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Tieferes Problem des Journalismus

Expertentalk zu DDR5-Arbeitsspeicher am 7.7.2020 Am 7. Juli 2020 von 15:30 bis 17:00 Uhr wird Hardware-Redakteur Marc Sauter eure Fragen zu DDR5 beantworten.
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  1. Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: Weltschneise 11.10.16 - 09:47

    Meiner Meinung nach sitzt das Problem viel tiefer: die marktschreierischen Überschriften werden deswegen genutzt weil sie funktionieren. Früher (tm) waren die Redakteure angehalten zu recherchieren, also zu überprüfen ob der Artikel das auch hält was der Aufmacher verspricht.

    Journalisten sind aber auch nur Rädchen im Kapitalismus wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Und sie erleben dieselbe Arbeitsverdichtung wie wir auch. Und wie viele anderen Berufe haben sie es bis heute nicht geschafft eine Antwort zu finden und ihre Arbeitmethoden anzupassen.

    Somit schlägt sich der Zeitdruck voll auf die Qualität nieder. Und daraus folgt die bekannte Abwärtsspirale mit sinkender Qualität und dem folgenden Abfall der Zahlungsbereitschaft der Kunden mit dem Ergebnis dass der Druck noch mehr steigt.

    Und: nein, ich hab auch keine Lösung für die Medien. Brauch ich aber auch nicht weil ich im technischen Bereich mein Geld verdiene. Ich seh halt schwarz für die Medien wenn sie ihr Grundproblem nicht in den Griff bekommt.

  2. Re: Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: Nibbels 11.10.16 - 10:36

    Dazu gibts n gutes Gespräch auf Phönix
    http://www.phoenix.de/content/1151987

    Essenz: Die Autoren müssen uns heute den Artikel und Vertrauen verkaufen. Das Vertrauen ist quasi ein Markt. Aber nicht alleine, denn es gibt auch die Schreihälse und ihr Markt.

  3. Re: Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: the_wayne 11.10.16 - 11:06

    Welches Grundproblem?
    Der Journalismus entwickelt sich eben weiter und aktuell sind wir im Marktschreier-Zeitalter. IMO war das abzusehen, da sich der Markt durch das Internet stark gewandelt hat und wir nun nicht mehr unsere Tageszeitung im Abo nach Hause bestellen oder täglich am Kiosk holen. Heute haben wir immer und überall News. Und wie bekommt man Marktanteil, wenn man plötzlich nicht mehr mit 10 oder 20 Zeitungen, sondern mit Millionen von Blogs konkurriert, die alle ständig (mehr oder weniger qualitätiv hochewertigen) Content in die Welt blasen?

    Das ändert sich auch wieder. Ich hab nur keine Ahnung in was :-)

  4. Re: Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: Steffo 11.10.16 - 11:15

    Wir mussten mal Papers aus dem IEEE verwenden. – Ich hatte regelmäßig den Eindruck, dass die ausländischen Forscher Google Translate verwendet haben. Ein Jahr später kam dann raus, dass Forscher Papers autogeneriert hatten und dies erfolgreich beim IEEE einreichen konnten. Es wurden dann 120 Papers entfernt!

    http://www.nature.com/news/publishers-withdraw-more-than-120-gibberish-papers-1.14763

  5. Re: Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: zilti 11.10.16 - 19:37

    Weltschneise schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Journalisten sind aber auch nur Rädchen im Kapitalismus wie alle anderen Arbeitnehmer auch.

    Und die Konsumenten übrigens auch. Die, die am lautesten gegen "den Kapitalismus und dessen Auswirkungen", gegen den Qualitätsverlust im Journalismus und gegen miese Arbeitsbedingungen wettern, sind meistens die, die sich im Kik für fünf Euro ihr Kinderarbeits-T-Shirt kaufen, keinen Cent für Qualitätsjournalismus ausgeben würden (ja, den gibts noch) und sich mit "das sind alles nur pöhse Konzerne, ich habe keine Wahl, und auf mich kommt es eh nicht an!" herausreden.

  6. Re: Tieferes Problem des Journalismus

    Autor: My2Cents 12.10.16 - 06:38

    zilti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weltschneise schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Journalisten sind aber auch nur Rädchen im Kapitalismus wie alle anderen
    > Arbeitnehmer auch.
    >
    > Und die Konsumenten übrigens auch. Die, die am lautesten gegen "den
    > Kapitalismus und dessen Auswirkungen", gegen den Qualitätsverlust im
    > Journalismus und gegen miese Arbeitsbedingungen wettern, sind meistens die,
    > die sich im Kik für fünf Euro ihr Kinderarbeits-T-Shirt kaufen, keinen Cent
    > für Qualitätsjournalismus ausgeben würden (ja, den gibts noch) und sich mit
    > "das sind alles nur pöhse Konzerne, ich habe keine Wahl, und auf mich kommt
    > es eh nicht an!" herausreden.

    Henne - Ei.
    Viele müssen sich im Kik die Klamotten kaufen und können sich den Qualitätsjournalismus (den es eh kaum noch gibt) nicht mehr leisten.
    Mieten steigen, Strompreise steigen, die private Vorsorge mit Inflationsanpassung wird jedes Jahr ein paar hundert Euro teurer, Essen wird teurer, kommunale Dienstleistungen, Grundsteuer, Kita, ...
    Aber wenn mehr als 1,x% an Lohnsteigerungen gefordert werden - was für ein Aufschrei, alle Firmen gehen morgen in den Konkurs falls das passiert!
    Man fragt sich, wo die ganz Kohle hinwandert...

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