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Dexit...

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  1. Dexit...

    Autor: ptepic 04.07.16 - 19:17

    ...oder um die ewig nervenden Anglizismen zu umgehen:

    "Dausstieg"

  2. Re: Dexit...

    Autor: Mithrandir 04.07.16 - 19:21

    Was natürlich keine sinnvolle Option ist, wie man jetzt schön an Großbritannien sieht.

    Abgesehen davon würde das auch unsere Nachbarn runterziehen, denn aufgrund unserer zentralen Lage sind wir ein Transitland, also ungemein wichtig für den Verkehr zwischen den Staaten. Das wäre ziemlich egoistisch.

    Und dumm.

  3. Re: Dexit...

    Autor: Dakoon 04.07.16 - 21:57

    Ist mir auch sofort in den sinn gekommen...
    Ich bin nun wirklich kein Freund von Brexit oder Dexit.
    Aber es zeigt doch mal wieder das die Politik in der EU weit weit weg ist von dem was sich die EU-Bürger wünschen und warum ein Land überhaupt auf die Idee kommt auszusteigen wenn solche Ergebnisse dabei rauskommen.

  4. Re: Dexit...

    Autor: Smile 04.07.16 - 22:04

    Ja genau! Isolieren wir Deutschland! So hat es der Zar im Osten und der Sultan im Süden leichteres Spiel.

  5. Re: Dexit...

    Autor: Lord Gamma 04.07.16 - 23:24

    Dakoon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist mir auch sofort in den sinn gekommen...
    > Ich bin nun wirklich kein Freund von Brexit oder Dexit.
    > Aber es zeigt doch mal wieder das die Politik in der EU weit weit weg ist
    > von dem was sich die EU-Bürger wünschen und warum ein Land überhaupt auf
    > die Idee kommt auszusteigen wenn solche Ergebnisse dabei rauskommen.

    Es geht halt nicht um die konkreten Wünsche der Bürger, deshalb haben wir ja auch keine Demokratie, sondern eine indirekte Demokratie. Selbst wenn man trotz direkter Demokratie die Schutzmechanismen aufrecht erhalten würde, die verhindern, dass eine Demokratie demokratisch abgeschafft wird, wäre das ein zu großes Risiko für die Damen und Herren Politiker, die Gesten unter Freunden/Lobbyisten gerne akzeptieren.

  6. Re: Dexit...

    Autor: 486dx4-160 05.07.16 - 00:08

    Dieser ganze Quatsch geht doch von Deutschland aus!
    Ohne Europa wär's hier noch schlimmer, selbst die EU-Kommission bremst den ganzen deutschen Datenreichtums-Neoliberalismus-Austeritätsquatsch noch etwas, man glaubt es kaum.
    Ok, nach einem Austritt Deutschlands hätten die es die übrigen Länder besser, aber wir?

  7. Re: Dexit...

    Autor: Trollversteher 05.07.16 - 08:45

    >...oder um die ewig nervenden Anglizismen zu umgehen:
    >"Dausstieg"

    Und dann? Sind wir nicht mehr Teil eines der wichtigsten Märkte für die USA, sondern nur ein kleiner Partner unter vielen. Da stehen die Chancen ganz bestimmt besser, solche Vereinbahrungen durchzuziehen, gaaaanz, gaaaaanz bestimmt!

  8. Re: Dexit...

    Autor: matok 05.07.16 - 09:33

    Also einen kompletten Ausstieg braucht es nicht. Aber der Euro sollte wieder abgeschafft werden, weil es nunmal keinen politischen Willen zur Harmonisierung der Haushalte gibt und eine gemeinsame Währung einfach nicht zu nationalen Denkweisen passt.
    Und Europa muss in Sachen Demokratie nachbessern. Sachen wie Privacy Shield und TTIP würden wohl kaum durch nationale Instanzen gehen.

  9. Re: Dexit...

    Autor: Trollversteher 05.07.16 - 09:41

    >Also einen kompletten Ausstieg braucht es nicht. Aber der Euro sollte wieder abgeschafft werden, weil es nunmal keinen politischen Willen zur Harmonisierung der Haushalte gibt und eine gemeinsame Währung einfach nicht zu nationalen Denkweisen passt.
    Und Europa muss in Sachen Demokratie nachbessern. Sachen wie Privacy Shield und TTIP würden wohl kaum durch nationale Instanzen gehen.

    Imho würden noch sehr viel schlimmere Sachen durch die lokalen Parlamente gehen, wenn jeder Staat wieder sämtliche Verträge einzeln mit anderen Staaten abschliessen müsste. Und das nicht nur mit den Amerikanern, auch die Chinesen und die Russen werden alles tun, um die Europäer gegeneinander auszuspielen um das bestmögliche herauszuholen. Zumal gerade ein Privacy Shield, wie im Artikel beschrieben, nicht einfach einseitig beschlossen werden kann - wenn die Amis nicht mistspielen, kann man so viele Schilde errichten wie man will, und die Bereitschaft der Amerikaner hängt direkt mit der Größe des Marktes und damit der Stärke des Verhandlungspartners zusammen, Das werden die Briten in den nächsten Jahren auch noch schmerzhaft lernen müssen...

  10. Re: Dexit...

    Autor: herscher12 05.07.16 - 10:14

    Ohja, Deutschland flutet die umliegenden Länder und wird zur Insel.

  11. Re: Dexit...

    Autor: liberavia 05.07.16 - 11:43

    ptepic schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...oder um die ewig nervenden Anglizismen zu umgehen:
    >
    > "Dausstieg"

    Autsch. Bitte informiere dich darüber, dass wir in D vom Euro NUR profitiert haben. Warum wohl Exportweltmeister?

    Und was passiert bei einem Dexit, also auch gleich Ausstieg aus dem Euro in D? Eigene Währung? Extreme Währungsaufwertung? Exporteinbruch? Gute Nacht?

    Mann, mann, mann

    https://www.youtube.com/watch?v=VTV-H5_7_QI

  12. Re: Dexit...

    Autor: matok 05.07.16 - 11:59

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und die Bereitschaft der Amerikaner hängt direkt
    > mit der Größe des Marktes und damit der Stärke des Verhandlungspartners
    > zusammen, Das werden die Briten in den nächsten Jahren auch noch
    > schmerzhaft lernen müssen...

    Du, ich verstehe schon, dass ein 500 Mio. Markt ein größeres Gewicht hat, als viele kleinere Märkte. Das ändert nichts daran, dass Entscheidungen für den 500 Mio. Markt demokratisch legitimiert sein sollten, also von der Bevölkerung, also von den 500 Mio. für die Abkommen und Gesetze sind. Und genau da habe ich so meine Zweifel, wenn ich TTIP und Privacy Shield sehe. Verhandlungen hinter verschlossenen Türen machen jetzt nicht geraden einen sehr transparenten Eindruck und Transparenz ist unabdingbar für Demokratie.

  13. Re: Dexit...

    Autor: matok 05.07.16 - 12:06

    liberavia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Autsch. Bitte informiere dich darüber, dass wir in D vom Euro NUR
    > profitiert haben. Warum wohl Exportweltmeister?

    Richtig, finanziert auf Pump durch zerbröckelnde Kedite. Wer kommt für die Kredite auf? Über die gemeinsame Währung überwiegend der deutsche Steuerzahler, der Banken retten darf, die die Kredite ausgegeben haben. Jedem, der einen etwas größeren Horizont hat, sieht, dass ein Modell mit einem derart hohen Exportüberschuss nicht auf Dauer funktionieren kann.

    > Und was passiert bei einem Dexit, also auch gleich Ausstieg aus dem Euro in
    > D? Eigene Währung? Extreme Währungsaufwertung? Exporteinbruch? Gute Nacht?

    Der Exporteinbruch ist notwendig. Der Euro kaschiert lediglich das strukturelle Problem und sorgt für einen Rettungsschirm nach dem anderen, bezahlt dann ebenfalls von den Exportweltmeistern.

  14. Re: Dexit...

    Autor: liberavia 05.07.16 - 12:39

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > liberavia schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Autsch. Bitte informiere dich darüber, dass wir in D vom Euro NUR
    > > profitiert haben. Warum wohl Exportweltmeister?
    >
    > Richtig, finanziert auf Pump durch zerbröckelnde Kedite. Wer kommt für die
    > Kredite auf? Über die gemeinsame Währung überwiegend der deutsche
    > Steuerzahler, der Banken retten darf, die die Kredite ausgegeben haben.
    > Jedem, der einen etwas größeren Horizont hat, sieht, dass ein Modell mit
    > einem derart hohen Exportüberschuss nicht auf Dauer funktionieren kann.
    >
    > > Und was passiert bei einem Dexit, also auch gleich Ausstieg aus dem Euro
    > in
    > > D? Eigene Währung? Extreme Währungsaufwertung? Exporteinbruch? Gute
    > Nacht?
    >
    > Der Exporteinbruch ist notwendig. Der Euro kaschiert lediglich das
    > strukturelle Problem und sorgt für einen Rettungsschirm nach dem anderen,
    > bezahlt dann ebenfalls von den Exportweltmeistern.

    Oder anders: Wir können nicht dauernd die Gewinner sein und die anderen nicht immer die Verlierer. Unsere Exportabhängigkeit ist katastrophal. Wir sparen uns derzeit kaputt. Hier in berlin würden 5 Mrd für die Sanierung von Schulen gebraucht. 2 Mrd sind da. So verspielt man die Zukunft und nicht durch Schulden machen!!!

    Es können sich nicht alle Bereiche und alle Länder gleichzeitig "wettbewerbsfähig" sparen. Gerade die fünfzehn Jahre andauernde Lohnzurückhaltung in Deutschland zerstört die EU. Wir konkurrieren so alles im Euroraum gnadenlos in Grund und Boden. Das lässt uns jetzt noch wie Gewinner da stehen. Das Problem ist wenn wir keine Schuldner mehr finden, die uns die 200Mrd jedes Jahr abnehmen. Dann ist ganz schnell Essig hier und das geht dann fast über Nacht.

    Und was haben wir dann? Kaputter Export. Kaputte Infrastruktur und halb Europa, dass uns hasst. Aber immerhin haben wir ein paar Jahre gespart und Merkels und Schäubles dämliche schwarze Null erreicht.

    Der deutsche Staat müsste richtig Schulden machen und das direkt in die Infrastruktur und Bildung investieren. Ebenso müssten die Löhne gemäß unserer Produktivität steigen. Da wir aber schon 15 Jahre unter unseren Verhältnissen leben, müssten wir jetzt erstmal genau das Gegenteil machen, also über Jahre über unsere Verhältnisse leben, wenn Europa nicht zerbröckeln soll.

    Und hier soll sich keiner die Illusion machen, dass das nicht ohnehin passieren wird, früher oder später.

    Ich bezweifle, dass hier bis 2017 noch etwas positives geschehen wird. Problem: Dann kommen die französischen Wahlen. Und wenn die durch den Front National gewonnen wird, dann wars das mit dem europäischen Traum.

    Und was passiert, wenn der Euro aufgelöst wird, habe ich ja bereits beschrieben. Wir werden von heute auf Morgen so teuer (Währungsbedingt), dass der Export, an den wir unser Schicksal ketten, drastisch einbricht. Und dann haben wir leider auch einen kaputten Binnenmarkt, weil die Neoliberalen Kräfte auf diesen die ganze Zeit gepfiffen haben.

    Hier nochmal Heiner Flassbeck, der die Zusammenhänge erläutert:
    https://www.youtube.com/watch?v=JdmP_8T1B3k

  15. Re: Dexit...

    Autor: matok 05.07.16 - 13:23

    liberavia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder anders: Wir können nicht dauernd die Gewinner sein und die anderen
    > nicht immer die Verlierer.

    Ich bezweifle, dass wir die Gewinner sind, wenn wir über Rettungsschirme unsere Exportüberschüsse im Prinzip selbst zahlen. Geht es den Deutschen heute besser, als vor der Euro-Einführung? Es mag uns besser gehen, als anderen, aber letzten Endes halten wir nur die Maschine am Laufen. Die wirklichen Gewinner sind die Konzerne bzw. deren wenige Führungsfiguren.

    > Gerade die fünfzehn Jahre andauernde
    > Lohnzurückhaltung in Deutschland zerstört die EU. Wir konkurrieren so alles
    > im Euroraum gnadenlos in Grund und Boden.

    Das ist ein Problem und spricht für das, was ich gerade gesagt habe, das Geld geht in die Taschen weniger. Bei vielen kommt nicht mehr genügend an. Das ist mMn der zentrale Bestandteil der Unzufriedenheit bei den nationalen Bewegungen. Mehr und mehr Menschen auch in den reichen Ländern fühlen sich abgehängt.

    Die Antwort darauf heißt aber nicht, mehr Geld, also mehr Kredite. Die Antwort darauf heißt, mehr Gerechtigkeit, mehr Fairness bei der Verteilung. Gerechtigkeit und Fairness sind allerdings keine Konzepte, die im Kapitalismus eine Rolle spielen. Wir haben ein Systemproblem und alles, was den führenden Politikern dazu einfällt, ist es mit immer mehr Geld zu kaschieren bis es irgendwann von selbst komplett eskaliert.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.16 13:37 durch matok.

  16. Re: Dexit...

    Autor: ripmav 05.07.16 - 14:00

    Mithrandir schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was natürlich keine sinnvolle Option ist, wie man jetzt schön an
    > Großbritannien sieht.
    >
    > Abgesehen davon würde das auch unsere Nachbarn runterziehen, denn aufgrund
    > unserer zentralen Lage sind wir ein Transitland, also ungemein wichtig für
    > den Verkehr zwischen den Staaten. Das wäre ziemlich egoistisch.
    >
    > Und dumm.

    Dass sehe ich nicht so. Es ging vorher, wieso sollte es hinter her schlechter sein? Man kann weiterhin einen gemeinsamen Binnenmarkt simulieren indem man die Zoelle auf 0 setzt fuer Europa (nur als Beispiel). Man muss halt nur die Gesetze so anpassen dass alles weiterhin so laeuft ohne dass man man in der EU ist. Alles eine Frage des Rahmens der dann nach dem Austritt existiert und entsprechend waehrend des Austritts verhandelt werden muesste.

  17. Re: Dexit...

    Autor: liberavia 05.07.16 - 14:23

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Die Antwort darauf heißt aber nicht, mehr Geld, also mehr Kredite. Die
    > Antwort darauf heißt, mehr Gerechtigkeit, mehr Fairness bei der Verteilung.
    > Gerechtigkeit und Fairness sind allerdings keine Konzepte, die im
    > Kapitalismus eine Rolle spielen. Wir haben ein Systemproblem und alles, was
    > den führenden Politikern dazu einfällt, ist es mit immer mehr Geld zu
    > kaschieren bis es irgendwann von selbst komplett eskaliert.

    Im Prinzip richtig, aber das Problem ist hier, dass du (verständlicherweise) den zweiten vor dem ersten Schritt tun möchtest. Klar: Themen wie Schuldgeldsystem was eine systembedingte Arm-Reich-Schere innehat muss früher oder später überwunden werden. Allerdings ist das was danach kommen soll noch nicht wirklich ausgereift.

    Das was ud ansprichst ist ein wichtiges Thema, allerdings ist das dringende Thema jetzt zu lösen und das funktioniert auch erstmal in diesem System. Allerdings müsste dann die Verteilung angeganen werden (Löhne in D müssen drastisch steigen + Konjunkturprogramm).

    Das Schuldgeldsystem wird ja durch Dirk Müller oder Weik und Friedrich (Der Crash ist die Lösung) z. B. umfassend behandelt. Aber all diese Dinge und Schlussfolgerungen sind ja geradezu revolutionär, wenn wir es nicht einmal schaffen eine anständige Lohnsteigerung hinzubekommen um wenigstens im Euroraum die Verhältnisse wieder anzugleichen und auch selber mal die "Verlierer" sind. Es kann halt nicht angehen, dass wir immer mehr Überschüsse produzieren, mittlerweile 8,5 % !!!! Selbst das von uns asynchron gesetzte Limit (Warum eigentlich?) von max. 4% Defizit und max. 6% Überschuss überschreiten wir immer wieder. Und? Werden wir dafür bestraft? Halten wir uns an die Regeln? Oder verlangen wir das nur von den anderen?

    Aber um das mal festzuhalten: Im Grunde genommen blasen wir beide ja ins gleiche Horn :-)

  18. Re: Dexit...

    Autor: Trollversteher 05.07.16 - 14:32

    >Du, ich verstehe schon, dass ein 500 Mio. Markt ein größeres Gewicht hat, als viele kleinere Märkte. Das ändert nichts daran, dass Entscheidungen für den 500 Mio. Markt demokratisch legitimiert sein sollten, also von der Bevölkerung, also von den 500 Mio. für die Abkommen und Gesetze sind. Und genau da habe ich so meine Zweifel, wenn ich TTIP und Privacy Shield sehe.

    Das sehe ich genau so - aber da die lokalen Parlamente bei TTIP ja (natürlich auf Druck ihrer jeweiligen Bevölkerung) ordentlich gegen die Kommision gewettert haben, und es im Moment nicht so aussieht, also ob es damit noch etwas wird...

    >Verhandlungen hinter verschlossenen Türen machen jetzt nicht geraden einen sehr transparenten Eindruck und Transparenz ist unabdingbar für Demokratie.

    Nein, das ist so schlichtweg falsch. Die Verhandlungen können gerne (und müssen auch in manchen Fällen (geheim sein - solange das Ergebnis lange genug einsehbar ist, bevor darüber final abgestimmt wird - das kann dann auch mal mehrere Runden zwischen Parlament und Verhandlungstisch bedeuten. Wichtig ist nur, dass am Ende ein gewähltes Gremium/Parlament darüber entscheidet und keine Kommision ohne demokratische Legitimierung.

  19. Re: Dexit...

    Autor: liberavia 05.07.16 - 14:39

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Verhandlungen hinter verschlossenen Türen machen jetzt nicht geraden einen
    > sehr transparenten Eindruck und Transparenz ist unabdingbar für
    > Demokratie.
    >
    > Nein, das ist so schlichtweg falsch. Die Verhandlungen können gerne (und
    > müssen auch in manchen Fällen (geheim sein - solange das Ergebnis lange
    > genug einsehbar ist, bevor darüber final abgestimmt wird - das kann dann
    > auch mal mehrere Runden zwischen Parlament und Verhandlungstisch bedeuten.
    > Wichtig ist nur, dass am Ende ein gewähltes Gremium/Parlament darüber
    > entscheidet und keine Kommision ohne demokratische Legitimierung.

    Genau so ist es. Der Schlüssel ist das (wählbare) Parlament. Diese Kommisionskiste ist einer von vielen Konstruktionsfehlern in der EU. Allerdings ein überwindbarer, auch wenn es derzeit nicht so scheint, als könne man das Überwinden. Vielleicht reißt dieser Brexit wenigstens mal einige hohe Tiere in der Kommission aus ihrer Paralellwelt.

  20. Re: Dexit...

    Autor: Trollversteher 05.07.16 - 14:56

    >Dass sehe ich nicht so. Es ging vorher, wieso sollte es hinter her schlechter sein?

    Es ging vorher *nicht*, weil es in diesem Sinne kein Vorher gab. Die gesamte Zeit nach dem zweiten Weltkrieg hat man auf eine immer stärkere EU, die immer mehr Verantwortungsbereiche auf globaler Ebene übernimmt, hingearbeitet. Das alles, auch die EWG und der Binnemarkt, gehört zu einer langen, geplanten Entwicklung. Man kann sich nun weder einfach ein paar Rosinen herauspicken, noch sind die Verhältnisse vor der EU mit den heutigen auch nur ansatzweise zu vergleichen.

    >Man kann weiterhin einen gemeinsamen Binnenmarkt simulieren indem man die Zoelle auf 0 setzt fuer Europa (nur als Beispiel). Man muss halt nur die Gesetze so anpassen dass alles weiterhin so laeuft ohne dass man man in der EU ist. Alles eine Frage des Rahmens der dann nach dem Austritt existiert und entsprechend waehrend des Austritts verhandelt werden muesste.

    Und wer passt die Gesetze an? Wer wacht über den gemeinsamen Markt und verhandelt im Namen der Nationalstaaten mit den anderen Wirtschaftsmächten?
    Und wer wacht darüber, dass sie eingehalten werden? Ohne eine gemeinsame Klammer wird alles zusammenfallen und sich die europäischen Staaten in einem wilden Geflecht von bilateralen Einzelverträgen verstricken,

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