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Weniger als die halbe Wahrheit ...

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Weniger als die halbe Wahrheit ...

Autor: sfreund 14.10.16 - 14:22

Der Artikel ist leider sehr reißerisch, einseitig und wenig sachlich.

Es wäre schön gewesen, wenn ihr euch auch mal in der restlichen Belegschaft umgehört hättet.

Nur ein Beispiel der Einseitigkeit der Berichterstattung:
Materna besitzt keine eigenständig ergebnisverantwortlichen Standorte. Mitarbeiter an Standorten sind immer einer Organisationseinheit zugeordnet, die übergeordnete Ergebnisverantwortung besitzt. An einem Standort können also Kollegen mehrerer OEs sitzen, die jeweils unterschiedliche Vorgesetze besitzen, unterschiedliche organisatorische Vorgaben haben können und wirtschaftlich getrennt agieren. Somit macht es bei Materna aus organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht Sinn einen unternehmensweiten Betriebsrat zu besitzen. Das ist anders als in einem Unternehmen, in dem der wirtschaftliche Anteil wesentlich vom Standort abhängt und Belange organisatorischer Art sehr regional sind - also die Personalvorgesetzten und die meisten Kollegen auch am selben Ort sind (Bäckereifiliale).

Das war das logische Argument der 60% aller Mitarbeiter, die sich für einen unternehmensweiten Betriebsrat ausgesprochen haben. Dieser Gedanke musste gar nicht von der Geschäftsführung lanciert werden, weil er jedem, der die Strukturen kennt, sofort klar war. Insbesondere die Mitarbeiter der Niederlassungen selbst haben den unternehmensweiten Betriebsrat bevorzugt.

Die angesprochenen Restrukturierungsmaßnahmen sind in anderen Unternehmen jährlich üblich und auch Materna hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrenzehnten immer wieder restrukturiert und Prozesse optimiert. Die Maßnahmen, die jetzt in einem Programm zusammengefasst wurden, sind durch die Bank absolute Selbstverständlichkeiten, die zumeist schon der gesunde Menschenverstand diktiert. Nichts davon greift massiv in das Umfeld eines Mitarbeiters ein, der sich nach banalen wirtschaftlichen Grundsätzen verhält. Kurz: In anderen Unternehmen würde kein Wort darüber verloren.

Ich frage mich bis heute, warum die IG Metall so darauf herumreitet.

Leider erwähnt ihr in eurem Artikel die ungeschickte und polemische Kommunikation der IG Metall nicht. Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen Betriebsrat und Mitbestimmung. Ich bin aber dagegen, dass eine politische Organisation versucht ihren Machtbereich auszuweiten und dabei vollkommen rigoros und rücksichtslos vorgeht. Die IG-Metall Dortmund hat es geschafft, dass ich ihr nicht mehr vertrauen kann. Und ich stehe mit meiner Meinung nicht alleine da.

Die IG Metall hat sich in diesem Fall gegen eine Mehrheit der Belegschaft gestellt, sie hat sie allen Ernstes in einem Fleier als dumme Hühner dargestellt und mit Falschbehauptungen massiv Stimmung gemacht. Über die Ziele könnte ich spekulieren. Aber wenn eine Gewerkschaft zur Durchsetzung ihrer Ziele, durch Rufschädigung in der Öffentlichkeit meinen Arbeitsplatz gefährdet, frage ich mich, wen sie eigentlich vertreten will.

Aber das ist wahrscheinlich eine andere Geschichte. Und die passt nicht so in das Klischee des bösen Unternehmers, der geknechteten Mitarbeiter und der heroischen Gewerkschaft.

Ich bin froh, dass ich in einem Unternehmen arbeite, in dem ich frei meine Meinung äußern darf und auch kontroverse Themen sachlich dikutiert werden können. Ich bin froh, dass wir als Belegschaft für unsere Ziele streiten können und trotzdem am Ende einen konstruktiven Weg gefunden haben. Das ist für mich eine Stärke dieses Unternehmens.

Die Unterstellung, dass Kollegen zu Personalgesprächen geladen wurden, weil sie eine abweichende Meinung gegenüber der Geschäftsleitung besitzen, ist schlichtweg falsch. Der Grund war für alle offensichtlich!
Der Grund war der respektlose und herabsetzende Ton dieser Mitarbeiter in den internen Diskussionen. Kritiker oder Kollegen mit eigener Meinung wurden von diesen Mitarbeitern auf rüde Art herabgesetzt und geradezu beschimpft. Dieses Verhalten war der Grund für Mitarbeitergespräche. Sonst keiner!

Richtig übel wird es, wenn die polemische Behauptung, dass angeblich gewogegene und linientreue Mitarbeiter bevorzugt würden, in den Raum gestellt wir. Was für ein hahnebüchener Unsinn! Das ist natürlich ein Totschlagsargument, das prophylaktisch alle diskreditiert, die eine andere Meinung haben. Eigentlich hätten euch solche Äußerungen schon zeigen können, wes Geistes Kind eure Informaten sind.

Es ärgert mich, dass ihr solche Behauptungen einer Quelle akzeptiert, die ihren Namen nicht nennen will.

Ich gehöre weder der Geschäftleitung, noch der Verwaltung an. Ich bin ein einfacher Mitarbeiter. Aber ich finde es schlicht unerträglich, dass ein unzufriedener "Kollege" Dreck über uns alle kippt, unseren Ruf als Unternehmen schädigt und ihr es ohne eine diffenzierte Betrachtung veröffentlicht.

Viele Grüße

Sebastian Freund


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Weniger als die halbe Wahrheit ...

sfreund | 14.10.16 - 14:22
 

Re: Weniger als die halbe Wahrheit ...

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fordprefect42 | 21.10.16 - 21:36
 

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