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Warum entschädigen?

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  1. Warum entschädigen?

    Autor: Mett 30.11.16 - 09:51

    Warum sollte die Telekom für den Ausfall der Leitung entschädigen? Die Verträge sehen doch eine jährliche Verfügbarkeit von 97% vor. Was sind da schon zwei Tage?

    Wer beruflich auf den Internetzugang angewiesen ist, muss sich entweder bessere servicelevels kaufen oder selbst für eine redundante Anbindung sorgen.

    Und wenn der gekaufte Router durch mies gewartete Firmware unbrauchbar wird, hat ihn der Hersteller halt zu ersetzen.

  2. Re: Warum entschädigen?

    Autor: narfomat 30.11.16 - 16:52

    ja aber mit dem aufzeigen der realität gewinnt man leider keine wählerstimmen und "minderwertiges, consumergrade servicelevelagreement" klingt auch nicht so cool wie "schnelle cybereingreiftruppe".

    entschädigung wird es nicht in 100 jahren geben, dazu müsste man der telekom schon fahrlässigkeit nachweisen und das wird 1. nicht passieren und 2. selbst das würde kaum was bringen, das SLA ist ja recht eindeutig. 97% verfügbarkeit von 365 tagen ist nun mal 354.05 tage.

    VIEL WICHTIGER WÄRE provider dazu zu verpflichten, ihre SLAs auf höhere verfügbarkeiten auszurichten was voip angeht, weil nun mal heutzutage nicht nur facebook net geht wenn der anschluss tot ist oder jemand der nicht bereit war an dem anschluss an dem er produktiv arbeitet für bessere IT sicherheit zu sorgen (und die beginnt damit, das man keinen unsicher konfigurierten consumergrade router einsetzt), sondern auch oma wegen voice over IP statt analoganschluss nicht die 112 anrufen kann wenn opa gestolpert ist und sich das bein gebrochen hat... DAS ist problematisch.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.16 17:02 durch narfomat.

  3. Re: Warum entschädigen?

    Autor: phade 30.11.16 - 17:14

    ... ich frag mich grad, ob dyndns nicht den Kamera-Hersteller auf Schadensersatz verklagen könnte ?

    Und ob ich nicht die Telekom verklagen kann, falls sich da ein Botnetz in deren Routern einnistet, dass anschliessend meinen Webserver platt macht ?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.16 17:16 durch phade.

  4. Re: Warum entschädigen?

    Autor: Niaxa 30.11.16 - 19:04

    Weil es kein Ausfall durch Hardwareschaden, Wartung oder höherer Gewalt war. Es war eine Sicherheitskritische Lücke und einfach nur dämlich vom Provider, Wartungskanäle offen zu halten und somit angreifbar zu machen. Das nennt man grob fahrlässige Handlung. Und das gehört abgestraft.

  5. Re: Warum entschädigen?

    Autor: phade 30.11.16 - 19:47

    Hm, bin ich mir nicht so sicher, ob das vielleicht nicht doch geht ...

    In allen Gesetzen steht was vom "Stand der Technik". Da die Sicherheitslücke vorher bekannt war, hätte die Telekom die Router absichern müssen.

    Da Geräte mit einem admin-Zugang nicht mit einem Standardpasswort auszuliefern sind, ist doch wohl auch "Stand der Technik" ...

    Das sich da die Abmahnanwälte nicht drauf stürzen, hm.

  6. Opfer werden zu Täter gemacht

    Autor: DerDy 30.11.16 - 23:19

    Da gibt es (50) Millionen Geräte im Internet, die von diversen Bot-Netzen gekapert wurden und (DDOS-)Angriffe auf andere Internetgeräte ausführen und Golem ruft nach Entschädigungspflicht vom Opfer. War es die Telekom, die den Angriff ermöglicht hat oder war es ein Bot-Netz?

    Also wenn ich ein Bot-Netz besitzen würde(!) und damit einen Angriff auf Golem.de fahren würde, dann sollte Golem.de jedem Abo-Besitzer eine Entschädigung bezahlen, wenn die Webseite für ein paar Stunden down ist?
    Wenn ich auf der Straße von jemanden angeriffen und verletzt werde, dann soll ich meinem Arbeitgeber eine Entschädigung zahlen, weil ich zu spät komme?

    Man darf doch nicht vergessen, die Aktion den Router zu infizieren ist illegal, warum soll das Angriffsziel dafür alleine haften? Was ist mit Besitzer der IOT-Geräten, die infiziert sind? Sind die aus der Haftung befreit?

    Da wird ein Betroffener zum Sündenbock gemacht. Wenn die Telekom nicht gehandelt hätte und wenn sie ihre Kunden mit Absicht im Unklaren gehalten hätte, dann könnte man sich sicherlich beschweren. Aber so?

  7. Re: Opfer werden zu Täter gemacht

    Autor: Mett 01.12.16 - 06:12

    Weil die Telekom als Routerhersteller (da steht dick und fett das Telekom-Logo drauf) ihre Pflichten vernachlässigt hat. Ich rede nicht von der Telekom als Netzbetreiber, sondern ausdrücklich als Routerhersteller. Darum drehte sich auch mein OP. Der Netzbetreiber kann für den Ausfall nichts, weil die Router beim Kunden nicht mehr taten, was sie sollten.

    Die Telekom hat ja auch erst gehandelt, nachdem es ihr jetzt auf die Füße gefallen war. Die Lücke soll seit 2014 bekannt sein.

    Falls das missverständlich rüberkommen sollte: Ich bin nicht für eine Entschädigung wegen des Netzausfalls, da es kein Netzausfall war, sondern ein Routerausfall. Das sind zwei Paar Schuhe, auch wenn hier zufällig der Netzbetreiber auch der Hersteller der betroffenen Router ist.

  8. Re: Warum entschädigen?

    Autor: Mett 01.12.16 - 06:13

    Nein, es war nicht dämlich vom Provider. Es war dämlich vom Routerhersteller. Die sind halt hier der selbe Laden. Dennoch ist das ein Unterschied.

  9. Re: Warum entschädigen?

    Autor: whitbread 04.12.16 - 06:44

    Also jenseits der Juristerei sehe ich das so:

    Wer einen Router vom ISP gestellt bekommt und sich für die Fernwartung bzw. regelmässige Updates entscheidet (imho sollte der Router updates auf dem Update-Server anfragen und diese nicht per push erhalten) der hat quasi das Sicherheitspaket des ISP gebucht und dieser muss dann für die Sicherheit sorgen und bei Problemen auch haften! Und natürlich gehört eine Entschädigung dazu, wenn der ISP - wie im vorliegenden Fall - geschlampt hat.

    Wer sich seine eigene HW hinstellt, kümmert sich selbst um die Sicherheit und haftet auch selber - basta!

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