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Einige sind gleicher als andere...

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  1. Einige sind gleicher als andere...

    Autor: edison.cannon 03.10.21 - 13:45

    Tenor ist so im Allgemeinen: Unfälle passieren, und je mehr eine Technologie benutzt wird, um so eher passiert etwas. Das gilt für E-Autos bei denen Akkus brennen, und in diesem Falle eben für Windräder. Deswegen soll man sich aber nicht von den Technologien verabschieden oder diese verteufeln; es ist ein, nun, "notwendiges Übel" sozusagen. So weit, so gut. Ist ja auch logisch.

    Allerdings gilt eben diese Argumentation anscheinend niemals für eine weitere CO2 neutrale Engerie: Atomkraft.

    Kaum passiert auf der anderen Seite des Globus ein Unfall*, schon bekommt der deutsche Michel Schnappatmung und Panikattacken, und will sofort raus aus der Forschung und Technologie. Dabei ist diese Wind- und Solarstrom überlegen, da konstant. Zudem gibt es hier auch nicht wirklich viele Tsunamis.

    Trotzdem steigen wir aus Atomenergie aus. Gleichzeitig wird aber Atomstrom eingekauft werden, wenn die Lage prekär wird. Also wird das "Problem" einfach in das Ausland umgelagert. Ob dortige Kraftwerke entsprechenden Sicherheitsrichtlinien unterliegen ist ab dem Zeitpunkt egal. Daß China massiv in Atomenergie einsteigt (und wir kennen ja chinesische Qualität), stört auch keinen; und selbst wenn, was soll man machen? Den Handel mit China beenden? Viel Spaß.

    Im Endeffekt wird es so laufen, daß man diese Energieform an Länder mit geringeren Standards übergibt, sich bei Bedarf allerdings bedienen läßt und bei Störfällen sich guten Gewissens hinstellt und sagt "Deswegen sind wir ausgestiegen!".

    Verlogener geht es ja nun wirklich nicht.

    Ich bin immerhin so ehrlich und sage, ja, ich würde mir ein Micro-AKW in den Keller stellen wenn es der aktuellen Forschung und Sicherheitsstandards entspricht.

    Und bevor nun wieder diese Diskussion über Endlager für Jahrmillionen aufkommt: das ist ein grundlegender Denkfehler mit der Annahme, es gibt keinen Fortschritt. Datendichten heutiger Laufwerke waren vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar; Rohstoffe werden heute aus Erzen gewonnen, die vor Jahrzehnten als unwirtschaftlich galten.


    *) Zwei Studien der UN und des BfS zeigen übrigens keine wirklich statistisch signifikanten Auswirkungen bei Krebsfällen in Japan.

  2. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: bitshift 03.10.21 - 14:53

    edison.cannon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Allerdings gilt eben diese Argumentation anscheinend niemals für eine
    > weitere CO2 neutrale Engerie: Atomkraft.

    Weil die Folgen im Fehlerfall eben auch ungleich katastrophaler (und vorallem: langfristiger) sind.

    Beispiel: Es ergibt auch Sinn, dass Fahrräder weniger reguliert (kein Nummernschild, kein TüV): Wenn ein Unfall passiert sind die Folgen im Allgemeinen potentiell einfach deutlich weniger krass für viele Menschen (wer kennt sie nicht: die vielen Toten nach illegalen Radrennen ^^).

    Insofern ist es absolut selbstverständlich, dass Atomkraft anders behandelt wird. Und das sage ich als jemand, der grundsätzlich eher atomkraftfreundlich ist.

  3. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Cerdo 03.10.21 - 15:07

    edison.cannon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Allerdings gilt eben diese Argumentation anscheinend niemals für eine
    > weitere CO2 neutrale Engerie: Atomkraft.
    Atomkraft ist nicht CO2-Neutral. Selbst Solar- und Windenergie sind das nicht. Es wird nur weniger freigesetzt, als bei anderen Quellen.

    > Dabei ist diese Wind- und Solarstrom
    > überlegen, da konstant.
    Und vor allem auch konstant viel teurer als alle anderen genutzten Energiequellen.
    Die teuerste regenerative Energiequelle (Offshore-Wind) kostet aktuell mit Folgekosten rund 11 Cent pro kWh. Die billigsten modernen AKW kosten 13 Cent pro kWh - und das ohne Folgekosten (die bis zu 21 Cent zusätzlich ausmachen können).

    Also ja: kurzfristig könnten wir mit Atomstrom relativ viel CO2 einsparen. Nur wäre das so teuer, dass wir uns dann die Energiewende nicht mehr leisten können.

    Atomkraft ist wie Kommunismus: in der Theorie ne gute Sache, aber in der Praxis einfach nicht machbar.
    Wenn ein Windrad umkippt sterben höchstens ein paar Menschen. Blöd, aber verkraftbar. Im Vergleich zu den zwei GAU ist das vernachlässigbar.

    > Im Endeffekt wird es so laufen, daß man diese Energieform an Länder mit geringeren Standards übergibt
    Da wir keinen Strom importieren ist das für uns relativ egal. Irgendwo muss man andere auch Ihre eigenen Fehler machen lassen.

    Was sollen wir denn sonst tun? Die KWU gibt es nicht mehr, man könnte höchstens noch Framatome einstampfen. Das wird aber rechtlich nicht möglich sein.

    > *) Zwei Studien der UN und des BfS zeigen übrigens keine wirklich statistisch signifikanten Auswirkungen bei Krebsfällen in Japan.
    Hast Du da ne Quelle? Ich bezweifle das stark.

  4. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: smonkey 03.10.21 - 15:13

    Nun es spielt bei einer objektiven Betrachtung eben einen erheblichen Unterschied, ob im Worst-Case Fall ein paar Teile runterfallen und ein paar Quadratmeter Waldboden vermüllen oder ob riesige Flächen kontaminiert und auf Jahrzehnte unbewohnbar werden. Von Strahlungsschäden ganz zu schweigen.

    Es gibt kaum Argumente für Atomkraft:
    - die Energiegestehungskosten sind höher als von Erneuerbaren
    - spaltbares Material ist eine in sinnvoll abbaubarem Maß in absehbarer Zeit endliche Ressource
    - das Endlagerproblem lässt sich nicht durch "Technologie" einfach so lösen und stellt nach wie vor eine immense Herausforderung dar
    - Kernkraft ist auch nur schwer regelbar
    - Auch Gen III / Gen III+ Reaktoren sind heute überwiegend Milliardengräbe, siehe Hinkley Point oder Olkiluoto und das trotz jahrzehntelanger Entwicklung. Welche Hoffnung soll man da in "Technologie" in Form von Gen IV Reaktoren stellen ins Besondere in welchen zeitlichen Horizont?

  5. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: gaciju 03.10.21 - 15:44

    Das alles wird nicht wahrer je oefter es wiederholt wird. Richtigstellungen gibt es zur Genuege.


    > Ich bin immerhin so ehrlich und sage, ja, ich würde mir ein Micro-AKW in
    > den Keller stellen wenn es der aktuellen Forschung und Sicherheitsstandards
    > entspricht.

    Kannst ja den Standort anbieten und Investoren suchen. Viel Erfolg.

  6. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: edison.cannon 03.10.21 - 16:31

    bitshift schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Insofern ist es absolut selbstverständlich, dass Atomkraft anders behandelt wird.
    Strikter behandelt, gerne. Aber alles vom Tisch wischen weil mal was passiert ist, ist falsch.


    Cerdo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Atomkraft ist nicht CO2-Neutral. Selbst Solar- und Windenergie sind das nicht.
    Gut, d'accord. Wird halt immer so proklamiert.

    > Und vor allem auch konstant viel teurer als alle anderen genutzten Energiequellen.
    Aber was bringt billiger Strom, der nicht immer verfügbar ist? Ist wie mit Regenwasser: bekommt man kostenlos, man muß halt nur mit dem Duschen warten können.
    Grüne Energie muß ja dann _immer_ den Bedarf decken. Wenn man liest, "Gestern hätte Solar+Wind den Sromverbrauch in D 100% decken können", frage ich mich, "und an den 365-x anderen Tagen?".
    Ergo bringt es mir nichts wenn mir jemand sagt: "Tjo, kostet nur die Hälfte. Dafür nicht immer verfügbar".

    > Da wir keinen Strom importieren ist das für uns relativ egal.
    Aber wie lange noch? Wenn ich mir die Zahlen so ansehe, geht es steil nach oben mit den Importen:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153533/umfrage/stromimportsaldo-von-deutschland-seit-1990/
    Btw, ich meinte die Zeit nach der Abschaltung von Kohle&AKW; und mit der Forcierung auf E-Mobilität wird der Bedarf weiter steigen.

    > Hast Du da ne Quelle? Ich bezweifle das stark.
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/121871/UN-Report-Strahlenschaeden-durch-Fukushima-statistisch-nicht-belegbar
    https://www.bfs.de/DE/themen/ion/notfallschutz/notfall/fukushima/gesundheitsfolgen.html


    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt kaum Argumente für Atomkraft
    Es ist eine Abwägungssache. Ich denke, niemand stellt ein AKW irgendwo aus Jux und Tollerei hin. Genausowenig wie Wind- und Solarparks. Man _braucht_ den Strom.
    Solange regenerative Quellen nicht 24/7/365 den Strombedarf decken können, braucht es eben weitere Technologien.

    > Auch Gen III / Gen III+ Reaktoren sind heute überwiegend Milliardengräbe,
    Der Großteil von Forschung und Entwicklung sind nur Geldgräber. Aber es geht um den Erkenntnisgewinn. Ja, manchmal verbrennt man Geld & Resourcen, nur um zu scheitern und daraus zu lernen. Aber das gehört eben dazu. Wie schon Edison sagte: "I have not failed. I've just found 10,000 ways that won't work." Und auch seine Wege waren nicht umsonst.
    Dennoch wird anderorts wohl Potential gesehen, denn China startet ja mit Thorium-Flüssigsalzreaktoren.


    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kannst ja den Standort anbieten und Investoren suchen. Viel Erfolg.
    Wie gesagt, ich hätte kein Problem damit. Bloß wird auf absehbare Zeit das kaum eine Genehmigung bekommen.

  7. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: smonkey 03.10.21 - 16:47

    edison.cannon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > smonkey schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Solange regenerative Quellen nicht 24/7/365 den Strombedarf decken können,
    > braucht es eben weitere Technologien.

    Warum dann nicht günstigere, nicht endliche Quellen nutzen, die zu dem noch günstiger und weitaus weniger potential gefährlich und ohne unkalkulierbare Langzeitrisiken sind?

    > > Auch Gen III / Gen III+ Reaktoren sind heute überwiegend Milliardengräbe,
    >
    > Der Großteil von Forschung und Entwicklung sind nur Geldgräber. Aber es
    > geht um den Erkenntnisgewinn. Ja, manchmal verbrennt man Geld & Resourcen,
    > nur um zu scheitern und daraus zu lernen. Aber das gehört eben dazu. Wie
    > schon Edison sagte: "I have not failed. I've just found 10,000 ways that
    > won't work." Und auch seine Wege waren nicht umsonst.
    > Dennoch wird anderorts wohl Potential gesehen, denn China startet ja mit
    > Thorium-Flüssigsalzreaktoren.

    Schön und gut, nur dass es bei den genannten AKWs eben nicht um Forschungseinrichtungen geht sondern um Erweiterungen bestehender kommerzieller Kraftwerke um ein fertig entwickelten Reaktor (EPR).

  8. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Sniperschorsch 03.10.21 - 18:10

    I.d.R. ist der Abfall von AKWs das große Problem, vom Transport bis Verarbeitung, Zwischen und Endlagerung.
    Die Kosten dafür über zig Jahre werden ja kaum eingerechnet. Staatliche damit massivst geförderte Technologie, früher weil es immer auch gleichzeitig auch Einstiegsmöglickeit in die militärische Nutzung war.
    Ebenso sind die Kosten der wenigen GAUs enorm über Jahrzehnte.

    Also Strahlenschäden sind das eine, aber die Folgekosten+Schäden das andere. Das wird nur schlimmer je mehr AKW ich umso länger betreibe.

  9. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: edison.cannon 03.10.21 - 19:44

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum dann nicht günstigere, nicht endliche Quellen nutzen, die zu dem noch günstiger
    > und weitaus weniger potential gefährlich und ohne unkalkulierbare Langzeitrisiken sind?
    Ich zitiere mich selbst: "Solange regenerative Quellen nicht 24/7/365 den Strombedarf decken können, braucht es eben weitere Technologien." Funktionierende AKWs abzuschalten bevor das der Fall ist, ist, mit Verlaub, hirnrissig.

    Aktuell sind wir bei etwa der Hälfte des Bedarfs:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/779784/umfrage/monatlicher-anteil-erneuerbarer-energien-an-der-stromerzeugung-in-deutschland/

    Eigentlich ist es sogar rückläufig:
    "Die stärksten relativen Rückgänge erfuhren Windkraft (-32,8 Prozent) und Wasserkraft (-23,9 Prozent), die Solarstrom-Erzeugung ging um 6,1 Prozent zurück. Dagegen stieg die Stromerzeugung aus Gas um 46,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, Braunkohle legt um 33,4 Prozent, Steinkohle um 21 Prozent zu."
    https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/news/2021/nettostromerzeugung-im-1-quartal-2021-anteil-der-erneuerbaren-energien-im-jahresvergleich-gesunken.html

    Hervorzuheben ist aber das hier: "Der Rückgang der Stromerzeugung aus Windkraft war witterungsbedingt.". Das ist das Kernproblem: man kann es nicht beeinflussen. Da bricht einfach mal so ein Drittel der Leistung weg und es gibt keinen Regler, an dem man drehen kann.


    Sniperschorsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > I.d.R. ist der Abfall von AKWs das große Problem, vom Transport bis Verarbeitung,
    > Zwischen und Endlagerung.
    Und da bin ich eben der Überzeugung daß genau hier die Forschung ansetzen sollte. Das was heute Abfall ist, könnte in ein paar Jahrzehnten Rohstoff sein.

  10. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Cerdo 03.10.21 - 19:55

    edison.cannon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------.
    > Aber was bringt billiger Strom, der nicht immer verfügbar ist? Ist wie mit
    > Regenwasser: bekommt man kostenlos, man muß halt nur mit dem Duschen warten
    > können.
    > Grüne Energie muß ja dann _immer_ den Bedarf decken. Wenn man liest,
    > "Gestern hätte Solar+Wind den Sromverbrauch in D 100% decken können", frage
    > ich mich, "und an den 365-x anderen Tagen?".
    > Ergo bringt es mir nichts wenn mir jemand sagt: "Tjo, kostet nur die
    > Hälfte. Dafür nicht immer verfügbar".
    >
    > > Da wir keinen Strom importieren ist das für uns relativ egal.
    > Aber wie lange noch? Wenn ich mir die Zahlen so ansehe, geht es steil nach
    > oben mit den Importen:
    > de.statista.com
    > Btw, ich meinte die Zeit nach der Abschaltung von Kohle&AKW; und mit der
    > Forcierung auf E-Mobilität wird der Bedarf weiter steigen.
    Ja, das ist durchaus richtig. Die Frage ist eben: worauf konzentrieren wir uns? Ich bin kein prinzipieller Atomkraftgegner. Die bestehenden Kraftwerke könnte man meiner Meinung nach so lange benutzen, wie es ursprünglich geplant war. Länger sind sie einfach nicht wirtschaftlich. Irgendwann muss man auch einfach einsehen, dass Atomstrom (entgegen der Hoffnungen und Versprechen) nie wirtschaftlich war.

    Und bis dahin eben die Speicher ausbauen. Da gibt es beispielsweise recht vielversprechend klingende Konzepte, alte Kohlekraftwerke zu Wärmespeichern umzubauen.

    Gleichzeitig müsste man auch in Projekte wie Desertec investieren und in Regionen Solarstrom erzeugen, in denen auch die Sonne scheint. Oder Wasserkraftwerke (auch Pumpspeicher) in Skandinavien bauen.
    Da muss man global denken und nicht immer nur auf "uns in Deutschland/der EU" schauen. Wenn die EU für Wüstenstrom einen angemessen Preis zahlt und die lokale Bevölkerung auch davon profitiert, haben es Extremisten und korrupte Regierungen viel schwerer, so ein Projekt wie Desertec zu verhindern. Eben weil es eine Win-Win-Situation für beide Regionen wäre.
    Und warum nicht den Wüstenstrom in Finnland speichern?

    > > Hast Du da ne Quelle? Ich bezweifle das stark.
    > www.aerzteblatt.de
    > www.bfs.de
    Das ist tatsächlich unerwartet, wie klein die kurzzeitigen Folgen sind. Langfristig gibt es aber auch ein extrem (Zitat BFS):
    > Für Mädchen, die zum Zeitpunkt des Unfalls ein Jahr alt waren, ist das lebenslange Schilddrüsenkrebsrisiko um bis zu 70 Prozent erhöht im Vergleich zur spontanen Krebsrate.
    Wie stark die Auswirkungen dann wirklich waren, wird sich in 60 Jahren zeigen.

    Japan hat da natürlich den Vorteil, dass es nunmal eine Insel ist (was bzgl. des Tsunamis auch ein Nachteil war): in der Umgebung hat das Meer das meiste weg gespült.
    Wenn in Frankreich ein Reaktor schmilzt möchte ich trotzdem nicht in Windrichtung leben. Die meisten von uns tun aber genau das.
    Die Frage ist leider nicht ob es einen weiteren GAU geben wird, sondern nur wann und wo.

  11. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: smonkey 03.10.21 - 20:29

    Und was möchtest Du mir damit sagen? Glaubst die Kernspaltung kann man einfach so nach Bedarf starten und stoppen? Wir brauchen mit oder ohne Kernenergie Speichermöglichkeiten. Atomkraft bringt uns dahingehend also kein Stück weiter. Da es Risikobehafteter, teurer und endlich ist, sehe ich also keinerlei Vorteil finanzielle Mittel darin zu vergeuden statt diese gleich in zukunftsfähige erneuerbare Energien mit entsprechenden Speichermöglichkeiten zu stecken.

  12. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Niaxa 03.10.21 - 22:43

    Na ich hoffe du protestiert auch kräftig gegen Cern. Stell dir vor die könnten morgen Antimaterie ausreichend erzeugen. Lass von dem geilen scheiß mal ne Tonne auf den Boden fallen xD.

    Sry Atomkraft ist beherrschbar und in DE völlig unbedenklich. Und wie z.B. der TE sagt... es ist Schwachsinn kräftig Atomstrom einzukaufen, um ihn selbst nicht erzeugen zu müssen. Was dämlicher kannst dir gar nicht ausdenken.

    Iss kein Fleisch!!! Warum???? WEIL BÖSE und Tote Tiere und so!!! Auch Quatsch, bei mir geht das klar, bei mir töten die anderen die Tiere xD.

  13. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Valanx 04.10.21 - 07:11

    Das war jetzt n Witz oder?

  14. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: smonkey 04.10.21 - 07:24

    Valanx schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das war jetzt n Witz oder?

    Da wäre ich mir nicht mehr so sicher.

  15. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Cerdo 04.10.21 - 08:06

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na ich hoffe du protestiert auch kräftig gegen Cern. Stell dir vor die
    > könnten morgen Antimaterie ausreichend erzeugen. Lass von dem geilen scheiß
    > mal ne Tonne auf den Boden fallen xD.
    Ja, die stellen im Cern Antimaterie her und lagern sie in alten Stahlfässern...

    > Sry Atomkraft ist beherrschbar und in DE völlig unbedenklich.
    Das haben sie vor Tschernobyl auch gesagt. Und vor Fukushima auch.
    Weißt du, was sie nach 9/11 gesagt haben? Kein Atomkraftwerk ist gegen einen Flugzeugabsturz gewappnet. Und auch nicht zu 100 % gegen (menschliches) Versagen.

    > Und wie z.B.
    > der TE sagt... es ist Schwachsinn kräftig Atomstrom einzukaufen, um ihn
    > selbst nicht erzeugen zu müssen. Was dämlicher kannst dir gar nicht
    > ausdenken.
    Wer macht das? Deutschland ganz sicher nicht. Wir haben aktuell ca. 10 % Überschuss und 11 % des hier erzeugten Stroms kommen aus Atomkraft.

  16. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: Quantium40 04.10.21 - 14:45

    Niaxa schrieb:
    > Na ich hoffe du protestiert auch kräftig gegen Cern. Stell dir vor die
    > könnten morgen Antimaterie ausreichend erzeugen. Lass von dem geilen scheiß
    > mal ne Tonne auf den Boden fallen xD.

    Für eine Tonne Antimaterie müsste Cern aber noch ein paar Jahre arbeiten.
    Bislang hat die Menschheit insgesamt eher so im Bereich von 15 Nanogramm Antimaterie erzeugt, wobei der Großteil binnen Sekundenbruchteilen annihilierte.
    2011 lag der Rekord bei ca. 16 Minuten Speicherdauer für ganze 309 Atome Antiwasserstoff bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes und extrem starken Magnetfeldern.

    Zudem wäre der Energiebedarf für die Herstellung einer Tonne Antimaterie astronomisch hoch.
    Für 1g Antimaterie würde man ca. 25 Millionen TWh Energie benötigen. Zum Vergleich - Deutschland produziert pro Jahr um die 600 TWh Strom. 1t Antimaterie wären demzufolge etwa die Jahresenergieproduktion von Deutschland mal 41,67 Milliarden.
    Wenn wir irgendwann mal im Stande sind, soviel Strom zu erzeugen, sollten wir technisch kein Problem mehr damit haben, die Annihilation von 1t Antimaterie einzudämmen.

  17. Re: Einige sind gleicher als andere...

    Autor: edison.cannon 04.10.21 - 14:59

    Cerdo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------.
    > Und warum nicht den Wüstenstrom in Finnland speichern?
    Vielleicht wegen der Leitungsverluste?

    Allerdings bin ich der Meinung, daß es einiges gibt, wo man sich nicht abhängig machen sollte. Klar, heute ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Aber das muß nicht so bleiben. Wie schnell sich mal was ändern kann, hat man kürzlich in Afghanistan gesehen.
    Wie toll Abhängigkeiten sind hat man ja gesehen: wir waren noch nicht mal in der Lage, selber FFP2 Masken herzustellen. Und dann ist da noch die aktuelle Chipkrise.

    Es ist ja auch nicht so, daß Regenerative per se gefahrlos sind. Man muß ehrlich sein und die Risiken gegenüberstellen. So braucht es zB Dämme für Wasserkraftwerke oder Pumpspeicher um Schwankungen auszugleichen. Nun werden aber seit Jahren schon solche Anlagen kritisch betrachtet:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sichuan-katastrophe-staudamm-koennte-beben-gestartet-haben-a-605648.html
    https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/umwelt/stauseen-loesen-erdbeben/

    Klar, es wäre zu einfach, die 70.000 Tote und die 5 Millionen Obdachlose allein der Wasserkraft anzulasten. Aber eine Teilschuld scheint wahrscheinlich. Auch bei dem Abbruch im Himalaya in Indien Anfang des Jahres werden die dortigen Dämme nun kritischer betrachtet.

    > Wie stark die Auswirkungen dann wirklich waren, wird sich in 60 Jahren zeigen.
    Die 70% sind in der Tat ein ganz schöner Ausreißer, aber ohne die normale Risikozahl als Bezug leider relativ aussagelos.


    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------.
    > Glaubst die Kernspaltung kann man einfach so nach Bedarf starten und stoppen?
    Äh, ja? Man kann Reaktoren rauf- und runterfahren.
    Oder glaubst Du, man schaufelt einfach eine Menge Material rein und hofft das es schon so in etwa passt?


    Cerdo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das haben sie vor Tschernobyl auch gesagt. Und vor Fukushima auch.
    Unfälle passieren, so banal wie es klingt. Es sind auch Flugzeuge vom Himmel gefallen, weil Sensoren vereist sind. Trotzdem wird weiter geflogen. Fliegen mag sicher sein, aber nicht zu 100%. Genau diese 100% Sicherheitswahn sind ein ziemlich deutsches Problem.
    Und mal ganz provokant gefragt: was für Auswirkungen hatten Tschernobyl und Fukushima so ganz direkt auf Dich persönlich? Beim Resourcenabbau für zB Akkus sterben auch Menschen, und ganze Landstriche werden vernichtet. Das juckt doch auch kaum einen.

    > Weißt du, was sie nach 9/11 gesagt haben? Kein Atomkraftwerk ist gegen einen
    > Flugzeugabsturz gewappnet. Und auch nicht zu 100 % gegen (menschliches) Versagen.
    Und Wolkenkratzer sind erwiesenermaßen nicht sicher. Discos wie Bataclan waren auch nicht sicher. Weihnachtsmärkte auch nicht. Also schaffen wir das alles ab? Wenn Du mit "aber Terroristen!" argumentieren mußt, ist das Eis schon dünn.

    > Wer macht das? Deutschland ganz sicher nicht. Wir haben aktuell ca. 10 % Überschuss und 11 % des hier erzeugten Stroms kommen aus Atomkraft.
    Ganz sicher machen wir das. Strom ist Handelsware, wird gekauft und verkauft. Übrigens sind es 16,8%, keine 11%. Oben habe ich auch schon verlinkt, wie rapide die Exporte zurückgehen.

    "Die importierte Strommenge ist im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum 1. Quartal 2020 um 18,4 % auf 12,2 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Die Stromimporte aus der Tschechischen Republik stiegen mit +220 % am stärksten, dagegen gingen die Importe aus Frankreich mit -44,7 % deutlich zurück."
    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/06/PD21_275_43312.html

    Und in der Tschechische Republik ist der Mix nur ganz wenig grün:
    https://www.energiefirmen.de/energie/erzeugung/strom-tschechische-rebuplik

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