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Frage eines Hadwarenoobs:

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  1. Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: IT-Kommentator 12.01.18 - 00:51

    Ist es nicht gefährlich und/oder riskant, einen EU-Supercomputer in der heutigen Zeit mit aktueller Hardware zu bauen, wo mit Spectre und Meltdown potenzielle Angriffe auf die Hardware existieren?

    Oder soll der "Supercomputer" mit Prozessoren oder innerhalb gewisser Szenarien betrieben werden, die nicht anfällig sind?

    Sorry, falls die Frage doof sein sollte.

  2. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: honna1612 12.01.18 - 01:04

    Gefährlich oder Riskant? Nein das ist übertrieben. Ist gutes Sicherheitsmanagement notwendig? Absolut!

    Normalerweise läuft aber auf solchen Systemen kein 0815 Windows oder Linux sondern eigens kompilierte Systeme. Wenn die Hardware anfällig ist trifft das die EU aber auch die USA und China.

  3. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: zenker_bln 12.01.18 - 04:16

    "Während noch in den 1990er Jahren diverse Unix-Varianten bei Supercomputern verbreitet waren, hat sich in den 2000er Jahren die Freie Software Linux als Betriebssystem durchgesetzt. In der TOP500-Liste der schnellsten Computersysteme (Stand Juni 2012) werden insgesamt 462 ausschließlich unter Linux betriebene Systeme und 11 teilweise (CNK/SLES 9) unter Linux betriebene Systeme aufgelistet. Damit laufen 92,4 % der Systeme vollständig unter Linux. Fast alle anderen Systeme werden unter Unix oder Unix-artigen Systemen betrieben."

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Supercomputer

  4. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: honna1612 12.01.18 - 05:05

    Richtig diese Linux Systeme sind aber keine Standard distros sondern eigens entwickelte Systeme.

  5. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: zenker_bln 12.01.18 - 06:45

    honna1612 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Richtig diese Linux Systeme sind aber keine Standard distros sondern eigens
    > entwickelte Systeme.

    Eine Distribution ist auch nicht "das" Linux, sondern nur eine Zusammenstellung von Programmpaketen mit dem passenden Kernel zur passenden Hardware.
    Der Kernel wird natürlich auf die entsprechende Hardware angepasst - und dennoch bleibt es nur ein Linux.

  6. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: spectral 12.01.18 - 08:47

    Das stimmt so nicht, in vielen Fällen werden relativ verbreitete und gepflegte Distros kommerzieller Anbieter als Basis genommen.

    Cray nutzt z.B. ein angepasstes Suse, andere Redhat.
    Hat einfach mit der Verfügbarkeit von Paketen, Patches etc zu tun. Je spezieller das System, desto geringer der Softwaresupport. Drum sind Spezialarchitekturen wie Vektorrechner von NEC oder die Bluegenes von IBM auch weitestgehend ausgestorben, obwohls im Rahmen der Exascale Debatte ein kleines Revival gibt.

    Zudem muss unterschieden werden zwischen Login Nodes, über die man reinkommt, kompiliert, Simulationen aufsetzt und den eigentlichen Compute-Nodes auf denen das Numbercrunching läuft. Letztere sind i.d.R. stärker "entkernt", erhalten dafür aber oft Patches für Interconnect-spezifisches oder zur Latenzverringerung. Da sich bis auf wenige Spezialfälle nie mehrere User Compute-Nodes teilen und die Systeme auch nicht am Netz hängen ist dort das Risiko gering und damit auch die Gefahr potentieller Performanceeinbußen durch die Patches.

    Dennoch sind derzeit viele Cluster down, bis die Sicherheitslage abschließend geklärt ist und für betroffene Systeme Patches bereitstehen.

  7. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: DetlevCM 12.01.18 - 10:27

    spectral schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das stimmt so nicht, in vielen Fällen werden relativ verbreitete und
    > gepflegte Distros kommerzieller Anbieter als Basis genommen.
    >
    > Cray nutzt z.B. ein angepasstes Suse, andere Redhat.
    > Hat einfach mit der Verfügbarkeit von Paketen, Patches etc zu tun. Je
    > spezieller das System, desto geringer der Softwaresupport. Drum sind
    > Spezialarchitekturen wie Vektorrechner von NEC oder die Bluegenes von IBM
    > auch weitestgehend ausgestorben, obwohls im Rahmen der Exascale Debatte ein
    > kleines Revival gibt.
    >
    > Zudem muss unterschieden werden zwischen Login Nodes, über die man
    > reinkommt, kompiliert, Simulationen aufsetzt und den eigentlichen
    > Compute-Nodes auf denen das Numbercrunching läuft. Letztere sind i.d.R.
    > stärker "entkernt", erhalten dafür aber oft Patches für
    > Interconnect-spezifisches oder zur Latenzverringerung. Da sich bis auf
    > wenige Spezialfälle nie mehrere User Compute-Nodes teilen und die Systeme
    > auch nicht am Netz hängen ist dort das Risiko gering und damit auch die
    > Gefahr potentieller Performanceeinbußen durch die Patches.
    >

    Na ja, also so absolut stimmt das nicht. Es ist nicht ungewöhnlich dass sich Nutzer Compute Nodes teilen - es hängt von der Arbeitslast und der Scheduler-Konfiguration ab.
    Wer dem Scheduler sagt, dass er Nodes exklusiv braucht, teilt sich diese nicht. Wer dem Scheduler sagt dass er n*(Prozessorkerne per Node) braucht, teilt sich in der Regel auch keine Nodes (ist aber schon bisschen mehr scheduler-spezifisch).
    Wer aber zum Beispiel viele einzelne kleine Jobs hat, kann sich durcahaus regelmäßig Nodes teilen.
    (Ich meine sogar das SGE extra einen Flag hatte um Jobs zu verteilen damit diese schneller laufen.)

    Aber: man hat als Nutzer im Normalfall keine Kontrolle auf welchen Nodes (manchmal kann man den Typ auswählen wenn es mehrere gibt) der Prozess anm Ende läuft und mit wem man sich eine Node teilt.
    Dementsprechend kann man auf einem Cluster einen einzelnen Nutzer selbst nur recht schwer angreifen.
    (Hat man die Kontrolle über das System, sieht das Ganze hingegen wieder anders aus.)

    > Dennoch sind derzeit viele Cluster down, bis die Sicherheitslage
    > abschließend geklärt ist und für betroffene Systeme Patches bereitstehen.

  8. Re: Frage eines Hadwarenoobs:

    Autor: spectral 12.01.18 - 13:22

    DetlevCM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na ja, also so absolut stimmt das nicht. Es ist nicht ungewöhnlich dass
    > sich Nutzer Compute Nodes teilen - es hängt von der Arbeitslast und der
    > Scheduler-Konfiguration ab.

    Klar, das hängt von der Scheduler-Policy ab. Shared Nodes wurden früher häufiger eingesetzt, und werden auf kleineren Systemen teils auch heute noch genutzt. Bei größeren sind sie inzwischen eher unüblich und werden (zumindest auf den Systemen, auf denen ich unterwegs bin) entweder gar nicht mehr angeboten oder nur noch in Form von Spezialnodes (z.B. fürs Postprocessing). Bei der in der Jahre gekommenen JUQUEEN liegt z.B. die kleinste allokierbare Einheit bei 32 Nodes bzw. 512 Cores.

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