-
Grundeinkommen jetzt
Autor: Soziale Revolution 06.02.10 - 16:14
Es ist ersichtlich das es durch die roboterisierung immer mehr Massenarbeitslosigkeit geben wird.
Die Lösung dafür kann nur ein absolut bedingungsloses Grundeinkommen für alle sein. Zum einen um die Nachfrage nach Konsumgütern aufrecht zu erhalten, schon der alte Henry Ford wusste das "Autos keine Autos kaufen".
Zum Anderen aber auch aus einer sozialen Perspektive heraus, schließlich können wir es nicht tolerieren das ein immer größerer Teil der Bevölkerung verarmt und diskriminiert wird. -
Re: Grundeinkommen jetzt
Autor: MathiasA 06.02.10 - 19:42
Soziale Revolution schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Es ist ersichtlich das es durch die roboterisierung immer mehr
> Massenarbeitslosigkeit geben wird.
Nein. Schon der seelige Karl Marx hat das widerlegt - es ging damals lediglich um mechanische Webstühle statt Roboter.
> Die Lösung dafür kann nur ein absolut bedingungsloses Grundeinkommen für
> alle sein.
Nein, da dieses nicht konkrete Arbeitslosigkeit vermeidet.
> Zum einen um die Nachfrage nach Konsumgütern aufrecht zu
> erhalten, schon der alte Henry Ford wusste das "Autos keine Autos kaufen".
Stimmt.
Nur was hat das Kaufen von Produkten mit der LÖsung der Arbeitslosigkeit des Käufers zu tun?
> Zum Anderen aber auch aus einer sozialen Perspektive heraus, schließlich
> können wir es nicht tolerieren das ein immer größerer Teil der Bevölkerung
> verarmt und diskriminiert wird.
Was hat rundeinkommen mit Diskriminierung zu tun? Nichts! Im Gegegenteil, mit Grundeinkommen werden falsche Einstellungen, die zur Diskriminierung führen nicht beseitigt, sondern nur verdeckt.
ich bin übrigens ziemlicher Befürworter eines Grundeinkommens, nur ich finde Begründungen dafür sollten schon sinnvoll gewählt sein, DEine waren alle oberflächlich. -
Re: Grundeinkommen jetzt
Autor: Andy996699 07.02.10 - 17:13
Umd das Thema mal aufzugreifen, auch wenn es bezogen auf den Artikel etwas OT ist:
Karl Marx hat überhaupt nichts widerlegt. Was hier zur Zeit entwickelt wird, braucht bestimmt noch ein oder zwei Generationen, obwohl es bereits jetzt beeindruckend ist. Aber wenn humanoide Roboter erstmal einen technischen Entwicklungsstand haben, der es ermöglicht, menschliche, handwerkliche Arbeit zu ersetzen, dann haben wir einen Punkt erreicht, den auch ein Karl Marx nie und nimmer hätte vorhersehen können. Egal, welche These Marx mit seinen Webstühlen aufgestellt hat, spätestens dann liegt er falsch.
Entwicklungen in dieser Hinsicht gibt es bereits heute. Ich kenne ein kleines, hoch innovatives Biotec Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe, welches vollautomatische Laboranalysegeräte entwickelt. Diese Systeme reinigen sich sogar selbst. Ein solches Gerät ersetzt etwa 0,5 Laborassistenten, bzw. Assistentinnen. Weltweit sind etwa 13tsd oder 14tsd dieser Geräte im Einsatz. Die Geräte substituieren also etwa 6500 bis 7000 Vollzeitäquivalentzstellen ohne Berücksichtigung, dass sie Tag und Nacht laufen könnten. Die Firma hat in Deutschland etwa 60 Mitarbeiter. Dazu Vertriebler in Partnerfirmen in Deutschland, im europäischen Ausland und in den USA. Geschätzt vielleicht 200 - 300 Mitarbeiter. Wem diese Zahl zu niedrig erscheint, dem sei gesagt, dass diese Geräte nur einen Teil des Produktportfolios der Partnerfirmen darstellen. Das bedeutet, die Zahl der durch diese Geräte entstandenen, zusätzlichen Jobs ist entsprechend niedrig anzusetzen.
Bedenkt man weiterhin, dass ein Ziel der Entwicklung darin liegt, einem "zero maintanance" möglichst nahe zu kommen, dann kann man sich vorstellen, dass unterm Strich eindeutig mehr Jobs entfallen als durch Fertigung und den Vertrieb dieser Geräte entstehen, selbst wenn man die Entwicklung, den Vertrieb sowie die Wartung und die wenigen Zulieferfirmen berücksichtigt. Wie gesagt, das meiste macht diese Firma selbst.
Ein weiteres Beispiel:
In den Fertigungshallen der Automobilhersteller läuft die Logistik inzwischen nahezu ohne Einsatz menschlicher Arbeitskräfte ab. Sowohl die Lager sind voll automatisiert, als auch die Kommunikation(!) der Arbeitsstationen mit der Logistik läuft rechnergesteuert, um einen reibungslosen Materialfluss zu gewährleisten. D.h., die Roboter an den Stationen sind in der Lage, Material selbstständig anzufordern und die Steuersoftware optimiert ständig den Materialfluss und kann bei Blockaden eines Weges sogar selbständig umdisponieren und die Fertigungssteuerung entsprechend anpassen.
Das waren zwei Beispiele, und wir befinden uns erst am Anfang! Tendenziell wird ein großer Teil der Arbeit verschwinden. Anfangen hat dies bereits vor vielen Jahren bei einfachen, manuellen Tätigkeiten. Mit zunehmender, technologischer Entwicklung im Roboterbau werden die Aufgaben, die solche Systeme übernehmen können, immer komplexer. Die menschliche Arbeit wird nie ganz verschwinden, aber sie wird sowohl deutlich weniger als auch immer anspruchsvoller werden.
Ich halte die 20:80 Gesellschaft für nicht unwahrscheinlich. Wir sind bereits auf dem Weg dahin. Wenn immer weniger Menschen notwendig sind, um die Bedürfnisse zu decken und einen materiellen Wohlstand zu erhalten, dann stellt sich die Frage nach einer gerechten Verteilung des Wohlstandes. Zur Zeit ist es so, dass ein wachsender Teil des durch Produktion und ja, auch durch Spekulationen erzielten Vermögens in die Taschen einer relativ kleinen "Geld-Elite" fließt. Berücksichtigt man zusätzlich die technologische Entwicklung, dann ist diese Form der Bereicherung einiger, weniger auf Kosten der großen Masse nicht mehr durchzuhalten. Schon jetzt droht unsere Gesellschaft durch eine zunehmende Spaltung in arm und reich zu kippen. Die Robotertechnik wird diese Tendenz verschärfen. -
Re: Grundeinkommen jetzt
Autor: asdfasdfasdf 08.02.10 - 08:10
Ich sehe den Verlust dieser Arbeitsplätze eher als Chance, denn als Problem. Ich denke, dass die Menschen in späterer Zunkunft nur noch forschen werden, und vieleicht noch Prototypen bauen, wobei der Bau von Prototypen dann wahrscheinlich auch nur noch CAD-Kenntnisse erfordern wird.
Aber wie bereits gesagt, die Lohnschere macht dem System einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Wenn durch Automatisierung zB die Nahrungs noch besser gewährleistet werden kann, dann werden viele Menschen nur wegen der Gier von einigen wenigen leiden müssen.



