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Definitiv kein arroganter Amerikaner

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  1. Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: HibikiTaisuna 14.09.16 - 17:14

    "Vielleicht bin ich ein arroganter Amerikaner, aber ich finde es lustig, dass die Europäer das Internet regulieren wollen, ohne selber eine einzige globale Internetplattform hervorgebracht zu haben. Sie sollten sich eher darauf konzentrieren."

    Er ist definitiv kein arroganter Amerikaner. Ich stimme ihm in diesem Punkt vollkommen zu. Statt eine klare Foerderungsstrategie von IT-Unternehmen bzw. Internet-Unternehmen in Europa vorzulegen wird reguliert was das Zeug haelt, ohne das es auch nur eine relevante Konkurrenz aus Europa gibt. In Sachen Technik spielt Europa mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle (mit ganz wenigen Ausnahmen im Industriesektor).

  2. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: grslbr 14.09.16 - 17:26

    Mir fielen als Gegenargumente spontan Waffenhersteller ein. Ist auch Technik bzw Industrie. Rheinmetall, H&K, Glock, Sig Sauer, Beretta, Fabrique Nationale und so weiter, Europa ist in punkto Totmachzeugs unschlagbar.

    Autohersteller haben wir eine Menge. Und das CERN steht ebensowenig in den Staaten wie die Zentralen der Pharmaindustrie.

    Keine Ahnung, ich glaube als den Erfolg des Silicon Valley erkaufen sich die Amerikaner mit knallharten Sozialdarwinismus und einer immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft.

    Ich habe lieber kein sechsstelliges Gehalt und eine gesetzliche Krankenversicherung für alle.

    Nobody belongs anywhere, nobody exists on purpose,
    everybody's going to die. Come watch TV?

  3. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: SelfEsteem 14.09.16 - 17:38

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > [...]
    > knallharten Sozialdarwinismus
    > [...]
    > Ich habe lieber kein sechsstelliges Gehalt und eine gesetzliche
    > Krankenversicherung für alle.

    Es waere sicher schwer, dir nicht zuzustimmen, aber ich glaube zwischen dem amerikansichen Extrem - es naemlich massiv und ohne Ruecksicht auf Verluste durchzudruecken - sowie dem Europaeischen oder Deutschen Extrem - es naemlich einfach auf Biegen und Brechen zu unterdruecken - gibt es durchaus noch etwas sinnvollen Spielraum - oder koennte es zumindest geben.

    Ich muss da z.B. direkt an Themen wie das Leistungsschutzrecht denken, das ja automatisch jeden ernsthaften Versuch, eine grosse europaeische Suchmaschine aufzubauen, einfach ausradiert.
    Oder auch das momentane Geklaeffe rund um den "Datenreichtum", was uns einen Vorteil (den man bei uns leider noch kaum wirtschaftlich ausgenutzt hat) gegenueber den Amerikanern kaputt macht.

    Ich finde es ok, eine solche "Internet-Industrie" nicht mit Waffengewalt durchzudruecken, aber ich finde es wenig ok, sie mit Waffengewalt zu unterdruecken, so wie es bei uns gefuehlt gemacht wird.

  4. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: Muhaha 14.09.16 - 18:33

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich finde es ok, eine solche "Internet-Industrie" nicht mit Waffengewalt
    > durchzudruecken, aber ich finde es wenig ok, sie mit Waffengewalt zu
    > unterdruecken, so wie es bei uns gefuehlt gemacht wird.

    Nicht "gefühlt". Effektiv und tatsächlich real existierend. Spätestens seit dem LSG (und entsprechenden Äquivalenten in anderen europäischen Staaten) ist klar, dass europäische Verlage KEIN Interesse daran haben etwas eigenes aufzubauen. Das Internet wird dort weiterhin als Bedrohung aufgefasst. Es wird nicht als Chance begriffen, sondern als Feind, den man bekämpfen und unterdrücken muss.

    Mit dem Ergebnis, dass mit jedem verstreichenden Jahr die europäischen Verlage sich immer tiefer in die Abhängigkeit der großen US-Internet-Konzerne begeben, weil sie ja im phösen, phösen Internet gefunden werden müssen (!).

    Nein, da steckt kein perfider Welteroberungsplan dahinter. Schiere Dummheit ist oftmals der alleinige Grund für Entscheidungen, die man rein rational nicht nachvollziehen kann.

  5. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: ayngush 14.09.16 - 19:04

    HibikiTaisuna schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Er ist definitiv kein arroganter Amerikaner. Ich stimme ihm in diesem Punkt
    > vollkommen zu. Statt eine klare Foerderungsstrategie von IT-Unternehmen
    > bzw. Internet-Unternehmen in Europa vorzulegen wird reguliert was das Zeug
    > haelt, ohne das es auch nur eine relevante Konkurrenz aus Europa gibt. In
    > Sachen Technik spielt Europa mittlerweile nur noch eine untergeordnete
    > Rolle (mit ganz wenigen Ausnahmen im Industriesektor).

    Europa (kontinental betrachtet) hat das ganze scheiß Web "erfunden". Europa (als Verbund betrachtet) muss nur nicht jeden Stronz maximiert monetarisieren.

    Die Welt braucht keine Nachrichtenersteller, die nur noch Nachrichten erstellen, die sich bei Facebook und Google maximal gewinnbringend platzieren lassen.

    Ich überlasse den Amis gerne ihre Arbeitsbedingungen im Valley. Es steht ja jedem frei sich dorthin zu orientieren und die realen Probleme, die das Valley verursacht, am eigenen Leib zu erfahren.

    Regeln sind nicht böse.

    Relevante Konkurrenz aus Europa? Wozu? Niemand brauchte Facebook zum leben, niemand braucht Facebook zum leben.

  6. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: Muhaha 14.09.16 - 19:32

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Relevante Konkurrenz aus Europa? Wozu? Niemand brauchte Facebook zum leben,
    > niemand braucht Facebook zum leben.

    Genau diese Ignoranz führt zur aktuellen, höchst unbefriedigenden Situation. Anstatt bessere (!) Alternativen zu schaffen, wird versucht alles wegzuregulieren, was einem nicht in den Kram passt. Oder noch besser, mit Hilfe des LSG bitterböse über die phösen US-Konzerne zu schimpfen, sich aber dann an ihnen bereichern wollen. Man will nicht die Marktmacht von Google oder Facebook, kann aber ohne deren Marktmacht nicht existieren.

    Wie bescheuert ist dass denn?

  7. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: DrWatson 14.09.16 - 19:45

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Keine Ahnung, ich glaube als den Erfolg des Silicon Valley erkaufen sich
    > die Amerikaner mit knallharten Sozialdarwinismus und einer immer weiter
    > auseinander driftenden Gesellschaft.

    Klar, ohne Leistungsschutzrecht hat man automatisch Sozialdarwinismus.
    Sagt zumindest der Axel-Springer-Verlag.

  8. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: DrWatson 14.09.16 - 19:52

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Europa (kontinental betrachtet) hat das ganze scheiß Web "erfunden". Europa
    > (als Verbund betrachtet) muss nur nicht jeden Stronz maximiert
    > monetarisieren.

    Tim Berners-Lee hat das WWW erfunden, nicht Europa.

    Ein Kontinent erfindet nicht und ein Land auch nicht. Ich fass mir immer an den Kopf, wenn Leute Dinge sagen wie: "Deutschland hat das Auto erfunden, Deutschland hat die MP3 erfunden." Und dann soll stolz sein, weil jemand der etwas erfunden hat, zufällig im gleichen Land gelebt hat.

    > Ich überlasse den Amis gerne ihre Arbeitsbedingungen im Valley. Es steht ja
    > jedem frei sich dorthin zu orientieren und die realen Probleme, die das
    > Valley verursacht, am eigenen Leib zu erfahren.

    Ist das die moderne Form von "geh doch rüber"?

    > Relevante Konkurrenz aus Europa? Wozu? Niemand brauchte Facebook zum leben,
    > niemand braucht Facebook zum leben.

    Es geht doch gar nicht darum, was man zum Leben braucht.
    Essen, medizinische Versorgung und ein Dach über dem Kopf gibt es in jeder JVA, das kann nicht alles sein oder?

  9. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: amagol 14.09.16 - 20:36

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein Kontinent erfindet nicht und ein Land auch nicht. Ich fass mir immer an
    > den Kopf, wenn Leute Dinge sagen wie: "Deutschland hat das Auto erfunden,
    > Deutschland hat die MP3 erfunden." Und dann soll stolz sein, weil jemand
    > der etwas erfunden hat, zufällig im gleichen Land gelebt hat.

    Oder "Deutschland is Weltmeister". Sicher nichts worauf man als einzelner einen Einfluss hat.
    Dennoch kann ein Land, eine Regierung, eine Gesellschaft, ... die Voraussetzungen dafuer schaffen, das etwas passiert (oder passieren kann). Es ist eben kein Zufall, wenn Innovationen aus dem Silicon Valley kommen. Es ist halt die Mischung aus Geld, Freiheit und (Spitzen-)Fachkraeften - im Grunde das gleiche was in Preussen unter Friedrich II in der Potsdam/Berliner Gegend den Fortschritt antrieb.

  10. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: bombinho 14.09.16 - 20:47

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, da steckt kein perfider Welteroberungsplan dahinter. Schiere Dummheit
    > ist oftmals der alleinige Grund für Entscheidungen, die man rein rational
    > nicht nachvollziehen kann.

    Vorsicht beim Benutzen von Vokabeln wie "Dummheit" bei komplexen Entscheidungen.
    Ist es besser, einen Rennwagen auf Gewicht oder doch lieber auf Leistung zu optimieren?

  11. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: Mephir 14.09.16 - 22:13

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir fielen als Gegenargumente spontan Waffenhersteller ein. Ist auch
    > Technik bzw Industrie. Rheinmetall, H&K, Glock, Sig Sauer, Beretta,
    > Fabrique Nationale und so weiter, Europa ist in punkto Totmachzeugs
    > unschlagbar.
    Aber doch bitte nicht im Vergleich zu den Amerikanensern.
    Colt, Smith & Wesson, Magpul, Remington, Barrett, Browning, Taurus, Cheytac, etc..



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.16 22:23 durch Mephir.

  12. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: grslbr 14.09.16 - 23:26

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > grslbr schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Keine Ahnung, ich glaube als den Erfolg des Silicon Valley erkaufen sich
    > > die Amerikaner mit knallharten Sozialdarwinismus und einer immer weiter
    > > auseinander driftenden Gesellschaft.
    >
    > Klar, ohne Leistungsschutzrecht hat man automatisch Sozialdarwinismus.
    > Sagt zumindest der Axel-Springer-Verlag.
    Das war so überhaupt nicht gemeint. Was heute das Valley ist, das waren mal andere Bereiche. Mir ging es darum, dass Wirtschaftsliberalismus^3 eben auch Schattenseiten hat. Wenn Leute sechsstellige Beträge verdienen auf der einen Seite, bei Unternehmen die noch nicht mal richtig besteuert werden noch dazu, und dem gegenüber steht eine Unterschicht gegen die der ärmste Hartzer bei uns fein raus ist... Da läuft doch was schief, oder? Soziale Gemeinschaft ist eine kulturelle Errungenschaft und historisch betrachtet sind alle Imperien nach dem erreichten Zenith der Dekadenz untergegangen. Ich mag die Amerikaner, ich mag vieles an dem Land. Aber willst du derzeit da wohnen? Ich nicht. Und lass' die ernsthaft Trump wählen, dann wird's noch heisser.

    @Mephir: Mhh, ja so eine Barret .50er mal feuern wäre ein Lebenstraum. Aber z.B. die MP5 als Beispiel, da hat noch kein Ami-Büchsenmacher ein vergleichbares System angeboten. Natürlich gibt's auch tolle Wummen da. Trotzdem haben wir hier einige Riesennummern auf dem Gebiet des Pengpuffpengs.

    Nobody belongs anywhere, nobody exists on purpose,
    everybody's going to die. Come watch TV?

  13. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: amagol 14.09.16 - 23:41

    Mephir schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber doch bitte nicht im Vergleich zu den Amerikanensern.
    > Colt, Smith & Wesson, Magpul, Remington, Barrett, Browning, Taurus,
    > Cheytac, etc..

    Im Gegensatz zu Rheinmetall, H&K, KMW, EADS klingt das doch eher wie Spielzeug (M16 vs. Leo II).
    Ich haette auf US Seite eher Northrop, Raytheon, Lockheed Martin, General Dynamics, Boeing genannt.

  14. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: DrWatson 14.09.16 - 23:48

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Klar, ohne Leistungsschutzrecht hat man automatisch Sozialdarwinismus.
    > > Sagt zumindest der Axel-Springer-Verlag.
    > Das war so überhaupt nicht gemeint. Was heute das Valley ist, das waren mal
    > andere Bereiche. Mir ging es darum, dass Wirtschaftsliberalismus^3 eben
    > auch Schattenseiten hat. Wenn Leute sechsstellige Beträge verdienen auf der
    > einen Seite, bei Unternehmen die noch nicht mal richtig besteuert werden
    > noch dazu, und dem gegenüber steht eine Unterschicht gegen die der ärmste
    > Hartzer bei uns fein raus ist... Da läuft doch was schief, oder?

    Ich verstehe nicht was du damit sagen willt. Bei dir klingt das so, als ginge es armen Menschen ohne IT-Firmen besser.

  15. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: grslbr 15.09.16 - 00:34

    Neee, mit weniger blauäugiger Liebe zum Kapital. Die Firmen im Valley sollten gezwungen werden ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, so wie generell alle Firmen. Förderung und Vorteile für Startups meinetwegen, aber wer das Bruttosozialprodukt von Swasiland als Monatslohn für Abteilungsleiter zahlt darf doch bitte auch entsprechend Steuern zahlen.

    Dieses Fördern von Unternehmen auf Teufel komm raus hat Finanzkrisen und desolate Stadtwüsten wie Detroit produziert, das wird nicht ewig gut gehen. So'n Shit wie das Leistungsschutzrecht ist ja des selben Geistes Kind, da wird nach der Pfeiffe der Marktwirtschaft getanzt und die denkt eben in Quartalen statt in Lebenszeiten, oft sogar zu ihrem eigenen Nachteil.

    Nobody belongs anywhere, nobody exists on purpose,
    everybody's going to die. Come watch TV?

  16. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: amagol 15.09.16 - 01:02

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Neee, mit weniger blauäugiger Liebe zum Kapital. Die Firmen im Valley
    > sollten gezwungen werden ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, so wie
    > generell alle Firmen. Förderung und Vorteile für Startups meinetwegen, aber
    > wer das Bruttosozialprodukt von Swasiland als Monatslohn für
    > Abteilungsleiter zahlt darf doch bitte auch entsprechend Steuern zahlen.

    Das der gute Mann in einem Jahr ne halbe Million gemacht hat - das hat nicht Facebook gezahlt, sondern er hat Glueck gehabt das seine Aktien nach 'nem Jahr begehrt waren. Haette genausogut anders laufen koennen. Und er wird sein Einkommen vermutlich auch versteuert haben.
    Und das Basisgehalt (und vermutlich auch die Kompensation die Facebook sich ausgerechnet hat als sie ihn einstellten) haut mich jetzt nich vom Hocker - das ist eher branchenueblich. Ich wuerde fuer das Geld nicht ins Valley gehen - davon koennte ich dort kaum leben.

    > Dieses Fördern von Unternehmen auf Teufel komm raus hat Finanzkrisen und
    > desolate Stadtwüsten wie Detroit produziert, das wird nicht ewig gut gehen.
    > So'n Shit wie das Leistungsschutzrecht ist ja des selben Geistes Kind, da
    > wird nach der Pfeiffe der Marktwirtschaft getanzt und die denkt eben in
    > Quartalen statt in Lebenszeiten, oft sogar zu ihrem eigenen Nachteil.

    Diese Unternehmen werden aber nicht gefoerdert sondern jemand investiert (ueblicherweise weil er an das Unternehmensziel und/oder den Gruender glaubt). Im Gegensatz zu staatlichen Foerderungen die von Startups in Deutschland abgestaubt werden. Und ja, es ist gut das Unternehmen pleite gehen, nur so kann sich die Wirtschaft anpassen. Auch von den Startups werden 95% scheitern, aber das ist eingeplant.
    Detroit ist grade deshalb Zusammengebrochen weil es keine Innovation gab. Haetten ein paar findige Startups damals Kleinwagen oder E-Autos gebaut, wuerde Detroit vielleicht heute noch bluehen.

  17. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: DrWatson 15.09.16 - 01:07

    grslbr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Firmen im Valley
    > sollten gezwungen werden ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, so wie
    > generell alle Firmen.

    Werden sie doch schon. Die größten Steuerzahler nicht nur der USA, sondern der ganzen Welt sitzen im Silicon Valley.

    > wer das Bruttosozialprodukt von Swasiland als Monatslohn für

    Du hast Vorstellungen:

    BIP Swasiland: 3,791 Milliarden

    > Dieses Fördern von Unternehmen auf Teufel komm raus hat Finanzkrisen und
    > desolate Stadtwüsten wie Detroit produziert, das wird nicht ewig gut gehen.

    Welches Fördern von Unternehmen?

    > So'n Shit wie das Leistungsschutzrecht ist ja des selben Geistes Kind, da
    > wird nach der Pfeiffe der Marktwirtschaft getanzt und die denkt eben in
    > Quartalen statt in Lebenszeiten, oft sogar zu ihrem eigenen Nachteil.

    Wieso? Das Leistungsschutzrecht soll doch die armen Jounalisten vor Ausbeutung von bösen IT-Firmen bewahren. Ich bitte dich: Etwas weniger blauäugiger Liebe zum Kapital!

    Mal im Ernst:
    Das Leistungsschutzrecht ist Zitronensozialismus und der Grund, warum die IT in Deutschland so kümmerlich ist. Wenn alle so denken würden, wie Öttinger, dann sähe es hier aus wie in Griechenland.

  18. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: DrWatson 15.09.16 - 01:10

    amagol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Detroit ist grade deshalb Zusammengebrochen weil es keine Innovation gab.
    > Haetten ein paar findige Startups damals Kleinwagen oder E-Autos gebaut,
    > wuerde Detroit vielleicht heute noch bluehen.

    Eben. In Detroit hat man sich auf ein paar wenige Großfirmen (Autohersteller) verlassen und als die abgehauen sind ist alles zusammengeklappt.

  19. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: TrudleR 15.09.16 - 07:10

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > grslbr schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > [...]
    > > knallharten Sozialdarwinismus
    > > [...]
    > > Ich habe lieber kein sechsstelliges Gehalt und eine gesetzliche
    > > Krankenversicherung für alle.
    >
    > Es waere sicher schwer, dir nicht zuzustimmen, aber ich glaube zwischen dem
    > amerikansichen Extrem - es naemlich massiv und ohne Ruecksicht auf Verluste
    > durchzudruecken - sowie dem Europaeischen oder Deutschen Extrem - es
    > naemlich einfach auf Biegen und Brechen zu unterdruecken - gibt es durchaus
    > noch etwas sinnvollen Spielraum - oder koennte es zumindest geben.
    >
    > Ich muss da z.B. direkt an Themen wie das Leistungsschutzrecht denken, das
    > ja automatisch jeden ernsthaften Versuch, eine grosse europaeische
    > Suchmaschine aufzubauen, einfach ausradiert.
    > Oder auch das momentane Geklaeffe rund um den "Datenreichtum", was uns
    > einen Vorteil (den man bei uns leider noch kaum wirtschaftlich ausgenutzt
    > hat) gegenueber den Amerikanern kaputt macht.
    >
    > Ich finde es ok, eine solche "Internet-Industrie" nicht mit Waffengewalt
    > durchzudruecken, aber ich finde es wenig ok, sie mit Waffengewalt zu
    > unterdruecken, so wie es bei uns gefuehlt gemacht wird.

    Sehr guter Kommentar!

  20. Re: Definitiv kein arroganter Amerikaner

    Autor: Bautz 15.09.16 - 07:11

    Das Valley hat schon eine komplett eigene Kultur. Etwas, was kaum jemand der nicht in dieser Welt ist, verstehen kann.

    Das Problem ist dass es vor ein paar Jahren zu 95% geniale Nerds waren, inzwischen aber mehr und mehr einfach nur die grünen Scheinchen zählen.

    Damals waren Startups mit max. 10 leuten standard, heute guckt dich kaum einer an, wenn du nicht mit über 200 Nasen startest. Um dann eine App rauszubringen, die sich Monate im status "beta" befindet. Unter 100 dieser Apps ist dann vielleicht eine dabei, die sich durchsetzt und die grünen Scheinchen ausspuckt. Dann aber genug, um die anderen 99 Fehlschläge zu kompensieren.

    Hier treffen einfach zwei Mentalitäten aufeinander:
    - Amerikaner: Wir probieren's mal, volldampf vorraus, wenns nicht klappt, naja, was solls.
    - Europäer: Wir machen mal einen kleinen Versuch, dann einen Feldversuch und dann schauen wir ob wir irgendwoher Geld bekommen um das auszubauen.

    Seit wir unsere Niederlassungen in den USA haben (Phoenix und Allentown, NY) wollten uns schon mehrfach große Firmen schlucken und groß vermarkten. Ich setze lieber auf konstantes eigenes Wachstum. In 10 Jahren von 2 Studenten als Projektarbeit gestartet, mit inzwischen 45 Mitarbeitern (6 USA, 3 Irland, 3 Ungarn), wachsen wir langsam aber stetig.

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