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Ein paar mehr Informationen
Autor: BluePhoenix 16.08.22 - 16:37
hätte man vielleicht schon geben können.
1. Das Atomkraftwerk ist auf von der russischen Armee besetztem Gebiet
2. Das Atomkraftwerk ist an der Frontlinie, die an dieser Stelle durch einen Fluss markiert wird.
3. Das Atomkraftwerk soll demnächst die Krim mit Strom versorgen
4. Möglicherweise lagert in dem Kraftwerk russisches Militärgerät. Allerdings gibt es m.E. keinen Grund, warum dieses nicht im Hinterland gelagert werden sollte. Der naheliegendste Kontaktpunkt zur Ukraine (oberhalb des Flusses) wäre Vasylivka (dort ist bereits ein Stützpunkt), oder im Süden bei Zolota Balka auf der anderen Flussseite. Die nächste Brücke im Süden wäre bei Nova Kakhovka, was ein ganzes Stück weiter südlich ist. Sowohl Vasylivka als auch Nova Kakhovka sind von Melitopol oder Mariupol wesentlich besser angeschlossen als Saporischja.
5. Was hätte Russland von dem anhaltenden Selbstbeschuss? Sie werden kaum versuchen, ihr Image damit aufzupolieren, und dafür den Strom riskieren. Die Länder, die Russland als das ultimative Böse sehen, werden sich davon kaum beeindrucken lassen. Und die anderen, die zwischen Russland und anderen Staaten, die völkerrechtswidrige Kriege vom Zaun brechen, im Gegensatz zu uns keinen Unterschied machen, kann es egal sein.
Was hätte die Ukraine von einem Beschuss?
1. Ist es ukrainisches Territorium, das zurückerobert werden soll
2. Kann man Russland dämonisieren, und das "Engagement" erhöhen (wurde ja in er Vergangenheit auch oft gemacht, siehe Getreide)
3. Kann man Russland Probleme bei der Energieversorgung der eroberten Gebiete machen.
Aber schön, dass sich die Medien diesmal etwas zurückhalten mit den Anschludigungen. Zu den "20 Millionen Tonnen Weizen" die angeblich in der Ukraine feststeckten, sagte die Tagesschau am 5.8.
"Weizen wurde bisher noch nicht verschifft. Das ist zum Teil auf den Zeitpunkt der russischen Invasion zurückzuführen, da ein Großteil der letztjährigen Weizenernte bereits im Februar exportiert wurde.". Diese Feststellung zu treffen war vor 5 Monaten natürlich noch vollkommen unmöglich.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/getreideabkommen-ukraine-russland-faq-101.html
Wird hier wahrscheinlich ähnlich laufen.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 16.08.22 16:42 durch BluePhoenix. -
Re: Ein paar mehr Informationen
Autor: Pomi 16.08.22 - 17:42
Danke für den Artikel auf der tagesschau.
Da lagern also nur noch 3 millionen tonnen Weizen von insgesamt 20 millionen tonnen Weizen, weil der Großteil schon vor dem Krieg exportiert wurde. Und der Rest ist hauptsächlich Mais, der als Tierfutter dient oder als Kraftstoff verwendet wird.
Aber monatelang wurde quer durch alle Medien durch behauptet als wären die 20 millionen tonnen Getreideerzeugnisse reiner Weizen, der den Hunger der Welt verursachen würde, weil die Ausfuhren blockiert werden. Dabei waren nur noch 15% vor Ort und 85% schon vorher exportiert. Unglaublich... -
Re: Ein paar mehr Informationen
Autor: BluePhoenix 17.08.22 - 09:26
Drei Millionen Tonnen Getreide - zumindest laut dem Artikel der Tagesschau. Weizen dürfte einen Bruchteil davon ausmachen. Wenn ich mir anschaue, was bisher so verschifft wurde dann dürften es etwa 10% Weizen sein, also 300.000 Tonnen.
> Seit dem Wiederbeginn der ukrainischen Getreideausfuhren Anfang August hat das Land nach UN-Angaben über das Schwarze Meer gut eine halbe Million Tonnen Getreide exportiert. Unter den insgesamt mehr als 560.000 Tonnen waren demnach mehr als 450.000 Tonnen Mais, mehr als 50.000 Tonnen Sonnenblumenmehl und 41.000 Tonnen Weizen.
https://www.zeit.de/politik/ausland/ukraine-krieg-russland-newsblog-live#event_id=ekd7gGTC6ZhA5XUDFGMu



