den Russen auf den Mond landen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.10.22 09:14 durch BinEntwickler. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: Ach 24.10.22 - 14:52
superdachs schrieb:
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> Hier geht es ausschließlich ...
Warum sollte der eine Aspekt den anderen ausschließen? Für diese These gibt es nicht den geringsten Grund. Nicht nur haben die Weltraumbehörden schon oft genug ihre gegenseitige Unterstürzung angeboten und auch ausgeübt, wenn es in der bemannten Raumfahrt zu problematischen Situationen kam, auch haben sie mitten im kalten ein Rendezvous im All ausgeführt, als einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Abrüstungsbemühungen beider Nationen. Zudem müssen Astronauten Russisch lernen und bestimmte Trainingseinheiten in Russland absolvieren um in der Sojus Kapsel reisen zu dürfen, was den Dragon reisenden Kosmonauten bestimmt nicht anders geht. Mal ganz abgesehen von der Monate währenden Gemeinschaft in der ISS, meinst du nicht dass das bindet? -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: Jossele 27.10.22 - 15:22
gobif schrieb:
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>
> Nicht ganz richtig. Die Frachter hat der Westen ebenfalls. Das
> deutsche/europäische HTV wurde auch zum Boosten genutzt, und auch wenn dies
> aktuell nicht mehr gebaut wird, die Fähigkeit hat man demonstriert. SpaceX
> kann ebenfalls boosten. Das, was fehlt, wäre die Kontrollelektronik. Und
> dabei ist anzunehmen, dass wenigstens Dokumentation vorhanden ist, um ein
> eigenes System zu bauen.
AKTUELL gibt es nur einen westlichen Frachter der die Bahnanhebungen durchführen kann (die Dragonkapsel von SpaceX ist es nicht!).
Die Lageregelung/Steuerung der ISS erfolgt auch über russische Hardware auf deren Module.
Also ja, man benötigt die Russen um die ISS zu betreiben. Und wenn die deren Module abkoppeln nützen auch westliche Frachter zur Bahnanhebung nix. Man könnte zwar damit beginnen eigene Module mit den benötigten Fähigkeiten zu entwickeln und bauen aber dann wirft man gutes Geld und Zeit einer alternden ISS hinterher, die für neuere Projekte besser eingesetzt wären.
Unterm Strich: Steigen die Russen aus wird die ISS um ein paar Jahre früher abgewrackt.
Privatsphäre ist normal. Überwachung ist verdächtig. -
Re: Ist denn die russische Beteiligung in irgendeiner Weise vorteilhaft oder nötig?
Autor: maxule 03.11.23 - 12:51
BinEntwickler schrieb:
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> ...
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> Aber für die Russen sieht es ehr düster aus nach der ISS. Die fliegen immer
> noch ihre engen Soyus. Neuere sind zwar in Planung, aber bisher ist da nix
> passiert und es wird auch nix mehr passieren.
In irgendeinem Hangar rottet auch die Buran vor sich hin. Die Chips sind vermutlich schon ausgebaut, um den Mangel an Waschmaschinen zu kompensieren.



