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  5. › Roboter in der Seniorenpflege

Es ist pervers!

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  1. Es ist pervers!

    Autor: Jurastudent 24.11.09 - 17:01

    Der Pflegebereich ist einer der Sektoren des Arbeitsmarktes, wo den Beschäftigten am meisten abverlangt wird - für die schlechteste Bezahlung und die meisten Überstunden.

    Problem ist dabei nicht der Umstand, dass niemand in dem Bereich arbeiten will - im Gegenteil, die meisten Pfleger und Schwestern sind hochmotiviert! (Aber auch das Burn Out-Syndrom ist dort am häufigsten anzutreffen.)

    Aber das Personal ist den Kostendrückern und Erbsenzählern immer noch zu teuer und darum müssen immer weniger die Arbeit von immer mehr machen - zum Nachteil der Patienten und Pflegebedürftigen (am schlimmsten manifestiert sich das im Altenpflegebereich).

    Würde man in diesem Fall einmal die rücksichtslosen Einsparungen an Kosten und Personal mit den unmittelbaren Konsequenzen in der Form von Schmerz, Lebensqualitätsverlust und Tod gegenüberstellen, dann würde ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen!

    Stattdessen kommen einige technikgläubige Fachidioten in Japan und Australien auf die Idee, man könnte diese "Drecksarbeit" ja auch "fortschrittlich" mit einem Roboter erledigen lassen.

    Das freut die Soziopathen mit den Taschenrechnern. Denn Menschenwürde und Lebensqualität der Betroffenen sind für die ganz offensichtlich wertlos. Und wir haben ja auch noch lange nicht genug Arbeitslose, wenn wir in einem Bereich mit zuwenig Stellen (aber zuviel Arbeit) bald auch noch Maschinen einsetzen wollen.

  2. Re: Es ist pervers!

    Autor: dokape 24.11.09 - 17:14

    Solange Roboter billiger sind als echtes Pflegepersonal, wird das passieren.
    Aber Pflegepersonal ist teuer, teuer, weil es auch viele Nebenkosten hat.
    Das ist das Problem in unserer Dienstleistungsgesellschaft.
    Dienstleistung wird fast zu einem Luxusgut, weil die Lohnkosten so hoch sind.
    Und trotzdem bekommt der Arbeitende nur einen geringen Anteil an den für ihn aufgewendeten Geldern. Das Meiste bekommt unsere Angela.

    Schön wäre es, wenn die Roboter die Pflegekräfte unterstützen und nicht ersetzen würden. Vielleicht bliebe dann auch mehr Zeit für eine humane Pflege. Mal ein paar Minuten einfach neben der pflegebedürftigen Person sitzen, Hand halten und zuhören.
    Dafür ist ja keine Zeit, Controller haben die Vorgaben für Bett machen, Essen richten, Medikamente einnehmen/versorgen genau gestoppt und in riesigen Excel-Tabellen vorgegeben.

    Wer wäre nicht selbst froh darüber, wenn er einen Roboter losschicken könnte: "Bring mir bitte ein Glas Wasser" oder "Bring mir mal das Telefon" oder "Sauge mal die Wohnung, während ich einkaufe" oder ein einfaches: "Heb mir mal den Schlüssel auf".

  3. Re: Es ist pervers!

    Autor: BWL--Student 24.11.09 - 17:31

    Das Ziel der Wirtschaft ist es auch nicht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern zu vernichten!
    Warum? Weil Maschinen leistungsfähiger und ausdauernder und genauer arbeiten können als Menschen. Wenn man das ganz rational betrachtet leuchtet das doch ein: Warum soll ein Mensch eine Arbeit verrichten, die eine Maschine in viel kürzerer Zeit viel besser hinbekommt?
    Deshalb: Maschinen rein in die Betriebe -> Menschen raus aus den Betrieben.

    Das soll nun nicht heißen, dass alle Menschen arbeitslos auf der Straße hocken und verhungern müssen. Gedankenspiele mit Grundeinkommen gab es ja durchaus schon.
    Keynes träumte übrigens schon 1929 davon, alle Arbeit den Maschinen zu überlassen und die dann noch anfallende Arbeit auf alle gerecht zu verteilen ("Keine müsse mehr als ein paar Stunden pro Woche arbeiten" war seine Meinung).

    Und wenn Roboter das Pflegepersonal ebenfalls ersetzen können (wovon sie momentan aber wohl noch SEHR weit entfernt sind), warum nicht?

    Ich finde, die Gesellschaft muss endlich davon loskommen, "Arbeit für alle" schaffen zu wollen. "Keine Arbeit für alle", das wäre mal ein erstrebenswertes Ziel. "Maschinen schuften lassen und mit was besserem befassen", wie Götz Widmann es ausdrückte.

  4. Re: Es ist pervers!

    Autor: Akademiker 24.11.09 - 19:33

    > und die meisten Überstunden.
    > Aber auch das Burn Out-Syndrom ist dort am häufigsten anzutreffen.

    Hmm, klingt irgendwie eher nach dem IT-Bereich.

    Letztlich ist es aber wie mit so vielem (Umwelt, Bildung, demographische Entwicklung, Rente, Arbeitslosigkeit ....). Die Probleme sind längst bekannt, aber lösen soll sie gefälligst jemand anders, irgendwann später mal. Und daran wird sich auch nichts ändern, solange auf dem Globus die real existierende Oligarchie herrscht.

  5. Re: Es ist pervers!

    Autor: Siga49472497 24.11.09 - 20:09

    Der Arbeitsmarkt in Australien ist unterbevölkert.
    Die haben es nicht nötig, zur Arbeit zu kommen.
    Ein Deutscher vermittelt dort Facharbeiter und bildet die selber aus.
    Einwanderung ist teilweise nicht super-leicht, weil die auch hohe Ansprüche an Mindestgehälter usw. haben.
    Studenten sieht man dort oft mit 3-6 Monats-Visums (VISA versteht hier ja ein Teil falsch.) im Tourismus in TV-Berichten arbeiten.

    Noch was: In Australien ist die nächste Schule 1000 km oder so weit weg. Hausaufgaben per Radio. (bald per EReader-Lern-Modulen)

    Ob Neuseeland so viel anders ist, weiss ich nicht.
    In Italien sitzen die Omas in schwarzer "Dienstkleidung" vor dem Haus und quasseln und passen auf die Kinder auf, während die Männer Boule oder sowas spielen. Aber bei Krankheiten/Gebrechen geht das so nicht mehr so gut.

    Und in Deutschland können sich viele die Pflege zu Hause auch nicht leisten was dann zu "Schwarzarbeitern" aus Osteuropa führt.

    Die Welt (deutschland!) ist massiv überbevölkert. Und die eine Hälfte lebt auf Kosten der anderen Hälfte (damit sind nicht Harz4er oder Rentner gemeint!)...

  6. Re: komisch

    Autor: Anonymer Nutzer 24.11.09 - 20:36

    wo ich dich doch sonst immer auf Korn nehme. Aber hier hast einmal wirklich recht.

    Eines schönen Tages wird dann die Rede sein von einer "hochtechnolisch-assimilierten Gesellschaft".

    Grausam, allein schon der Gedanke daran.

  7. Full Ack!

    Autor: musarati 24.11.09 - 21:18

    Da kann ich dir nur zustimmen...

    Bevor mich mal ein Robotor auf meinen letzten Lebensjahren "begleitet" - bitte erschießt mich vorher -,-

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