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Folgen bei Abweichung

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  1. Folgen bei Abweichung

    Autor: Rhino Cracker 15.06.16 - 16:30

    Ein Anrecht auf Rückzahlung bei Nichtlieferung der versprochenne Bandbreite?
    Das mag sich am Anfang ja gut anhören, aber was passiert langfristig bei schlecht angebundenen Regionen?

    Ein Bekannter von mir hatte einen sehr instabilen DSL-Anschluss, er hatte alle 20 Minuten einen Ausfall.
    Er vertelefonierte 2- und 3-stellige ¤-Beträge mit dem Support und forderte diese zurück.
    Nach einem halben Jahr Hin und Her erklärte dann die Firma, dass sie nicht dazu im Stande seien, an seinem Standort ein stabiles Netz zu liefern und kündigten damit den Vertrag. Seitdem hat er - von einem anderen Anbieter - DSL-Light (also 384 kbit/s).

    Etwas ähnliches ist in meinem ehem. Studentenwohnheim vorgefallen. Es war mit maroden Telefonleitungen direkt an die Universität angebunden - 10-40 kbyte/s, wenn es mal funktioniert hat. Die Ausfälle wurden immer häufiger, bis die Firma schließlich den Dienst quittierte. Fortan mussten alle regelmäßig für die banalsten Aufgaben zur Universität fahren (wir sind zur Nutzung der Online-Dienste verpflichtet, verpflichtender E-Mail-Empfang, Online-Aufgaben-Uploads, etc.)

    Im Dorf meiner Eltern gab es lange maximal 2 MBit/s. Ein neuer Anbieter hat dies "aufgebohrt" und liefert nun - zu Wenignutzungszeiten reale 5-6 MBit/s. Zu Stoßzeite (Sonntag Abend) bleibt dann noch ca. ~1,5 MBit/s übrig, oder es fällt komplett aus (wie oft an Weihnachten der Fall).
    Einen passenden Tarif für diese Bandbreite gibt es aber schon lange nicht mehr - sie fangen bei 16 MBit/s an.
    In diesem Fall würde für unser Dorf wohl das Internet komplett gestrichen werden oder zumindest die 5-6 Mbit/s außerhalb der Stoßzeiten nicht mehr erreicht werden, da sie ja eine dauerhaft einhaltbare Bandbreite verkaufen müssten.

    Ich würde eine Rechtsbehelfsmöglichkeit bei Zu-Wenig-Lieferung zwar sehr begrüßen, aber das alleine könnte ziemlich nach Hinten los gehen.

    Zusätzlich bräuchte man weitere Bestimmungen, wie bspw. ein Anrecht auf einen funktionierenden Breitbandanschluss am eigenen Wohnort - das wären für mein Empfinden momentan ~20MBit/s DL und 1 UL, kann aber in 10 Jahren auch schon bei 200 liegen, eben je nach Entwicklung der Online-Angebote.
    Auf Deutsch: Legt Lehrrohre! In die kann man nach bedarf rein- und rausziehen, was man will.

  2. Re: Folgen bei Abweichung

    Autor: chris109 15.06.16 - 17:29

    Es würde doch schon reichen, wenn tatsächlich in gleich großen Lettern an einer Stelle stehen würde:
    - bis zu 16kBit (upload) / 32 kBit (download) Flatrate
    - 2 GB Highspeed-Volumen mit bis zu 10MBit (upload) / 50 Mbit (download)
    - durchschnittlich gemessen 3,9 MBit (upload) / 24,4 Mbit (download)

    Natürlich müsste man für die gemessenen Werte einen Standort angeben.

  3. Re: Folgen bei Abweichung

    Autor: deadeye 15.06.16 - 18:17

    Das alles haben wir aufgrund der Privatisierung. Anders sähe das aus, wenn dem Volk die Infrastruktur komplett gehören würde. Wenn dann die Bandbreite nicht eingehalten werden kann, dann ist das unser Problem, dass wir aber auch selbst lösen können, indem die Infastruktur weiter ausgebaut wird. Ob und wie das geschieht, muss das Volk dann entscheiden und nicht irgendein Unternehmen mit Gewinnaussichten. Selbst dann könnte es in Deutschland immer noch Provider geben, die das Netz zu einem sehr geringen Preis nutzen könnten. Das aber nach unseren Regeln, die wir vorgeben und nicht anders herum.

    Das Thema BRD lasse ich mal, da ansonsten mein Beitrag wieder gelöscht wird. Nicht wahr liebe Mods?

  4. Re: Folgen bei Abweichung

    Autor: postb1 15.06.16 - 18:28

    deadeye schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das alles haben wir aufgrund der Privatisierung. Anders sähe das aus, wenn
    > dem Volk die Infrastruktur komplett gehören würde. Wenn dann die Bandbreite
    > nicht eingehalten werden kann, dann ist das unser Problem, dass wir aber
    > auch selbst lösen können, indem die Infastruktur weiter ausgebaut wird. Ob
    > und wie das geschieht, muss das Volk dann entscheiden und nicht irgendein
    > Unternehmen mit Gewinnaussichten. Selbst dann könnte es in Deutschland
    > immer noch Provider geben, die das Netz zu einem sehr geringen Preis nutzen
    > könnten. Das aber nach unseren Regeln, die wir vorgeben und nicht anders
    > herum.

    Das glaubst du doch wohl selber nicht!
    Schau dir doch mal die Infrastruktur an, die heute "dem Volk" gehört: Bundes-Staats-Kreis- oder Gemeindestraßen zum Beispiel: Ähnlich (diplomatisch ausgedrückt) verlottert wäre auch das Telekommunikationsnetz in staatlicher Hand, sowas möchte ich nicht zurückhaben - hast du die Bundespost-Zeit eigentlich miterlebt?

  5. Re: Folgen bei Abweichung

    Autor: Rhino Cracker 15.06.16 - 19:29

    Sehe ich ähnlich wie Du, postb1.
    Ich schaue hier dem sukzessiven Verfall der Straßen(verkehrs-)qualität zu. Hier ist Dauer-Stau und nur noch wenige zügig befahrbare Straßen. Was wird getan? Dort noch eine 30er Zone in einer wie eine Überlandstraße ausgebauten Straße...
    Da und bei dem unter dem Vorwand von Sicherheit und Ordnung organisierten Abzocke durch Radarfallen/Knöllchenverteiler hat der Bürger ja auch nicht sonderlich viel mitzureden.

    @chris109: Stimmt schon. Nur ist die tatsächlich ankommende Leistung oft von der Qualität des Kabels direkt zum eigenen Haus abhängig. Man bräuchte also pro Wohnung eine Messung. :)

  6. Re: Folgen bei Abweichung

    Autor: deadeye 17.06.16 - 09:25

    Ja, ich habe die Post-Zeit miterlebt. In staatlicher Hand macht sowas nur Sinn, wenn der Staat durch die Menschen gesteuert wird und nicht durch ein paar wenige, die auch noch Kupfer anstatt Glasfaser verlegen, weil sie gute Beziehungen zu den Herstellern hatten. Wir sind schon damals verarscht worden. Innerhalb der BRD würde so ein Vorhaben Teile wieder zu verstaatlichen nicht funktionieren.

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