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  5. › Windenergie: Wie umweltfreundlich…

Nun ja

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  1. Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 15:10

    Nicht so umweltfreundlich und auch nicht so effizient (wegen der viel höheren Bau- und Wartungskosten) wie die auf Land, selbst unter Berücksichtigung eines höheren (Jahres-)Ertrages. Wurden ja schließlich auch viel höher gefördert, als Onshore.

    Darüber könnte man jetzt aber lange diskutieren. Hinzu kommen ja noch die Kosten für die Stromtrassen nach Süddeutschland. Dort einfach entsprechend viele Windkraft-Anlagen zu bauen, wäre der bessere, effizientere Weg gewesen, als fast ausschließlich im Norden und dort viel Offshore. Warum? Ganz einfach: weil alleine der Bau der Stromtrassen in etwa so viel kostet, wie die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung bei heutigen Errichtungskosten, Erstere aber nicht eine kWh Strom selbst produziert. Der Mehrertrag von Anlagen im Norden oder auf See ist also bereits auf den ersten Blick komplett irrelevant.

  2. Re: Nun ja

    Autor: TrollNo1 10.07.18 - 15:33

    Wir können ja den Bodensee zupflastern :D

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  3. Re: Nun ja

    Autor: Sarkastius 10.07.18 - 15:55

    osolemio84 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht so umweltfreundlich und auch nicht so effizient (wegen der viel
    > höheren Bau- und Wartungskosten) wie die auf Land, selbst unter
    > Berücksichtigung eines höheren (Jahres-)Ertrages. Wurden ja schließlich
    > auch viel höher gefördert, als Onshore.
    >
    > Darüber könnte man jetzt aber lange diskutieren. Hinzu kommen ja noch die
    > Kosten für die Stromtrassen nach Süddeutschland. Dort einfach entsprechend
    > viele Windkraft-Anlagen zu bauen, wäre der bessere, effizientere Weg
    > gewesen, als fast ausschließlich im Norden und dort viel Offshore. Warum?
    > Ganz einfach: weil alleine der Bau der Stromtrassen in etwa so viel kostet,
    > wie die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung bei heutigen
    > Errichtungskosten, Erstere aber nicht eine kWh Strom selbst produziert. Der
    > Mehrertrag von Anlagen im Norden oder auf See ist also bereits auf den
    > ersten Blick komplett irrelevant.

    Ich würde mal behaupten das im Meer der Wind konstanter ist. Das solltest du mit Zwischenspeicherösungen mal gegen rechnen.

  4. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 17:18

    TrollNo1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir können ja den Bodensee zupflastern :D

    Wozu? Dezentral angeordnet machen die WKAs am meisten Sinn. Also vor jedem Städtchen ein paar.

  5. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 17:25

    Sarkastius schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemio84 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nicht so umweltfreundlich und auch nicht so effizient (wegen der viel
    > > höheren Bau- und Wartungskosten) wie die auf Land, selbst unter
    > > Berücksichtigung eines höheren (Jahres-)Ertrages. Wurden ja schließlich
    > > auch viel höher gefördert, als Onshore.
    > >
    > > Darüber könnte man jetzt aber lange diskutieren. Hinzu kommen ja noch
    > die
    > > Kosten für die Stromtrassen nach Süddeutschland. Dort einfach
    > entsprechend
    > > viele Windkraft-Anlagen zu bauen, wäre der bessere, effizientere Weg
    > > gewesen, als fast ausschließlich im Norden und dort viel Offshore.
    > Warum?
    > > Ganz einfach: weil alleine der Bau der Stromtrassen in etwa so viel
    > kostet,
    > > wie die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung bei
    > heutigen
    > > Errichtungskosten, Erstere aber nicht eine kWh Strom selbst produziert.
    > Der
    > > Mehrertrag von Anlagen im Norden oder auf See ist also bereits auf den
    > > ersten Blick komplett irrelevant.
    >
    > Ich würde mal behaupten das im Meer der Wind konstanter ist. Das solltest
    > du mit Zwischenspeicherösungen mal gegen rechnen.

    Ist er, aber eben auch nicht 100% konstant. Windräder in Bayern (wenn denn) werden mit ziemlich hohen Nabenhöhen errichtet. So viel nimmt sich das entgegen landläufiger Meinung nicht. Letzten Endes überträgt sich die Windenergie ganz von alleine eben doch viel günstiger, als mittels Stromtrassen.

    Dazu kommt wie bereits erwähnt, dass die Errichtung und Instandhaltung von Windrädern im Meer gut das Doppelte kostet, als direkt vor dem Meer - wenn wir mal bei küstennahen Standorten bleiben wollen. Der Mehrertrag (und auch nicht die Konstanz) holt diese Kostendifferenz nie wieder rein.

    Grundsätzlich hast du aber Recht: je besser Verbrauch und Erzeugung zusammenpassen (an beidem kann man drehen), desto weniger muss in Speicherkapazitäten investiert werden. Überschüssigen Windstrom speichert man (über längere Zeit) übrigens am effizientesten mittels Power2Gas, nicht in Batterien.

  6. Re: Nun ja

    Autor: hle.ogr 10.07.18 - 18:10

    Im Süden gibt es aber noch Alternativen, umweltfreundlichen Strom zu erzeugen. gerade Wasserkraft könnte dort noch viel mehr genutzt werden, was im Norden nicht möglich ist. Was ist eigentlich aus den Gezeitenkraftwerken geworden?

  7. Re: Nun ja

    Autor: Eheran 10.07.18 - 18:23

    >Ganz einfach: weil alleine der Bau der Stromtrassen in etwa so viel kostet, wie die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung
    Wie kommt man auf diese Aussage?

  8. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 19:02

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Ganz einfach: weil alleine der Bau der Stromtrassen in etwa so viel
    > kostet, wie die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung
    > Wie kommt man auf diese Aussage?

    Indem man sie berechnet? Die Daten hierfür stehen zur Verfügung, die Kosten der Stromtrassen habe ich mit 20 Milliarden Euro angenommen, vermutlich werden diese aber noch steigen. Die aktuellen, durchschnittlichen Errichtungskosten für WKAs auch [EDIT: sind auch bekannt, war gemeint, sinken aber eher]. Übrigens hast du meine Aussage gekürzt wiedergegeben und das Zitat dadurch stark verfälscht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.18 19:11 durch osolemio84.

  9. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 19:07

    hle.ogr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Süden gibt es aber noch Alternativen, umweltfreundlichen Strom zu
    > erzeugen. gerade Wasserkraft könnte dort noch viel mehr genutzt werden, was
    > im Norden nicht möglich ist. Was ist eigentlich aus den Gezeitenkraftwerken
    > geworden?

    Im Süden gibt es (wie auch im Norden) jede Menge Sonneneinstrahlung. Das macht Windkraft als zentralen Bestandteil einer (dezentralen) erneuerbaren Energieversorgung aber nicht weniger wichtig. Wasserkraft ist (in seiner Konstanz) natürlich toll, aber in Süddeutschland meines Wissens längst weitestgehend ausgeschöpft - und das bereits seit Jahrzehnten. Schließlich kann man Bäche und Flüsse nicht beliebig verlangsamen, vom Artenschutz (Fische, etc.) einmal abgesehen.

    Gezeitenkraftwerke wiederum hast du wieder nur im Norden (Deutschlands), keine Ahnung wie hier der aktuelle Planungsstand dazu ist. Italien möchte diese aber zukünftig verstärkt einsetzen.

  10. Re: Nun ja

    Autor: Eheran 10.07.18 - 22:33

    Dann immer her mit der Berechnung.

    Ich habe das Zitat "stark verfälscht", weil ich "bei heutigen Errichtungskosten" (und was sonst noch so da stand) weg gelassen habe? Du hast also die Inflation und die sich über die Jahre ändernden Kosten der Windkraftanlagen (und Stromtrassen) entsprechend in deine Berechnung einbezogen und weißt daher, dass das Ergebnis fundamental anders ist? Dann will ich diese Berechnung noch viel mehr sehen.

  11. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 10.07.18 - 23:00

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann immer her mit der Berechnung.
    >
    > Ich habe das Zitat "stark verfälscht", weil ich "bei heutigen
    > Errichtungskosten" (und was sonst noch so da stand) weg gelassen habe? Du
    > hast also die Inflation und die sich über die Jahre ändernden Kosten der
    > Windkraftanlagen (und Stromtrassen) entsprechend in deine Berechnung
    > einbezogen und weißt daher, dass das Ergebnis fundamental anders ist? Dann
    > will ich diese Berechnung noch viel mehr sehen.

    Berechne doch erst einmal selbst und dann reden wir weiter. Es handelt sich um Daten, die in keinen 5 Minuten zu recherchieren sind. Natürlich gehe ich von heutigen Errichtungskosten aus und nicht davon, was die Windkraftanlagen zum Teil mal vor Jahrzehnten gekostet haben. Die Stromtrassen sollen ja auch schließlich "heute" gebaut werden. Klar können bereit verstärkt im Norden und viel zu wenig dezentral aufgestellte Windkraftanlagen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber für die veranschlagten 20+ Milliarden Euro, die die Stromtrassen kosten sollen könnte man eben beispielsweise (vorwiegend) in Süddeutschland nochmal so viele Megawatt(Peak) an Windkraft installieren, wie bislang etwa deutschlandweit installiert sind. Wenn dies dezentral genug geschieht, dann brauchen wir auch die Stromtrassen nicht.

  12. Re: Nun ja

    Autor: Eheran 11.07.18 - 00:30

    Bei 800'000¤/MW installierter Leistung entsprechen 20 milliarden ¤ dann 25'000MW = 25GW.
    Die installierte Leistung beträgt ~50GW onshore und 5,4GW offshore. Macht also ~54GW insgesammt.
    Das waren jetzt etwa 60s suchen + 120s tippen.

    Jetzt her mit der Rechnung statt immer nur auszuweichen.

  13. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 11.07.18 - 08:47

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei 800'000¤/MW installierter Leistung entsprechen 20 milliarden ¤ dann
    > 25'000MW = 25GW.
    > Die installierte Leistung beträgt ~50GW onshore und 5,4GW offshore. Macht
    > also ~54GW insgesammt.
    > Das waren jetzt etwa 60s suchen + 120s tippen.
    >
    > Jetzt her mit der Rechnung statt immer nur auszuweichen.

    Zugegeben, ich habe die Rechnung bereits vor mittlerweile 6 Jahren aufgemacht, mir war gar nicht bewusst dass in der Zwischenzeit doch so viel zugebaut wurde. Aber leider vorwiegend wieder genau an denselben, falschen Stellen, während in Bayern "dank" Seehofer die 10h-Regelung gilt was die Stromtrassen nun leider erst Recht erforderlich macht.

    Man muss dazu aber auch sagen, dass bereits 2004 der Preis bei etwa 890.000¤/MWp war und man heute je nach Anlagentyp bis auf etwa 600.000¤/MWp runterkommt.

    So oder so, die Rechnung zeigt anschaulich, wie wenig die Installation von Windkraftanlagen eigentlich kostet und wie viel im Vergleich die Errichtung von Stromtrassen, die darüber hinaus begrenzte Übertragungskapazitäten haben. Im Norden Überkapazitäten schaffen, um den Strom dann aufwendig und teuer genug Süden zu transferieren, macht gesamt- bzw. volkswirtschaftlich wenig Sinn.

    In dem Fall ist jedoch die (eigentlich aus guten Gründen vorgenommene) Trennung von Energieversorger (die oft auch Anlagenbetreiber und Besitzer von WKAs sind) und Netzbetreiber problematisch: kalkuliert werden WKAs, ohne entsprechende Übertragungskapazitäten zu berücksichtigen. Letztere wiederum begründen das Geschäftsmodell der Netzbetreiber und werden dem Stromkunden gesondert in Rechnung gestellt, ob er nun möchte oder nicht und ob diese nun wirtschaftlich sinnvoll sind oder nicht.

  14. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 11.07.18 - 09:14

    Übrigens sind wir offenbar mittlerweile bereits bei gut den doppelten Kosten, siehe:

    http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/netzbetreiber-50-milliarden-euro-fuer-stromleitungsausbau-bis-2030-14808264.amp.html

    "Der Ausbau des überregionalen Stromleitungsnetzes als Folge der Energiewende kostet bis 2030 um die 50 Milliarden Euro. Das prognostizieren die vier Netzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und TransnetBW in ihrem am Dienstag der Bundesnetzagentur vorgelegten Entwurf zum Netzentwicklungsplan. Dabei beziffern sie die Kosten für den Netzausbau an Land auf 34 bis 36 Milliarden Euro.

    In der letzten Analyse hatten sie 27 bis 34 Milliarden Euro kalkuliert. Zu den Ausbaukosten an Land kommen die für den Anschluss der Meereswindparks in Nord- und Ostsee hinzu. Die belaufen sich laut Netzbetreibern bis 2030 auf 15 Milliarden Euro und bis 2035 auf 22 Milliarden Euro."

    Sorry, aber das macht so einfach keinen Sinn. Dass man für dasselbe Geld einfach die Windkraft-Kapazität verdoppeln und verstärkt in den Süden legen könnte, ist nur eine theoretische Überlegung.

    Wäre man die Erneuerbare Energieversorgung überlegt genug angegangen und hätte man insbesondere Solarparks und Windkraftanlagen möglichst dezentral, sprich verteilt und nahe den Verbrauchern errichtet, bräuchten wir nämlich gar keine Nachrüstung des Stromnetzes, im Gegenteil.

    Mal ein simpler Vergleich: würden alle nur noch HomeOffice arbeiten, bräuchten wir schließlich auch nicht (noch) mehr Straßen, sondern weniger. Genauso und nicht anders ist es bei den Erneuerbaren Energien. Auch Ertragsspitzen würden lokal viel besser abgefangen, als zentral, es wären also nur noch vergleichsweise wenige überregionale Übertragungskapazitäten von Nöten.

  15. Re: Nun ja

    Autor: friespeace 11.07.18 - 23:14

    osolemio84 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > >

    > Stellen, während in Bayern "dank" Seehofer die 10h
    > Man muss dazu aber auch sagen, dass bereits 2004 der Preis bei etwa
    > 890.000¤/MWp war und man heute je nach Anlagentyp bis auf etwa 600.000¤/MWp
    > runterkommt.
    >
    >
    Bitte nicht Photovoltaik und Wind verwechseln. MWp ist eine nur in der PV genutzte Einheit, da dort der Generator meist deutlich überdimensioniert im Vergleich zum Umrichter ist.
    Und auch wenn 600¤/kWp dort inzwischen realistisch sein können, in der Windkraft ist das noch nicht der Fall, trotz des extremen Preisverfalls der letzten Jahre.
    Die Einheit ¤/MW mag übrigens sehr griffig sein und wird auch in der Branche begeistert genutzt - angesichts immer weiter steigender Rotordurchmesser und Nabenhöhen sind die Kosten pro Generatornennleistung aber eher eine unglückliche Größe.

    Sinnvoll ist ¤/MWh an einem Referenzstandort. Und dann stimmt es auch, dass PV und Wind inzwischen fast identisch Stromgestehungskosten haben - obwohl Windenergie in ¤/MW komplett errichtet sicherlich noch eher bei 1000 liegt.

  16. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 12.07.18 - 02:43

    friespeace schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemio84 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > > >
    >
    > > Stellen, während in Bayern "dank" Seehofer die 10h
    > > Man muss dazu aber auch sagen, dass bereits 2004 der Preis bei etwa
    > > 890.000¤/MWp war und man heute je nach Anlagentyp bis auf etwa
    > 600.000¤/MWp
    > > runterkommt.
    > >
    > >
    > Bitte nicht Photovoltaik und Wind verwechseln. MWp ist eine nur in der PV
    > genutzte Einheit,

    Blödsinn.

    > da dort der Generator meist deutlich überdimensioniert im
    > Vergleich zum Umrichter ist.
    > Und auch wenn 600¤/kWp dort inzwischen realistisch sein können, in der
    > Windkraft ist das noch nicht der Fall, trotz des extremen Preisverfalls der
    > letzten Jahre.

    Nun ja, je nach Anlagenstandort mögen es zum Teil immer noch 800¤/kWp sein.

    > Die Einheit ¤/MW

    MWp, wenn dann.

    > mag übrigens sehr griffig sein und wird auch in der
    > Branche begeistert genutzt - angesichts immer weiter steigender
    > Rotordurchmesser und Nabenhöhen sind die Kosten pro Generatornennleistung
    > aber eher eine unglückliche Größe.
    >
    > Sinnvoll ist ¤/MWh an einem Referenzstandort. Und dann stimmt es auch, dass
    > PV und Wind inzwischen fast identisch Stromgestehungskosten haben - obwohl
    > Windenergie in ¤/MW komplett errichtet sicherlich noch eher bei 1000 liegt.

    Wie kommst du auf solche Zahlen? 2004 lag sie schließlich schon bei 890.000. Du hast übrigens drei Zehnerpotenzen vergessen.

    Ist aber nebensächlich. Wenn wir nun schon von 50 Milliarden Euro für den Netzausbau sprechen, dann wäre es nach der oder jeder anderen leicht abweichenden Rechnung nach wie vor günstiger, die gesamte installierte Windkraft-Leistung zu verdoppeln, als neue Stromleitungen zu bauen. Das eine bedingt eben nicht zwangsläufig das andere, im Gegenteil - wenn die Anlagenstandorte gesamtwirtschaftlich klug gewählt werden.

  17. Re: Nun ja

    Autor: |=H 12.07.18 - 08:35

    Brauchst du nicht aber sowieso ein vernünftiges "globales" Stromnetz bei regenerativer Energie, da Sonne/Wind immer ein regionales Ereignis ist und du auch wenn du vor jedes Dorf in Bayern dann Windräder stellst zeitweise auf Strom aus anderen Regionen angewiesen bist?

  18. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 12.07.18 - 12:52

    |=H schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Brauchst du nicht aber sowieso ein vernünftiges "globales" Stromnetz bei
    > regenerativer Energie, da Sonne/Wind immer ein regionales Ereignis ist und
    > du auch wenn du vor jedes Dorf in Bayern dann Windräder stellst zeitweise
    > auf Strom aus anderen Regionen angewiesen bist?

    Nein, man braucht entweder, oder. Wenn man tatsächlich ein globales Grid aufbauen würde, dann braucht man keinerlei Speicher mehr. Und wenn man auf möglichst kurze (weil sonst teure) Leitungen, verbrauchernahe Erzeugungskapazitäten und Speicher (Power2Gas, Pumpspeicherkraftwerke und vereinzelt auch Akkus), sowie eben eine intelligente Steuerung der Verbrauchsgeräte setzt, dann braucht man kein globales Grid - und eben auch keine Stromtrassen von Norddeutschland nach Süddeutschland, die mehr kosten als die Anzahl an Windrädern, deren Energie sie in der Lage sind zu transportieren...

    Wahrscheinlich bräuchten wir bei einer konsequent dezentral aufgestellten Energieversorgung sogar weniger Übertragungskapazitäten als in der Vergangenheit (als [nur] zentrale Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke die Energie über weite Strecken bis hin zu den einzelnen Verbrauchern transportiert haben). Jedenfalls würde dann das bereits existente Stromnetz reichen, um lokale Differenzen auszugleichen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.18 12:56 durch osolemio84.

  19. Re: Nun ja

    Autor: |=H 12.07.18 - 16:34

    Dann musst du die ganzen neuen Speicher, die aktuell nicht vorhanden sind, aber auch in die Rechnung mit einbeziehen, wobei diese dann immer für den regionalen Worst Case ausgelegt sein müssten. Dabei wäre dann der Worst Case erst noch zu definieren. Kann überhaupt jede Region autark arbeiten?

    Ich würde ja sowieso viel lieber sowas wie Desertec umsetzen. Ja, es ist nicht dezentrall, aber es würde auch keinen Platz nutzen, der anderweitig viel besser nutzbar wäre.
    Ist natürlich politisch ein großes Problem, insbesondere dann die Abhängigkeit vom Staat des Standortes der Anlagen und natürlich auch der Durchleitungsstaaten.

  20. Re: Nun ja

    Autor: Anonymer Nutzer 12.07.18 - 21:14

    |=H schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann musst du die ganzen neuen Speicher, die aktuell nicht vorhanden sind,
    > aber auch in die Rechnung mit einbeziehen, wobei diese dann immer für den
    > regionalen Worst Case ausgelegt sein müssten. Dabei wäre dann der Worst
    > Case erst noch zu definieren. Kann überhaupt jede Region autark arbeiten?
    >
    > Ich würde ja sowieso viel lieber sowas wie Desertec umsetzen. Ja, es ist
    > nicht dezentrall, aber es würde auch keinen Platz nutzen, der anderweitig
    > viel besser nutzbar wäre.
    > Ist natürlich politisch ein großes Problem, insbesondere dann die
    > Abhängigkeit vom Staat des Standortes der Anlagen und natürlich auch der
    > Durchleitungsstaaten.

    Gäbe es keine politischen Probleme, wären noch ganz andere Lösungen denkbar. Erst einmal sollten allerdings auch alle geeigneten Dachflächen genutzt werden. Wenn man sich mal eine beliebige Stadt von oben ansieht, so sind wir davon noch extrem weit entfernt. Je näher am Verbraucher, desto einfacher zu regeln, desto weniger Durchleitungskisten und desto höher der Anreiz, die Verbraucher intelligent zu steuern.

    Mit Power2Gas als günstiger Groß-Speicher kann natürlich jede Region in Deutschland weitestgehend autark arbeiten. Es ist ja alles da: überschüssiger Strom, Wasser und entsprechend große Tanks sind nicht besonders teuer. Zudem kann man Überkapazitäten ja gasförmig genausogut einfach in das bestehende Erdgasnetz einspeisen (ob jetzt reines H2 oder Methan) und mit entsprechender zeitlicher Verzögerung zum Heizen etc. benutzen bzw. mittels BHKW direkt im Haushalt wieder zu Strom machen. Darüber hinaus ist es ja nicht so, dass ich dafür plädiere, jetzt das Stromnetz komplett zurückzubauen ;)

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