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Lieber als die AfD

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  1. Lieber als die AfD

    Autor: demon driver 14.05.17 - 22:07

    ... hätte ich sie ja wirklich in den Parlamenten gesehen. Aber Einzelthemenparteien sind im Grunde von vornherein ztum Scheitern verurteilt – deutlich wird das spätestens dann, wenn es bei hilflosen Versuchen, allgemeine politische Themen zu besetzen, endgültig zur Zerstreitung kommt.

    Die in Teilen ideologisch verbohrte, militante Ablehnung progressiver gesellschaftspolitischer Haltungen hat dann leider auch gezeigt, dass für eines der zentralen Probleme der Realität unter kapitalistischen Rahmenbedingungen, nämlich dass der gesellschaftliche Fortschritt dem technologischen notorisch hinterherhinkt, auch bei den Piraten keine wirklichen Ideen konsensfähig gewesen wären.

  2. Re: Lieber als die AfD

    Autor: ibsi 14.05.17 - 22:18

    Deshalb mag ich das Parteiensystem nicht, wie es aktuell ist.

    Warum sollte ich EINE Partei wählen, die ALLES machen soll? Warum kann man nicht für verschiedene Themen DIE Partei wählen die das macht was ich möchte?

    z.B. (das ist wirklich nur ein Beispiel!!)
    Für Internet-Verkehr: Piraten
    Für Automobil-Verkehr: Linke
    Für Ausländerpolitik: AFD (haha, ich sagte ja, ist nur ein Beispiel :D)
    Für Thema X: SPD
    Für Thema Y: CDU
    ... Grüne

    Natürlich kann man eine Partei auch für mehrere Themen wählen, aber man ist nicht GEZWUNGEN das so zu tun.

    Themen überschneiden sich natürlich, also müssen die Parteien sich dann da zusammen setzten. So kann man nur Pest oder Cholera wählen. Welche Partei macht schon 100%ig genau das was ich möchte (bzw hat die Ziele die ich möchte)? Keine Einzige.
    Und JEDE Partei ist also auch eine Opposition in den Themen, wo sie nicht die Führung hat. Was spricht denn dagegen?

  3. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Wezza 14.05.17 - 22:37

    Fände ein solches System auch besser. Hatte heute auch die Qual der Wahl weil jede Partei min. einen richtig dicken störenden Punkt hat. Ich frage mich mittlerweile ob Parteiprogramme nur noch nach Ideologie und nicht nach "ist sinnvoll" gestaltet werden. Ich kann doch nicht so allein mit meinen Vorstellungen sein.

  4. Re: Lieber als die AfD

    Autor: thecrew 14.05.17 - 22:37

    shhh sowas kannste doch nicht vorschlagen.... Weil bei diesem System würden wirklich die Personen die etwas davon verstehen auf den richtigen Plätzen sitzen.
    Wenn praktisch die Bürger die Minister "überparteilich" bestimmen dürften.
    So wie ein 12er AltenRat oder so.

    Wird aber nie kommen. Weil die Lobby bedient werden will.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.17 22:39 durch thecrew.

  5. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Muhaha 14.05.17 - 22:53

    thecrew schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wird aber nie kommen. Weil die Lobby bedient werden will.

    Nope. Weil die Mehrheit der Wähler keine Veränderung der aktuellen Situation wünscht.

  6. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 14.05.17 - 23:04

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nope. Weil die Mehrheit der Wähler keine Veränderung der aktuellen
    > Situation wünscht.

    Wie sollten sie auch? Instinktiv dürften die meisten spüren, dass sie nur noch etwas zu verlieren haben. Wir leben tatsächlich im besten Deutschland, was es je gab, aber damit geht gleichzeitig das dunkle Gefühl einher, dass es so wohl nicht bleiben wird. Und es kann so auch nicht bleiben, weil der Ressourcenverbrauch dafür viel zu groß ist, auf einer fundamental ungerechten globalen Ressourcenverteilung beruht.

    Alles ist also geprägt von Verlust- und Abstiegsängsten. In einer solchen Situation geht es natürlich nur noch um Bewahrung, ums Konservieren des derzeitigen Zustandes. Wofür Experimente, wenn man doch nichts mehr zu gewinnen hat?

  7. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Signator 14.05.17 - 23:09

    Da bin ich bei dir.

    Allein weil die Ansichten der AFD'ler alles andere als Internet freundlich sind. Überwachung spielt bei diesen mit deren Sicherheitsversprechungen in einer Liga.

    Dessen scheinen sich viele aber nicht bewusst zu sein. Oder die sind schon so alt dass diese wirklich das Altenheim, anstatt der eigenen Liebsten, verdient haben...

  8. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Signator 14.05.17 - 23:16

    Die AFD kann man nicht wählen, wenn einem seine Freiheit noch etwas bedeutet. Nicht einmal als Witz...

    Aber ansonsten ein interessantes System. Der Bürger wählt nicht eine Partei, sondern Ministerien. Das würde allerdings auch ein Volk mit politische Bildung benötigen.

    Beim Verkehrsministerium würde ich dann aber nicht die CSU wählen.
    Diese hast auch komplett weggelassen. Aber für eine Partei die bis heute ihren "Lakaien" keine Grundrechte (Grundgesetz bis heute nicht unterzeichnet) einräumen auch besser so ;)

    Ich glaube schon dass der Bürger mehr beteiligt werden müsste, habe aber meine Zweifel dass die Glotze zur bürgerlichen Bildung ausreicht ;D

  9. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 14.05.17 - 23:23

    Signator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dessen scheinen sich viele aber nicht bewusst zu sein. Oder die sind schon
    > so alt dass diese wirklich das Altenheim, anstatt der eigenen Liebsten,
    > verdient haben...

    Weder noch. Die ganz Alten wählen gerade nicht AfD. Die wählen vor allem CDU und SPD, wie sie es schon immer getan haben. Die AfD fährt bei denen nicht selten sogar die schlechtesten Ergebnisse über alle Altersgruppen ein. Die AfD hat ihre Hochburg vor allem im mittleren Altersbereich, so 40 bis 60 Jahre. Der typische AfD-Wähler ist männlich, mittelalt, hat einen Realschulabschluss und ist Facharbeiter.

    Die halten sich selbst für die Krone der Schöpfung, die den Laden hier am Laufen halten, während alle anderen nur von ihrer Leistung schmarotzen. Deshalb müsse hier endlich mal aufgeräumt werden und dafür ist jedes Mittel recht - je martialischer, desto besser. Und wenn es den Aufschrei von irgendwelchen linksgrünen Freiheitsfanatikern provoziert, kann es auf keinen Fall falsch sein. Denn die stehen schließlich für alles, was man selbst ablehnt.

  10. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Trockenobst 14.05.17 - 23:23

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > derzeitigen Zustandes. Wofür Experimente, wenn man doch nichts mehr zu
    > gewinnen hat?

    Man verliert doch seit 10 Jahren den Lohn. Den Reichtum. Ich hätte das vor 10 Jahren als Argument akzeptiert. Inzwischen ist es doch so, dass man sich damit abgefunden hat und vielleicht dies auch als Argument der "Hilflosigkeit" braucht.

    Die Pademos in Spanien hatte vor zwei, drei Jahren noch ein großes Arbeits- und Umschulungsvorhaben in ihrem Programm. Dann haben ihnen ihre Mitglieder deutlich gesagt, dass sie als studierte Geisteswissenschaftler sich nicht zur Touristik-Idioten umschulen lassen nur um "Geld" zu verdienen.

    Dann ist der Teil massiv entschärft worden. Beispiele aus Italien, Frankreich, Griechenland gibt es zu genüge. Das ist nur zu einem kleinen Teil Verlustangst. Es ist deutlich, dass die Welt so wie ist nicht mehr auf Dauer funktionieren wird und jeder muss zurück an das Reißbrett seiner Existenz und wie sie unter welchen Bedingungen zu finanzieren ist. Und gerade Mitte-bis-Unten wissen Deutlich was auf sie zu kommt.

    Die finanz- und berufsstarken Eliten haben nur zu Befürchten dass sie mal ein Auto weniger pro Jahr in die Garage stecken. Für die ändert sich wenig. Aber wenn sehr viele Arme die wenigen zukünftiger KIs und Robotern nicht mehr Arbeit haben, plötzlich ihre Arbeit teilen oder sich im Konsum einschränken sollen, dann ist das eine Welt die sie nicht haben möchten.

    Und deswegen wählen sie weltfremde wie Corbyn oder Mélenchon in Frankreich. Die noch rührselig an alte Zeiten erinnern und sagen "Ach, es wird gar nicht so schlimm". Doch es wird. Und es wäre endlich an der Zeit dass diese Leute sagen: ok, ich will meinen Teil liefern, aber ich will auch einen Teil des Schnitts. Und genau hier scheitert es massiv. Von diesen zerstrittenen, arroganten, verängstigen Leuten ist nichts zu erwarten. Sie lehnen die Moderne konsequent ab und wählen dann lieber einen Trump.

    Da ist nichts zu drehen, politisch. Das Volk will nicht.

  11. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Muhaha 14.05.17 - 23:34

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wie sollten sie auch? Instinktiv dürften die meisten spüren, dass sie nur
    > noch etwas zu verlieren haben. Wir leben tatsächlich im besten Deutschland,
    > was es je gab, aber damit geht gleichzeitig das dunkle Gefühl einher, dass
    > es so wohl nicht bleiben wird.

    Ja, das ist manchmal recht faszinierend ... ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, sehr wohlhabende Leute, die der felsenfesten Überzeugung sind, dass ihre Kinder in Europa nur noch Krieg und Verwüstung kennen werden, weil ... Achtung! ... es ja schon solange Frieden gab.

    Da werden kleine Randgruppen von Extremisten zu gigantischen Bedrohungen aufgeblasen, hinter jedem Flüchtling stecken min. drei Terroristen und Menschenwellen werden die Strände Südeuropas zuerst blutrot und dann schwarz machen, wenn die gepeinigten Massen aus Afrika endlich in Bewegung kommen ...

    Aber gut, früher dachten die Menschen, dass die Endzeit kommt, weil sich mal ein Komet am Himmel gezeigt hat und heute denken die Menschen, dass alles den Bach runtergeht, weil es nicht sein kann, dass die Welt seit jetzt bald drei Generationen immer friedlicher wird, Entwicklungsländer immer wohlhabender werden, die Geburtenraten dort sinken usw. usf.

    Ich kenne Leute, die wollen mir nicht glauben, dass die Welt nicht so schlimm ist, wie sie es sich vorstellen, weil sie sich schon so mit der drohenden Apokalypse angefreundet haben, dass sie ohne Weltuntergang nicht leben wollen. Aber zuerst fahren sie noch in den Urlaub und es wird sich ein neues, schnelles Auto gekauft und über die Drecksgrünen aufgeregt, die freie Bürger beim freien Verheizen von Benzin hindern wollen.

    Menschen können sehr seltsam sein ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.17 23:42 durch Muhaha.

  12. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Signator 14.05.17 - 23:39

    Ja, meine Altersgruppe.
    Ich kannst es manches mal auch nicht mehr fassen wie manche sich zurückentwickeln. Am Haarausfall liegt es jedoch nicht. Eher schon an der eigenen Weiterbildung oder wenn es daran eben nach der Ausbildung fehlt.

    > Der typische AfD-Wähler ist männlich, mittelalt, hat einen Realschulabschluss und ist Facharbeiter.

    Ich kenne ein paar Ausnahmen von der Regel. Die eine, selbst Ausländerin, allerdings mit einem Deutschen verheiratet, wählt deshalb die Vorgabe/Anweisung ihres "Göttergatten"...
    Der andere 80 und "Neger" ist für diesen der normale Wortschatz. Für einen mit 80 schon ziemlich erbärmlich, ein solcher Zustand.

    Allerdings fehlt es beiden deutlich an Bildung und Allgemeinwissen.

  13. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Jordanland 14.05.17 - 23:40

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Signator schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dessen scheinen sich viele aber nicht bewusst zu sein. Oder die sind
    > schon
    > > so alt dass diese wirklich das Altenheim, anstatt der eigenen Liebsten,
    > > verdient haben...
    >
    > Weder noch. Die ganz Alten wählen gerade nicht AfD. Die wählen vor allem
    > CDU und SPD, wie sie es schon immer getan haben. Die AfD fährt bei denen
    > nicht selten sogar die schlechtesten Ergebnisse über alle Altersgruppen
    > ein. Die AfD hat ihre Hochburg vor allem im mittleren Altersbereich, so 40
    > bis 60 Jahre. Der typische AfD-Wähler ist männlich, mittelalt, hat einen
    > Realschulabschluss und ist Facharbeiter.
    >
    > Die halten sich selbst für die Krone der Schöpfung, die den Laden hier am
    > Laufen halten, während alle anderen nur von ihrer Leistung schmarotzen.
    > Deshalb müsse hier endlich mal aufgeräumt werden und dafür ist jedes Mittel
    > recht - je martialischer, desto besser. Und wenn es den Aufschrei von
    > irgendwelchen linksgrünen Freiheitsfanatikern provoziert, kann es auf
    > keinen Fall falsch sein. Denn die stehen schließlich für alles, was man
    > selbst ablehnt.

    Ich denke das ist doch das problem überhaupt ich differenziere dich daher auch nicht weit von der AFD die haben genauso ihr recht verdient etwas zur Gesellschaft beizuturagen.
    Menschen sind und bleiben einfach dumm.

    Ich find es nur traurig dass alle noch denken Deutschland geht es gut.
    Schaut euch mal die Renten von der für die Reichen Leute Ackernden Generation an und davon soll man Leben ?

    Das ist son ding darüber kann ich absolut nicht mehr lachen und so Fette schweine wie Herr Höhnes und Co feiern sich selbst noch in der Zeitung.
    Bespucken sollte man solche Menschen,
    aber das sind die die am Meisten auf unseren "Fairen" gesetze und "Demokratie" Pochen die nicht mit Promibonus bewertet wurden.

    Und die Leute im Volke die immer weniger und weniger für ihre Leistung bekommen und sogar mehr und mehr ihres schon sehr Knappen Lohnes zahlen dürfen.Im gegensatz zu Menschen die sich in diesem Land dumm und dämlich verdienen mittels hart arbeitender Menschen die am nächsten Tag wieder vor die Tür gesetzt werden einzig wegen der Gier.

    Diese Menschen sollten zuerst mal ganz hart zur Kasse gebeten werden, denn das ist der wahre Abscharm der Gesellschaft!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.17 23:50 durch Jordanland.

  14. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 14.05.17 - 23:50

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man verliert doch seit 10 Jahren den Lohn. Den Reichtum.

    Das würde ich für Deutschland so pauschal eben nicht sagen wollen. Ja, es gibt diese Verluste, gerade im unteren Einkommensbereich. Aber auf der anderen Seite läuft es für viele immer noch sehr gut. Die mögen zwar abstrakte Abstiegsängste, beispielsweise durch die Agenda 2010, haben, aber persönlich sind sie davon überhaupt nicht betroffen. Nur so ist überhaupt zu erklären, warum soziale Gerechtigkeit in Deutschland überhaupt kein Thema ist oder wenn doch einmal, dann in so sinnfreier Form, wie dass das Arbeitslosengeld I etwas länger gezahlt werden soll. Das ist Politik für Leute, denen es gut geht, die lediglich Ängste haben. Und dort liegen die Mehrheiten. Wenn man weiß, was immer noch für absurde Gehälter für festangestellte Arbeiter im Industriebereich gezahlt werden (die verdienen im Schnitt besser als Akademiker), dann kann man eben nicht von flächendeckenden Lohnverlusten reden.

    > Die finanz- und berufsstarken Eliten haben nur zu Befürchten dass sie mal
    > ein Auto weniger pro Jahr in die Garage stecken. Für die ändert sich wenig.
    > Aber wenn sehr viele Arme die wenigen zukünftiger KIs und Robotern nicht
    > mehr Arbeit haben, plötzlich ihre Arbeit teilen oder sich im Konsum
    > einschränken sollen, dann ist das eine Welt die sie nicht haben möchten.

    Diesen Konflikt halte ich für ziemlich trivial lösbar. Das erledigt sich über die Mehrheitsverhältnisse von ganz allein...

    > Und deswegen wählen sie weltfremde wie Corbyn oder Mélenchon in Frankreich.
    > Die noch rührselig an alte Zeiten erinnern und sagen "Ach, es wird gar
    > nicht so schlimm".

    Wenn schon niemand einen vernünftigen Gesellschaftsentwurf präsentieren kann, dann wählt man halt denjenigen, der die wärmsten Worte parat hat. Wir haben es letztlich mit einem flächendeckenden Politikversagen zu tun, weil zwar erkennbar ist, dass die bisherigen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle immer schlechter funktionieren, aber niemand da ist, der praktikable Alternativen anzubieten hat. Denn es ist klar, dass das nur mit erheblichen Umbrüchen einhergehen kann. Und bei denen haben ziemlich viele, insbesondere wenn man den globalen Vergleich heranzieht, eben doch noch sehr viel zu verlieren. Und deshalb wird gewählt, wer irgendwie so weitermachen will, wie bisher.

  15. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Cok3.Zer0 15.05.17 - 00:05

    Genau: Man hat bereits so viel Scheiße erlebt, dass man bei Merkel weiß, wie sie tickt und es nicht soo viel schlimmer werden kann. Wer AfD wählt, verursacht womöglich Rot-Rot-Grün oder Ampel.
    Die SPD enttäuscht dabei immer wieder, tut das Gegenteil von dem, was sie sagen/was sozial wäre; Piraten haben auf Bundesebene einfach geschlafen bzw. waren medial mit obskuren Personen präsent oder haben sich ggs. zersägt. Die Linken wollen sich einfach nicht von gewissen Gruppierungen abgrenzen.

  16. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 15.05.17 - 00:12

    Von Endzeitstimmung halte ich nichts. Ich sehe auch keinen Krieg in Europa, weil es dafür an allen Voraussetzungen fehlt - insbesondere kann man es sich nicht leisten, den wenigen Nachwuchs dafür zu verheizen.

    Andererseits würde ich durchaus sagen, dass globale Verteilungsprobleme drängender werden. Afrika wird noch einige Zeit ein starkes Bevölkerungswachstum haben. Und damit wird der Migrationsdruck dort auch zunehmen, wenn diese Menschen vor Ort keinerlei Perspektive für sich sehen. Einige davon werden uns beständig daran erinnern, indem sie an die "Festung Europa" klopfen und sagen, dass sie auch noch da sind.

    Und die Menschheit lebt auch jetzt schon auf dieser Erde deutlich über ihre Verhältnisse. Die Ressourcen werden in atemberaubendem Tempo abgebaut, die Freisetzung fossilen Kohlenstoffs in die Atmosphäre ist enorm. Das wird noch erhebliche Probleme nach sich ziehen, zumal es auch noch sehr unfair zugunsten von nur recht wenigen Menschen erfolgt. Dort liegen erhebliche Herausforderungen für die Zukunft, die vor allem im globalen Westen zu großen Veränderungen führen müssen.

  17. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Apfelbrot 15.05.17 - 00:44

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Signator schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dessen scheinen sich viele aber nicht bewusst zu sein. Oder die sind
    > schon
    > > so alt dass diese wirklich das Altenheim, anstatt der eigenen Liebsten,
    > > verdient haben...
    >
    > Weder noch. Die ganz Alten wählen gerade nicht AfD. Die wählen vor allem
    > CDU und SPD, wie sie es schon immer getan haben. Die AfD fährt bei denen
    > nicht selten sogar die schlechtesten Ergebnisse über alle Altersgruppen
    > ein. Die AfD hat ihre Hochburg vor allem im mittleren Altersbereich, so 40
    > bis 60 Jahre. Der typische AfD-Wähler ist männlich, mittelalt, hat einen
    > Realschulabschluss und ist Facharbeiter.

    Ich glaube du hast die Arbeitlosen vergessen die Ausländern, und seit einiger Zeit gezielt Flüchtlingen, die Schuld geben dass sie seit 10 Jahren keinen Job kriegen.
    Das dürfte auch einen Großen Teil der AfD Wähler ausmachen

  18. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 15.05.17 - 01:00

    Dieses Protestpotenzial mag es durchaus auch geben, aber Arbeitslose stellen keinen überdurchschnittlichen Teil der AfD-Wähler. Arbeitslose wählen eher links, denn zum einen haben sie ohnehin kaum etwas zu verlieren, zum anderen hat die AfD für sie keinerlei soziales Angebot. Dieses Klischee der Abgehängten funktioniert deshalb nicht und sorgt für einen gefährlich falschen Blick auf die Partei.

    Die AfD ist keine Partei für Leute, die tatsächlich von sozialen Härten betroffen sind und dafür vielleicht auch einen Sündenbock suchen. Sondern die AfD ist eine Partei für Leute, die selbst nicht betroffen sind, die aber verschiedene Ängste haben. Dem typischen AfD-Wähler geht es persönlich recht gut. Deshalb hat er auch wenig Interesse an sozialer Umverteilung, weil er selbst es wäre, der dabei abgeben muss. Nur das erklärt auch, warum die AfD eine Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik fordern kann, die selbst die FDP noch in den Schatten stellt. Das eigene Klientel ist nämlich zum Großteil nicht auf Transferleistungen angewiesen.

  19. Re: Lieber als die AfD

    Autor: AllDayPiano 15.05.17 - 07:41

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir leben tatsächlich im besten Deutschland,
    > was es je gab

    Das mag mit Sicherheit stimmen, aber das legitimiert keinen Stillstand. Es gibt enorm viele Punkte, die Deutschland noch noch noch weiter verbessern würden!

    Z.B. die Abschaffung der privaten Krankenversicherung als Alternative zum Sozialvertrag. Die Abschaffung der privaten Rentenversicherung als Alternative zum Sozialvertrag. Abschaffung der kalten Progression, die diesem Stasi-3.0-Schwätzer jetzt die "schwarze 0" vorgaugelt. 180°-Wende in der Drogenpolitik nach portugisischem Vorbild. Anpassung des Schulsystems nach norwegischem Vorbild. Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35h zur Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Gesundheit der Bundesbürger sowie der Reduktion des Exportüberschusses. Eine komplette Steuerrechtsreform zur Herstellung der Steuergerechtigkeit zwischen kleinen Familienbetrieben und Großkonzernen, die durch Steuervermeidungstaktiken im Grunde kaum Steuern mehr bezahlen. Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Wohnaumschaffung in Ballungsgebieten. Maßnahmen gegen die Landflucht...

    Ich könnte ewig so weiter machen!

    Aus Sicht einer Schmeißfliege ist jeder Scheißhaufen "der Beste, den es je gab" :)

  20. Re: Lieber als die AfD

    Autor: Mingfu 15.05.17 - 08:12

    Sicher könnte man viele Dinge ändern. Es gibt da allerdings ein "kleines" Problem: Man hat Probleme dafür Mehrheiten hinzubekommen, weil es genug Leute gibt, die vom jetzigen Zustand profitieren. Wenn beispielsweise die SPD über die Abschaffung der privaten Krankenversicherung nachdenkt, dann schreckt sie damit nicht etwa nur Beamte, Gutverdiener, Ärzte und natürlich die private Versicherungswirtschaft auf, bei denen das erwartbar ist, sondern dann entblöden sich einige Gewerkschaften nicht, dagegen sogar Demonstrationen zu organisieren, weil schließlich in der privaten Krankenversicherungswirtschaft auch eine ganze Menge Arbeitnehmer arbeiten. Damit hat man extrem starke Lobbys gegen sich.

    Steuerreformen scheitern dagegen daran, dass dieser Staat eigentlich mehr Geld braucht, um all seine Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Man schafft jetzt gerade einmal eine schwarze Null - und dabei bleibt noch extrem viel liegen (beispielsweise Wohnungsbau, ausreichend Infrastrukturinvestitionen, Bildung). Prinzipiell brauchen die meisten Bürger, die zur Mittelschicht und aufwärts gehören, auch nicht mehr Geld. Viele tragen es nur zur Bank und sparen es sinnlos. Letztlich fördern sie damit die Exportüberschüsse und die erheblichen finanziellen Verwerfungen. Mehr Geld können momentan nur diejenigen gebrauchen, die von sehr wenig leben müssen und der Staat. Zwar sind Steuerreformen ungeheuer populär, aber aus dem genannten Grund auch ungeheuer sinnlos.

    Und was die Steuervermeidung von Konzernen oder auch Spitzenverdienern angeht: Da würde man schon gern etwas machen, wenn man wüsste wie. Denn dort steht halt immer die Drohung im Raum, dass man seine Einnahmen jederzeit global verlagern und demzufolge anderswo versteuern kann. Da nimmt der Staat lieber nur etwas als gar nichts. Dieses Erpressungspotenzial auszuschalten, würde mit erheblichen Änderungen am Wirtschaftsmodell einhergehen. Und da sind wir wieder an dem Punkt: Uns geht es in Deutschland mehrheitlich zu gut, als dass wir dort noch risikofreudig wären.

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