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So ein Unfug

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  1. So ein Unfug

    Autor: derdiedas 19.03.18 - 10:56

    1. Welches Unterrichtsfach soll dann entfallen?
    2. Lehrer sind überhaupt nicht in der Lage Informatik zu unterrichten - oft bedeutet Informatik "nur" das MS Office Paket (und ja nur das von Microsoft) zu kennen.
    (Und das beherrschen die Schüler oft weit weit besser als der Lehrer)


    Es gibt grundlegende Dinge (Naturgesetze, Mathematik, Sprache, Fremdsprachen, Geschichte) die erlernt werden müssen. Und ja Informatik kann teil des Mathematikunterrichts, des Physikunterrichts sein. Alles was man an den Schulen lehrt sollte Wissen sein das einem auch noch in 50 Jahren die Welt erklärt.

    Nur ist die Bedienung eines PC (wie gesagt zu 90% mit Microsoft) kein Wissen das einem in 50 Jahren auch nur einen Deut weiterbringt. Die Physikalischen und Mathematischen Gesetze, die Natur als solches wie auch die Sprachen oder die Lehren die man aus der Geschichte zieht haben im Gegenzug aber bestand.

    Kurzum - wenn man echte Informatik lehren würde (Turing, von Neumann, Charles Babbage, Tim Berners-Lee, Stephen A. Cook usw.) würde ich ja nicht sagen. Aber genau das ist eben NICHT der Fall. Und damit ist und bleibt es Unfug!

    Gruß H.

  2. Re: So ein Unfug

    Autor: stolomov 19.03.18 - 11:06

    > Kurzum - wenn man echte Informatik lehren würde (Turing, von Neumann,
    > Charles Babbage, Tim Berners-Lee, Stephen A. Cook usw.) würde ich ja nicht
    > sagen. Aber genau das ist eben NICHT der Fall. Und damit ist und bleibt es
    > Unfug!
    >
    Genau das ist das Ziel eines Informatikunterrichts wie es die GI vorschlägt und wie es auch in Teiien die Kultusministerkonferenz in ihrer Erklärung "Bildung in der Digitalen Welt" formuliert hat.
    Es gibt schon Ansätze in Bayern und auch in Ba-Wü, es lohnt sich, die Lehrpläne und Stundentafeln anzuschauen, in denen sich genau diese Ansätze widerspiegeln.
    Aber sonst scheinen die anderen Kultusminister den Schlaf der Vernunft zu schlafen:
    Keine Lehrpläne für SI, keine Konzepte der Lehrerforbildung, nichts.

  3. Re: So ein Unfug

    Autor: BombManiac 19.03.18 - 11:07

    Was mich als Hintergrund interessiert: Ha(tte)st du Kinder in der Grundschule? Welches Bundesland?

    zu 1: Religion, das hier in Bayern ab der 1. Klasse unterrichtet wird, wäre für mich ein ganz heißer Kandidat :-) (Und nein, Ethik ist auch nicht besser.)
    zu 2: Das kann man ja ändern. Ohne Änderung wird sich der Status Quo wohl nicht verbessern lassen.

    Die Forderung, dass die Grundschule nur unterrichten soll, was in 50 Jahren noch gilt, verstehe ich nicht. Wie sollen die Grundschüler auf aktuelle Themen, also nach deinem Maßstab Themen der nächsten 10-20 Jahre, vorbereitet werden?

  4. Re: So ein Unfug

    Autor: Niaxa 19.03.18 - 11:12

    Du hast es selbst gesagt... Geschichte kann weg ^^. Die Geschichte lehrt eigentlich nur, das es sehr sehr dumme Menschen gab. Und die gibt es immernoch. Wir stehen wieder kurz vor der Abschottung zwischen Ost/West und religiöser Abschottungen und befinden uns in einem nicht gerade wieder stabil wirkenden Frieden. Ergo lehrt uns die Geschichte wohl so gut wie nichts. Muss man ja nicht komplett streichen, aber Wöchentlich 1 Stunde dürfte ausreichen.

    Ich habe auch nicht im Geschichtsunterricht gelernt, dass es kacke ist Krieg zu führen. Das entwickelte sich von alleine. So richtig stark wird einem das aber bewusst, wenn das eigene Leben gar nicht mehr so wichtig ist und man eine Familie gegründet hat. Dann weis man sofort, DAS und WARUM man keinen Krieg erleben möchte.

    Und ansonsten gibt es eh nicht so viele interessante Geschichtsthemen in meinen Augen.

  5. Re: So ein Unfug

    Autor: ptepic 19.03.18 - 11:14

    Geschichte kann mMn auch raus.
    Ich will nicht ständig mit mahnendem Zeigefinger darauf hingewiesen werden, was für ein schlechter Mensch (weil deutscher) ich bin, nur weil vor fast hundert Jahren ein ÖSTERREICHER im Namen unseres Landes so eine Schei... gebaut hat.
    Mir hilft es auch wenig, dass irgendwelche Hunnen andere Völker überrannt haben oder wer zu welcher Zeit Kaiser oder König war.

    Von der Vergangenheit kann keiner leben, wohl aber davon zu wissen, wie er in ZUKUNFT an sein Essen kommt. Und das geht mit einer Arbeit, die zu einem Einkommen führt und zukünftig immer mehr den Umgang mit technischem Gerät und Computern erfordern wird.

    PS: In Englisch hätte ich auch lieber gelernt, wie ich was zu Essen bestelle, eine Wohnung miete und Formulare ausfülle, anstatt mich mit den Werken irgendeines toten Dichters befassen zu müssen.

  6. Re: So ein Unfug

    Autor: Niaxa 19.03.18 - 11:17

    Stimmt Sektenkunde...äh ich meine Reli ist noch vor Geschichte dran ^^. Ebenso wie Ethik. Aber das mit den 50 Jahren meinte er glaub anders. Ich denke er meinte, an Grundschulen sollte nur Wissen vermittelt werden, das Heute, Morgen, in 10,20,30,40 und auch in 50 oder 50000 Jahren noch gültig ist. Also nicht Wissen, das erst in 50 Jahren gültig wird.

  7. Re: So ein Unfug

    Autor: theFiend 19.03.18 - 11:31

    ptepic schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geschichte kann mMn auch raus.
    > Ich will nicht ständig mit mahnendem Zeigefinger darauf hingewiesen werden,
    > was für ein schlechter Mensch (weil deutscher) ich bin, nur weil vor fast
    > hundert Jahren ein ÖSTERREICHER im Namen unseres Landes so eine Schei...
    > gebaut hat.

    Da sieht man wieder mal gut, das nicht das Fach das Problem ist, sondern die beschränkte Auffassung von Geschichte. Viele haben bis heute nicht begriffen das es bei besagtem Zeitraum nicht um Schuld geht, sondern um Verantwortung für die Zukunft...

    Und wenn ich mir das allgemeine Verhalten der Menschheit so anschaue, täte ein echter Ethikunterricht not... Religion kann wirklich weg, das ist Privatsache...

  8. Re: So ein Unfug

    Autor: Dadie 19.03.18 - 11:37

    BombManiac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [..]
    > Die Forderung, dass die Grundschule nur unterrichten soll, was in 50 Jahren
    > noch gilt, verstehe ich nicht. Wie sollen die Grundschüler auf aktuelle
    > Themen, also nach deinem Maßstab Themen der nächsten 10-20 Jahre,
    > vorbereitet werden?

    Wie sollen die Grundschüler die aktuellen Themen überhaupt verstehen? Ein recht aktuelles Thema der Informatik (wenn auch nur im dem Bereichen HW/CPS/IT/ETIKT/Sec) wäre Meltdown und Spectre.

    Selbst die Fachleute haben einige Monate daran geknabbert ihren Kopf darum zu bekommen, was die Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert. Selbst hier in Forum haben großteils studierte und teils promovierte Informatiker lange gebraucht um mal eine Art von Konsens zu finden, was die Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert.

    Und jetzt willst du solche Themen vor Grundschüler packen?! Wie sollen die solche Themen verstehen? Und was ist mit aktuellen Themen die nicht so durch die Preise gejagt werden? Wie sehr kann man wohl einen Grundschüler für einen harten Echtzeit-Scheduler der auf einem n-core System mit aktivem Cache bis zu einer usability von n funktioniert begeistern? Oder wie sehr kann man einen Grundschüler dafür begeistern, dass ZPP der Schnitt von RP und co-RP ist?

    Der OP hat schon recht. Gerade die Informatik bzw. ihre Erkenntnisse sind großteils
    Zeitlos und bauen stark aufeinander auf. Wer aktuelle Erkenntnisse verstehen will, muss i.d.R. alle Bauteile zunächst verstehen, aus denen die aktuelle Erkenntnis besteht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.18 11:38 durch Dadie.

  9. Re: So ein Unfug

    Autor: Old Fly 19.03.18 - 11:39

    ptepic schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > PS: In Englisch hätte ich auch lieber gelernt, wie ich was zu Essen
    > bestelle, eine Wohnung miete und Formulare ausfülle, anstatt mich mit den
    > Werken irgendeines toten Dichters befassen zu müssen.

    Wie sagte einer meiner Lehrer so schön in der Oberstufe: Wir lernen hier nicht fürs Leben sondern für die Abiturprüfung.

  10. Re: So ein Unfug

    Autor: powa 19.03.18 - 11:41

    Die Geschichte lehrt uns natürlich viele Erkenntnisse. Wie wir diese Verwenden bleibt aber immernoch uns überlassen. Würden wir die Geschichte nicht kennen, könnten wir keine Muster erkennen. Der Mensch lernt schon immer aus der Geschichte. Immer mindestens aus seiner eigenen Geschichte. Das nennt man dann Erfahrung. Auf die Erfahrung vorheriger Generationen zu verzichten, mit dem Argument das Niemand darauf hört, ist einfach nur verbohrt.
    Geschichte lehrt uns auch, dass alles vergänglich ist und das man stets wachsam bleiben muss, um weiter voranzugehen. Jede große Zivilisation ging irgendwann unter, aus den verschiedensten Gründen. Daraus muss man lernen und daraus kann man lernen. Ebenfalls kann man an der Geschichte sehen, dass wir in der heutigen Zeit in der besten aller Zeiten leben. Sie ist natürlich weit entfernt davon Perfekt zu sein, es lohnt sich aber weiterhin daran zu arbeiten, weil man (wenn man es langfristig betrachtet) einen großen Schritt nach vorn geht. Auch wenn Populisten und viele Alte immer sagen, dass früher alles besser war und uns der Untergang droht.

    Geschichte zeigt uns im übrigen auch, dass Wissen nicht vom Himmel gefallen ist, sondern das unsere gesamten Erkenntnisse durch die schlausten Köpfe über teils mehrere Jahrtausende entstanden ist und das Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist.

  11. Re: So ein Unfug

    Autor: gutenmorgen123 19.03.18 - 11:57

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe auch nicht im Geschichtsunterricht gelernt, dass es kacke ist
    > Krieg zu führen. Das entwickelte sich von alleine. So richtig stark wird
    > einem das aber bewusst, wenn das eigene Leben gar nicht mehr so wichtig ist
    > und man eine Familie gegründet hat. Dann weis man sofort, DAS und WARUM man
    > keinen Krieg erleben möchte.

    Das ist eine sehr interessante Theorie!
    Komischer Weise haben die Leute schon vor 100 Jahren Familien gegründet, sind aber trotzdem mit Begeisterung erst in den 1. und trotz ihrer gemachten Erfahrungen in den 2. Weltkrieg gestartet...

    Versteh mich nicht falsch, spezifische Dinge an die sich nach der Schularbeit niemand mehr erinnert wie z.B wie die Demokratie im alten Griechenland funktionierte, solche Sachen sind Blödsinn, aber speziell die Nazizeit sollte weiterhin aufgearbeitet werden.
    Auf Schularbeiten dazu kann man allerdings gerne verzichten.

  12. Re: So ein Unfug

    Autor: co 19.03.18 - 12:01

    Da hast du wohl Recht, aber am Gynamsium wird sogar Geschichte wenigstens einmal innerhalb der 8 Jahre wiederholt. Da könnte man schon an der ein oder anderen Wochenstunde sparen.

    Ein Religionslehrer wird glaube ich ähnlich argumentieren, aber Religion kann gerne komplett abgeschafft und ggf. als Wahlfach angeboten werden und schon hätte man jedes Jahre wenigstens 2 Wochenstunden mehr Platz für sinnvolle Fächer.

    Was man aber auch nicht vernachlässigen sollte, ist Wirtschaft. Dieses Fach wird zumindest an naturwissenschaftlichen Gymnasien irgendwie komplett vernachlässigt.

  13. Re: So ein Unfug

    Autor: Niaxa 19.03.18 - 12:18

    Und warum sollten die Nazizeiten anders behandelt werden, als z.B. die Sklaverei, die viel früher war? Ich verstehe schon was du damit sagen willst und du hast auch recht, nur sehe ich in den Menschen kein Wesen, was durch die Vergangenheit lernt. Früher hätte man noch sagen können, das ist nur so, weil z.B. diese Ereignisse so weit zurück liegen, dass man diese einfach nicht im Bewusstsein hat und somit nicht Ernst nimmt. Aber gerade der zweite Weltkrieg, bei dem allen noch der erste in den Knochen steckte, hat gezeigt, dass der Mensch nicht Lernwillig ist wenn es um Macht geht.

    Wenn ich rein die Geschichte als Grundlage nehme um zu beurteilen, was schlimmes passiert ist in der Vergangenheit, dann sehe ich den 2.WK nicht als schlimmer an, als die Kreuzzüge oder die Sklaverei in Rom, Amerika etc. In allen Fällen meinten die vermeintlich stärkeren, das es Menschen mit niedrigerem Wert gibt. Ich identifiziere mich keinesfalls mit der Geschichte der Kathaliken, auch wenn ich mal so getauft wurde und ebensowenig mit den Nazis, auch wenn ich stolz auf meine deutsche Herkunft bin. Und im Geschichtsunterricht wurden solche Dinge nie Thematisiert, sondern lediglich aufgezeit wie böse doch alles war. Daraus lerne ich aber wenig für mein heutiges Leben in der Gegenwart.

  14. Re: So ein Unfug

    Autor: BombManiac 19.03.18 - 13:20

    Dadie schrieb:
    > Wie sollen die Grundschüler die aktuellen Themen überhaupt verstehen? Ein
    > recht aktuelles Thema der Informatik (wenn auch nur im dem Bereichen
    > HW/CPS/IT/ETIKT/Sec) wäre Meltdown und Spectre.

    Das finde ich nicht schwer:
    - Im Computer sind Geheimnisse gespeichert, zum Beispiel deine Noten.
    - Die Geheimnisse sind normalerweise mit einem Passwort geschützt.
    - Es gibt aber manchmal Fehler im Computer, und dann können andere Menschen/"Die Bösen" die Geheimnisse doch sehen.

    Genau diese Art von Medienkompetenz könnte man m.E. in der Grundschule sehr gut vermitteln. Du musst ja nicht einen Erstklässler dazu bringen, einen Exploit zu schreiben :-)

    > Selbst die Fachleute haben einige Monate daran geknabbert ihren Kopf darum
    > zu bekommen, was die Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert. Selbst
    > hier in Forum haben großteils studierte und teils promovierte Informatiker
    > lange gebraucht um mal eine Art von Konsens zu finden, was die
    > Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert.
    >
    > Und jetzt willst du solche Themen vor Grundschüler packen?! Wie sollen die
    > solche Themen verstehen? Und was ist mit aktuellen Themen die nicht so
    > durch die Preise gejagt werden? Wie sehr kann man wohl einen Grundschüler
    > für einen harten Echtzeit-Scheduler der auf einem n-core System mit aktivem
    > Cache bis zu einer usability von n funktioniert begeistern? Oder wie sehr
    > kann man einen Grundschüler dafür begeistern, dass ZPP der Schnitt von RP
    > und co-RP ist?

    Das klingt ein wenig, als hättest du Sorge, dass dein Job demnächst an einen Grundschüler geht ;-) SCNR...

    Aber im Ernst: Es gibt viele Themen, die gut in eine erste Klasse passen. Mein Sohn fragte mich neulich, woher Google eigentlich alles weiß. Auf diese Frage müsste eigentlich jeder Erstklässler kommen, dessen Eltern gelegentlich googeln, ob ein Delfin schneller ist als ein Hammerhai. Daraufhin ergab sich eine interessante Diskussion darüber, wo das Wissen im Internet eigentlich herkommt, und ich denke schon, dass er es so ungefähr verstanden hat. Und das war nur unser Gute-Nacht-Gespräch, mit Material und Tafel ginge es sicher noch viel besser.

  15. Re: So ein Unfug

    Autor: Dadie 19.03.18 - 15:17

    BombManiac schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dadie schrieb:
    > > Wie sollen die Grundschüler die aktuellen Themen überhaupt verstehen? Ein
    > > recht aktuelles Thema der Informatik (wenn auch nur im dem Bereichen
    > > HW/CPS/IT/ETIKT/Sec) wäre Meltdown und Spectre.
    >
    > Das finde ich nicht schwer:
    > - Im Computer sind Geheimnisse gespeichert, zum Beispiel deine Noten.
    > - Die Geheimnisse sind normalerweise mit einem Passwort geschützt.
    > - Es gibt aber manchmal Fehler im Computer, und dann können andere
    > Menschen/"Die Bösen" die Geheimnisse doch sehen.
    >
    > Genau diese Art von Medienkompetenz könnte man m.E. in der Grundschule sehr
    > gut vermitteln. Du musst ja nicht einen Erstklässler dazu bringen, einen
    > Exploit zu schreiben :-)

    Das hat dann aber auch nichts mehr mit aktuellen Themen der Informatik zu tun und mit Informatik als solches halt auch kaum. Was nicht heißt, dass ich dagegen wäre. Grundsätzliche Belehrungen und Informationsstunden fände ich gut. Wobei es wohl besser wäre, vorher einmal die Eltern entsprechend zu schulen *seufz*. Nur darf ein solcher Unterricht auch gerne unter dem Namen laufen was dort behandelt wird, "Medienkompetenz". Ansonsten haben die kleinen von frühauf ein falsches Bild von der Informatik und am Ende steigen die Studienabbrecherzahlen noch stärker weil den Leuten erst im Studium auffällt "Das ist wie Mathematik D:".

    > > Selbst die Fachleute haben einige Monate daran geknabbert ihren Kopf darum
    > > zu bekommen, was die Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert. Selbst
    > > hier in Forum haben großteils studierte und teils promovierte Informatiker
    > > lange gebraucht um mal eine Art von Konsens zu finden, was die
    > > Sicherheitslücke ist und wie sie funktioniert.
    > >
    > > Und jetzt willst du solche Themen vor Grundschüler packen?! Wie sollen die
    > > solche Themen verstehen? Und was ist mit aktuellen Themen die nicht so
    > > durch die Preise gejagt werden? Wie sehr kann man wohl einen Grundschüler
    > > für einen harten Echtzeit-Scheduler der auf einem n-core System mit aktivem
    > > Cache bis zu einer usability von n funktioniert begeistern? Oder wie sehr
    > > kann man einen Grundschüler dafür begeistern, dass ZPP der Schnitt von RP
    > > und co-RP ist?
    >
    > Das klingt ein wenig, als hättest du Sorge, dass dein Job demnächst an
    > einen Grundschüler geht ;-) SCNR...

    Keine Sorge, kein Grundschüler wird so dumm sein einen Job zu machen in dem Überstunden und Crunchtime eher zur Norm als zur Ausnahme gehören. Dafür sind die viel zu klug ^^.

    > Aber im Ernst: Es gibt viele Themen, die gut in eine erste Klasse passen.
    > Mein Sohn fragte mich neulich, woher Google eigentlich alles weiß. Auf
    > diese Frage müsste eigentlich jeder Erstklässler kommen, dessen Eltern
    > gelegentlich googeln, ob ein Delfin schneller ist als ein Hammerhai.
    > Daraufhin ergab sich eine interessante Diskussion darüber, wo das Wissen im
    > Internet eigentlich herkommt, und ich denke schon, dass er es so ungefähr
    > verstanden hat. Und das war nur unser Gute-Nacht-Gespräch, mit Material und
    > Tafel ginge es sicher noch viel besser.

    Aber auch das hat ziemlich wenig mit aktuellen Themen der Informatik zu tun. Das ist ja meine Kritik gewesen an dem Beitrag von dir. Aktuelle Themen der Informatik kann man teils nicht einmal aktuellen Master Studenten ordentlich beibringen (ohne dabei ~3/4 des Semester in Grundlagen zu versickern). Und die "alten" Themen (z.B. Automaten) sind zeitlos, dürften aber auch vielen Kindern zu dröge sein.

    Bei aktuellen Gesellschaftsthemen die mit oder sich um digitale Medien drehen sehe ich aber gute Chancen, dass man dort aktuelle Probleme, Sorgen und Themen aufgreifen kann. Fände ich sogar ziemlich cool, aber das wäre halt keine Informatik und sollte auch nicht so genannt werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.18 15:18 durch Dadie.

  16. Re: So ein Unfug

    Autor: BLi8819 19.03.18 - 15:51

    Hast du dir dir Pläne überhaupt angeschaut?
    Scheinbar nicht.

  17. Re: So ein Unfug

    Autor: BLi8819 19.03.18 - 15:52

    > In Englisch hätte ich auch lieber gelernt, wie ich was zu Essen bestelle, eine Wohnung miete und Formulare ausfülle,

    Hast wohl in Klasse 5 bis 7 nicht aufgepasst.

  18. Re: So ein Unfug

    Autor: DragonHunter 19.03.18 - 16:42

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. Welches Unterrichtsfach soll dann entfallen?
    Keines. Aber Inhalte aus anderen Fächern können vereinzelt entfallen.

    > 2. Lehrer sind überhaupt nicht in der Lage Informatik zu unterrichten - oft
    > bedeutet Informatik "nur" das MS Office Paket (und ja nur das von
    > Microsoft) zu kennen.
    > (Und das beherrschen die Schüler oft weit weit besser als der Lehrer)
    Nun, Lehrer kann man ausbilden, damit sie es unterrichten können. Du hast es ja auch nicht von Geburt an gekonnt, sondern gelernt, oder?
    Und naja... Informatik bedeutet häufig nur im universitären Umfeld nur Programmieren und Mathe. Die landläufige Definition umfasst AUCH MS Office und Anwenderprogramme... Manche Menschen sollten in der Realität ankommen. Es hilft. ;-)
    >
    >
    > Kurzum - wenn man echte Informatik lehren würde (Turing, von Neumann,
    > Charles Babbage, Tim Berners-Lee, Stephen A. Cook usw.) würde ich ja nicht
    > sagen. Aber genau das ist eben NICHT der Fall. Und damit ist und bleibt es
    > Unfug!

    Wie oben... Es geht nicht um Turing, sondern mehr um Medien- und Technikkompetenz, was landläufig auch als "Informatik bezeichnet wird...
    Es gibt mehr in der Welt, als die Fachwelt voll von Fachleuten, die die Begriffe auch gern unscharf verwenden.
    Informatik ist heute viel mehr als nur ein Teilgebiet der Mathematik... Lernt es endlich und kommt von eurem hohen Ross herunter.

  19. Re: So ein Unfug

    Autor: ldlx 19.03.18 - 17:15

    DragonHunter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Informatik ist heute viel mehr als nur ein Teilgebiet der Mathematik...
    > Lernt es endlich und kommt von eurem hohen Ross herunter.

    Informatik ist Mathe mit Buchstaben, war mir zu trocken (bzw. fehlt mir die Verständnisebene dafür). Deshalb bin ich Fachinformatiker - das sind die Typen, die Netzwerke einrichten und Software einsetzen (Systemintegratoren) oder Software entwickeln (Anwendungsentwickler - nicht nur Kaffee-zu-Code-Roboter). Was an den Schulen fehlt (und vor allem den Lehrkräften) ist ein Grundverständnis zur Bedienung eines Alltagsgeräts und den vielfältigen Angeboten des Internets. Um das Alltagsgerät zu bedienen, gibts Kurse bei der Volkshochschule, autodidaktisch lernen kann aber auch nicht schaden. Der "Rest" (aka Internetnutzung) bedarf dieser sogenannten Medienkompetenz.

  20. Re: So ein Unfug

    Autor: redmord 19.03.18 - 17:58

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ptepic schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Geschichte kann mMn auch raus.
    > > Ich will nicht ständig mit mahnendem Zeigefinger darauf hingewiesen
    > werden,
    > > was für ein schlechter Mensch (weil deutscher) ich bin, nur weil vor
    > fast
    > > hundert Jahren ein ÖSTERREICHER im Namen unseres Landes so eine Schei...
    > > gebaut hat.
    >
    > Da sieht man wieder mal gut, das nicht das Fach das Problem ist, sondern
    > die beschränkte Auffassung von Geschichte. Viele haben bis heute nicht
    > begriffen das es bei besagtem Zeitraum nicht um Schuld geht, sondern um
    > Verantwortung für die Zukunft...
    >
    > Und wenn ich mir das allgemeine Verhalten der Menschheit so anschaue, täte
    > ein echter Ethikunterricht not... Religion kann wirklich weg, das ist
    > Privatsache...

    Nagel auf den Kopf getroffen. :)

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