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Braucht man denn solche Studiengänge?

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  1. Braucht man denn solche Studiengänge?

    Autor: Lebostein 06.08.15 - 11:01

    Ist es denn nicht genug, wenn man kreative Künstler und pfiffige Informatiker zusammenführt und zusammen ein Spiel entwickelt? Beide sind Experten auf ihrem Gebiet und beide bringen sicher genug Computerspielerfahrung mit, wenn sie sich auf ein Projekt in dieser Branche einlassen. Gamedesign klingt irgendwie so nach "Überblick" bzw. nach "von jedem ein bisschen was, aber nichts wirklich intensiv"

    Als Vertiefungsfach eines Informatik- oder Kunststudienganges kann ich mir Gamedesign jedoch sehr gut vorstellen.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 06.08.15 11:07 durch Lebostein.

  2. Re: Braucht man denn solche Studiengänge?

    Autor: MSW112 06.08.15 - 11:11

    Es ist natürlich eine gute Idee "kreative Künstler" und "pfiffige Informatiker" zusammenzuführen und aufs beste zu hoffen (anders hats ja auch nicht angefangen).
    Aber spannend wird es, wenn der eine den anderen verstehen soll, denn das klappt auch nicht immer.
    Wenn jedoch beide das selbe Grundstudium absolviert haben, und nur nach jeweiliger persönlicher Neigung eine Spezialisierung dazu, wird das ganze deutlich einfacher umzusetzen. Es reduziert auch ein wenig den Personalbedarf und sichert deinen Arbeitsplatz, wenn du flexibler bist.

    Ein Freund von mir hat Gamedesign studiert. Er macht hauptsächlich Soundtracks für Spiele, kann aber auch an eben diesen Spielen mitwirken, meist als Inhouse Tester, hat aber auch schon an Modulen gearbeitet usw.
    Seine Aussage dazu ist sehr eindeutig: Ohne das Studium müsste er als Freelancer arbeiten (mit allen Vor- und Nachteilen), und so hat er nen festen Job, was ihm bei der Familienplanung wesentlich mehr entgegenkommt.

  3. Re: Braucht man denn solche Studiengänge?

    Autor: theonlyone 06.08.15 - 12:04

    Der ganze "Sinn" eines eigenen Studiengangs ist schlichtweg das Spiele zu entwickeln heute ganz eigene Tools und ganz eigene Vorgehensweißen erfordert, was in der sonstigen Software-Entwicklung nicht der Fall ist.

    Kurzum, jeder Informatiker sollte durch ein Studium "grundlegend" ausgebildet sein und kann sich auf alles spezialisieren nach eigenem Denken, genauso kann jeder mathematiker auch nebenbei programmieren, die grundlegende strukturierte Denkart hat man, mehr braucht es primär auch nicht damit man loslegen kann.


    Alles rund um die Computergrafik ist eine Kunstform für sich, das gezielt zu lernen ist schon ein deutlicher Schwerpunkt.

    Baut sich das Spiel wie ein Film auf wäre das grundlegend auch mal etwas für so einen Studiengang ; Schreiber für Story und Dialoge sind ja auch eher keine Programmierer, sondern eben echte Schreiberlinge die auch aus ganz anderen Spiele-Branchen kommen (z.B. für Dungeons and Dragons und andere Pen/Paper Spiele werden ständig neue Geschichten/Welten erfunden und gerade diese Art der RPG findet man auch in Computerspielen wieder).

    Um etwas zu programmieren braucht man auch kein Studium.

    Selbst als Arzt und Mediziner bräuchte man prinzipiel kein Studium, aber dennoch macht es Sinn sich für eine Zeitlang auf sein fachgebiet einzuschießen und mal grundlegende Dinge zu lernen und zu hinterfragen ; den viel mehr ist ein Studium eben auch nicht.

  4. Re: Braucht man denn solche Studiengänge?

    Autor: nicoledos 06.08.15 - 12:12

    Das Problem ist, dass sich momentan gefühlt jede Hinterland-FH den Bereich MINT auf Games und ähnliche Spezialrichtungen einschießt und meint so das Große Ding machen können. Die klassischen Richtungen wie Informatik oder E-technik werden zusammengestrichen.

    Die Spielebanche selbst wird dominiert von USA und Asien, die tatsächlichen Jobs in der Branche sind somit rar. Der Abschluss vom Titel aber sehr speziell, auch wenn nur ein paar Module die Spezialisierung darstellen.

  5. Re: Braucht man denn solche Studiengänge?

    Autor: Maturion 09.08.15 - 00:33

    Ein Games-Studiengang an einer Hochschule für Games ist etwas sehr spezielles, was die Berufswahl ziemlich einschränkt.
    Die Games-Branche in Deutschland besteht laut Artikel aus nur 13.000 Menschen. Wenn da noch Marketing-Leute und Spiele-Journalisten dabei sind, dann gibt es nur wenige tausend Menschen in DE die aktiv an Spielen entwickeln. Schaut man sich Stellenangebote an, dürften die meisten Jobs in diesem Bereich wohl im Programmierbereich liegen. Es gibt renommierte Universitäten die Informatik-Studiengänge mit Games-Schwerpunkt anbieten, unter anderem die TU München. Dazu braucht es wirklich kein Spezialstudium an einer privaten Hochschule, die außerhalb der Games-Nische kaum bekannt ist. Mit einem Informatik-Studium ist jederzeit ein Wechseln in die normale Software-Entwicklung möglich. Selbst in den sehr kleinen Bereichen Game Design und Game Art gibt es allgemeinere Studiengänge an öffentlichen Hochschulen, die die zukünftige Berufswahl nicht so stark einschränken und trotzdem für entsprechende Jobs in der Spielebranche qualifizieren.

    Für mich fehlen der GA Hochschule schlicht die Argumente für ein Studium dort.

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