1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wissenschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Schulbuch-O-Mat: Plattform für…

Crowdfunding der neue Hammer?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: danz 05.11.12 - 19:32

    „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“
    <Paul Watzlawick>

    Ich bin dem Thema Crowdfunding generell positiv gegenüber eingestellt. Aber bei manchen Sachen zweifle ich an dem Sinn.
    Freies Wissen ist toll.
    Eine Platform die dieses verspricht ebenfalls.
    Aber warum in diesem konkreten Fall auf Crowdfunding gesetzt wird ist mir nicht schlüssig, zumal sich die Projektbeschreibung stellenweise widerspricht:

    "eBooks ... können Themen anschaulich vermitteln und interaktive sowie individuelle Tests und Werkzeuge zur Zusammenarbeit beinhalten, ..."
    "digitale Ausgaben ... benötigen eine spezielle (proprietäre) Software zum Wiedergeben"
    "Ebenso frei sind AutorInnen in ihrer Entscheidung, für eine Druckversion einen Kaufpreis zu verlangen"

    Was denn nun? Die Werke sollen also interaktiv sein, aber gleichzeitig nur als reiner Text (auch in gedruckter Form) vorliegen?
    Hauptsächlich wollen die Initiatoren ja anscheinend bereits existierende Quellen zusammentragen und veröffentlichen. Warum fangen sie damit nicht einfach an? Warum muss hierfür eine extra Organisation ins Leben gerufen werden die bereits ein Geschäftsmodell aufweisen kann? Gut, sie wollen für ihre Arbeit entlohnt werden. Und an dieser Stelle bröckelt für mich das hehre Ziel.

    Ich gebe zu: Meckern kann jeder. Was zählt sind einzig Taten und so lange ich mich nicht selbst für freies Wissen einsetze und dieses aktiv publiziere steht es mir nicht zu über andere zu urteilen die den Versuch dazu unternehmen.

    Aber geht es nur mir so dass dies irgendwie einen unangenehmen Beigeschmack hat?

    ---
    gesendet von meinem Klackerturm.

  2. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: stuempel 05.11.12 - 20:09

    +1

    Als Lehrer habe ich selbst bereits darüber nachgedacht, eine Informationsplattform für unsere Schule als cross-Plattform-App zu entwickeln und bei Erfolg als FOSS weiterzugeben. So wie unzählige OSS-Entwickler zuvor, wie SourceForge mehr als deutlich macht.

    Aber für jedes Projekt inzwischen erst einmal den Hut rumwandern lassen? So hat das mit dem ursprünglichen Open Source-Gedanken nicht mehr hinreichend viel zu tun, wie ich finde. Wenn ich solche Projekte in Angriff nehme, dann dem Fortschritt und freier Bildung wegen. Dafür brauche ich im öffentlichen Dienst aber keinen extra Obolus.

    Sollen dann für jede weitere Lernreihe die Scheine gesammelt werden, damit diese erst fertiggestellt werden?

  3. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: Oldy 05.11.12 - 20:44

    Endlich erbarmt sich jemand.
    Es wird Zeit, dass unsere Bildung in das 21 Jh. ankommt. Eigentlich ist das die Aufgabe unserer Politiker, die dafür Steuergelder erhalten. Aber denen interessiert das nicht. Die Unfähigkeit kozt einen an.
    Mit dem sturen Blick eines Fanatikers auf Europa, wird Deutschlands Jugend vergessen.

  4. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: BundesBernd 05.11.12 - 21:13

    danz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber geht es nur mir so dass dies irgendwie einen unangenehmen Beigeschmack
    > hat?

    Nein, es gibt bestimmt noch jemanden, der das so sieht.

    > Warum muss hierfür eine extra Organisation ins Leben gerufen werden
    > die bereits ein Geschäftsmodell aufweisen kann?

    Weil es schon zu viele (gute) Ideen gab, die mangels funktionierendem Geschäftsmodell schnell wieder in der Versenkung verschwunden oder gar nicht erst aus dem Tee gekommen sind.

    > Was denn nun? Die Werke sollen also interaktiv sein, aber gleichzeitig nur
    > als reiner Text (auch in gedruckter Form) vorliegen?

    Interaktive Version und gedrucktes Werk (der druckbaren Teile) schließen sich doch nicht aus sondern können parallel existieren. Es gibt auch Hörbücher von gedruckten Werken - da fragt auch niemand: "Was denn nun?"

    > steht es mir nicht zu über andere zu urteilen die den Versuch dazu unternehmen.

    Doch! Der Buch-Kritiker muss auch selbst keine Bücher schreiben, so wie die Autoren, die er kritisiert.

  5. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: danz 05.11.12 - 22:17

    BundesBernd schrieb:
    > Weil es schon zu viele (gute) Ideen gab, die mangels funktionierendem
    > Geschäftsmodell schnell wieder in der Versenkung verschwunden oder gar
    > nicht erst aus dem Tee gekommen sind.
    Ich glaube der Aspekt der mich hierbei stört ist, dass unter der Fahne "freie Inhalte" eben auch nur der Gedanke steckt Kapital daraus zu ziehen. Natürlich laufen ab einer gewissen Größe Kosten auf. Kosten die irgendwie gedeckt werden müssen. Und so habe ich z.B. auch nicht gegen den Ansatz die freien Werke gegen Geld auf toten Bäumen auszuliefern. Aber groß zu verkünden, dass man freies Wissen unter die Leute bringen will, aber dafür erst einmal Geld sehen will widerspricht meinem Verständnis von "frei".
    Auf welche "guten Ideen" beziehst du dich? Woran scheiterte es bei diesen Projekten? Ich will dich nicht in die Enge treiben, aber ich wäre wirklich daran interessiert andere Ansätze kennen zu lernen.
    Ein wie ich finde gutes Beispiel freien Wissens ist für mich z.B. die Seite www.onlinetutorium.com , auch wenn diese eher an eine andere Zielgruppe gerichtet ist.

    > Interaktive Version und gedrucktes Werk (der druckbaren Teile) schließen
    > sich doch nicht aus sondern können parallel existieren. Es gibt auch
    > Hörbücher von gedruckten Werken - da fragt auch niemand: "Was denn nun?"
    Ein wie ich finde nicht ganz passender Vergleich. Hörbücher existieren in 2 Formen: gekürzt und ungekürzt. Bei einem ungekürzten Hörbuch handelt es sich um den gleichen Inhalt, nur eben in akustischer Form statt in Form von gedrucktem Text. Gekürzte Hörbücher sind im Endeffekt das gleiche, nur dass einige eher unwichtige Passagen ausgelassen wurden.
    Aber wie sieht es aus, wenn man interaktive Inhalte nimmt, und diese in Textform presst? Interaktiv bedeutet für mich nicht, dass ich einen Weiter-Button drücke um zur nächsten Folie zu kommen, sondern dass die Wissensvermittlung in Interaktion mit dem User geschieht. Ein solcher Aufbau lässt sich nicht einfach als PDF abspeichern, und wenn doch, wird das Ergebnis entsprechend sein.
    Es ist ein Widerspruch in sich, die neuen Möglichkeiten der digitalen Welt zu preisen, gleichzeitig aber Techniken die dies ermöglichen zu verteufeln und im Endeffekt nur auf reinen Text zu setzen.

    Aber wir leben ja in einer freien Welt, und jeder kann gott sei dank für sich selbst entscheiden ob er dieses Angebot annimmt oder nicht.
    Das alles weckt in mir den Wunsch es irgendwie besser zu machen. Aber wenn ich realistisch bin, fehlt mir dafür die Muße. Denn dafür bin ich zu perfektionistisch und ich würde mich in 1000 Kleinigkeiten verhaspeln. Von daher meinte ich es steht mir nicht zu andere zu kritisieren die den Versuch unternehmen, auch wenn ich mit deren Vorgehen nicht einverstanden bin.

    ---
    gesendet von meinem Klackerturm.

  6. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: BundesBernd 05.11.12 - 23:13

    danz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube der Aspekt der mich hierbei stört ist, dass unter der Fahne
    > "freie Inhalte" eben auch nur der Gedanke steckt Kapital daraus zu ziehen.

    Ist zwar im Moment nur eine Unterstellung, aber nicht ausgeschlossen, klar.

    > Aber groß zu
    > verkünden, dass man freies Wissen unter die Leute bringen will, aber dafür
    > erst einmal Geld sehen will widerspricht meinem Verständnis von "frei".

    frei != kostenlose Arbeit

    Woher kommt die Ablehnung dem Geld gegenüber? Ist Geld an sich etwas schlechtes - wenn es auch für gute Dinge eingesetzt wird?

    10.000 Euro sind für das Projekt auch ein durchaus überschaubarer Rahmen. Klar ist das z.B. für einen Hartz4-Empfänger sehr viel Geld, aber hier geht es um den Aufbau eines professionellen Projekts im Bildungsbereich. Nicht jeder ist ein Server-Admin, Programmierer und Grafiker, der das im Alleingang stemmen kann (und selbst dann macht es Sinn, das finanziell professionell zu planen). Hast Du Dich mal mit aktuellen Projektpreisen in dem Bereich beschäftigt?

    > Auf welche "guten Ideen" beziehst du dich? Woran scheiterte es bei diesen
    > Projekten?

    Es geht mir weder um ein konkretes Beispiel (sonst kommt wieder ein "nicht ganz passender Vergleich" dabei raus) noch um den Bildungsbereich an sich. Dass gute Ideen oft an fehlendem Kapital scheitern, ist kein Geheimnis. Oft setzen sie sich dann - Jahre später - trotzdem durch. Dass der Status-Quo der Wissensvermittlung alles andere als zufriedenstellend ist und die aktuellen technischen Möglichkeiten kaum genutzt werden, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

    Dass sich der Bereich drastisch weiterentwickeln wird, steht außer Frage. Fraglich ist jedoch, wie lange es noch dauern wird.

    > Aber wie sieht es aus, wenn man interaktive Inhalte nimmt, und diese in
    > Textform presst? Interaktiv bedeutet für mich nicht, dass ich einen
    > Weiter-Button drücke um zur nächsten Folie zu kommen, sondern dass die
    > Wissensvermittlung in Interaktion mit dem User geschieht. Ein solcher
    > Aufbau lässt sich nicht einfach als PDF abspeichern, und wenn doch, wird
    > das Ergebnis entsprechend sein.

    Natürlich ist "interaktiv" mehr als ein PDF vom vorhandenen Buch abzuspeichern und online zu stellen. Trotzdem muss man irgendwo beginnen und auch das wird eine Rolle spielen.

    Wenn (echte) interaktive Inhalte nutzbar gemacht werden, führt das ja auch nicht die bestehenden Möglichkeiten (geducktes Buch, PDF) ad absurdum. Dass ich die gedruckten Materialien dann trotzdem noch mal zur Vertiefung heranziehen kann (z.B. ganz Old-School mit Bleistift-Kritzeleien im Buch am Strand) ist doch super. Es gibt doch nicht nur Schwarz-/Weiß also quasi staubtrockenes Totholzbuch und die sofortige Umschaltung auf voll-digital-interaktiv mit Tablet und Rechner. Das ergänzt sich doch und wächst in die bestehende Welt rein.

    Dazu muss aber erst mal eine Reihe von Plattformen geschaffen werden und wenn zur undemokratischen und verschlossenen Apple-Welt oder den -im obigen Artikel erwähnten- von den Verlagen mit DRM-Logik konzipierten System freie Alternativen welcher Art auch immer entstehen, dann ist das doch zu begrüßen. In der Vergangenheit haben solche Entwicklungen schon mehrfach den "offiziellen Weg" beflügelt oder positiv beeinflusst ( http://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Software_in_%C3%B6ffentlichen_Einrichtungen ).

    > Es ist ein Widerspruch in sich, die neuen Möglichkeiten der digitalen Welt
    > zu preisen, gleichzeitig aber Techniken die dies ermöglichen zu verteufeln
    > und im Endeffekt nur auf reinen Text zu setzen.

    Wer verteufelt die Techniken, die dies ermöglichen?

    Und sonst: beides schließt sich nicht aus - ist kein Widerspruch - es kann und wird koexistieren.

    > Aber wir leben ja in einer freien Welt, und jeder kann gott sei dank für
    > sich selbst entscheiden ob er dieses Angebot annimmt oder nicht.

    Genau :)

    > Das alles weckt in mir den Wunsch es irgendwie besser zu machen. Aber wenn
    > ich realistisch bin, fehlt mir dafür die Muße. Denn dafür bin ich zu
    > perfektionistisch und ich würde mich in 1000 Kleinigkeiten verhaspeln.

    Zumindest kannst Du Dich selbst ganz gut einschätzen.

  7. Re: Crowdfunding der neue Hammer?

    Autor: cyro 06.11.12 - 11:46

    Das hat überhaupt nichts mit dem freien Gedanken zu tun.

    Da hat ein Biologe und ein Sportlehrer eine gute Idee und auch den Willen, diese umzusetzen aber es wird ihnen nicht gegönnt, weil keiner von beiden Informatiker ist. Eine entsprechende Plattform zu erstellen kostet Geld und die Beiden zeigen eher vernünftige Weitsicht, wenn sie von Anfang an auch die Finanzierung des Projekts im Auge behalten.

    ////\\\\ - Indie-, Retro-, Hobbygames. Der Blog auf www.asamakabino.de - ////\\\\

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  2. VerbaVoice GmbH, München
  3. Bundeszentralamt für Steuern, Berlin
  4. Deloitte, Leipzig

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-72%) 16,99€
  2. 39,99€
  3. (-30%) 41,99€
  4. 14,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Amazon, Netflix und Sky: Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming
Amazon, Netflix und Sky
Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming

In diesem Jahr wird sich der Video-Streaming-Markt in Deutschland stark verändern. Der Start von Disney+ setzt Netflix, Amazon und Sky gehörig unter Druck. Die ganz großen Umwälzungen geschehen vorerst aber woanders.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Peacock NBC Universal setzt gegen Netflix auf Gratis-Streaming
  2. Joyn Plus+ Probleme bei der Kündigung
  3. Android TV Magenta-TV-Stick mit USB-Anschluss vergünstigt erhältlich

Digitalisierung: Aber das Faxgerät muss bleiben!
Digitalisierung
Aber das Faxgerät muss bleiben!

"Auf digitale Prozesse umstellen" ist leicht gesagt, aber in vielen Firmen ein komplexes Unterfangen. Viele Mitarbeiter und Chefs lieben ihre analogen Arbeitsmethoden und fürchten Veränderungen. Andere wiederum digitalisieren ohne Sinn und Verstand und blasen ihre Prozesse unnötig auf.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  2. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"
  3. Digitalisierungs-Tarifvertrag Regelungen für Erreichbarkeit, Homeoffice und KI kommen

Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

  1. Lightning vs. USB-C: USB-Konsortium war zu träge
    Lightning vs. USB-C
    USB-Konsortium war zu träge

    Im Streit um den offenen Standard USB-C und Apples eigenen Standard Lightning sind neue Details bekanntgeworden. Das USB-Konsortium gibt sich selbst die Schuld, nicht frühzeitig einen USB-Standard fertig gehabt zu haben, der gegen Lightning hätte bestehen können.

  2. Datenschützer kritisieren: H&M soll Mitarbeiter umfangreich ausspioniert haben
    Datenschützer kritisieren
    H&M soll Mitarbeiter umfangreich ausspioniert haben

    Der schwedische Modehändler Hennes und Mauritz (H&M) soll Mitarbeiter in großem Stil ausspioniert haben. Die zuständige Datenschutzbehörde hat ein Bußgeldverfahren eingeleitet und bezeichnet die Datenschutzverstöße als besonders drastisch.

  3. Handyverträge: Verkürzte Laufzeit und leichtere Kündigungen geplant
    Handyverträge
    Verkürzte Laufzeit und leichtere Kündigungen geplant

    Zwei Jahre laufende Mobilfunkverträge sollen bald der Vergangenheit angehören. Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf für kürzere Laufzeitverträge und bessere Kündigungsmöglichkeiten veröffentlicht. Auch Vertragsverlängerungen werden begrenzt.


  1. 11:38

  2. 10:35

  3. 10:11

  4. 13:15

  5. 12:50

  6. 11:43

  7. 19:34

  8. 16:40