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"Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

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  1. "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: Der_Ing. 25.05.16 - 12:41

    ... ist durchaus ohne Gesichtserkennung möglich, z.B. durch Körpergröße, Verhältnis Größe zu Breite, Bewegungsart (Rollstuhl, Radfahrer, Fußgänger), Geschwindigkeit etc.
    Damit kommt aber die Möglichkeit zu einer Bewertung des unabwendbaren Schadens ins Spiel: Wenn jegliches Ausweichen vor einem schnell entgegenkommenden Fahrzeug zum Schutz der Insassen beider Fahrzeuge bei Fußgängern zu Personenschäden bis zum Tod führen kann und die Entscheidung zwischen der Kindergartengruppe auf dem linken Gehweg, den Erwachsenen und zwei Kindern auf dem rechten Gehweg fallen muss, wird die Frage spannend. Dank der Unsitte, selbst eher schmale innenstädtische Straße (ruhiges Wohnviertel, je eine Fahrspur pro Richtung, keine parkenden Fahrzeuge) als Rennstrecken zu missbrauchen, kann sehr schnell auch tagsüber genau diese Situation auftreten, allerdings mit der Variante, dass es eben zwei entgegenkommende Pkw sein dürften.
    Allerdings dürfte da dann auch eine Ethikkommission ihr Schwierigkeiten haben ...

  2. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: plutoniumsulfat 25.05.16 - 13:16

    Weil man ja in der Innenstadt mit 100 rast und überall Menschen und Kindergartengruppen stehen...

    Das sind doch alles nur Beispiele, um die vermeintliche Perfektion der Autos zu verhindern. Wie würde sich denn ein Mensch in solch einer Situation verhalten? Der hat erst mal viel weniger Zeit zum reagieren und entscheidet sich dann bestenfalls noch instinktiv. Wo das besser sein soll?

  3. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: jz23 25.05.16 - 13:45

    Es geht um komplett autonome Fahrzeuge - Die fahren in der 30er Zone auch nur 30, da hat der Fahrer keinen Einfluss. Entweder 100% Autopilot oder 100% Fahrer.

  4. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: Der_Ing. 25.05.16 - 13:53

    In der letzten Zeit haben es einige abendliche und nächtliche "Rennfahrer" in die Medien geschafft, weil es Tote gab. Die "Kurzrennen" in den kleineren Straßen (auch hier in Berlin) werden nicht angezeigt, wenn niemand verletzt wird, weil es da ja dann auch keine bleibenden Spuren gibt. Und zwei Vollpfosten, die in einem verkehrsberuhigten Bereich bis "nur" ca. 70 km/h beschleunigen, die lassen einem mit Schrittempo entgegenkommenden Motorradfahrer verdammt wenig Platz zum Ausweichen ...
    Was nutzt es dem korrekt fahrenden Auto, wenn den Rasern wieder nur überhöhte Geschwindigkeit und Fahrlässigkeit vorgeworfen wird, das ausweichende Fahrzeug aber Fußgänger erfasst statt frontal draufzuhalten? Und selbst wenn in einem solchen Fall irgendwann nur eine Mitschuld übrigbleibt, muss die ja jemand tragen. Aber wer?

  5. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: njester 25.05.16 - 13:55

    jz23 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht um komplett autonome Fahrzeuge - Die fahren in der 30er Zone auch
    > nur 30, da hat der Fahrer keinen Einfluss. Entweder 100% Autopilot oder
    > 100% Fahrer.

    Dann fährst du halt 30 KM/h und dir kommt jemand mit 100 KM/h entgegen, weil der selber fährt.

  6. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: plutoniumsulfat 25.05.16 - 13:56

    1. Das autonome Auto kann besser ausweichen, da es die beste Lücke noch optimal ausnutzen kann.
    2. So viele Kindergartengruppen dürften nachts nicht mehr unterwegs sein.

  7. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: mnementh 25.05.16 - 14:30

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil man ja in der Innenstadt mit 100 rast und überall Menschen und
    > Kindergartengruppen stehen...
    >
    Natürlich stehen überall schützenswerte Gruppen wenn es drauf ankommt:
    https://www.youtube.com/watch?v=-JpWMnxBmGg

  8. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: chefin 25.05.16 - 15:13

    Es ist doch egal wie wahrscheinlich eine Situation ist. Solange sie möglich ist und eine passende Reaktion erfordert. Der Mensch fällt permanent ethische Entscheidungen. Viele Dinge die man tut könnten auch andere gefährden. Daher tut man sie so, das nichts passiert. Man kontrolliert ob man etwas gerade tun darf oder nicht.

    Wir Menschen haben also einen ausgeprägten Sinn für Ethik und im Falle eines Unfalls spielt der eine ziemlich Rolle. 99% aller Unfälle weichen die Fahrer soweit es geht aus, auch wenn sie dabei das eigene Leben riskieren. ich kenn jedenfalls keinen der einfach draufhält und davon ausgeht, das seine Sicherheitssysteme ihn schon retten werden.

    Ein Autonomes Fahrzeug was also den Fahrer schützt verhält sich anders als der Fahrer es normal tun würde, es verhält sich unethisch. Und damit dürfte eine solche Regelung gesellschaftlich keinen Bestand haben. Deswegen ist es nötig sowas vorab zu klären und zu definieren. So müssen alle Autos gleich reagieren und keiner hat einen Marketingvorteil weil ja sein Auto vorne 100kg Stahl extra hat und im Zweifel diese einsetzt um den Fahrer zu retten. Man würde jedem menschlichen Fahrer der so agiert den Führerschein entziehen. Dem Computer entzieht man die Zulassung.

    Das Risiko trägt immer der Autofahrer, weil er derjenige ist, der das Auto in Bewegung setzt. Er bestimmt drüber ob das Risiko überhaupt existiert (Betriebshaftung). Und deswegen darf eben NICHT der Fahrer geschützt werden sondern immer zuerst alle ausserhalb des Fahrzeugs.

  9. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: RicoBrassers 25.05.16 - 16:02

    Der_Ing. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In der letzten Zeit haben es einige abendliche und nächtliche "Rennfahrer"
    > in die Medien geschafft, weil es Tote gab. Die "Kurzrennen" in den
    > kleineren Straßen (auch hier in Berlin) werden nicht angezeigt, wenn
    > niemand verletzt wird, weil es da ja dann auch keine bleibenden Spuren
    > gibt. Und zwei Vollpfosten, die in einem verkehrsberuhigten Bereich bis
    > "nur" ca. 70 km/h beschleunigen, die lassen einem mit Schrittempo
    > entgegenkommenden Motorradfahrer verdammt wenig Platz zum Ausweichen ...
    > Was nutzt es dem korrekt fahrenden Auto, wenn den Rasern wieder nur
    > überhöhte Geschwindigkeit und Fahrlässigkeit vorgeworfen wird, das
    > ausweichende Fahrzeug aber Fußgänger erfasst statt frontal draufzuhalten?
    > Und selbst wenn in einem solchen Fall irgendwann nur eine Mitschuld
    > übrigbleibt, muss die ja jemand tragen. Aber wer?

    Eine Möglichkeit:
    Das Fahrzeug verfügt über fest installierte Dashcams, die "sessionbasiert" die Fahrt aufzeichnen, beim Abstellen des Wagens werden die Aufnahmen also gelöscht. Ausnahme ist, wenn das Auto registriert, dass es in einen Unfall verwickelt ist. Dann bleiben die Aufnahmen gespeichert. Der Dataport, zum Auslesen der Aufnahmen, ist allerdings amtlich verplombt, da kann/darf nur die Polizei/der Staatsanwalt ran.

    Wird die Plombe ohne Erlaubnis geöffnet oder werden nicht-erlaubte Änderungen entdeckt (z.B. Abzweigung der Leitung zum Dataport), so kassiert der Halter des Fahrzeugs eine Anzeige wegen Verstoßes gegen den Datenschutz.

  10. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: Eheran 25.05.16 - 16:03

    >99% aller Unfälle weichen die Fahrer soweit es geht aus, auch wenn sie dabei das eigene Leben riskieren.
    94,283% aller Prozentzahlen sind frei erfunden.
    Man weicht immer aus um das EIGENE Leben zu schützen. So funktioniert unser Selbsterhaltungstrieb. Wenn man da überhaupt noch denkt, dann sicher nicht wie man irgendwen aus x y z verschiedenen Gruppen optimal retten kann!

    >Und damit dürfte eine solche Regelung gesellschaftlich keinen Bestand haben.
    Da das autonome Auto um potenzen weniger Unfälle baut... doch, selbstverständlich.

  11. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: Eheran 25.05.16 - 16:06

    Muss ich mir auch gedanken machen wenn ich einer Pistolenkugel ausweiche und daher jemand hinter mir getroffen wird? Bin ich dann schuld an dessen Tod?
    Was ist das für eine absurde Argumentation?

    Es sind übrigens km/h, alles klein. Ist kein Beinbruch aber führt ggf. zu Verwechslungen.

  12. Re: "Eine Qualifizierung des Faktors Mensch" ...

    Autor: plutoniumsulfat 25.05.16 - 16:45

    RicoBrassers schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wird die Plombe ohne Erlaubnis geöffnet oder werden nicht-erlaubte
    > Änderungen entdeckt (z.B. Abzweigung der Leitung zum Dataport), so kassiert
    > der Halter des Fahrzeugs eine Anzeige wegen Verstoßes gegen den
    > Datenschutz.

    Das interessiert den Halter doch nicht. Der würde dann die Unfallschuld zugesprochen bekommen, das würde wirken.

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