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  5. › Stephen Hawking: Das Universum…

Hawking irrt.

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  1. Hawking irrt.

    Autor: RS_ 18.04.13 - 19:16

    Ich verstehe nicht, warum Stephen Hawking in den letzten Jahren immer wieder versucht, die Existenz Gottes zu widerlegen. Er müsste doch selbst am besten Wissen, dass ihm das nicht gelingen kann. Seine letzte These, dass das Universum von selbst aufgrund quantenmechanischer Gesetze entstanden ist, wirft doch gleich wieder die Frage auf, warum es diese Gesetze bereits gab.

    Man kann doch einfach philosophisch an die Frage herangehen: Ich weiß, dass ich denken kann. Alles, was ich mit den Sinnen erfahren kann, könnte ja eine Täuschung, eine Simulation sein, aber ich weiß sicher, dass ich denken kann. Daraus kann ich schlussfolgern, dass irgendetwas existieren muss. Wenn aber etwas existiert, dann muss dies eine Ursache haben, sonst wäre es nicht da. Ich kenne diese Ursache nicht, aber ich weiß dass etwas die Macht haben muss, zu machen, dass dies existiert. Damit wären wir aber doch schon bei der Existenz Gottes.

    Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch in der naturwissenschaftlichen Erklärung des Universums und der Existenz Gottes.

  2. Re: Hawking irrt.

    Autor: Replay 18.04.13 - 19:26

    Er irrt nicht. Wo die Wissenschaft endet, beginnt der Glauben (und damit die Religion).

    Früher gab es Thor, der seinen Hammer schwang, was den Donner verursachte. heute wissen wir, wie Donner entsteht, Thor ist arbeitslos.

    Will heißen: Je mehr wir wissen, je weiter die Wissenschaft vordringt, desto weniger Raum bleibt für Religion. Es gibt massenhaft Dinge und Zusammenhänge, die wir nicht verstehen und/oder schlicht nicht wissen. Ich bemühe für die Erklärung keine Religion, keinen Gott, sondern sage: Weiß man (noch) nicht. Auch wenn die Antwort unbefriedigend erscheint (aber nicht ist, weil es so ist), ist sie immer noch besser, als Religion oder einen Gott als Antwort parat zu haben.

    So langsam wird es Zeit, sich aus dem Zeitalter der Religionen zu lösen. Dann gäbe es auch wesentlich weniger Probleme und Kriege auf diesem Planeten.

    Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Das Ministerium für Wahrheit.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.04.13 19:27 durch Replay.

  3. Re: Hawking irrt.

    Autor: Elvenpath 18.04.13 - 19:27

    Hawkins will nicht die Existenz "Gottes" (welchen Gottes eigentlich? Jahwe? Shiva? Odin? Zeus? Der große Hulubulu?) widerlegen. Er sagt lediglich, dass eine solche Annahme nicht benötigt wird und es in der Physik keinerlei Hinweise auf Götter gibt.

  4. Re: Hawking irrt.

    Autor: ev1denz 18.04.13 - 20:41

    RS_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch in der naturwissenschaftlichen
    > Erklärung des Universums und der Existenz Gottes.

    Das ist schon der Widerspruch - beides schließt sich einfach aus!
    halbschwanger geht nicht!

  5. Re: Hawking irrt.

    Autor: Elvenpath 18.04.13 - 20:50

    Sehe ich auch so: Wer meint, dass Wissenschaft und Religion sich vertragen, ist entweder ein schlechter Gläubiger, oder ein schlechter Wissenschaftler. Oder beides :-D

  6. Re: Hawking irrt.

    Autor: irata 18.04.13 - 22:41

    Elvenpath schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich auch so: Wer meint, dass Wissenschaft und Religion sich vertragen,
    > ist entweder ein schlechter Gläubiger, oder ein schlechter Wissenschaftler.
    > Oder beides :-D

    Wissenschaft und Religion sind zwei grundverschiedene Dinge.
    Wie Äpfel und Planierraupen.
    Warum sollte ein Raupenfahrer keine Äpfel mögen oder ein Apfelfan was gegen Raupen haben?
    Wer meint, dass sich beide Themen gegenseitig ausschließen, hat entweder vom einen oder vom anderen keine Ahnung. Oder von beiden ;-)

  7. Re: Hawking irrt.

    Autor: furanku1 19.04.13 - 06:11

    Elvenpath schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich auch so: Wer meint, dass Wissenschaft und Religion sich vertragen,
    > ist entweder ein schlechter Gläubiger, oder ein schlechter Wissenschaftler.

    Ich bin selber Atheist, aber es gab schon ausgezeichnete Physiker, die sehr gläubig waren: Planck z.B. (Einstein entgegen vieler Versuche Gläubiger ihn mit Beschlag zu belegen war "solala" gläubig.) Fermi z.B. war hingegen glühender Atheist und so kam es am Rand von Kongressen un Tagungen immer wieder zu hitzigen Diskussionen,wobei die "Hitze" eher von Fermi ausging, was IIRC Heisenberg mal mit pointiert mit "Es gibt keinen Gott und Fermi ist sein Prophet" zusammenfasste ;)

    Es gibt ein paar Vorträge von Planck zu seinem Weltbild, und er gehört schon zu den intelligenten Gläubigen, die ihre Weltbild so erklären, dass man auch als toleranter Atheist sagt: "OK, das *kann* man so sehen, ich sehe es aber anders." Vermutlich haben zu diesen eigentlich ganz schönen Vorträgen auch die Reibereien mit Fermi beigetragen. Planck war intelligent genug um auch von einem Atheisten etwas zu lernen und weit von einem christlichen Fundamentalisten entfernt -- mit denen kann man einfach nicht reden, und damit sind das automatisch auch schlechte Wissenschaftler.

  8. Re: Hawking irrt.

    Autor: divStar 19.04.13 - 06:28

    Ich finde interessant, dass die Gläubigen bzw. deren "Oberhäupter" Schuld daran sind, dass immer mehr Menschen sich von jeglichem Glauben abwenden.

    Zum einen haben Christen wie Muslime die Wissenschaft blockiert weil es ihnen genehmer war wenn die Menschen nichts wissen, denn dummer Mob lässt sich viel einfacher kontrollieren.

    Zum anderen kann Religion nichts erklären, sondern verlangt dem Menschen Glauben ab. Wenn ich an Religion glaube, kann ich auch an Wissenschaft glauben. Ergo ich glaube an (noch nicht vollständige) Materienmodelle und Quanten- oder Stringtheorien, obwohl diese eben Theorien sind.

    Religion ist mir insofern unsympathisch, als dass deswegen oftmals Kriege usw. ausbrechen. Außerdem: wenn es das Christentum nicht gegeben hätte, wären wir jetzt vielleicht bereits (weit?) fortschrittlicher.

    Was aber Religion gibt, ist eben der Sinn für Zusammenhalt und Vorschläge (Christentum) bzw. Zwänge (Islam) für den Alltag. Die Frage ist aber, ob wir Religion brauchen, um menschlich zu sein und zu bleiben. Aufklärung und eine weniger kapitalistisch gepolte Gesellschaft täte es vermutlich auch, sodass wir keine Kontrollinstrumente mehr bräuchten.

  9. man kann Nichtexistenz nicht beweisen

    Autor: HerrMannelig 19.04.13 - 10:01

    Aber mir konnte bisher noch kein Christ einen Beweis für die Existenz Gottes liefern.
    Also glaube ich nicht an ihn. An fliegende, rosa Elefanten glaub ich auch nicht. Wobei, die Wahrscheinlichkeit für die Existenz hierfür im All wohl noch größer ist...

  10. Re: Hawking irrt.

    Autor: ssssssssssssssssssss 19.04.13 - 10:11

    > Es gibt ein paar Vorträge von Planck zu seinem Weltbild, und er gehört
    > schon zu den intelligenten Gläubigen

    Darüber haben Richard Dawkins und Neil deGrasse Tyson mal gesprochen.

    Sie meinten, das große Problem mit Religion ist weniger, dass so viele Leute gläubig sind, sondern viel mehr, dass selbst bei den super schlauen Akademikern noch Menschen bei sind, die von Glauben faseln.

    Also wie soll man so Leute, wie sie hier im Forum rumgeistern von sowas überzeugen, wenn es immer noch so Menschen, wie Planck damals, gibt. Menschen die die großen Probleme ihrer Zeit lösen und trotzdem der Meinung sind, dass alles von Göttern abhängt.

  11. Re: Hawking irrt.

    Autor: Emulex 19.04.13 - 10:13

    RS_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn aber etwas existiert, dann muss dies eine Ursache haben, sonst wäre es
    > nicht da. Ich kenne diese Ursache nicht, aber ich weiß dass etwas die Macht
    > haben muss, zu machen, dass dies existiert. Damit wären wir aber doch schon
    > bei der Existenz Gottes.
    >

    Das ist doch Quatsch, weil du am Ende bei der Frage hängenbleibst, wie denn Gott entstanden ist.
    Oder anders: Wenn der "einfach da" gewesen sein kann, kann es der Rest - völlig ohne Gott - genauso.

    Der Mensch sucht immer nach Erklärungen und wenn er keine hat, erfindet er welche.
    So funktioniert sogar die Wissenschaft - man nimmt Parameter an die nicht beweisbar sind, um Thesen zu belegen.
    Allerdings mit dem Unterschied dass sie a) revidiert werden wenns was neues gibt und b) nicht so plump unlogisch sind wie ein allmächtiger Gott.

  12. Re: man kann Nichtexistenz nicht beweisen

    Autor: DJ_Ben 19.04.13 - 10:16

    Es gibt sicherlich Stoffe die einen glauben lassen das es rosa Elefanten gibt. Aufgrund diesen Glaubens kann man dann auch noch eine Religion daraus machen.
    Stellt sich nur die Frage wie lang man das durchhält...

    Man hat hier halt eine Art Henne -> Ei Problem.
    Findet man nun einen Beweis zu einer Theorie die aufzeigt was vor dem Urknall geschehen ist, stellt sich wieder die Frage ob etwas göttliches dafür verantwortlich ist und ob man so etwas wie einen Gott dort suchen kann/muss. Dabei hat Hawking auch nur gesagt das es für den Ursprung unseres Universums keinen Gott benötigt.

    1.21 GIGAWATTS!

  13. Re: Hawking irrt.

    Autor: SirFartALot 19.04.13 - 10:24

    Replay schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So langsam wird es Zeit, sich aus dem Zeitalter der Religionen zu lösen.
    > Dann gäbe es auch wesentlich weniger Probleme und Kriege auf diesem
    > Planeten.

    Zumindest gaebe es einen Haufen notgeiler Arschloecher weniger, die sich wegen ein paar Jungfrauen aufmerksamkeitswirksam in die Luft sprengen.

    "It's time to throw political correctness in the garbage where it belongs" (Brigitte Gabriel)

  14. Re: man kann Nichtexistenz nicht beweisen

    Autor: crmsnrzl 19.04.13 - 10:30

    HerrMannelig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber mir konnte bisher noch kein Christ einen Beweis für die Existenz
    > Gottes liefern.
    > Also glaube ich nicht an ihn. An fliegende, rosa Elefanten glaub ich auch
    > nicht. Wobei, die Wahrscheinlichkeit für die Existenz hierfür im All wohl
    > noch größer ist...

    Religion ist Glaube und nicht Wissen. Glaube beweißt nichts. Da kann der Christ einen Kopfstand machen, das hilft trotzdem nicht. Die existenz eines Gottes ist damit mit nichten widerlegt.

    Im übrigen schließen sich Glaube und Wissenschaft nicht gegenseitig aus.
    Echte Wissenschaftler haben nur erkannt das Werke wie die Bibel nur Anleitungen für "Anwender" sind und keine Nachschlagewerke für die technische Details.
    Die Bibel ist eine Sammlung von Schriften, welche von Menschen überliefert, zusammengetragen und niedergeschrieben wurden. Was da zu Papier gelangt ist, kann nur das sein was diese Menschen zu begreifen im Stande waren.

  15. Re: Hawking irrt.

    Autor: Mimus Polyglottos 19.04.13 - 10:35

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Religion ist mir insofern unsympathisch, als dass deswegen oftmals Kriege
    > usw. ausbrechen. Außerdem: wenn es das Christentum nicht gegeben hätte,
    > wären wir jetzt vielleicht bereits (weit?) fortschrittlicher.

    Naja, das denke ich nicht - Religionen (sowohl der Islam als auch das Christentum) haben in der Vergangenheit zum Aufblühen der Wissenschaft geführt. Wissenschaften (gerade die Physik) wurden dazu verwendet, religiöse Weltbilder zu untermauern. Auch sind Religionen in hererogenen Umgebungen Stabilisatoren, die damit eine Grundlage für die Wissenschaft darstellen.

    Dass aus den ehemaligen Verbündeten anscheinend Widersacher geworden sind (ich muss bei Wort "Theologie" immer grinsen) steht auf einem anderen Blatt.

  16. Re: Hawking irrt.

    Autor: Elvenpath 19.04.13 - 10:47

    irata schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Elvenpath schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Sehe ich auch so: Wer meint, dass Wissenschaft und Religion sich
    > vertragen,
    > > ist entweder ein schlechter Gläubiger, oder ein schlechter
    > Wissenschaftler.
    > > Oder beides :-D
    >
    > Wissenschaft und Religion sind zwei grundverschiedene Dinge.
    > Wie Äpfel und Planierraupen.
    > Warum sollte ein Raupenfahrer keine Äpfel mögen oder ein Apfelfan was gegen
    > Raupen haben?
    > Wer meint, dass sich beide Themen gegenseitig ausschließen, hat entweder
    > vom einen oder vom anderen keine Ahnung. Oder von beiden ;-)

    Der Vergleich ist unsinnig.
    Der christliche Glaube stellt in der Bibel stellt ganz klar dar, wie nach seiner Meinung die Welt und das Universum entstanden sind. Und diese Vorstellung widerspricht nun mal den Wissenschaftlichen Fakten fundamental.

    Genau so wie die Entstehung der Lebewesen inklusive des Menschen.

    Ich sehe nicht, wie das mit einander vereinbar sein soll.
    Frauen haben sich z. B. nicht aus der Rippe eines Mannes entwickelt. Punkt, fertig, aus.

  17. Re: Hawking irrt.

    Autor: 0$3nk3 19.04.13 - 11:10

    Kein Weltklasse Wissenschaftler war im kirchlichen Sinne gläubig.
    sehr ausführlich aufgearbeitet von
    Dawkins (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn)

  18. Re: Hawking irrt.

    Autor: Art_I 19.04.13 - 12:11

    Bei diesen ganzen Diskussionen werden ständig verschiedene Gottesbilder vermischt. Ein Deist hat keinen persönlichen Gott, und somit sind hier auch nicht die Offenbarungsreligionen wie Christentum oder Judentum gemeint. Die meisten "gläubigen" Wissenschaftler sind solche Deisten. D.h. sie sehen Gott nur außerhalb unseres Wissens. Man könnte sage, sie geben dem Unwissen die Bezeichnung Gott. Ein Gott, der nicht mehr in unsere Welt eingreift.
    >>Wenn aber etwas existiert, dann muss dies eine Ursache haben, sonst wäre es nicht da. Ich kenne diese Ursache nicht, aber ich weiß dass etwas die Macht haben muss, zu machen, dass dies existiert. Damit wären wir aber doch schon bei der Existenz Gottes.<<
    Du gehst jetzt noch weiter und gibst dem Unbekannten (Gott) auch noch Eigenschaften wie Absicht, Macht und Existenz. Konsequenter Weise müsstest du jetzt dein Ursache- Wirkungsprinzip auch auf Gott anwenden. Womit wir bei der alten Frage sind: Wer hat Gott erschaffen?
    Nach dem Sparsamkeitsprinzip (Ockhams Rasiermesser) sollten wir die einfachste Erklärung für unser Universum annehmen, und da haben wir entweder keine bzw. könnte Hawking eine geliefert haben. Jeder, der glaubt, verstößt gegen dieses Sparsamkeitsprinzip. Auch gilt, wenn Gott das Universum erschaffen haben sollte, muss er komplizierter sein, als das Universum selbst. Und durch die Rekursion kommt man ins unendlich Komplizierte. Also ist der deistische Gott eine unelegante Antwort für den Ursprung unseres Universums.
    Der eingreifende, persönliche Gott ist psychologisch und gesellschaftlich erklärbar und steht zudem statistisch in umgekehrter Relation zur Intelligenz. Für uns also nicht der Rede wert. ;)

  19. Re: Hawking irrt.

    Autor: Tilman21 22.10.17 - 17:08

    Ich teile diese Auffassung.

    Ob es zu deren Untermauerung hingegen notwendig ist, das 500. Reformationsjubiäum unter der Devise "Gott neu entdecken" feiern zu sollen, wozu die EKHN aufruft, bezweifle ich. Gründe meinerseits gibt es unter "Gott neu entdecken"? _ gut gemeint und doch daneben.

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