1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Geschäftskunden: Deutsche Telekom…

Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: RipClaw 21.07.16 - 17:30

    Vermittlungsstellen waren früher in einer Art Netzstruktur angeordnet so das eine Ausfall einer Vermittlungsstelle keine Auswirkungen auf die darüber liegenden Vermittlungsstellen hatte. Teilweise war es sogar so das man trotz Ausfall einer übergeordneten Vermittlungsstelle noch im Ortsnetz telefonieren konnte.

    Jetzt ist mit VoIP alles zentralisiert so das ein Ausfall dort großflächige Ausfälle nach sich zieht.

  2. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: pre3 21.07.16 - 17:39

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vermittlungsstellen waren früher in einer Art Netzstruktur angeordnet so
    > das eine Ausfall einer Vermittlungsstelle keine Auswirkungen auf die
    > darüber liegenden Vermittlungsstellen hatte. Teilweise war es sogar so das
    > man trotz Ausfall einer übergeordneten Vermittlungsstelle noch im Ortsnetz
    > telefonieren konnte.
    >
    > Jetzt ist mit VoIP alles zentralisiert so das ein Ausfall dort großflächige
    > Ausfälle nach sich zieht.

    Ich denke auch diese Entwicklung wird sich einmal als großer Irrtum herausstellen. Wie bei den Autobauern, wo sich ein schlecht konstruiertes Bauteil gleich auf alle Modelle und Millionenstückzahlen auswirkt.

  3. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: Panzergerd 21.07.16 - 20:12

    Es ist eigentlich genau umgekehrt, dass durch die Zentralisierung weniger Komponenten benötigt werden und somit weniger ausfallen kann. Zumindest für das Festnetz ist das hier auf Seite 10 dargestellt: http://www.telekom.com/static/-/202328/3/praesentation-si

    Wo früher ein Anruf noch durch mehrere PSTNs ging, wird das heute über IP gerouted. Und wenn irgendwo ein Router ausfällt, wird halt eine andere Strecke genommen.

    Probleme entstehen aktuell u.a. durch die Migrationsphase. Im Mobilfunk gibt es ja auch gerade erst neue Features wie VoLTE und WiFi Calling. Kann auch sein dass die gerade Sicherheitspatches einspielen müssen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Telefonie-Standard-ASN-1-fehlerhaft-implementiert-Angreifer-koennten-beliebige-Smartphones-3273647.html

  4. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: RipClaw 21.07.16 - 20:46

    Panzergerd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist eigentlich genau umgekehrt, dass durch die Zentralisierung weniger
    > Komponenten benötigt werden und somit weniger ausfallen kann. Zumindest für
    > das Festnetz ist das hier auf Seite 10 dargestellt: www.telekom.com

    Weniger Komponenten bedeutet aber auch das mehr Teilnehmer gleichzeitig betroffen sind und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren das diese wenigen Komponenten anfälliger sind als die vielen Komponenten der alten Technik.

    > Wo früher ein Anruf noch durch mehrere PSTNs ging, wird das heute über IP
    > gerouted. Und wenn irgendwo ein Router ausfällt, wird halt eine andere
    > Strecke genommen.

    Soweit die Theorie aber die Praxis sieht wohl eher so aus das es Stunden oder Tage dauert bis das Problem überhaupt lokalisiert wurde wenn man sich die letzten Ausfälle mal ansieht.

    > Probleme entstehen aktuell u.a. durch die Migrationsphase. Im Mobilfunk
    > gibt es ja auch gerade erst neue Features wie VoLTE und WiFi Calling. Kann
    > auch sein dass die gerade Sicherheitspatches einspielen müssen:
    > www.heise.de

    Selbst wenn alles auf VoIP umgestellt ist wird man immer noch Sicherheitspatches einspielen müssen und das wird dann immer sehr lustig wenn das schief geht.

    Eigentlich stellt sich mir die Frage ob es wirklich notwendig ist gleichzeitig mit der Umstellung auf VoIP alles zu zentralisieren oder ob man nicht eine dezentrale Struktur aufbauen könnte die technisch das gleiche leistet aber wesentlich robuster gegenüber Ausfällen ist.

  5. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: Panzergerd 21.07.16 - 20:54

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weniger Komponenten bedeutet aber auch das mehr Teilnehmer gleichzeitig
    > betroffen sind und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren das diese
    > wenigen Komponenten anfälliger sind als die vielen Komponenten der alten
    > Technik.
    Die Schlussfolgerung stimmt so nicht. Guck dir mal diese PSTN-Grafik an: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:AccessNetwork_Cu.svg
    Wenn in der Mitte der große Kreis "Vermittlungsstelle mit Hauptverteiler" ausfällt, geht gar nichts mehr. Bei BNG reden die schwarzen Kreise quasi direkt miteinander. Zwar sind da auch Zwischenstationen in Form von Routern notwendig, aber wenn da einer ausfällt kann wie gesagt eine andere Route genommen werden.

    > Eigentlich stellt sich mir die Frage ob es wirklich notwendig ist
    > gleichzeitig mit der Umstellung auf VoIP alles zu zentralisieren oder ob
    > man nicht eine dezentrale Struktur aufbauen könnte die technisch das
    > gleiche leistet aber wesentlich robuster gegenüber Ausfällen ist.
    Wie bereits oben erwähnt, wird ja jetzt alles dezentraler, weil die Hierarchien wegfallen.

  6. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: RipClaw 21.07.16 - 21:26

    Panzergerd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Weniger Komponenten bedeutet aber auch das mehr Teilnehmer gleichzeitig
    > > betroffen sind und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren das diese
    > > wenigen Komponenten anfälliger sind als die vielen Komponenten der alten
    > > Technik.
    > Die Schlussfolgerung stimmt so nicht. Guck dir mal diese PSTN-Grafik an:
    > de.wikipedia.org
    > Wenn in der Mitte der große Kreis "Vermittlungsstelle mit Hauptverteiler"
    > ausfällt, geht gar nichts mehr. Bei BNG reden die schwarzen Kreise quasi
    > direkt miteinander. Zwar sind da auch Zwischenstationen in Form von Routern
    > notwendig, aber wenn da einer ausfällt kann wie gesagt eine andere Route
    > genommen werden.

    > > Eigentlich stellt sich mir die Frage ob es wirklich notwendig ist
    > > gleichzeitig mit der Umstellung auf VoIP alles zu zentralisieren oder ob
    > > man nicht eine dezentrale Struktur aufbauen könnte die technisch das
    > > gleiche leistet aber wesentlich robuster gegenüber Ausfällen ist.
    > Wie bereits oben erwähnt, wird ja jetzt alles dezentraler, weil die
    > Hierarchien wegfallen.

    Die Aussagen "Wenn in der Mitte der große Kreis "Vermittlungsstelle mit Hauptverteiler" ausfällt, geht gar nichts mehr." und "Wie bereits oben erwähnt, wird ja jetzt alles dezentraler, weil die Hierarchien wegfallen." widersprechen sich komplett.

    Wenn bei der alten Struktur in München eine Vermittlungsstelle abgebrannt ist hat das in Berlin keinen gekratzt. Hingegen wenn jetzt eines der zentralen Rechenzentren der Telekom die Füße streckt dann kann in ganz Deutschland möglicherweise keiner mehr telefonieren.
    Vor allem die Datenbanken scheinen mir besonders anfällig zu sein. Wenn sie sich verabschieden dann ist die Gesprächsvermittlung nicht mehr möglich und da nutzt es auch nichts mehr das man einen anderen Weg über einen anderen Router geht.

    Das das Deutsche Gesundheitsnetz Ärzten von der IP Telefonie abrät ist für mich ein deutliches Zeichen das es mit der Robustheit von dem Netz nicht besonders weit her ist.

    [www.dgn.de]

  7. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: Panzergerd 21.07.16 - 21:41

    Du betrachtest das Thema aus einer anderen Perspektive als ich. Mir ging es um die Hardware, falls mal eine technische Verbindung ausfällt. Dafür treffen die genannten Punkte zu.

    Dir geht es um Services, quasi die Software um den Betrieb aufrecht zu erhalten. An deren Zuverlässigkeit besteht noch Verbesserungsbedarf, da stimme ich dir zu.

  8. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: das_mav 22.07.16 - 02:25

    Panzergerd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist eigentlich genau umgekehrt, dass durch die Zentralisierung weniger
    > Komponenten benötigt werden und somit weniger ausfallen kann.

    Achso: Ein Auto geht also seltener kaputt als 100? Logisch erklärbar ist das natürlich auch nicht. und glauben tue ich das auch irgendwie nicht.
    Dazu: Was die Telekom auf irgendeine "Statistikfolie" kritzelt, naja.....

    Aber okay, irgendwem muss man ja glauben - IP Telefonie ist die Zukunft, deswegen wirds auch teurer, unsicherer und ist nicht mehr ohne "Übersetzer" kompatibel zu irgendeinem Endgerät, Fortschritt *Yeeeha*.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.16 02:29 durch das_mav.

  9. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: Tsimmi 22.07.16 - 06:08

    das_mav schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Achso: Ein Auto geht also seltener kaputt als 100? Logisch erklärbar ist
    > das natürlich auch nicht.

    Klar ist das logisch erklärbar. Was ist leichter: Sich um ein anstrengendes Kind zu kümmern, oder um hundert normale? Entsprechend sind Wartung und Einhaltung von Standards bei weniger Knoten einfacher. Abgesehen davon, das Netz ist natürlich nicht perfekt, aber das hat mit der vorliegenden Behauptung nichts zu tun.

    > IP Telefonie ist die Zukunft,
    > [...] unsicherer und ist nicht mehr ohne "Übersetzer"
    > kompatibel zu irgendeinem Endgerät, Fortschritt *Yeeeha*.

    Was ist das denn jetzt für ein Argument? Dein gutes altes Telefonkabel überträgt doch auch nicht die rohen Schallwellen, da braucht es auch Übersetzer. Und sicher sind die Teile genau so wenig. Wäre mir zumindest neu, dass so ein Standardtelefon irgendetwas verschlüsselt.

  10. Re: Das sind eben die Probleme der Zentralisierung

    Autor: RipClaw 22.07.16 - 06:54

    Tsimmi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das_mav schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Achso: Ein Auto geht also seltener kaputt als 100? Logisch erklärbar ist
    > > das natürlich auch nicht.
    >
    > Klar ist das logisch erklärbar. Was ist leichter: Sich um ein anstrengendes
    > Kind zu kümmern, oder um hundert normale? Entsprechend sind Wartung und
    > Einhaltung von Standards bei weniger Knoten einfacher. Abgesehen davon, das
    > Netz ist natürlich nicht perfekt, aber das hat mit der vorliegenden
    > Behauptung nichts zu tun.

    Das sind aber nur Vorteile für den Anbieter. Der spart Kosten ein durch die Bündelung der Komponenten.

    Der Kunde hingegen hat mit den Nachteilen zu leben. Bei den alten Systemen gab es auf weiten Strecken keine Software die Probleme machen konnte. Die Schaltstellen waren zwar digital aber das Grundprinzip war immer noch das gleiche wie vorher beim Fräulein vom Amt.

    Es wird sicher noch Jahre dauern bis die Zuverlässigkeit wieder da ankommt wo wie vor der IP Umstellung war. Bis dahin werden die Anbieter noch viel Erfahrung mit Ausfällen aller Art sammeln müssen.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. ilum:e informatik ag, Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt am Main, Mainz, Wiesbaden)
  2. Energieversorgung Mittelrhein AG, Koblenz
  3. Etkon GmbH, Gräfelfing
  4. Europäische Rechtsakademie, Trier

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 68,23€
  2. 15,99€
  3. 4,69€
  4. 18,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de