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bzgl. "Hetze" & Facebook

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  1. bzgl. "Hetze" & Facebook

    Autor: azeu 11.09.16 - 13:25

    Auf der einen Seite kann ich den Frust darüber gut nachempfinden, dass FB da viel zu wenig macht um "Hetze" (egal ob links oder rechts) zu unterbinden.

    Auf der anderen Seite gibt es da noch den Aspekt der freien Rede. Versetze man sich mal in die Lage von FB:

    Man hat ein soziales Portal in welchem plötzlich Leute von der anderen Seite der Welt anfangen, gegeneinander zu hetzen. Wie soll man da reagieren? Beide Seiten einfach sperren, also knallharte Zensur, oder, einfach die Streitparteien streiten lassen. Dann macht man sich bei beiden Seiten nicht sehr beliebt. Aber da es auf der anderen Seite der Welt passiert, was solls...

    Ich würde eher den zweiten Punkt FB unterstellen. Die pushen keine rechte Hetze die lassen sie nur gewähren weil es ihnen a) auf deutsch gesagt scheiß egal ist, was AfD-Wähler hier zu sagen haben und b) weil solche Themen polarisieren und somit ordentlich Klicks generieren.

    ... OVER ...

  2. Re: bzgl. "Hetze" & Facebook

    Autor: Lanski 12.09.16 - 11:08

    Da spielt viel ... sehr viel mit, aber du hast recht, dass eine "heftige Diskussion" ohnehin unvermeidbar ist und oftmals der Ausdruck von Unzufriedenheit ist ... so etwas sollte nicht unterdrückt werden, das wäre die Art der Despoten.
    Bei der Sache mit den Klicks befürchte ich, dass du recht haben könntest.
    Allerdings ist die Verantwortung, welche sie mit einer derartigen Reichweite übernehmen müssen extrem groß, so groß, dass Klickzahlen bei weitem nicht im Vordergrund stehen dürfen.

    Aus ethischer Sicht müssten sie eigentlich ganz einfach den Grundsatz befolgen:
    "Deine Freiheit endet dort, wo die eines anderen Beginnt." Das ist im Grunde ganz einfach.

    Ein "Lügenpresse" oder ein "Scheiss Asylanten" ist noch keine Hetze ... nicht schön, aber auch keine Hetze und bei "Die sollte man allesamt verbrennen" wird allerdings mittlerweile reagiert.
    Oftmals allerdings nicht mal von Facebook selbst, sondern von den jeweiligen Seitenbetreibern ...

    was mit wiederum sagt, dass die Truppe von Facebook dort in Hamburg keine Ahnung hat was sie überhaupt machen. Die sind langsam, die reagieren falsch, die haben möglicherweise kein ernsthaftes Interesse daran oder zuviel anderes zu tun wie ...
    Kaffee trinken. Statistiken feiern. Sich toll fühlen weil man n Facebook-Hemd hat etc.

    Zurück zum Thema: Hetze ist eine Sache, die sich schwer messen lässt richtig.
    Allerdings ist Zensur etwas vollkommen anderes.
    Zensur ist das Vorenthalten von Informationen. Propaganda die Verbreitung von "eigennützigen" oder gar falschen Informationen, die wiederum eigennützig sind,
    zumindest in dem Zusammenhang.

    Ergo ist das, was die AfD tut Propaganda, man denke an gestohlene - verfälschte Bilder in eigenen Prospekten und dem absichtlichen verschleiern der eigenen Agenda, indem man diese nur im Programm abbildet, was ja keiner der Zielgruppe liest, während man diese bereits so aufgehetzt hat, dass jede Information, die denen nicht passt mit "Lügenpresse" abgelehnt wird.

    Das was die Bundesregierung teils zaghaft versucht, indem sie Informationen vorenthalten oder sich nicht dazu äußern, wie die Verbindung der Türkei zum IS, wozu die garantiert irgendetwas haben und sich wenn sie nicht vollständig unfähig sind auch ein Bild daraus gemacht haben, das wäre dann schon ein Ansatz der Zensur ... wobei ich da nicht sicher bin, die schleifen noch ganz knapp an der Grenze entlang glaube ich.

    Allerdings ist eine art ... "unfreiwillige Zensur" auch immer wieder nötig.
    Man denke mal an die Berichterstattung während des Amoklaufs in München ... Alle hatten was dazu zu berichten, der Tagesschau wurde Zensur vorgeworfen, weil die nicht so viele Informationen gebracht haben wie "andere", während Focus-Online damit geprahlt hat "Fotos der Täter" zu haben ... Die gesamte Berichterstattung der meisten Medien zu dieser Sache war ... etwas wozu mir nur vulgäre Ausdrücke einfallen.

    Ich hab schon genug getextet, normalerweise würde hier jetzt die fachliche Definition beginnen, aber naja ... ist das hier nicht ein "Meinungsforum"? ;-)
    Ich hab mich ohnehin garantiert das ein oder andere mal hier verhaspelt.

  3. Re: bzgl. "Hetze" & Facebook

    Autor: cuthbert34 12.09.16 - 13:25

    Ich finde Facebook und ehrlich gesagt den Großteil vom Internet grenzwertig. Für meine Begriffe herrscht dort wie hier zu einem Teil eine Enthemmung (so es das Wort gibt) der Sprache und ein Fehlen von Empathie, das mich schaudern lässt. Generell habe ich das Gefühl, dass mit der Virtualisierung des Lebens auch eine langsame Entmenschlichung in den Debatten abläuft. So, wie man früher aufgehört hat, zu schlagen, wenn der andere am Boden lag, so gab es auch bei den Diskussionen rote Linien und eine Art von Gentlemen Agreements. Heute gibt es gefühlt gar nichts mehr. Nur das Ich und eine anonyme Menge von Gegnern scheint für den Einzelnen zu existieren.

    "Lügenpresse" empfinde ich persönlich unerträglich. Es bereitet mir fast schon körperlichen Schmerz. Und wenn ich dann sehe, dass sogar Menschen bei Demonstrationen das in den Mund nehmen, gruselt es mir. Der Begriff steht derart für undifferenziertes, pauschales, polemisches Abtun von Argumenten, dass ich es einfach nur unerträglich finde. Anders kann ich es nicht sagen. In Zeiten des Internets, wo man denken würde, dass nun jeder den gleichen Informationsstand haben könnte und das ohne größere Barrieren, bekomme ich nur das Gefühl, dass es nie mehr Desinformation und gezielte Manipulation gab, als jemals zuvor in unserer Geschichte. Das ist für mich die große Kehrseite des Internet.

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