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Totaler Schwachsinn

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  1. Totaler Schwachsinn

    Autor: Schnoopy 15.09.15 - 18:12

    "Um bei hohen Frequenzen auf ungeschirmten Leitungen das Problem des Übersprechens zu lösen, braucht G.fast zwingend Vectoring."


    Also bekommen die eine dickere Leitung die eh schon eine dicke Leitung haben.

    Macht für mich kein Sinn.

  2. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: David64Bit 15.09.15 - 18:21

    Für mich auch nicht - meine Leitung ist bei 75 Mbit am Ende. Und das sind keine 100 Meter zum Verteiler. Neue Leitungen sind auch nicht ganz einfach, da Altstadt. Kabel Deutschland hat den Ausbau sogar "für sehr sehr lange Zeit" ausgeschlossen.

  3. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: spezi 15.09.15 - 18:36

    Schnoopy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Also bekommen die eine dickere Leitung die eh schon eine dicke Leitung
    > haben.
    >
    > Macht für mich kein Sinn.

    Nicht unbedingt. Ich denke, bei G.fast geht es nicht primär um die Aufrüstung von VDSL-Multifunktionsgehäuse. G.fast wertet z.B. Techniken wie FTTB auf, da insbesondere in Mehrfamilienhäusern damit höhere Datenraten "aus dem Keller" möglich sind, ohne die Hausinstallation umzubauen. Das spart Kosten beim Ausbau, und man kann trotzdem leistungsfähigere (und teurere) Anschlüsse anbieten. Das wiederum macht FTTB-Ausbau attraktiver.

    Beim aktuellen Vectoring war es ja ähnlich: hier wurde VDSL leistungsfähiger gemacht, damit wurden VDSL-Investitionen lukrativer. Von Vectoring profitierten bisher auch vor allem (wenn nicht ausschliesslich) Haushalte, die bisher noch kein VDSL hatten. Zumindest bei der Telekom soll ja die Umrüstung der VDSL-"Altanschlüsse" aus der Zeit von vor 2013 erst nächstes Jahr starten.

  4. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: don.redhorse 15.09.15 - 18:50

    das ganze zieht nur FTTH in die länge. Alles Geld was jetzt noch ins Kupfer investiert wird ist verbranntes Geld. "Kupfer für Neuland" ist Technik von Vorgestern, auch mit Vectoring und G.fast wird es bestenfalls die Technik von Gestern. Oder gibt es neben Anbietern von Glasfaser Anschlüssen Anbieter von Kupfer die einem Bandbreiten garantieren (>2, 6 Mbit). Auch das BK Netz ist schnell am Ende wenn die Straßenzüge es vermehrt nutzen. Sternverkabelung aus Glas. Wir Steuerzahler haben die HRE für über 100 Mrd. ¤ gekauft, warum dann nicht mal 100 Mrd. ¤ in die Zukunft investieren?

  5. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: spezi 15.09.15 - 19:16

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das ganze zieht nur FTTH in die länge. Alles Geld was jetzt noch ins Kupfer
    > investiert wird ist verbranntes Geld.

    Im Wesentlichen wird bei so etwas Geld in das Verlegen von Glasfasern investiert. Man spart sich eben vorerst den letzten und oft besonders aufwendigen Teilabschnitt. Und gerade wenn es um die Hausverkabelung geht, kann es da auch Widerstände bei Hausbesitzern oder Eigentümergemeinschaften geben. Da sehe ich in einer Technik, die einen einfacheren FTTB-Anschluss im Keller aufwertet und lukrativer macht durchaus einen Vorteil. Pragmatisch betrachtet dürfte die Leistung für viele auf längere Sicht ausreichen. Und falls nicht, oder falls im Haus irgendwann dann sowieso die nächste Renovierung ansteht, kann man dann auch auf FTTH umrüsten. Dazu braucht es dann noch nicht mal ein stadt- oder landkreisweite Ausbauinitiative.

    Pragmatische Lösungen führen oft zu besseren Ergebnissen als das unbedingte festhalten an der Maximallösung, selbst wenn diese auf längere Sicht natürlich wünschenswert sind.


    > Oder gibt es neben Anbietern von Glasfaser Anschlüssen
    > Anbieter von Kupfer die einem Bandbreiten garantieren (>2, 6 Mbit).

    Klar, aber der Abstand zwischen Mindestbandbreite und "bis zu"-Bandbreite ist natürlich tariflich großzügig gestaffelt. Wenn die Telekom Dir einen VDSL100-Vertrag anbietet, dann liegt die Downloadrate laut Leistungsbeschreibung zwischen 50 und 100 Mbit/s und die Uploadrate zwischen 20-40 Mbit/s. Sollte das dann an Deinem Anschluss doch nicht funktionieren wird die Telekom natürlich nichts an der Physik ändern können, aber Du dürftest aus dem Vertrag wieder raus kommen, bzw. auf den VDSL50-Tarif wechseln können.

  6. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: x2k 15.09.15 - 19:20

    Angenommen glasfaser liegt im keller muss in mehrfamilienhäusern immernoch eine art verteiler eingesetzt werden um den anschluss zu verteilen ( sofern nicht jeder teilnehmer eine eigene faser bekommt)
    Dazu kann ja g.fast eingesetzt werden dann ist die entwicklung sinvoll. Dan könnte auch der schöne analoganschluss wiederbelebt werden (vom keller aus).

    Da fällt mir noch was ein- gibt es überhaupt glasfaser modems im handel zu kaufen?

  7. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: don.redhorse 15.09.15 - 19:27

    sind sicherlich alles Argumente, aber und da ist leider immer ein aber. Das Glas wird nur zur Vermittlungsstelle gelegt und nicht bis zum Haus. Damit sind die die nahe dran wohnen recht gut dran. Aber was ist mit denen bei denen G.fast nicht mehr funktioniert? Sobald Vectoring eingesetzt wird fällt klassisches VDSL2 weg, ergo fallen die wieder zurück auf ADSL2+ und das habe ich hier und es ist der letzte... Vor Jahren war es ok, aber diese Zeiten sind doch nun echt vorbei.

    Das Glas muss bis ins Haus alles andere kostet nur unnütz Geld.

  8. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: don.redhorse 15.09.15 - 19:31

    ein Konverter setzt das ganze auf Ethernet um und gut ist. Im Haus braucht man kein Glas, da reicht CAT5e, oder eben aktuell CAT6,7 aus. Wenns nicht anders gewollt ist gehts eben mit Powerline, oder eben WLAN weiter.

  9. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: tingelchen 15.09.15 - 19:40

    > Man spart sich eben vorerst den letzten und oft besonders aufwendigen
    > Teilabschnitt.
    >
    Nicht so ganz. Damit G.Fast überhaupt irgendwas bringt, muss min. alle 500m ein Verteiler stehen. Ansonsten ist es technisch besser wenn man VDSL50 anbietet. Das einzige was man sich hier spart ist also das neue Loch in der Hauswand um den LWL durch zu schieben. Ansonsten muss man in tausende neue Verteiler + neue Verkabelung investieren. Auch nicht gerade billig.

    > Pragmatische Lösungen führen oft zu besseren Ergebnissen als das unbedingte
    > festhalten an der Maximallösung, selbst wenn diese auf längere Sicht natürlich
    > wünschenswert sind.
    >
    Gilt in diesem Fall leider nur nicht. Denn wenn die Leitungslänge zu lang wird.. d.h. 300m ist man mit G.Fast oder Vectoring dann schlechter dran als mit VDSL50. Das Problem ist nur, wenn einmal Vectoring/G.Fast im Verteiler hängt, gibt es auch keinen Wechsel mehr zu VDSL50.
    Das ist ja das Hauptproblem bei dieser Technik. Sie führt bei vielen eben nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer Verschlechterung.

  10. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: spezi 15.09.15 - 19:47

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sind sicherlich alles Argumente, aber und da ist leider immer ein aber. Das
    > Glas wird nur zur Vermittlungsstelle gelegt und nicht bis zum Haus.

    Nein, schon bei VDSL wird Glasfaser von der Vermittlungsstelle zum Kabelverzweiger gelegt. Mit G.fast dürfte die Glasfaser noch näher an die Wohnungen rücken. Ich vermute, zumindest bei Mehrfamilienhäusern oft bis in den Keller. Es steht ja auch schon im Artikel, dass z.B. die Swisscom G.fast auch für FTTB-Anschlüsse verwenden will.

    > Damit
    > sind die die nahe dran wohnen recht gut dran. Aber was ist mit denen bei
    > denen G.fast nicht mehr funktioniert? Sobald Vectoring eingesetzt wird
    > fällt klassisches VDSL2 weg,

    Soweit ich weiß ist Parallelbetrieb möglich, zumindest mit VDSL2+Vectoring.
    Ausserdem: angenommen ein Haus wird an FTTB+G.fast angeschlossen. Sofern alle Hausanschlüsse dann über die G.fast-Box im Keller laufen, können die umliegenden Häuser dann sowieso nutzen was auch immer sie wollen. Die Hausanschlüsse sind dann ja nicht mehr an das Kabelbündel zum KVz angeschlossen.

    > ergo fallen die wieder zurück auf ADSL2+ und
    > das habe ich hier und es ist der letzte... Vor Jahren war es ok, aber diese
    > Zeiten sind doch nun echt vorbei.

    Ich habe hier auch noch ADSL. So schlimm finde ich es auch nicht. Ich freu mich aber zugegebenermaßen, dass bald VDSL100 kommt.

    >
    > Das Glas muss bis ins Haus alles andere kostet nur unnütz Geld.

    Nun, mein Punkt war ja gerade, dass ich glaube dass G.fast die Investitionen für "Glasfaser bis ins Haus" erhöhen wird.

  11. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: spezi 15.09.15 - 20:05

    tingelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Man spart sich eben vorerst den letzten und oft besonders aufwendigen
    > > Teilabschnitt.
    > >
    > Nicht so ganz. Damit G.Fast überhaupt irgendwas bringt, muss min. alle 500m
    > ein Verteiler stehen.

    Das hast Du in VDSL-Ausbaugebieten ja jetzt schon häufig. Bei mir wurde in den letzten Monaten VDSL ausgebaut, jetzt stehen hier in verschiedenen Richtungen 3 Multifunktionsgehäuse in weniger als 250m Entfernung von meiner Wohnung (den Strassen folgend, nicht Luftlinie).

    Allerdings meinte ich mit "besonders aufwendigen Teilabschnitt" auch nicht zuletzt die Hausverkabelung. Das hängt natürlich auch stark vom Haus ab. Bei schon vorhandenen Leerrohren ist es natürlich einfach.

    Aber ich erhoffe mir von G.fast eben vor allem mehr Investitionen in den FTTB-Ausbau.

    > > Pragmatische Lösungen führen oft zu besseren Ergebnissen als das
    > unbedingte
    > > festhalten an der Maximallösung, selbst wenn diese auf längere Sicht
    > natürlich
    > > wünschenswert sind.
    > >
    > Gilt in diesem Fall leider nur nicht. Denn wenn die Leitungslänge zu lang
    > wird.. d.h. 300m ist man mit G.Fast oder Vectoring dann schlechter dran als
    > mit VDSL50. Das Problem ist nur, wenn einmal Vectoring/G.Fast im Verteiler
    > hängt, gibt es auch keinen Wechsel mehr zu VDSL50.
    > Das ist ja das Hauptproblem bei dieser Technik. Sie führt bei vielen eben
    > nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer Verschlechterung.

    VDSL+Vectoring erfordert den Wechsel von VDSL ohne Vectoring. G.fast kann meines Wissens parallel zu VDSL+Vectoring betrieben werden.

  12. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: don.redhorse 15.09.15 - 23:42

    sobald auf einer Leitung Vectoring benutzt wird hat es sich mit normalem VDSL, alles was weiter als gute 300m weg ist fällt zurück auf ADSL. D.H. wenn Vectoring/ G.fast benutzt wird muss alle 250m eine Kiste stehen, ergo kann man auch gleich Glas legen.

  13. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: postb1 16.09.15 - 06:20

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sobald auf einer Leitung Vectoring benutzt wird hat es sich mit normalem
    > VDSL, alles was weiter als gute 300m weg ist fällt zurück auf ADSL. D.H.
    > wenn Vectoring/ G.fast benutzt wird muss alle 250m eine Kiste stehen, ergo
    > kann man auch gleich Glas legen.

    Wenn ich das aber richtig sehe, bietet die Telekom VDSL50 sowieso nur im Umkreis von gut 300m um ihre Hvt an. Etwas außerhalb kommt noch VDSL25. Bei Vectoring würden wohl die 25er auf ADSL16Mbit zurückgestuft werden.
    Ich vermute mal, genau deshalb wird auch in Städten mit mehreren Hvt und an sich guter Versorgung trotzdem Outdoor ausgebaut.
    In der nächsten Kreisstadt lässt die Telekom wie verrückt buddeln, bzw nutzt ihre Leerrohre die dort zwischen den Hvt sowieso vorhanden sind. Offensichtlich soll dort wohl ziemlich alles was mehr als 300m vom Hvt entfernt ist, vom Outdoor-MSAN versorgt werden.
    Bei aktuellen FTTC-Ausbaumaßnahmen draußen auf dem Land werden die Multifunktionsgehäuse doch sowieso in den meisten Fällen so platziert, daß die Kupferleitung kaum länger als 250m ist; in der Regel ist sie sogar deutlich bis sehr deutlich kürzer. Nach meinen Beobachtungen werden da heutzutage einige Gehäuse mehr im Ort verteilt, als in vergleichbaren Orten bei früheren Ausbauten.
    In Klartext und bezogen auf deinen Einwand: Es steht in Ausbaugebieten sowieso schon alle rund 250m eine DSLAM/MSAN-Kiste auf dem Gehsteig rum.
    Und dieser Zustand soll wohl nun auch in Städten mit Hvt-Standorten hergestellt werden.
    Deinen Einwand "kann man auch gleich Glas legen" würde ich nur dann teilen, wenn für G.fast nochmals näher zum Kunden hin eine weitere "Kiste" nötig wäre. Aber solange die herkömmlichen ODSLAM-Gehäuse dafür genutzt werden, ist G.fast deutlich günstiger als FTTH.
    Der letzte gute Viertelkilometer ist bei der Glasfasererschließung bis ins Haus eben der Teuerste. Auch wenns niemand hier wahrhaben möchte.

  14. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: Ovaron 16.09.15 - 07:08

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sobald auf einer Leitung Vectoring benutzt wird hat es sich mit normalem
    > VDSL

    Korrekt. (das Kabel gemeint war sei nur am Rande erwähnt)

    > alles was weiter als gute 300m weg ist fällt zurück auf ADSL.

    Nicht korrekt.

    Die genauen Reichweiten werden nicht durch Entfernung sondern im wesentlichen durch die Dämpfung bestimmt und können stark schwanken. Daher nur als Indiz in welchem Rahmen sie sich bewegen:

    [quote aus http://bscom.de/dsl-ftth.pdf ]
    Aus derKurve kann man auch die durch Vectoring erreichbaren Entfernungen ablesen:
    · Bis ca. 300m Leitungslänge: 100Mbit/s imDownstream
    · Bis ca. 800m Leitungslänge: 50Mbit/s imDownstream
    · Bis ca. 1200m Leitungslänge: 25Mbit/s imDownstream
    · Ab ca. 1200m Leitungslänge: „bis zu 16Mbit/s“ im Downstream
    Vergleicht man die Werte mit denen der VDSL-Technik ohne Vectoring ist eine deutliche Erhöhung der Geschwindigkeit bis ca. 1200m Leitungslänge zu erwarten, [...][/Quote]

    Die durchschnittliche Länge der Leitung zwischen KVz und APL(Keller) beträgt 350m.

    > wenn Vectoring/ G.fast benutzt wird muss alle 250m eine Kiste stehen, ergo
    > kann man auch gleich Glas legen.

    Das wäre der Fall wenn man alle 250 m ein Haus zu versorgen hätte. Bei derart geringer Siedlungsdichte kann man aber auch gleich einen LTE-Mast stellen und sich die restliche Buddelei sparen.

  15. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: InspectorGadget 16.09.15 - 09:05

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sind sicherlich alles Argumente, aber und da ist leider immer ein aber. Das
    > Glas wird nur zur Vermittlungsstelle gelegt und nicht bis zum Haus. Damit
    > sind die die nahe dran wohnen recht gut dran. Aber was ist mit denen bei
    > denen G.fast nicht mehr funktioniert? Sobald Vectoring eingesetzt wird
    > fällt klassisches VDSL2 weg, ergo fallen die wieder zurück auf ADSL2+ und
    > das habe ich hier und es ist der letzte... Vor Jahren war es ok, aber diese
    > Zeiten sind doch nun echt vorbei.
    >
    > Das Glas muss bis ins Haus alles andere kostet nur unnütz Geld.

    Kann dir absolut zustimmen. Bin ja gespannt, wann G.fast von Swisscom erhältlich sein wird. In der Schweiz ist es eben speziell, viele die einen Glasfaseranschluss bereits haben, nutzen ihn unter Umständen gar nicht, der Internetzugang läuft dann über den Kabelnetzbetreiber oder parallel via DSL weiter.

    https://www.fiber7.ch/de/fiber7-faq/was-ist-eine-oto-dose-optical-termination-outlet/

  16. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: don.redhorse 16.09.15 - 17:35

    Ovaron schrieb:

    > > alles was weiter als gute 300m weg ist fällt zurück auf ADSL.
    >
    > Nicht korrekt.
    >
    > Die genauen Reichweiten werden nicht durch Entfernung sondern im
    > wesentlichen durch die Dämpfung bestimmt und können stark schwanken. Daher
    > nur als Indiz in welchem Rahmen sie sich bewegen:

    ist klar, aber im Schnitt wird es so aussehen. Fakt ist auf jeden Fall das es diverse Nutzer treffen wird, dass deren VDSL2 ohne Vectoring auf ADSL2+ zurück gestuft wird
    https://www.golem.de/news/ewe-tel-weniger-mbit-s-fuer-einige-hundert-nutzer-wegen-vectoring-1506-114806.html

    > Aus derKurve kann man auch die durch Vectoring erreichbaren Entfernungen
    > ablesen:
    > · Bis ca. 300m Leitungslänge: 100Mbit/s imDownstream
    > · Bis ca. 800m Leitungslänge: 50Mbit/s imDownstream
    > · Bis ca. 1200m Leitungslänge: 25Mbit/s imDownstream
    > · Ab ca. 1200m Leitungslänge: „bis zu 16Mbit/s“ im Downstream

    alles über 800m glaube ich nicht. Der Vectoring Effekt lässt über 300m stark nach, zwischen 500 und 800m ist er fast nicht mehr nachweisbar. Ergo kann man sagen das alles was gut über 300m liegt Pech haben kann. Das ganze wurde auch schon vor Monaten von der c´t durchgekaut, die hatten auch einen Kostengegenüberstellung VDSL2 /Vectoring vs. FTTH erstellt. Sicher ist Glas teurer, ohne Frage. Aber wenn man jetzt VDSL2 hat, auf Vectoring umstellt, danach auf G.fast, was kostet das? Alle 250m muss ne Kiste an der Straße stehen, damit die Leitungswege zum Haus nicht über 500m kommen. Stehen die Häuser weiter auseinander wird es eh stressig. Gut, in neueren Baugebieten ist es sicherlich kein großes Problem, aber in den Baugebieten aus den 70er und 80er Jahren? Lehrrohre, zugebaut, große Bäume? Da kann man nicht einfach ne Rakete durch den Boden jagen https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenverdrängungsverfahren



    > Vergleicht man die Werte mit denen der VDSL-Technik ohne Vectoring ist
    > eine deutliche Erhöhung der Geschwindigkeit bis ca. 1200m
    > Leitungslänge zu erwarten, [...]

    Das glaube ich nicht, wird in der Realität nicht so kommen. Bei meinen Eltern ist die Leitung rd. 4km bis zum DSLAM und die bekommen, jetzt, nach dem T-kom wieder alles an Kupfer geputzt hat, runde 600kBit down bei 800 up (immer noch ANNEX B statt J, warum stellen die nicht auf J um?). Laut Tabelle für ADSL2+ sollten bis zu 2MBit möglich sein.
    >
    > Die durchschnittliche Länge der Leitung zwischen KVz und APL(Keller)
    > beträgt 350m.

    Bei euch im Baugebiet, glaube ich gerne. In vielen anderen, nein auf dem Dorf...
    >
    > > wenn Vectoring/ G.fast benutzt wird muss alle 250m eine Kiste stehen,
    > ergo
    > > kann man auch gleich Glas legen.
    >
    > Das wäre der Fall wenn man alle 250 m ein Haus zu versorgen hätte. Bei
    > derart geringer Siedlungsdichte kann man aber auch gleich einen LTE-Mast
    > stellen und sich die restliche Buddelei sparen.

    LTE ist mit den jetzigen Tarifen bestenfalls als Frechheit zu verstehen, zudem will ich nicht wissen was passiert wenn 25 Leute zur gleichen Zeit die WM 2018 in 4K Streamen wollen. Man muss nicht vom jetzt ausgehen was an Bandbreite möglich ist, sondern was sinnvoll ist. IMHO müsste JEDES Haus dn100/up50 haben bei min 400 GB/Monat und ich denke die Telekom wird das nichtmal in 20 Jahren bieten...

  17. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: sneaker 16.09.15 - 17:48

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ist klar, aber im Schnitt wird es so aussehen. Fakt ist auf jeden Fall das
    > es diverse Nutzer treffen wird, dass deren VDSL2 ohne Vectoring auf ADSL2+
    > zurück gestuft wird
    Das ist EWE-spezifisch, bei der Telekom wird man nicht runter-, sondern nur raufgestuft:
    VDSL16->VVDSL25
    VDSL25->VVDSL50
    VDSL50->VVDSL100

    > alles über 800m glaube ich nicht. Der Vectoring Effekt lässt über 300m
    > stark nach, zwischen 500 und 800m ist er fast nicht mehr nachweisbar. Ergo
    > kann man sagen das alles was gut über 300m liegt Pech haben kann.
    Der Gewinn(!) gegenüber VDSL ohne Vectoring geht dann verloren. Wer weiter weg wohnt hat dann mit VDSL und Vectoring dieselbe Geschwindigkeit wie mit VDSL ohne Vectoring. (Bei der Telekom wegen gelockerter Schaltungsregeln für Vectoring aber immer Upgrade möglich, selbst wenn technisch kaum noch ein Vectoringeffekt meßbar ist.)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.15 17:49 durch sneaker.

  18. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: Ovaron 16.09.15 - 18:43

    don.redhorse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ist klar, aber im Schnitt wird es so aussehen.

    "Die Telekom wird bis Ende 2016 die Zahl ihrer VDSL-Anschlüsse von 12 auf 24 Millionen erhöhen" ( https://www.telekom.com/medien/produkte-fuer-privatkunden/208148 ). Ich weiß, ist Propaganda. Aber wenigstens eine Aussage, mit dieser wird man den Status quo Ende 2016 vergleichen.

    > alles über 800m glaube ich nicht.

    Ich ebenfalls nur begrenzt. Ist wohl wirklich nur in sehr wenigen Fällen möglich.

    > Der Vectoring Effekt lässt über 300m stark nach

    ...über 500m... hat golem seinerzeit geschrieben.

    > Ergo kann man sagen das alles was gut über 300m liegt Pech haben kann.

    Die 300m sind afaik die Länge bei der in der Regel die vollen 100/40 möglich sind. Ist natürlich enormes Pech wenn man mit gezwungen ist mit beispielsweise nur 80/30 auskommen zu müssen.

    > Das ganze wurde auch schon vor Monaten von der c´t durchgekaut,
    > die hatten auch einen Kostengegenüberstellung VDSL2 /Vectoring vs. FTTH erstellt.

    Diese Kosten lassen sich seriös nicht gegenüber stellen ohne die Zahlen zu haben. Die Zahlen haben nur die Interessengruppen und einer aus der Glas-Lobbyecke war es afair der diese "Rechnung" aufgemacht hat.

    > Sicher ist Glas teurer, ohne Frage. Aber wenn man jetzt VDSL2 hat, auf Vectoring
    > umstellt, danach auf G.fast, was kostet das?

    Ja, wer billig kauft kauft zweimal. Und nein, trotzdem wird allüberall nur das notwendigste Ausgegeben. Frag mal wieviele Haus- oder Wohnungsbesitzer bei Neukauf oder Umbau Leerrohre verlegt haben. Kostet Geld, bringt aber keinen Unmittelbaren Nutzen. Die neuen Alufelgen sind wichtiger.

    > Alle 250m muss ne Kiste an der
    > Straße stehen, damit die Leitungswege zum Haus nicht über 500m kommen.

    Eher umgekehrt, möchte ich meinen.

    > Stehen die Häuser weiter auseinander wird es eh stressig.

    Ja, für die siebzehn Almhütten wird das keine brauchbare Lösung sein. Für rund 24 Millionen Haushalte aber sehr wohl. So what? Wollen wir uns wirklich an weniger als 10% Problemfällen hochziehen oder erst mal die 9x% betrachten für die es schnelles Internet in naher Zukunft bedeuten kann?

    Wohlgemerkt, VDSL-Vectoring ist mein Thema. G.Fast ist eine andere Nummer.

    > Gut, in neueren
    > Baugebieten ist es sicherlich kein großes Problem, aber in den Baugebieten
    > aus den 70er und 80er Jahren? Lehrrohre, zugebaut, große Bäume? Da kann man
    > nicht einfach ne Rakete durch den Boden jagen

    Dass das ein Argument gegen FTTB/FTTH ist ist Dir bewußt?

    > > Vergleicht man die Werte mit denen der VDSL-Technik ohne Vectoring ist
    > > eine deutliche Erhöhung der Geschwindigkeit bis ca. 1200m
    > > Leitungslänge zu erwarten, [...]

    > Das glaube ich nicht

    Ich wie gesagt auch nicht unbedingt.
    > Bei meinen Eltern ist die Leitung [...]

    Einzelfallbetrachtungen sind da aber auch nicht unbedingt hilfreich. Die Foren sind voll von Diskussionen in denen erklärt wird warum Kunde A noch 25 Mbit kriegt während Kunde B in der gleichen Straße nur 6 Mbit hat.

    > > Die durchschnittliche Länge der Leitung zwischen KVz und APL(Keller)
    > > beträgt 350m.

    > Bei euch im Baugebiet, glaube ich gerne.

    Nein Bundesweit. Über alle. Du verwechselst die Länge der Leitung zum Hauptverteiler mit der Länge der Leitung zum KVz.

    >> Das wäre der Fall wenn man alle 250 m ein Haus zu versorgen hätte. Bei
    >> derart geringer Siedlungsdichte kann man aber auch gleich einen LTE-Mast
    >> stellen und sich die restliche Buddelei sparen.

    > LTE ist mit den jetzigen Tarifen bestenfalls als Frechheit zu verstehen,

    Du vermengst die Eigenschaften der Technik (LTE) mit den willkürlich geschaffenen Tarifen zur Nutzung dieser Technik. Ich habe hier LTE als Bestandteil von Magenta Hybrid und kann über den Tarif nicht meckern.

    > zudem will ich nicht wissen was passiert wenn 25 Leute zur gleichen Zeit
    > die WM 2018 in 4K Streamen wollen.

    In einer Gegend in der die Häuser mehr als 500m weit auseinander liegen? Du meine Güte, ob sich da wohl die Erde auftut und die armen Seelen verschluckt wenn die gezwungen wären auf HD zurück zu schalten oder sich gar ne Sat-Schüssel stellen? Ob sie das wohl überleben würden? Ich meine, man sollte Amnesty International mal fragen ob es mit dem Grundrecht auf leben und unversehrtheit vereinbar ist wenn man gezwungen ist seine Filme in weniger als 4k zu schauen.

    Scherz beiseite. Streaming in 4k sehe ich nicht als Grundbedarf an den ich mit Steuergeldern mitbezahlen möchte.

    >IMHO müsste JEDES Haus dn100/up50 haben bei min 400 GB/Monat

    IMHO stehst Du mit diesem Wunsch zwar nicht alleine da, aber in einer sehr kleinen Gruppe der (zahlenden) Bevölkerung. Den meisten unserer Mitmenschen ist selbst die Geschwindigkeit des ADSL-Anschlußes nicht bekannt. Foren sind nicht representativ.

  19. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: Yeeeeeeeeha 17.09.15 - 14:39

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IMHO stehst Du mit diesem Wunsch zwar nicht alleine da, aber in einer sehr
    > kleinen Gruppe der (zahlenden) Bevölkerung. Den meisten unserer Mitmenschen
    > ist selbst die Geschwindigkeit des ADSL-Anschlußes nicht bekannt. Foren
    > sind nicht representativ.

    Danke. Wenigstens einer checkt es.

    Eigentlich ist die ganze Diskussion sinnlos, denn sie ignoriert einen ganz wesentlichen Punkt:

    Es gibt einen ganzen Haufen Provider neben der Telekom. Diese könnten sich für die nötigen Investitionen sogar zusammentun, mit Geld aus einem gemeinsamen Topf Glasfasern in die Häuser legen, eine fette Werbekampagne starten (um der "zahlenden Bevölkerung" auch einzureden, dass sie das wirklich braucht / will) und von mir aus die Telekom mit ihrem rumpeligen Kupfer aus dem Markt drängen.

    (Edith sagt: Ach sieh an, es tut sich ja doch was -> [www.golem.de] Größere Telekom-Konkurrenten sind [bis auf Versatel - Kudos dafür!] natürlich wieder keine dabei, wer hätte das gedacht.)

    Tun sie aber nicht und scheinbar wollen sie das auch nicht, von regionalen Ausnahmen mal abgesehen. Stattdessen verlässt man sich weitgehend auf die Infrastruktur der Telekom und wenn etwas nicht funktioniert, ist natürlich diese schuld.

    Und warum? Noch immer mit dem Argument, dass bis vor knapp zwei Jahrzehnten (!) die Leitungen auf Kosten des Steuerzahlers verbuddelt wurden. Der sie übrigens bei der Privatisierung verkauft hat. Blöd aber auch.
    Seltsamerweise bekommen es die Konkurrenten im Mobilfunkmarkt auf die Reihe, ihre eigenen Sender auf Funktürme und Häuserdächer zu stellen, obwohl die Sender von T-Mobile bis 1996 ebenfalls auf Kosten des Steuerzahlers aufgestellt wurden.

    Und mal ganz abgesehen davon kann sich jeder von euch relativ problemlos auch die heilige Gbit-Glasfaser ins Wohnzimmer legen lassen. Nur halt nicht von 1&1 für 19,96¤ im Monat.

    Zusammengefasst kann man wohl sagen, dass sich ALLE großen Provider in Deutschland scheiße verhalten und dass wir paar Nerds daran auch sicher nichts ändern können, indem wir semi-qualifizierte Kommentare in Foren schreiben.

    (So viel nur als kleinen Realitätsabgleich, für _durchdachte_ Gegenargumente bin ich jederzeit zugänglich.)

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.15 14:44 durch Yeeeeeeeeha.

  20. Re: Totaler Schwachsinn

    Autor: Ovaron 17.09.15 - 19:29

    Yeeeeeeeeha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Danke. Wenigstens einer checkt es.

    :-)

    Nur eine Anmerkung:

    > Und warum? Noch immer mit dem Argument, dass bis vor knapp zwei Jahrzehnten
    > (!) die Leitungen auf Kosten des Steuerzahlers verbuddelt wurden.

    Dieses Märchen wird wohl noch in 100 Jahren in den Foren rumerzählt und geglaubt. Tatsächlich haben die Leitungen den Steuerzahler nicht Geld gekostet sondern Geld gebracht. Die graue Post hat jedes Jahr erhebliche Mengen in den Staatshaushalt eingebracht nachdem sie die gelbe und Blaue Post quersubventioniert hat. Die graue Post hat kein Geld vom Staat, den Steuerzahlern also, erhalten sondern lediglich ihre Einnahmen reinvestiert. Eingenommen wurde das Geld nicht von Steuerzahlern sondern von Teilnehmern unter anderem am Telefondienst.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.15 19:32 durch Ovaron.

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