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Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

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  1. Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: ckerazor 31.03.17 - 13:07

    Vorneweg ein paar allgemeine Worte, danach mit Artikelbezug:

    Der Fachkräftemangel wird, wie Golem anmerkt, seit längerer Zeit durch sämtliche it-affinen Onlinepublikationen durchgebetet. Dabei existiert der gar nicht. Auch wenn ich selbst noch nicht davon betroffen bin habe ich erkannt, dass es in Unternehmen eine gewisse Jugendkultur gibt. Mit 50 ist man scheinbar schon vielen Unternehmen zu alt und direkt nach der Ausbildung oder nach einem Studium ist man "nicht einsetzbar" weil es an Praxis mangelt.

    Woher soll die auch kommen wenn Unternehmen nur absolut passgenaue Kandidaten einstellen wollen, die es oftmals nicht gibt? Unternehmen haben schon damit ein Problem einen Entwickler einzustellen, der eben genau die Sprache XY nicht beherrscht. Dass grundlegende Mechanismen der Programmierung in praktisch jeder modernen Sprache identisch sind und man sich, wenn man gut ist, nach kurzer Zeit auch in anderen Umgebungen zurecht finden würde, daran denken viele Firmen gar nicht.

    Woran es offenkundig mangelt sind höchstqualifizierte Menschen die jung und belastbar sind und die für ein Butterbrot arbeiten. Wenn man sich fürs "Arsch plattdrücken" in irgendwelchen Bullshitbingo Jobs im Büro für 3000 bis 4000 Brutto im Monat rumdrucksen kann, wieso sollte sich jemand den Aufwand mit einem IT Job für das selbe Geld machen? Natürlich gibt es Leute die was drauf haben. Die bekommt man aber für 4000 Brutto nicht, weil die im Ausland oft das Doppelte verdienen.

    Ausländische Arbeitskräfte mittels "IT Greencard" importieren hat auch nicht geklappt, weil in deutschen Firmen eben deutsch gesprochen wird und das nach Möglichkeit akzentfrei. Die Arroganz die man hier teilweise noch vor sich her schiebt, weil man es sich noch! leisten kann, ist unerträglich. Meine Erfahrung mit Kollegen ist, dass gerade ITler aus dem Ostblock enorme Fähigkeiten hinsichtlich Analyse, Lösungsfindung und Logik mitbringen. Dieses Potential muss man, über den "gebrochen Deutsch Faktor" hinweg mit abschöpfen!

    Zum Artikel:

    - Schalten der Anzeige bis zur Einstellung. Hausgemachtes Problem. Das Matching funktioniert doch oft nach dem Motto: Schlagworte in der Anzeige bitte ins Anschreiben und in den Lebenslauf und dann bitte 100% Matching. So geht´s nicht. IT war schon immer die Verbindung vieler Dinge. Das verstehen Personaler häufig nicht.

    - Frauen. Brauchen Vorbilder in der IT? Blödsinn. Es ist anzunehmen dass fast niemand sich für eine Ausbildung oder ein Studium der IT entschlossen hat, weil er Bill Gates oder Steve Jobs großartig findet. Das geschieht aus Eigeninteresse und auch aus Interesse am Erkunden, am Rausfinden, am Basteln und probieren, am Willen zu verstehen wie Dinge funktionieren - und das haben viele Frauen nicht. Soll man die jetzt zwingen? Per Zwangsquote "20% eines Jahrgangs muss ein MINT Fach studieren" per Los? Frauen haben seit über einem Jahrzehnt sogar mehr Chancen als Männer, weil die Diskriminierung von Männern schon in Grundschule und vorher im Kindergarten losgeht. Frauen die IT wollen können das machen und machen es schon seit längeren. Ich finde aber nicht, dass man sie unbedingt hinprügeln muss.

    Abschluss:

    Ich denke nicht dass sich durch mehr Frauen in der IT der nicht vorhandene Fachkräftemangel lösen lässt. Wäre mehr Bedarf da, würden die Gehälter steigen was sie nicht tun. Oder in dem Bereich sind grundlegende Mechanismen des Markts ungültig, wer weiß;) Firmen müssen Anreize schaffen, dann kommen auch die Mitarbeiter. Da der Fokus auf jung, geringe Bezahlung und mit 50 dann zu alt weil zu teuer liegt, wird sich daran auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

    Schönes Wochenende Euch allen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.03.17 13:07 durch ckerazor.

  2. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: deefens 31.03.17 - 13:24

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit 50 ist
    > man scheinbar schon vielen Unternehmen zu alt

    Nicht zu alt, sondern zu teuer. Wer heute 50 ist dürfte als Akademiker vor ca. 25 Jahren eingestiegen sein und bis vor 10 Jahren jährlich sehr ordentliche Gehaltsrunden mitgenommen haben. Diese Leute sind stand heute viel zu teuer, da die Gehälter in den letzten 10 Jahren massiv gedrückt wurden. Ergo zieht man heute einen 30jährigen IMMER einem 50jährigen vor, weil er schlicht nur die Hälfte oder noch weniger kostet.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.03.17 13:24 durch deefens.

  3. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: gorsch 31.03.17 - 13:53

    >> Mit 50 ist man scheinbar schon vielen Unternehmen zu alt und direkt nach der Ausbildung oder nach einem Studium ist man "nicht einsetzbar" weil es an Praxis mangelt.

    Ist aber doch wahr! Studenten mit null Praxis einzuarbeiten, das will halt keiner. Weder das deutsche Hochschulsystem noch das deutsche Ausbildungssystem ist produktiv und anpassungsfähig genug, zuverlässig berufsqualifizierte Leute abzuwerfen.

    Und gewisse Leute ab fünfzig in können auch *sehr* anstrengend sein...

    Die Firmen wollen eben keine Risiken eingehen. Noch dazu der strenge Arbeitsschutz...

    >> Natürlich gibt es Leute die was drauf haben. Die bekommt man aber für 4000 Brutto nicht, weil die im Ausland oft das Doppelte verdienen.

    Naja, es kommt auch auf den Standort an. Mit 4000 kommt man in wohnbaren deutschen Städten oft nicht weit. Mit 8000 lebst du in London oder gar San Francisco aber auch nicht besser.

    >> Schalten der Anzeige bis zur Einstellung. Hausgemachtes Problem. Das Matching funktioniert doch oft nach dem Motto: Schlagworte in der Anzeige bitte ins Anschreiben und in den Lebenslauf und dann bitte 100% Matching.

    Das ist aber doch genau der *Fachkraft*-Mangel, der beklagt wird! Die wollen den 24,5 Jahre alten Agile-Entwickler mit mehrjähriger Erfahrung in genau den zwanzig Frameworks die die Firma über die Jahre angeschafft hat. Wäre die Anzeige allgemeiner verfasst, würden sich ja potentiell hunderte Menschen bewerben, das verkraftet doch keine Personalabteilung!

    >> Dass grundlegende Mechanismen der Programmierung in praktisch jeder modernen Sprache identisch sind und man sich, wenn man gut ist, nach kurzer Zeit auch in anderen Umgebungen zurecht finden würde, daran denken viele Firmen gar nicht.

    Die "Mechanismen" der Sprache sind heutzutage doch garnicht mehr ausschlagebend. Frameworks, Patterns, Methodologien, Ideologien... da liegen often Welten dazwischen. Das ist kaum mehr Einarbeitung, eher Einbürgerung.

  4. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: ckerazor 31.03.17 - 13:59

    gorsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    Das duale Ausbildungssystem bringt immer noch brauchbarere Leute hervor als Ausbildungssysteme anderer Länder. Weswegen andere Länder darüber nachdenken das deutsche System zu kopieren.

    Zum Thema fertig studiert und nicht praxistauglich: Wer genau soll denn die Leute dann in den Job bringen wenn nicht die Firmen?

    Leute ab 50 anstrengend? Klar, weil man die nicht mehr rumschubsen kann wie die ganz jungen, die alles mit sich machen lassen. Hilfe, Mitarbeiter mit eigener Meinung. Sowas geht ja gar nicht;)

    Die 4000 haben sich auf Deutschland bezogen und am Rand einer Großstadt sollte man damit auskommen, mehr aber auch nicht.

    Rest: Ja, kann man so stehen lassen.

  5. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: gorsch 31.03.17 - 14:18

    >> Das duale Ausbildungssystem bringt immer noch brauchbarere Leute hervor als Ausbildungssysteme anderer Länder. Weswegen andere Länder darüber nachdenken das deutsche System zu kopieren.

    Jaja, da wird immer geschwätzt, weil es *genau die Gleichen* sind, die sich aus der Verantwortung ziehen: Die Firmen, bzw. die Wirtschaft an sich.

    >> Zum Thema fertig studiert und nicht praxistauglich: Wer genau soll denn die Leute dann in den Job bringen wenn nicht die Firmen?

    Die Wirtschaft soll das machen, da bin ich voll dafür. Die müssen's ja am Besten wissen. Wolln'se halt nicht, ist immer einfacher über den Staat oder den Nachwuchs zu meckern, als eine langfristige Investition zu tätigen.

    >> Leute ab 50 anstrengend? Klar, weil man die nicht mehr rumschubsen kann wie die ganz jungen, die alles mit sich machen lassen. Hilfe, Mitarbeiter mit eigener Meinung. Sowas geht ja gar nicht;)
    "Rumschubsen", naja. Ich sag's mal so, Meinungen haben die Leute schon genug, egal in welchem Alter. Flexibilität nimmt mit dem Alter aber eher ab...

  6. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: ckerazor 31.03.17 - 14:32

    Zur Flexibilität: Von welcher sprechen wir? Gerade ein Mitarbeiter um die 50 ist ideal. Der ist körperlich und geistig auf der Höhe, hat eine unheimliche Kompetenz, wenn er mehr als 20 Berufsjahre auf dem Buckel hat und gerade DESWEGEN kann er Problemstellungen von mehreren Blickwinkeln her, also völlig flexibel angehen.

    Der Frischling der nur einen Lösungsansatz a) hat kann genau dies nicht.

    Unflexibel sind Mitarbeiter um die 50 wenn es um ein mageres Gehalt geht oder um Wohnwortwechsel oder anderes. Man kann, also die Wirtschaft, nicht erwarten, dass Leute die im Leben angekommen sind, ständig ihren Freundeskreis hinter sich lassen und alles abschneiden und ganz wo anders hingehen wie das die Jungen zu machen haben.

    Wirklich dickköpfige und unwillige Mitarbeiter sind selten. Das ist jedenfalls meine (Mitte 30) Erfahrung mit älteren Kollegen. Die meisten sind in dem was sie tun richtig gut drauf.

  7. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: twothe 31.03.17 - 14:52

    Recruiting ist immer noch eines der größten Probleme in Deutschland. Was ich da schon alles erlebt habe, da wunder es mich nicht, warum der Deutsche IT Markt im internationalen Vergleich so schlecht dar steht.

    Wenn man als qualifizierter Entwickler mit erstklassigem Lebenslauf und 10+ Jahren Berufserfahrung vom Recruiter abgelehnt wird, weil man die in der Firma gängige IDE noch nicht benutzt hat... eine F***ING IDE, die jeder auf dem Niveau mal eben in 5 Minuten lernt wenns denn sein muss... und diese Firma dann später über einen Mangel an Fachkräften klagt... Also da sehe ich das Problem an einer ganz anderen Stelle.

  8. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: Trockenobst 31.03.17 - 15:10

    deefens schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > viel zu teuer, da die Gehälter in den letzten 10 Jahren massiv gedrückt
    > wurden. Ergo zieht man heute einen 30jährigen IMMER einem 50jährigen vor,
    > weil er schlicht nur die Hälfte oder noch weniger kostet.

    Das Hauptproblem ist nicht das er zu teuer ist, sondern dass der Abstand zu dem was zu tun ist und das was er könnte einfach das Geld nicht hergibt.

    Dumme php-Formulare basteln, dafür braucht es den Senior nicht. Ich kenne Leute die 35, und absolute Asse in ihren Fachgebieten. Denen macht niemand was vor. Nun sitzen diese Topleute und kriegen große Augen was in USA und Kanada alles an Projekten laufen, vor allem aktuell Cloud, große Räder.

    Und dann ist da so ein wichtigtuerischer Deutscher Konzern, der sucht halbseitig in intelligenten Zeitungen für die Ablösung eines Systems das Vertragsverwaltung macht. Ganz "großes" Kino. Bis man feststellt, dass es eine überkanditelte Adressverwaltung, plus ein paar Vertragsbooleans sind. Ganz oben aufgehängt, ganz groß gepusht, 100 Seiten Handbuch in 12 Sprachen.

    Kann jeder Studenten-Soldat mit 2 Jahren Praktikumserfahrung umschreiben das Teil. Dafür brauchts keinen 100k pro Jahr Söldner-General.

    Die Räder die man hier in DE schieben kann, sind so klein, dass man grundsätzlich und in der Masse ab 40 einfach keine Projekte hat. Ein alter Arbeitskollege hat sich hart in SAP Sondermodule eingehackt der kennt die von vorne bis hinten. Sein Konzern hat die Abteilung ausgelagert und ihn gehen lassen.

    Nach zwei abgesoffenen Projekten haben sie ihn als Freelancer eingestellt. 30% mehr Gehalt, bessere Behandlung, Home Office plötzlich möglich. Die lernen es einfach nicht mehr.

  9. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: gorsch 31.03.17 - 16:20

    >> ckerazor: Wirklich dickköpfige und unwillige Mitarbeiter sind selten. Das ist jedenfalls meine (Mitte 30) Erfahrung mit älteren Kollegen. Die meisten sind in dem was sie tun richtig gut drauf.

    YMMV. Abgesehen davon: Wenn die da *drin sind*, dann ist ja alles okay (never touch a running system!). Es geht eher darum, nach einem Arbeitsplatz bzw. Umfeldwechsel *reinzukommen*.

    >> Man kann, also die Wirtschaft, nicht erwarten, dass Leute die im Leben angekommen sind, ständig ihren Freundeskreis hinter sich lassen und alles abschneiden und ganz wo anders hingehen wie das die Jungen zu machen haben.

    Das erwartet glaube ich niemand, im Gegenzug kann aber auch nicht erwartet werden, dass die Firmen zu einem hinziehen. Strukturwandel passiert eben auch mal.

    Was die Flexibilität beim Gehalt angeht: Nur weil man mehr Erfahrung hat, ist man nicht automatisch mehr Geld wert. Wenn der Markt nichts entsprechendes hergibt, hat man eben Pech.

    >> Trockenobst: Nach zwei abgesoffenen Projekten haben sie ihn als Freelancer eingestellt. 30% mehr Gehalt, bessere Behandlung, Home Office plötzlich möglich. Die lernen es einfach nicht mehr.
    Nur 30% mehr ohne Festanstellung ist aber ein gutes Geschäft für den Arbeit bzw. nun Auftraggeber...

  10. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: Trockenobst 31.03.17 - 16:51

    gorsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >> Trockenobst: Nach zwei abgesoffenen Projekten haben sie ihn als
    > Freelancer eingestellt. 30% mehr Gehalt, bessere Behandlung, Home Office
    > plötzlich möglich. Die lernen es einfach nicht mehr.
    > Nur 30% mehr ohne Festanstellung ist aber ein gutes Geschäft für den Arbeit
    > bzw. nun Auftraggeber...

    Der Teil mit dem Homeoffice "spart" dem Projektarbeiter aber bis zu 20h Pendeln im Monat die er nicht bezahlt bekommt. Diese Ersparnis kann er auf den Stundensatz draufrechnen.

  11. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: Hallonator 31.03.17 - 17:18

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > - Schalten der Anzeige bis zur Einstellung. Hausgemachtes Problem. Das
    > Matching funktioniert doch oft nach dem Motto: Schlagworte in der Anzeige
    > bitte ins Anschreiben und in den Lebenslauf und dann bitte 100% Matching.
    > So geht´s nicht. IT war schon immer die Verbindung vieler Dinge. Das
    > verstehen Personaler häufig nicht.

    So eine Personalsuche hatten wir auch. Kleine Firma. Keine Personaler. Das ist das Problem.

    Die Anzeigen, die eine große Liste an Technologien auflisten, kommen zustande, weil die Leute nicht wissen, wie sie vermitteln sollen, was sie suchen. Da steht zum Teil noch hinter, dass sich auch gerne Absolventen bewerben dürfen.

    Dass man die Absolventen so eben abgeschreckt hat, weil die ja keine der Techniken können, ist da vielen gar nicht klar. Die sagen dann Sachen wie "da steht doch gar nicht, dass das Anforderungen sind, sondern nur wünschenswert...".

  12. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: amk 31.03.17 - 17:32

    deefens schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >> Mit 50 ist
    >> man scheinbar schon vielen Unternehmen zu alt
    >
    > Nicht zu alt, sondern zu teuer. Wer heute 50 ist dürfte als Akademiker vor
    > ca. 25 Jahren eingestiegen sein und bis vor 10 Jahren jährlich sehr
    > ordentliche Gehaltsrunden mitgenommen haben. Diese Leute sind stand heute
    > viel zu teuer, da die Gehälter in den letzten 10 Jahren massiv gedrückt
    > wurden. Ergo zieht man heute einen 30jährigen IMMER einem 50jährigen vor,
    > weil er schlicht nur die Hälfte oder noch weniger kostet.

    Es fragt sich, warum in der IT-Branche die Menschen mit Berufserfahrung so wenig geschätzt werden. In anderen Branchen ist es selbstverständlich, einen guten Mix aus jung und alt zu haben. Natürlich will der alte Hase mehr Gehalt, dafür bewahrt er eine Firma aber auch vor manch fatalem Missgeschick.

    Inzwischen ist IT kein Nerd-Hobby mehr, sondern bei IT-Ausfällen kommt unsere Gesellschaft ins Stottern. Doch die Gehälter für IT-Fachkräfte fallen merkwürdigerweise ins Bodenlose.

    Wer ab 50 im IT-Umfeld einen neuen Job sucht, ist zuweilen besser beraten, die Branche zu wechseln und etwas völlig Neues mit seinem Leben anzufangen.

  13. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: Hallonator 31.03.17 - 18:32

    deefens schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ckerazor schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Mit 50 ist
    > > man scheinbar schon vielen Unternehmen zu alt
    >
    > Nicht zu alt, sondern zu teuer. Wer heute 50 ist dürfte als Akademiker vor
    > ca. 25 Jahren eingestiegen sein und bis vor 10 Jahren jährlich sehr
    > ordentliche Gehaltsrunden mitgenommen haben. Diese Leute sind stand heute
    > viel zu teuer, da die Gehälter in den letzten 10 Jahren massiv gedrückt
    > wurden. Ergo zieht man heute einen 30jährigen IMMER einem 50jährigen vor,
    > weil er schlicht nur die Hälfte oder noch weniger kostet.

    Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die ganzen 50 jährigen lieber arbeitslos bleiben als einen Job im 50-60k Bereich zu akzeptieren.

    Ich habe auch in der Tat schon mehrere Leute über 50 kennen gelernt, denen vollkommen klar war, dass sie die Gehälter von vorher nicht noch einmal bekommen werden.

  14. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: Hallonator 31.03.17 - 19:18

    amk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es fragt sich, warum in der IT-Branche die Menschen mit Berufserfahrung so
    > wenig geschätzt werden. In anderen Branchen ist es selbstverständlich,
    > einen guten Mix aus jung und alt zu haben. Natürlich will der alte Hase
    > mehr Gehalt, dafür bewahrt er eine Firma aber auch vor manch fatalem
    > Missgeschick.
    Ich würde darauf tippen, dass die Alten nicht einfach den alten Job weiter machen, sondern auf oftmals auf andere Technologien umsteigen müssen.

    > Inzwischen ist IT kein Nerd-Hobby mehr, sondern bei IT-Ausfällen kommt
    > unsere Gesellschaft ins Stottern. Doch die Gehälter für IT-Fachkräfte
    > fallen merkwürdigerweise ins Bodenlose.
    Die Gehälter sind besser als in vielen anderen Jobs.

    Die gesellschaftliche Argumentation lässt sich auf viele Berufsfelde rübertragen.
    Ohne Krankenschwestern würden Menschen verhungern. Ohne Kindergärtnerinnen hätten Eltern keine Zeit mehr zum Arbeiten gehen, um die Welt am Laufen zu halten

  15. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: KMat 31.03.17 - 20:44

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Frauen haben
    > seit über einem Jahrzehnt sogar mehr Chancen als Männer, weil die
    > Diskriminierung von Männern schon in Grundschule und vorher im Kindergarten
    > losgeht. Frauen die IT wollen können das machen und machen es schon seit
    > längeren. Ich finde aber nicht, dass man sie unbedingt hinprügeln muss.

    Stimmt, unser Bildungssystem ist komplett auf weiblich getrimmt. Männer werden mit Ritalin ruhig gestellt und Frauen bekommen für die gleiche Leistung bessere Noten. Glücklicherweise bin ich so gerade noch rechtzeitig aus dem System herausgekommen, bevor es mich für immer verdorben hätte. Heute lerne ich was ich will, wo ich will und wie ich will. Ich mache was ich will und bekomme dafür auch noch gutes Geld sowie alle Freiheiten die ich haben will.

    Viele meiner Freunde arbeiten in der IT Branche und alle beobachten das es genug bewerber gibt, aber die Gehälter einfach nicht stimmen. Deshalb wechselten viele von ihnen regelmäßig das Unternehmen um jedesmal eine Erhöhung zu erhalten, bis Sie endlich fair bezahlt werden. Und jedesmal mussten Sie eine Mappe von Zertifikaten die eigentlich keinen echten Inhalt haben aber teuer erkauft wurden zur Einstellung schicken. Tja so bekommt man keine echten Fachkräfte sondern Clowns.

  16. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: HorkheimerAnders 31.03.17 - 20:59

    Mangel entsteht in unserer Gesellschaft meistens nur dann, wenn der Wachstum nicht groß genug ist. Was an sich schon sehr ironisch ist.

  17. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel. Immer noch nicht

    Autor: plutoniumsulfat 01.04.17 - 00:01

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Erfahrung mit Kollegen ist, dass gerade ITler aus dem
    > Ostblock enorme Fähigkeiten hinsichtlich Analyse, Lösungsfindung und Logik
    > mitbringen. Dieses Potential muss man, über den "gebrochen Deutsch Faktor"
    > hinweg mit abschöpfen!

    Diese Leute gibt es überall. Auch in Deutschland haben wir davon genug. Die verkaufen sich nur vielleicht nicht immer gut oder wollen anständig bezahlt werden ;)

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