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NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur

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  1. NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur

    Autor: Lekilhen 10.03.24 - 17:57

    Den DOI Agenturen das Problem vor die Füße zu werfen, ist zu kurz gedacht. IDs zu vergeben, um auf Metadaten zu referenzieren oder Metadatensätze bereitzustellen, das kann man nicht mit dem Bereitstellen der eigentlichen Ressource gleichsetzen. Archivieren heißt nicht Bereitstellen!
    Und genau darum geht es hier:

    Forschung wird in Deutschland meist projektfinanziert gefördert. Die endet in der Logik der Ministerien meist nach der Publikation als Buch.
    Forschungsdaten sind heute aber digital. Wer bezahlt die dauerhafte Bereitstellung, und zwar durchgängig?
    Selbst das dauerhafte Bereitstellen von einfachen Texten kostet dauerhaft Geld. Das bekommt man evt. irgendwie hin, aber wir reden heutzutage von hochkomplexen Datenschichten, Bildern, Visualisierungen und die absolute Nemesis: dynamische Weboberflächen, Software und sonstige aktive Datenschichten. Das alles upzudaten und mitzuschleifen ist ein riesiges Problem.

    Bund und Länder haben daher die NFDI ins Rennen geschickt. Ein Mammutprogramm, in dem in 26 Konsortien Nachhaltigkeitsstandards und eine gemeinsame Datenkultur entwickelt werden sollen.
    Siehe nfdi.de

    Aber:
    Förderung geht erstmal nur bis 2028...


    Das ist die große Frage, die



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.24 18:01 durch Lekilhen.

  2. Re: NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur

    Autor: Schaukelpferd 10.03.24 - 20:23

    Gibt denn schon irgend eine NFDI die funktionsfähig ist? Hoffe die Projektmittel werden verlängert.

  3. Re: NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur

    Autor: Lekilhen 10.03.24 - 23:36

    Schaukelpferd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gibt denn schon irgend eine NFDI die funktionsfähig ist? Hoffe die
    > Projektmittel werden verlängert.


    Viele Konsortien haben schon Services, die funktionieren. Das Programm läuft aber erst seit 2020, die letzten Konsortien wurden letztes Jahr erst bewilligt. Da gibt es ne ganze Menge bürokratischer Hemmnisse beim Aufbau...und Vereinsmeierei.
    Also das meiste ist noch im Aufbau.
    Kompliziert ist, dass die unterschiedlichen Fächer (Zoologie bis Altertumskunde) verschiedene Systeme und Daten nutzen/produzieren, so dass es keine eierlegenden Wollmilchsäue geben kann...

    Die ersten großen Dienste sind derzeit Verzeichnisse, in denen das, was produziert und genutzt wird, erstmal an zentralen Ort gesammelt wird, um es dann miteinander zu vernetzen.

    Ich denke, jetzt in 2024/25 werden die meisten dieser (Sammel-)services (prototypisch) am Start sein und die Grundlagen für mehr Vernetzung schaffen.
    Ab dann wird es spannend. Viele entwickeln auch Services, Daten dauerhaft aufzunehmen und bereitzustellen. Aber dafür wird es finanziell stabile Zusagen geben müssen von Bund und Land.
    Ich hoffe somit auch, dass es nach 2028 weitergeht. Es wäre ein großer Vorteil für De und die EU, wenn man einen großen interoperablen Forschungsraum hätte und bspw. Ingenieurinnen und Ingenieure auf geologische Daten zurückgreifen können.
    Und es wäre eine riesige Blamage, wenn DE es nicht schafft, solch ein Programm länger als 8 Jahre zu fördern. Darin liegt ja die Grundlage (und in gewisser Weise auch das Grundkapital) des wissenschaftlichen und wirtschafltichen Know Hows für eine Zukunft (pathetisch gesprochen vll. sogar für den Wohlstand).
    we will see...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.24 23:40 durch Lekilhen.

  4. Re: NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur

    Autor: Stanni 12.03.24 - 00:00

    Das ist nicht ganz richtig. Es gibt inzwischen durchaus Prototypen und erste Produktivinstanzen für domänenübergreifende Dienste, die vorhandene Daten dezentral über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung stellen. Stichwort: "Data Commons".

    Das Grundproblem ist aber wie zuvor erwähnt die Archivierung und die mangelnde Bereitschaft, diese dauerhaft zu finanzieren. Streng genommen wird dies aus Gründen des Föderalismus auch nicht aus Bundesmitteln möglich sein und deshalb wären hier eigentlich die Länder in der Pflicht.

    Die Archivierung von Texten ist dabei wirklich noch der einfachere Punkt (viele Universitätsbibliotheken bieten das inzwischen auch an), die Langzeitarchivierung von Bildern, Videos oder auch sowas wie Genom- oder Biodiversitätsdaten ist eine ganz andere Dimension. Nicht nur wegen der Menge der Daten, sondern auch, weil diese in möglichst selbstbeschreibende Formate überführt werden müssen, die auch in 100 Jahren noch leicht zu dekodieren sind, und da scheidet eigentlich fast jede Art von Kompression aus.

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