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"Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

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  1. "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Schrieners 16.07.18 - 16:28

    "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom." Schon dieser erste Satz entspringt einem leider immer noch weit verbreiteten Irrtum! Mit der Beständigkeit des Windes ist es nämlich auch auf dem Meer nicht so weit her, wie jeder Segler weiß. Am gestrigen 15. Juli zum Beispiel lieferten alle deutschen Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee zusammen 3,77 GWh elektrische Energie (bei einem jährlichen Tagesdurchschnitt von ca. 47 GWh). Zum Vergleich: Allein das Kernkraftwerk Emsland A erzeugte an demselben Tag 33,5 GWh, also das 9-fache aller deutschen Offschore-Windparks zusammen. Und ähnliche Situationen sind nicht selten. Dafür braucht man sich nur die entsprechenden ENERGY CHARTS von Fraunhofer ISE anzusehen.

  2. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Anonymer Nutzer 16.07.18 - 17:10

    Schrieners schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom." Schon dieser
    > erste Satz entspringt einem leider immer noch weit verbreiteten Irrtum! Mit
    > der Beständigkeit des Windes ist es nämlich auch auf dem Meer nicht so weit
    > her, wie jeder Segler weiß. Am gestrigen 15. Juli zum Beispiel lieferten
    > alle deutschen Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee zusammen 3,77 GWh
    > elektrische Energie (bei einem jährlichen Tagesdurchschnitt von ca. 47
    > GWh). Zum Vergleich: Allein das Kernkraftwerk Emsland A erzeugte an
    > demselben Tag 33,5 GWh, also das 9-fache aller deutschen
    > Offschore-Windparks zusammen. Und ähnliche Situationen sind nicht selten.
    > Dafür braucht man sich nur die entsprechenden ENERGY CHARTS von Fraunhofer
    > ISE anzusehen.

    Schon klar, dass die Atomkraftverfechter wieder aus allen Ecken gekrochen kommen. Schon mal den deutschen Strommix angeschaut? Kernkraft spielt darin eine verschwindend geringe Rolle. Zu Recht, denn sie ist die mit Abstand teuerste Stromgewinnungsform, wenn man die externen Kosten (die es natürlich auch bei Windkraft gibt) mit einberechnet, statt sich selbst etwas vorzulügen. Wir können auf Kernkraftwerke also gut und gerne verzichten! Übrigens ist auch der Verbrauch nicht konstant, ein Kraftwerk das absolut unflexibel ist (wie Kernkraftwerke) und immer diesselbe Strommenge liefert ist also ebenfalls nicht ideal und kann bestenfalls die sogenannte "Grundlast" beisteuern. Photovoltaik beispielsweise deckt dagegen an schönen Tagen zuverlässig die sogenannte Mittagsspitze ab, wenn zwar nicht (mehr) alle, aber viele kochen...

  3. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Schrieners 16.07.18 - 17:32

    Woher wissen Sie, dass ich ein "Atomkraftverfechter" bin?
    Ich habe mit dem Vergleich lediglich versucht klar zu machen, mit welcher Problematik man es hier zu tun hat.
    "Schon mal den deutschen Strommix angeschaut?"
    Den schaue ich mir u.a. regelmäßig an, da die Energiefrage seit langem zu meinen Interessengebieten gehört. Daher weiß ich:
    Dieser "verschwindend geringe Beitrag zum deutschen Strommix" betrug 2017 immerhin mit 72,16 TWh 13,2% des Strommixes und war damit fast doppelt so groß wie der Beitrag der unstetigen Solarenergie (38,39 TWh entspr. 7,0%).

  4. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Schrieners 16.07.18 - 17:58

    "ein Kraftwerk das absolut unflexibel ist (wie Kernkraftwerke) und immer dieselbe Strommenge liefert"
    Mein letzter Versuch, Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen:

    Weder Kernkraftwerke noch Kohlekraftwerke "müssen" immer "dieselbe Strommenge" liefern. Aber sie können es, bis auf seltene Ausfälle. Sie sind jedoch auch im Bedarfsfall in der Lage, die Produktion elektrischer Energie stark zu reduzieren. Auch hierzu braucht man sich nur die schon erwähnten ENERGY CHARTS anzuschauen, z. B.: "Stromproduktion in Deutschland im Juli 2018"

  5. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Anonymer Nutzer 16.07.18 - 18:10

    Schrieners schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Woher wissen Sie, dass ich ein "Atomkraftverfechter" bin?
    ...
    ...
    > Daher weiß ich:
    > Dieser "verschwindend geringe Beitrag zum deutschen Strommix" betrug 2017
    > immerhin mit 72,16 TWh 13,2% des Strommixes und war damit fast doppelt so
    > groß wie der Beitrag der unstetigen Solarenergie (38,39 TWh entspr. 7,0%).

    Dieses Argument habe ich doch längst in dem anderen Thread widerlegt. 13,2%, Tendenz sinkend ist nichts. Allein die in Deutschland installierte Windkraft-Leistung (dezentral!) zu verdoppeln, statt für dasselbe Geld Stromtrassen zu bauen, würde im deutschen Strommix mehr ausmachen. Zudem haben Atomkraftwerke (leider immer noch) Einspeisevorrang, das heisst man versucht sie künstlich am Leben zu halten. Bei einer anderen Politik wären aus diesen 12% längst 0% geworden ;) Denn selbst wenn man die etwa 4,5 Cent/kWh Erzeugungskosten, bei denen sowohl Windkraft, als auch Photovoltaik mittlerweile angelangt sind mit 20 Cent/kWh Speicherkosten beaufschlagen würde (würde man dies mit Akkus, statt mit Power2Gas tun), so wären wir in Summe immer noch bei deutlich geringeren Kosten, als denen die tatsächlich bei Kernkraft anfallen. Wohlgemerkt für Strom, der dann nicht nur immer konstant (bei abweichendem Verbrauchsverhalten!) ins Netz trudelt, sondern punktgenau abrufbar und schon alleine deshalb mehr wert ist...

  6. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Anonymer Nutzer 16.07.18 - 18:15

    Schrieners schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "ein Kraftwerk das absolut unflexibel ist (wie Kernkraftwerke) und immer
    > dieselbe Strommenge liefert"
    > Mein letzter Versuch, Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen:
    >
    > Weder Kernkraftwerke noch Kohlekraftwerke "müssen" immer "dieselbe
    > Strommenge" liefern. Aber sie können es, bis auf seltene Ausfälle. Sie
    > sind jedoch auch im Bedarfsfall in der Lage, die Produktion elektrischer
    > Energie stark zu reduzieren. Auch hierzu braucht man sich nur die schon
    > erwähnten ENERGY CHARTS anzuschauen, z. B.: "Stromproduktion in Deutschland
    > im Juli 2018"

    Mit Sachlichkeit scheint es hier aber nicht weit her zu sein. Kohlekraftwerke sind mit einer gewissen Vorlaufzeit begrenzt abregelbar, Kernkraftwerke so gut wie gar nicht. Von Ersteren sprach ich aber eigentlich gar nicht, in diesem Zusammenhang. Beide können sich jedoch nicht punktgenau (das heißt innerhalb von Minuten, geschweige denn Sekunden oder Bruchteilen einer Sekunde) an den Verbrauch anpassen. Nicht umsonst gibt es Gaskraftwerke und andere Pufferkapazitäten, schon lange vor dem Beginn der "Energiewende".



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.07.18 18:17 durch osolemio84.

  7. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Schrieners 16.07.18 - 20:58

    Man sollte sich etwas genauer mit Leistungsgradienten von thermischen Kraftwerken, Regelleistung etc. auskennen.

  8. Re: "Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom."

    Autor: Anonymer Nutzer 17.07.18 - 01:40

    Schrieners schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man sollte sich etwas genauer mit Leistungsgradienten von thermischen
    > Kraftwerken, Regelleistung etc. auskennen.

    Stimmt! Darfst dich angesprochen fühlen ;)

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