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Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

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  1. Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: Netzweltler 19.10.18 - 23:38

    An Hardware mangelt es wohl kaum.
    Aber welche Software (neudeutsch: App) ist wirklich nützlich anwendbar z.B. in Deutsch, Geschichte oder Sport?

    Selbst in den MINT-Fächern ist das schwierig.
    Natürlich kann man z.B. bestimmte Abläufe als gute Animation zeigen, um das Verständnis zu verbessern. Aber das reicht nicht.
    Mit welcher Software kann man z.B. genauso schnell eine chemische Bindung skizzieren oder eine mathematische Gleichung hinschreiben wie mit Papier und Bleistift?

  2. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: mackes 20.10.18 - 08:05

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > An Hardware mangelt es wohl kaum.
    > Aber welche Software (neudeutsch: App) ist wirklich nützlich anwendbar z.B.
    > in Deutsch, Geschichte oder Sport?

    Beispielsweise in Deutsch kann man spielerisch mit Lückentexten arbeiten, aber dafür benötigt man keine spezielle Software.
    >
    > Selbst in den MINT-Fächern ist das schwierig.
    > Natürlich kann man z.B. bestimmte Abläufe als gute Animation zeigen, um das
    > Verständnis zu verbessern. Aber das reicht nicht.
    > Mit welcher Software kann man z.B. genauso schnell eine chemische Bindung
    > skizzieren oder eine mathematische Gleichung hinschreiben wie mit Papier
    > und Bleistift?

    Eben, Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Ich bin sehr gespannt, ob irgendwann innovative Firmen, vermutlich aus den USA kommend, den klassischen Schulbuchverlagen Dampf machen, damit sich dort endlich was tut.

  3. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: Kathuphazginimuri 20.10.18 - 14:01

    Quizlet
    Mentimeter
    Kahoot
    Etherpad
    Mediawiki
    Moodle
    Classcraft
    ...

  4. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: markusDittrich 21.10.18 - 17:59

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > An Hardware mangelt es wohl kaum.
    > Aber welche Software (neudeutsch: App) ist wirklich nützlich anwendbar z.B.
    > in Deutsch, Geschichte oder Sport?

    Genau die Frage habe ich mir auch schon gestellt und deswegen meine Diplomarbeit dazu geschrieben :)

    http://schulbuch.markusdittrich.de/

    Oder wer die ganze Arbeit lesen möchte:
    http://schulbuch.markusdittrich.de/assets/files/Diplomarbeit-SCREEN.pdf

    Um es ganz verkürzt wiederzugeben: Aus meiner Sicht liegt die größte Chance des digitalen Mediums für Bildung auf einer viel abstrakteren Ebene. Denn anders als bei analogen Schulbüchern hätten wir hier endlich genügend Platz und Variabilität, um den Schülern die tatsächliche Bedeutsamkeit von Inhalten vor Augen zu führen und diese zur Diskussion zu stellen.
    Oder mit anderen Worten: Das digitale Platzangebot und die Möglichkeit Lehrbuchinhalte immer wieder zu "remixen" und ad-hoc zu erweitern und einzukürzen, erlauben es, den Schülern begreiflich zu machen, warum Sie sich überhaupt mit Kurvendiskussionen o.ä. beschäftigen sollten (auch – und besonders – wenn Sie später mal nichts im MINT-Bereich machen wollen!).
    Darüber hinaus hätten wir in digitalen Schulbüchern aber auch einen Feedbackkanal, über den sich just diese Bedeutsamkeit von bestimmten Inhalten diskutieren ließe.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.10.18 18:04 durch markusDittrich.

  5. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: plutoniumsulfat 21.10.18 - 19:58

    Das könnte man mit Schulbüchern doch auch. Heute fragen sich doch alle Schüler, wozu man das ganze Zeug überhaupt braucht. Wobei, Erwachsene tun das auch. Ich hab noch niemand sagen hören: "Puh, zum Glück hatte ich Kurvendiskussionen in der Schule, sonst ständ ich jetzt gerade echt auf dem Schlauch!".

  6. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: markusDittrich 21.10.18 - 22:48

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das könnte man mit Schulbüchern doch auch. Heute fragen sich doch alle
    > Schüler, wozu man das ganze Zeug überhaupt braucht. Wobei, Erwachsene tun
    > das auch. Ich hab noch niemand sagen hören: "Puh, zum Glück hatte ich
    > Kurvendiskussionen in der Schule, sonst ständ ich jetzt gerade echt auf dem
    > Schlauch!".

    Ja genau, das ist ja auch das Problem, das ich sehe. Wenn ich als Schüler keinen Sinn im Lerninhalt sehen kann, dann werde ich das ganze allerhöchstens "pauken" – von Verstehen oder zu schätzen wissen kann dann aber keine Rede mehr sein.
    Mit anderen Worten muss es ein Schulbuch also schaffen, die "Bedeutsamkeit" eines Inhalts herausstellen – damit könnte z.B. die Nützlichkeit eines bestimmten Themas gemeint sein („Wozu brauche ich das?“), oder dessen Schönheit bzw. die Faszination, die davon ausgeht (z.B. "Warum ist der Himmel blau?" – auch wenn fast niemand dieses Wissen "braucht", hat die Frage nach solch einem grundlegenden, man könnte sagen "faszinierenden" Fakt ja durchaus ihre Daseinsberechtigung).

    Beim Vermitteln dieser Bedeutsamkeit haben analoge Schulbücher aber mehrere Probleme:

    a) Um die Bedeutsamkeit eines Inhalts (also seine Nützlichkeit, Schönheit oder Faszination) darzulegen, braucht man einiges an Platz. Natürlich kann so ein Schulbuch auch einfach *behaupten*, dass sich z.B. hinter dem mathematischen Konzept der Ableitungen eine der größten geistigen Leistungen der Menschheitsgeschichte verbirgt, aber es tatsächlich zu *zeigen* – zumal in verständlicher Sprache – nimmt deutlich mehr Platz ein als die übliche halbe bis ganze Seite eines analogen Schulbuchs. Wenn wir dann noch Übungsaufgaben zur Seitenzahl hinzurechnen (die einen Großteil aktueller Mathebücher ausmachen), würden wir bei regelrechte Folianten von Schulbüchern landen.

    b) Aber nehmen wir mal an, dass uns dafür eine analoge Lösung einfallen würde (z.B. für jedes Thema ein eigenes und somit dünneres Buch), so hätten wir noch ein weiteres Problem: Selbst wenn analoge Schulbücher es schaffen die Bedeutsamkeit eines Inhalts aufzuzeigen, so fehlt es ihnen an Feedbackmöglichkeiten. Denn mglw. sind die Gründe, die ein Schulbuch für die Bedeutsamkeit eines Themas anführt gar nicht die besten oder verständlichsten Gründe. Der Mathematiker Paul Lockhart hat bspw. ganz wunderbare Bücher geschrieben (z.B. »Measurement«), in denen er es schafft, die schlichte Eleganz mathematischer Probleme und die recht genialen Lösungen darzulegen, die dafür im Laufe der Geschichte ersonnen wurden (d.i. Bedeutsamkeit). Lockhart ist selbst Highschool-Lehrer und ein digitales Schulbuch würde ihm (und vielen anderen wie ihm) die Möglichkeit geben, ein bestehendes Schulbuch zu erweitern und umzuschreiben, um diese Version dann wieder mit anderen zu teilen. Also ein bisschen wie Github für Schulbücher. Jede Lehrkraft hätte dann also eine Platform, sich mit Kollegen auszutauschen, seine Argumente vorzubringen, und daraus in Kollaboration mit (oder Konkurzenz zu) anderen Kollegen eine modifizierte Variante zu veröffentlichen, die andere Lehrer benutzen aber auch aufgreifen und verändern können.
    Ein digitales Schulbuch böte also die Möglichkeit, Lehrkräfte in einen beständigen Dialog über die Bedeutsamkeit von Inhalten treten zu lassen und letztendlich sogar den Bildungsdiskurs selbst für einen solchen Dialog zu öffnen.

  7. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: plutoniumsulfat 23.10.18 - 15:09

    Das betrifft doch nur Verbesserungsmöglichkeiten? Ich mein, irgendwann ist ein Thema ja auch hinreichend gut dargestellt, ich glaube, die Erklärung, warum man Kopfrechnen können sollte, ist doch bereits hundertfach in irgendwelchen Büchern zu lesen?

  8. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: markusDittrich 23.10.18 - 23:18

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das betrifft doch nur Verbesserungsmöglichkeiten? Ich mein, irgendwann ist
    > ein Thema ja auch hinreichend gut dargestellt \[…]

    Das stimmt. Irgendwann hat man vermutlich alle Argumente zusammengetragen, die für die Bedeutsamkeit eines bestimmten Inhalts sprechen. Doch auf dem Weg dorthin dürfte auch das genaue Gegenteil passieren: Man findet einige – vlt. sogar eine Menge – Gründe, die *gegen* die Bedeutsamkeit eines bestimmten Inhalts sprechen.
    Mit anderen Worten könnte sich durch eine solche Bedeutsamkeits-Diskussion auf einem „Github für Schulbücher“ herausstellen, dass die besten Gründe, die wir für einen bestimmten Inhalt finden konnten eigentlich gar keine besonders guten Gründe darstellen und der Inhalt abgeschafft, verändert oder ersetzt gehört.
    Ein Beispiel: Nehmen wir rein hypothetisch(!) an, dass der beste Grund, der uns einfällt, warum Schüler sich mit Vektorrechnung beschäftigen sollten, der wäre, dass es eine gute Vorbereitung auf mathelastige Studiengänge darstellt. Dann fragt sich natürlich, worin die Relevanz für all diejenigen läge, die nichts in der Richtung studieren wollen. So könnte sich dann recht schnell die Frage aufdrängen, ob es denn nicht Inhalte gibt, für die viel bessere Argumente sprechen – oder, ob dann nicht sogar die entsprechende Organisationsform geändert werden muss (z.B. Vektorrechnung nur noch in Leistungskursen).
    Eine lebendige und leicht zugängliche Diskussion um die Bedeutung von Inhalten könnte also auf lange Sicht und Stück für Stück auch zum Wechsel der Inhalte führen. Gleichzeitig wäre damit dann auch ein Modus etabliert, in dem Sachen eben nicht mehr aus purer Überlieferung heraus unterrichtet werden („Das haben wir schon immer unterrichtet!“, „Das steht halt im Lehrplan!“, „Das gehört nun mal zu einer profunden mathematischen Ausbildung!“), sondern deswegen, weil sich extrem gute Gründe für diesen oder jenen Inhalt gefunden haben und sich diese Begründung auch immer wieder anhand von leicht abgewandelten Versionen des Schulbuchs zeigen ließen.
    Jeder bestehende Inhalt könnte somit immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden – ein immer währender lebendiger Austausch, statt einem toten unhinterfragten Kanon (der letztendlich wieder zur Bedeutungslosigkeit führt).
    Einem solchen Modus, in dem immer und immer wieder gefragt wird „Warum sollten die Schüler diesen Inhalt kennen lernen und keinen anderen und wie können wir das konkret gestalten?“, läge auch ein ganz bestimmtes Menschenbild zugrunde. Nämlich eines, in dem Schüler nicht als Gefäße betrachtet werden, die es zu füllen gibt („Das steht halt so im Lehrplan —> Lern gefälligst!“), sondern eines, das sie als prinzipiell vernunftbegabte Wesen denkt, die wie alle anderen einen Sinn in ihrem Tun und Handeln sehen wollen, sollen und dürfen.
    Mit einem analogen Schulbuch, dass von solchen Feedback-, Kollaborations- und Korrekturmöglichkeiten nur träumen kann, ist das nicht zu machen. Papier ist da einfach zu geduldig und unflexibel.

  9. Re: Welche Software gibt es denn für den schulischen Bereich?

    Autor: plutoniumsulfat 25.10.18 - 17:51

    Stimmt, daran hatte ich nicht gedacht. So kann man von allen beteiligten ein Feedback bekommen und eben das Lernen, "weil man es schon immer so gemacht hat" würde eingedämmt werden, wenn zB rein hypothetisch sich sowohl viele Lehrer als auch Schüler einig wären, dass Vektorrechnung dem Nicht-Mathematikstudenten nicht viel nützt.

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