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  5. › Linux auf dem Switch: Freiheit kann…

Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

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  1. Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: chewbacca0815 19.04.17 - 12:45

    Bei aller Liebe für die hier im Text häufiger genannte Unabhängigkeit, aber was bitte soll Open Networking wie hier skizziert in der Realität bringen? Wo sollen die bisher offensichtlich ungenutzten Potentiale liegen? Der Ansatz wird "als Wunderwaffe gegen unflexible und kostenintensive klassische Netzwerk-Infrastrukturen dargestellt." Ist dem wirklich so oder wird hier nur einmal mehr eine weitere Industrie 4.0-Sau durch's Dorf getrieben?

    > Statt einer festen Einheit von proprietären Netzwerkbetriebssystem und Hardware haben die Nutzer bei Open Networking die Wahlmöglichkeit, mit welchem Betriebssystem sie ihre Netzwerkhardware betreiben möchten.

    Heißt also, man muss sich jetzt auch noch auf dem Gebiet der Netzwerkhardware und deren Zusammenspiel mit (irgendwelchen) freien Betriebssystemen auskennen?

    > Der Open-Networking-Ansatz ermöglicht also theoretisch, Hardware eines beliebigen Herstellers mit einem Betriebssystem eines anderen Herstellers zu betreiben.

    Na ganz toll! Wenn das denn so einfach wäre, hätten wohl alle Hersteller von Netzwerktechnik und entsprechenden Systemen wie Switchen, Routern etc. jahre- bzw. jahrzehntelange ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

    > Je nach konkretem Betriebssystem ist ein Switch somit effektiv ein Linux-Server mit sehr vielen Netzwerkschnittstellen und lässt sich dementsprechend auch so verwalten.

    Kann man so sehen, muss man aber wohl eher etwas einschränken. Server-Virtualisierung ist im Grunde genommen nichts anderes, als auf größtenteils nicht ausgelasteter Hardware eben mehrere virtuelle Server parallel zu fahren und somit die gegebene Hardware besser auszunutzen. Macht ja auch Sinn, zumindest großteils. Diesen Gedankenansatz allerdings umzulegen auf für den speziellen Einsatz speziell konzipierte Hardware (wie es Switche nun einmal sind), erscheint mir schon im Kern der falsche Ansatz. Einen Switch mit einem Server gleichzusetzen, erscheint mir sehr an den Haaren herbeigezogen. Mir ist in all meinen Berufsjahren gerade mal eine Handvoll Personen begegnet, die in der Lage sind, einen Switch mit all seinen Eigenheiten und Spezialaufgaben so zu programmieren, dass es eben nicht in einem Albtraum endet. Gleiches gilt für Router mit ihren Spezialfähigkeiten jenseits eines normalen Servers.

    Meiner Meinung nach öffnet Open Network alleine schon wegen des fehlenden Fachwissens um die Umsetzung der Anforderungen für den reibungsfreien Betrieb lediglich das Tor zu halbgaren Systemen, die gespickt sind mit Schwachstellen und mehr oder weniger eine Alltagsgefahr à la IoT darstellen anstatt ihren eigentlichen Aufgaben gerecht zu werden. Oder aber es werden sich selbsternannte OpenNetworkSwitchConsultants eine goldene Nase verdienen und Projektkosten in den Orbit katapultieren.

    Nix gegen Dell, aber wenn ich den Text zum genannten Switch lese, dann denke ich an Marketing-Bimmelbingo:
    > The Dell Networking S4810-ON switch is the industry’s first disaggregated hardware and software data center networking solution that empowers organizations to deploy modern workloads and applications designed for the open networking era.
    Quelle: http://i.dell.com/sites/doccontent/shared-content/data-sheets/en/Documents/Dell_Networking_S4810-ON_Spec_Sheet.pdf

  2. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: gaym0r 19.04.17 - 13:00

    Ich verstehe auch nicht wirklich was es vereinfachen soll, nur weil ein anderes Betriebssystem installiert ist. Was ist überhaupt das Problem? Den Satz "klassische Netzwerke halten bei dieser Entwicklung nicht mehr Schritt." muss mir jemand erklären.

  3. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: pumok 19.04.17 - 13:03

    Man könnte mit Open Networking z.B. Switch, Firewall, VPN-Gateway und Router in einem Gerät realisieren. Bei kleinen Netzwerken könnte ich mir auch vorstellen, einen Printserver oder sogar einen Netzwerkspeicher zu integrieren. Inwieweit das in der Praxis wirklich ein Vorteil sein kann, ist ein anderes Thema.

    Das Problem mit dem fehlenden Fachwissen ist bei allen neuen Systemen so. Das liegt in der Natur der Sache und würde ich so jetzt nicht als Nachteil ansehen. Wenn sich die Technologie durchsetzt, wird auch Fachwissen aufgebaut werden müssen.

    Im Gegenteil, die Netzwerkkomponenten Hersteller haben ihre Hausaufgaben sogar gut gemacht. Sie haben uns abhängig von ihren geschlossenen Systemen gemacht.
    Du lieferst ein paar gute Argumente, warum Open Networking nicht mit PC Hard- und Software verglichen werden kann. Trotzdem sehe ich da gewisses Potential. Solange niemand gezwungen wird Open Networking zu betreiben bin ich dafür offen.

  4. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: Trollversteher 19.04.17 - 13:14

    Und "Industrie 4.0" ist für Dich nur Hype, eine leere Worthülse? Ernsthaft? Mal näher damit beschäftigt?

  5. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: chewbacca0815 19.04.17 - 13:37

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man könnte mit Open Networking z.B. Switch, Firewall, VPN-Gateway und Router in einem Gerät realisieren. Bei kleinen Netzwerken könnte ich mir auch vorstellen, einen Printserver oder sogar einen Netzwerkspeicher zu integrieren. Inwieweit das in der Praxis wirklich ein Vorteil sein kann, ist ein anderes Thema.

    Macht es denn Sinn, das alles zu zentralisieren? Firewall, VPN und Router in einem Gerät macht Sinn, ja; diese Dienste gehören im Prinzip zusammen. Aber was soll der Switch dort? Bei mir hier im Schrank sind alleine schon drei Switche wegen der Vielzahl der Ports. Am Ende würde man bei so einer Kiste dann wohl wieder bei den massiven Blade-Systemen der Vergangenheit landen. Und dann noch alles unter (irgendeinem) offenen Betriebssystem? Da sehe ich die potentiellen Schwachstellen der einzelnen Implementierungen aber aufsummiert zu einem scheunentorgroßem Einfallsloch für alle Arten von Angriffsszenarien.

    > Das Problem mit dem fehlenden Fachwissen ist bei allen neuen Systemen so. Das liegt in der Natur der Sache und würde ich so jetzt nicht als Nachteil ansehen. Wenn sich die Technologie durchsetzt, wird auch Fachwissen aufgebaut werden müssen.

    Wie lange das dann dauert, wissen wir; von den Kosten mal ganz abgesehen. Und das Ausbildungssystem in unserem Land wird auch nicht gerade dafür sorgen, dass da massenweise gut ausgebildetes Fachwissen zur Verfügung steht.

    > Im Gegenteil, die Netzwerkkomponenten Hersteller haben ihre Hausaufgaben sogar gut gemacht. Sie haben uns abhängig von ihren geschlossenen Systemen gemacht.

    Nenn mal bitte einen Switch oder Router, bei dem man ähnlich "schutzlos" dem Hersteller ausgeliefert ist wie bei MS oder Apple mit deren geschlossenen Systemen. Ich kenne kein einziges System für Netzwerkkomponenten, bei dem ich mir Sorgen machen müsste, dass etwas nicht das tut, wozu die jeweilige Netzwerkkomponente gedacht ist.

    OK, auf den ersten VoIP-enabled-Switchen konnte man noch mithören, aber das ist mittlerweile auch Geschichte. Und ein Angriff auf Router über das TR069 war nur eine Frage der Zeit, was aber den Herstellern der Router meiner Meinung nach nicht anzulasten ist; das war/ist die Schuld der Provider.

    Schau doch mal in die Welt der IoT, was dort alles an Müll programmiert wird und damit das eigene, sichere Netzwerk quasi von innen heraus wieder aushöhlt. Auf solche Umsetzungen wollte ich als neues Gefahrenpotential hindeuten.

    Es macht jetzt allerdings Spaß, hierüber zu disuktieren. Da kommen gute Ansatzpunkte.

  6. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: chewbacca0815 19.04.17 - 13:39

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und "Industrie 4.0" ist für Dich nur Hype, eine leere Worthülse? Ernsthaft?
    > Mal näher damit beschäftigt?

    Ja, nahezu tägliches Brot. Wer Stand heute immer noch über Industrie 4.0 und Digitalisierung fabuliert, hat mehr als nur ein Problem. Da hat man die letzten 15 Jahre völlig verpennt.

  7. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: IncredibleAlk 19.04.17 - 13:56

    Ich fürchte du hast dich mit Switching/Routing, den Protokollen und der dafür notwendigen Hardware nicht näher beschäftigt.

  8. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: pumok 19.04.17 - 14:02

    chewbacca0815 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Macht es denn Sinn, das alles zu zentralisieren? Firewall, VPN und Router
    > in einem Gerät macht Sinn, ja; diese Dienste gehören im Prinzip zusammen.
    > Aber was soll der Switch dort? Bei mir hier im Schrank sind alleine schon
    > drei Switche wegen der Vielzahl der Ports. Am Ende würde man bei so einer
    > Kiste dann wohl wieder bei den massiven Blade-Systemen der Vergangenheit
    > landen. Und dann noch alles unter (irgendeinem) offenen Betriebssystem? Da
    > sehe ich die potentiellen Schwachstellen der einzelnen Implementierungen
    > aber aufsummiert zu einem scheunentorgroßem Einfallsloch für alle Arten von
    > Angriffsszenarien.

    Macht es denn Sinn, alles zu dezentralisieren? Ich denke, das kommt sehr auf das jeweilige Scenario an.
    Wenn ich für die gesammte Unternehmung nur 1 Serverschrank habe und alle Clients im Umkreis von 10m um diesen Schrank sitzen, sehe ich aus Hardware-Sicht keinen Vorteil die Geräte einzeln zu betreiben. Im Gegenteil, jede einzelne Komponente braucht ihr eigenes Netzteil, ihre eigene CPU, etc. Da könnte man durchaus Synergien nutzen, die Energieeffizienz würde sich auch verbessern.
    Die Sicherheit ist ein ganz anderes Thema. Ein offenes System hat da meiner Meinung nach Vor- und Nachteile. Allfällige Sicherheitslücken müsten schneller gefunden werden, dafür verbreiten sie sich auch schneller. Ob das Risiko einfach so aufkumuliert werden kann bezweifle ich jedoch.

    > Wie lange das dann dauert, wissen wir; von den Kosten mal ganz abgesehen.
    > Und das Ausbildungssystem in unserem Land wird auch nicht gerade dafür
    > sorgen, dass da massenweise gut ausgebildetes Fachwissen zur Verfügung
    > steht.
    Da hast Du recht, aber das hat die Menschheit (zum Glück) noch nie wirklich am Fortschritt gehindert.

    > Nenn mal bitte einen Switch oder Router, bei dem man ähnlich "schutzlos"
    > dem Hersteller ausgeliefert ist wie bei MS oder Apple mit deren
    > geschlossenen Systemen. Ich kenne kein einziges System für
    > Netzwerkkomponenten, bei dem ich mir Sorgen machen müsste, dass etwas nicht
    > das tut, wozu die jeweilige Netzwerkkomponente gedacht ist.
    Ich denke da reden wir aneinander vorbei. Ich meinte damit, dass ich auf meinem Cisco Switch eben keinen Webserver installieren kann.
    In meinen Augen ist die grosse Änderung die Open Networking bringt die Tatsache, dass der Anwender selbst entscheidet, wozu eine Komponente gedacht ist.

  9. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: chewbacca0815 19.04.17 - 14:36

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... Wenn ich für die gesammte Unternehmung nur 1 Serverschrank habe und alle Clients im Umkreis von 10m um diesen Schrank sitzen, sehe ich aus Hardware-Sicht keinen Vorteil die Geräte einzeln zu betreiben. Im Gegenteil, jede einzelne Komponente braucht ihr eigenes Netzteil, ihre eigene CPU, etc. Da könnte man durchaus Synergien nutzen, die Energieeffizienz würde sich auch verbessern.

    So gesehen hast Du völlig Recht, da ist durchaus Einsparpotential und Synergieeffekt gegeben.

    > Die Sicherheit ist ein ganz anderes Thema. Ein offenes System hat da meiner Meinung nach Vor- und Nachteile. Allfällige Sicherheitslücken müsten schneller gefunden werden, dafür verbreiten sie sich auch schneller. Ob das Risiko einfach so aufkumuliert werden kann bezweifle ich jedoch.

    Ich sehe es halt eher aus der Sicht des bisherigen bzw. gegebenen. Ob sich das kumuliert oder nicht, kann ich schwer abschätzen. Pessimistischerweise gehe ich allerdings davon aus, dass es sich kumuliert - wie immer, wenn mehrer kleine Lücken auf einem einzigen System zusammenkommen.

    > Da hast Du recht, aber das hat die Menschheit (zum Glück) noch nie wirklich am Fortschritt gehindert.

    Auch wieder wahr. "Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir erfolgreich einen Schritt weiter" ;-)

    > Ich denke da reden wir aneinander vorbei. Ich meinte damit, dass ich auf meinem Cisco Switch eben keinen Webserver installieren kann.

    Naja, für sein eigenes Webinterface braucht er aber einen, zumindest einen kleinen; vorhanden ist einer.

    Aber ja, wir scheinen aneinander vorbei geredet zu haben. Vor meinem geistigen Auge habe ich ein Monstrum von Blade-Server, jede Blade für einen anderen Zweck. Oder einen massiven Rechner, der hintenraus 48 Gigabit-Ports hat - wäre mal cool, sowas zu bauen; Casemodder, bitte loslegen ;-)

    > In meinen Augen ist die grosse Änderung die Open Networking bringt die Tatsache, dass der Anwender selbst entscheidet, wozu eine Komponente gedacht ist.

    Äh, und das soll funktionieren? Da sehe ich "den Anwender" mit der Entscheidung erst alleine gelassen und dann überfordert. Was mir aber hier sehr gut gefällt, ist der erste Block oben, diese Zentralisierungsvariante würde bei guter Umsetzung doch für die allermeisten Umgebungen umsetzbar sein.

    Muss ich mal im Freundeskreis disuktieren, ob man da nicht was in Richtung FreeBSD verwirklichen könnte. Nur, wie bekommt man die nötige Anzahl Netzwerkports in den Rechner? Ich scheitere momentan am Switch-Teil dieses Rechners, da fehlen mir die Bauteile, wie man sowas umsetzen kann. 4-Port-Steckkarten bei limitierter Anzahl freier PCI-Slots reichen nicht (und belasten die Performance zu sehr) und sowas wie ein 16-Port-Panel zum Einbau in einen Rackmount-Server kenne ich nicht. Mir schwebt etwas in der Richtung Patchpanel mit eigener Switch-Backplane als Einschub in ein Rackmount-Chassis vor, damit hintendran noch Platz für das Mainboard bleibt. Woher bekomme ich sowas? Mal sehen, nötigenfalls selber bauen ;-)

  10. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: gaym0r 19.04.17 - 15:28

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man könnte mit Open Networking z.B. Switch, Firewall, VPN-Gateway und
    > Router in einem Gerät realisieren.

    Das macht jede moderne Firewall.

  11. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: pumok 19.04.17 - 15:50

    Wenn ich Deine Gedanken so lese, bin ich doch nicht mehr ganz so sicher, ob das noch fehlende Fachwissen wirklich kein Problem ist wie ich behauptet habe. Die Anzahl der Möglichkeiten ein Netzwerk aufzubauen steigen mit Open Networking exponenziell.
    Es gibt im Moment Spezialisten, die sämtliche aktuellen Cisco Netzwerkgeräte professionell konfigurieren können. Wenn das alles offen ist, wird es nicht mehr einen Spezialisten für alles geben können.

    >> In meinen Augen ist die grosse Änderung die Open Networking bringt die Tatsache, dass der Anwender selbst entscheidet, wozu eine Komponente gedacht ist.

    > Äh, und das soll funktionieren? Da sehe ich "den Anwender" mit der Entscheidung erst alleine gelassen und dann überfordert.

    Das ist wohl die grösste Gefahr am Ganzen. Einen möglichen Lösungsansatz kenne ich von FreeNAS: Da kann man ein komplett konfiguriertes System mit Garantie, Support, Beratung und Hardware kaufen, oder man baut die Hardware selbst und nutzt nur das OpenSource OS (basiert auf FreeBSD) von denen und hilft sich selbst.

    Mir ist nicht bekannt, dass man solche Einzelkomponeten bereits kaufen kann. Das Problem ist wie Du schon geschrieben hast die Anbindung. Dachte auch an ein skalierbares System im Rackgehäuse. Im Prinzip wie ein NAS, nur dass man nicht HDDs sondern NICs reinschiebt. Das würde viele neue Möglichkeiten ergeben, man könnte 1GbE, 10GbE, Kupfer, Glas, Twinax aber auch FC und Infiniband mischen wie man lustig ist :)
    Wenn Du Du Ressourcen hast sowas zu entwickeln, könntest Du damit möglicherweise sehr erfolgreich werden :)

  12. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: pumok 19.04.17 - 15:51

    gaym0r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > pumok schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man könnte mit Open Networking z.B. Switch, Firewall, VPN-Gateway und
    > > Router in einem Gerät realisieren.
    >
    > Das macht jede moderne Firewall.
    Jein, gewisse Dinge davon schon, aber eben nur zum Teil. Gibt es 48-Port Firewalls?

  13. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: Akaruso 19.04.17 - 16:28

    Und demnächst muss sich die Großmutter, die ein Kaffeevollautomat (oder anderes Haushaltsgerät) kauft sich auch noch für das passende Betriebssystem entscheiden und zusammen mit einer geeigneten Kaffee-brüh-app auf dem Gerät installieren und alles konfigurieren.
    Nein, manche Geräte will man einfach nur auspacken, anschließen und einschalten. Die dadurch gewonnene (teure Arbeits-) Zeit holt man durch die Flexibilisierung, die zudem weitere teure Einarbeitungszeit und/oder teuer Spezialisten benötigt nicht mehr rein.

    Für viele kleinere bis mittlere Unternehmen ist vermutlich zudem die Flexibilisierung kein Thema. Da ändert sich vielleicht ein- oder zweimal im Jahr etwas im Netz und dann kann man auch mal bei Bedarf eine Komponente austauschen.

    Vor Allem klingt das immer so schön einfach und dann sitzt man bestimt doch wieder mindestens ein Tag dran bis so ein konfigurierbarer Switch das macht was was man von ihm will. Das dabei gewonnene Know How hat man bis zum nächsten Mal entweder wieder vergessen und/oder es ist bis dahin veraltet.

    P.S.: Ja ich weiß, für manchen Bastler hätte so eine frei konfigurierbare Kaffeemaschine durchaus Ihren Reiz.

  14. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: Anonymer Nutzer 19.04.17 - 16:39

    es geht wohl den bastlern nicht darum, jeden kleinen admin für 3 pcs zu zwingen, das os für seinen switch selbst zu schreiben. es geht aber darum, dass firmen nur genau einen minimalen schritt setzen sollten: die spezifikation für ihre hardware freigeben. ebenso verlangt niemand von firmen, dass sie open source selbst produzieren. es wäre schön, aber ich weiß, dass es ein unerfüllbarer wunschtraum ist.

  15. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: pumok 19.04.17 - 17:00

    Akaruso schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, manche Geräte will man einfach nur auspacken, anschließen und
    > einschalten.

    Hast Du schon mal einen Core-Switch oder eine Firewall ausgepackt, angeschlossen und alles hat funktioniert?
    Es geht hier - wie im andern Beitrag schon geschrieben - nicht um eine Fritzbox oder einen 8-Port Plastikswitch.

  16. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: NaruHina 19.04.17 - 17:12

    Print Server, File Server, Switch, Modem, vpn , voip und co. Gibts doch schon jetzt in einer Box?

  17. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: gaym0r 19.04.17 - 18:37

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gaym0r schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > pumok schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Man könnte mit Open Networking z.B. Switch, Firewall, VPN-Gateway und
    > > > Router in einem Gerät realisieren.
    > >
    > > Das macht jede moderne Firewall.
    > Jein, gewisse Dinge davon schon, aber eben nur zum Teil. Gibt es 48-Port
    > Firewalls?

    Also 24er 1HE Firewalls gibt es wie Sand am Meer, bei so gut wie jedem Hersteller.
    Eine 48-Port 1HE Firewall ist mir allerdings tatsächlich nicht bekannt. Da muss man schon zu modularen greifen. :-)

    Davon abgesehen erschließt sich mir der Sinn dahinter nicht ganz alles in einem Gerät zu haben? Man ist doch viel flexibler, wenn man Firewall + VPN in einem Gerät und Switch + Router in einem anderen Gerät hat.

  18. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: timo.herzig 19.04.17 - 20:15

    Ich versuche mal möglichst viel aufzugreifen, was hier im Thread so angesprochen wurde.

    Um es nochmal deutlich klarzustellen (ist den meisten wohl auch bewusst): Es geht hier nicht um 5x10 cm große "dumme" Switche, die man privat einsetzt. Es geht um professionelle gemanagte Switche. Mit 48 Ports, SFP-Einschüben etc. Die kosten mehrere 10.000¤. Zielgruppe sind Unternehmen. Mit Anwender ist das Unternehmen bzw. der Admin gemeint.

    Und in der Tat: Die Vorteile/Potentiale sind höchst individuell. Teilweise fehlt es auch noch an der Fantasie, wofür man das gebrauchen könnte. Das Thema ist eben sehr neu.
    Man könnte etwas ketzerisch sagen: Open Networking ist die Lösung für ein Problem, welches nicht existiert (übertrieben ausgedrückt!).

    Open Networking ist äußerst flexibel und eröffnet neue Möglichkeiten. Die gilt es zu nutzen.

    Bei traditionellen Netzwerkgeräten sind wir noch (bzw. waren, die Hersteller öffnen sich langsam) sehr eingeschränkt. Weder haben wir die flexiblen Möglichkeiten von Open Networking, noch wechselt man mal eben den Hersteller der Netzwerk-Hardware. Niemand stellt mal eben von Cisco auf HPE/Dell/Juniper etc. um. Die Hersteller binden die Kunden an sich. Bei Open Networking ist dieser Schritt (mit Einschränkungen, Stichworte White-Box/Brite-Box und Support) DEUTLICH einfacher. Vielleicht baue ich mir meine Switche auch einfach selbst, siehe Open Compute Project.

    Zum Stichpunkt inflexible Netzwerke/Netzwerkgeräte: Wenn man heute einen virtuelle Server deployed, so dauert das Sekunden. Aber je nach Netzstruktur muss dann der Netzwerk-Admin noch aktiv werden und notwendige Anpassungen vornehmen. VLANs, Redundanzprotokolle... Das dauert. Mit Open Networking könnte man sowas beispielsweise automatisieren. Auf den Switchen läuft eben ein "normales" Linux. Skripte sind möglich oder aber man nutzt Puppet/Chef. Automatisierung ist hier das Stichwort.

    Wir planen noch zwei weitere Artikel zu Open Networking zu veröffentlichen.
    Einer befasst sich mit dem Thema, wer solche Geräte überhaupt managen soll. Ist so ein Switch mit Linux nicht eher ein Server? Sollte dann eventuell der Server-Admin die Open-Networking-Switche verwalten?
    Der andere Artikel wird das Thema Sicherheit betrachten.

    Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Timo Herzig

  19. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: Anonymer Nutzer 19.04.17 - 20:43

    > Man könnte etwas ketzerisch sagen: Open Networking ist die Lösung für ein
    > Problem, welches nicht existiert (übertrieben ausgedrückt!).
    die probleme existieren, sind aber nicht durch open networking lösbar.

    > Niemand stellt mal eben von Cisco auf
    > HPE/Dell/Juniper etc. um.
    das liegt vor allem daran, dass man den fehler gemacht hat, proprietäre protokolle zu verwenden. der erste schritt einer umstellung ist, offene protokolle zu verwenden, die jeder switch unterstützt.

    > Die Hersteller binden die Kunden an sich. Bei
    > Open Networking ist dieser Schritt (mit Einschränkungen, Stichworte
    > White-Box/Brite-Box und Support) DEUTLICH einfacher. Vielleicht baue ich
    > mir meine Switche auch einfach selbst, siehe Open Compute Project.
    niemand baut sich seine switches selbst, wenn er nicht facebook oder google ist.

    > Aber je nach
    > Netzstruktur muss dann der Netzwerk-Admin noch aktiv werden und notwendige
    > Anpassungen vornehmen. VLANs, Redundanzprotokolle... Das dauert.
    warum sollte der admin sowas tun müssen? kommt ein neues vlan zum einsatz, so muss es so und so konfiguriert werden. und das zu automatisieren, geht heute schon.

    > Auf den Switchen
    > läuft eben ein "normales" Linux.
    nein, auf diesen switches läuft kein normales linux. es läuft ein uralter kernel, den man nicht selbst updaten kann. inklusive uralter restlicher software. da is nix mit updaten oder so. auf so einem switch debian zu installieren und den switch chip verwenden geht nicht. man ist gezwungen, die firmware images binär herunterzuladen. gleich wie bei cisco. da is null unterschied. ohne diese images tut der switch genau gar nichts. ich bitte das zu erkennen.
    der einzige unterschied ist, dass mit diesem ansatz jetzt mit linux und OPEN hausieren gegangen wird. irgendwer sollte sich das wort open mal eintragen lassen, damit firmen ihr closed source zeug nicht als vermeintlich open verkaufen dürfen.

    > Wir planen noch zwei weitere Artikel zu Open Networking zu veröffentlichen.
    bitte nicht. das zeug ist nichts anderes als marketing. linux läuft in alle den dingern jetzt schon drin. ob ich jetzt dann ein andere closed source linux nehme oder das vom hardwarehersteller ist vollkommen egal.

  20. Re: Nach Industrie 4.0 jetzt also Netzwerk 4.0?

    Autor: timo.herzig 19.04.17 - 21:20

    bjs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die probleme existieren, sind aber nicht durch open networking lösbar.
    Es kommt drauf an, über welche Probleme/Lösungen wir jetzt genau reden. Brauchen wir Verbesserungen im Hinblick auf Automation/Config. Management? Bestimmt. Muss ich meinem Switch als Server missbrauchen und irgendwelche anderen, "Switch-fremden" Dienste laufen lassen? Ist wohl eher ein spezieller Use Case.

    > das liegt vor allem daran, dass man den fehler gemacht hat, proprietäre
    > protokolle zu verwenden. der erste schritt einer umstellung ist, offene
    > protokolle zu verwenden, die jeder switch unterstützt.
    Auch, aber nicht nur. Ein Punkt ist die komplette Hersteller-Infrastruktur. Tools zum Management, die Bedienung der Geräte,... das alles differiert von Hersteller zu Hersteller deutlich. Das zieht einen großen Schulungsaufwand nach sich.

    > niemand baut sich seine switches selbst, wenn er nicht facebook oder google
    > ist.
    Klar, das werden wohl eher die Big Player machen. Ganz klar.

    > warum sollte der admin sowas tun müssen? kommt ein neues vlan zum einsatz,
    > so muss es so und so konfiguriert werden. und das zu automatisieren, geht
    > heute schon.
    Das kommt auf die Netzstruktur an. In großen Unternehmen gibt es riesige Netzstrukturen, zig verschiedene Netze, zig DMZ. Vielleicht muss Server A auf ein anderes VLAN als Server B. Brauchen wir vielleicht Port-Freischaltungen auf unseren Firewalls? Etc. pp. Kann ich sowas heute schon in gemischten Infrastrukturen automatisieren? Ich bin mir nicht sicher. Selbst in großen Firmen läuft noch viel manuell oder halb-automatisch.

    > nein, auf diesen switches läuft kein normales linux. es läuft ein uralter
    > kernel, den man nicht selbst updaten kann. inklusive uralter restlicher
    > software. da is nix mit updaten oder so. auf so einem switch debian zu
    > installieren und den switch chip verwenden geht nicht. man ist gezwungen,
    > die firmware images binär herunterzuladen. gleich wie bei cisco. da is null
    > unterschied. ohne diese images tut der switch genau gar nichts. ich bitte
    > das zu erkennen.
    > der einzige unterschied ist, dass mit diesem ansatz jetzt mit linux und
    > OPEN hausieren gegangen wird. irgendwer sollte sich das wort open mal
    > eintragen lassen, damit firmen ihr closed source zeug nicht als
    > vermeintlich open verkaufen dürfen.
    Ich bin da anderer Meinung.Beispiel Cumulus Linux (das hatten wir im Zugriff). Das basiert auf Debian, es """ist""" Debian. apt-get update/upgrade ist kein Problem. Fast alles ist Open Source und wird auch geupstreamt etc.
    Zum Kernel kann ich gerade nichts sagen. Ich hab momentan keinen Zugriff um ein uname zu fahren. Man kann sich auf der Webseite aber auch eine VM besorgen. Wenn Langeweile/Interesse besteht.

    > bitte nicht. das zeug ist nichts anderes als marketing. linux läuft in alle
    > den dingern jetzt schon drin. ob ich jetzt dann ein andere closed source
    > linux nehme oder das vom hardwarehersteller ist vollkommen egal.
    Es ist eben nicht so closed source wie die klassischen Systeme. Dass viel Marketing dabei ist - geschenkt und mittlerweile leider Standard. Ist uns bewusst. Es gilt das ganze kritisch zu betrachten. Und wir sind uns einig: die "Wunderwaffe" ist Open Networking wohl noch nicht. Aber es hat enorm viel Potential.

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      Tuning fürs Windrad

      Moderne Windturbinen sind viel leistungsfähiger als alte Anlagen. Doch nicht immer kann man Alt gegen Neu tauschen. Mit ein paar einfachen Techniktricks oder Umbaumaßnahmen lässt sich der Ertrag von bestehenden Windkraft-Anlagen dennoch steigern.

    2. Open Source: NPM-Chef geht schon nach wenigen Monaten wieder
      Open Source
      NPM-Chef geht schon nach wenigen Monaten wieder

      Nach nicht einmal einem Jahr Dienstzeit ist der Chef von NPM zurückgetreten. Das Unternehmen mit dem gleichnamigen Javascript-Paketmanager hat in diesem Jahr einige Mitarbeiter verloren, Arbeitnehmerklagen verhandeln müssen und eine aussichtsreiche Konkurrenz bekommen.

    3. Google: Chrome soll bessere Tab-Verwaltung bekommen
      Google
      Chrome soll bessere Tab-Verwaltung bekommen

      Der Chrome-Browser von Google soll künftig noch einfacher nutzbar sein. Die Entwickler setzen dafür Verbesserungen an der Tab-Verwaltung um. Links sollen sich einfach vom Smartphone auf den Rechner übertragen lassen und der Browser soll individueller werden.


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